Frage von narcatascore, 26

Ist meine psychische Selbstwahrnehmung defekt?

Guten Tag,

ich weiß ehrlich gesagt nicht wirklich wie ich die Frage die ich habe präzise und möglichst unsubjektiv erfassen und formulieren soll, zumal es hier praktisch um meine Wahrnehmung, also eine subjektive Meinung geht. Ich fühle mich seit ein paar Monate mehr und mehr verwirrter, was meine Auffassung von Eindrücken aus meiner wahrnehmbaren Umwelt und den Kontakt in "normalen" zwischenmenschlichen Beziehungen betrifft. Wahrscheinlich empfindet fast jeder normale Leser an dieser Stelle eine kleine Genervtheit, weil ich es auslasse zu konkretisiere, doch ich schaffe es schlicht weg nicht, mich näher als nur "drum herum" um mein gedankliches Problem zu bewegen. Es ist für mich teilweise leider wirklich ungreifbar. Ich werde im Folgendem allerdings trotzdem versuchen es so genau wie möglich zu beschreiben. Vorher berichte ich lieber noch ein wenig über meine Person. Ich bin ein 19 Jahre alter Schüler und auf dem Weg meine Fachhochschulreife zu erlangen. In meiner Freizeit mache ich Musik, spiele Computerspiele oder denke nach. Letzteres tue ich leider sehr oft und auch schon sehr lange. Mein Kopf ist niemals ruhig und das meine ich ernster als sich ein Aussenstehender das vielleicht vorstellen könnte. Zu den Dingen die häufig in meinem Kopf herumschwirren gehören spontan zusammengefasst, die Themen: Schulnoten, berufliche Zukunft, Gesundheit und in letzter Zeit vorallem die Frage ob Leben etwas sinnloses ist. Ich bekomme wegen all diesen Gedanken immer mehr Probleme, sowohl im der Schule, als auch privat. Selbst in diesem moment, fühle ich eine psychische Benommenheit die sich wie ein Schleier vor meinem Kopf befindet und mich daran hindert klar zu denken. Früher habe ich zu manchen Zeiten Drogen genommen, nicht um irgrndetwas zu entfliehen, das wäre mir persönlich von der Vorstellung her schom fast primitiv, aber um mehr fühlen und warnehmen zu können, als ich es sonst tue. Leider helfen mir nun auch keine Substanzen mehr (die ich sonst auch nur extrem selten und speziell dosiert eingenommen habe, bevor mich hier irgendjemand als "beeinträchtigt" diagnostizieren will) die mich sonst wenigstens eim bisschen abgelenkt hätten, von diesem Gefühl, dass mir kontinuerlich den Gedanken in den Kopf ruft, dass ich in dieser Welt eigentlich nichts zu suchen und an dieser Stelle möchte ich mit äußerster Strenge betonen, dass es mir egal ist wie "abgespaced" oder unglaubwürdig das für den ein oder anderen klingen mag. Ich glaube nicht an irgendeinen esoterischen Blödsinn oder bin davon überzeugt, dass ich in meinem "jugendlichen Leichtsinn" etwas "ganz Besonderes" sein muss, das sich als Mensch in einer Gruppe von allen anderen unterscheidet, "anders" und deswegen auch "cooler" ist. Es ist einfach nur ein extrem sonderbares Gefühl, dass gleichzeitig interessant und lebenshemmend auf mich und in mir wirkt. Ich weiß nicht mehr was ich mit mir anfangen soll, niemand hat mich bisher verstanden und konnte mir auch nur ansatzweise helfen.

Antwort
von dickerdingong69, 7

ich war selber in einer ähnlichen situation und es kommt mir so vor als würde ich mich gerade davon loslösen

mir persönlich hat es geholfen dieses gefühl in musik auszudrücken (oder es zumindest zu versuchen) viele erfolgreiche künstler leiden an psychischen problemen und lassen diesen in ihrer kunst freien lauf

weiterhin hat es mir geholfen bei gefühlen von allgemeiner unzugehörigkeit an das universelle "big picture" oder "große ganze" zu denken und anstatt ihm skeptisch gegenüber zu sein diese natürliche ordnung (oder eher unordnung) als eine art wunder zu sehen

ich nehme an du kennst die antike sage von sisiphus der für sein verlangen weiser als die götter zu sein für immer einen stein einen berg hinaufrollen musste

wenn sisiphus nun aber die sinnlosigkeit seines tuns erkennt und sich über seine situation freut rebelliert er gegen diese natürliche ordnung und löst seine strafe auf

damit meine ich nicht ständig falsche freude vorzutäuschen sondern sich (in dem fall dass du gedanken der sinnlosigkeit hast) als winziger Teil in einem unendlichen chaotischen universum zu erkennen und sich über diese undefiniertheit und sinnlosigkeit zu freuen

Kommentar von narcatascore ,

Vielen Dank für die Antwort. Das klingt wirklich so, als würde es Sinn machen. Die Sage kannte ich nicht aber das ist sehr interessant. Ich werde sie mir bei Gelegenheit durchlesen.

Nochmals danke für die Hilfe, ist schön sich so verstanden zu fühlen.

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