Frage von HelpiH, 189

Ist meine Familie krank?

Hallo!

Ich bin 16 und möchte hier mal eine ernsthafte Frage fragen. Vorab: Entschuldigung für das durcheinander, aber ich weiß nicht wirklich, wie ich das in Worte fassen soll.

Seit etwas längerer Zeit frage ich mich schon, was mit meiner Familie los ist. Ich mein.. sowas fragt sich vermutlich jeder in meinem Alter, aber genau deswegen bin ich hier.

Meine Mutter trinkt jeden Tag sehr viel Alkohol und ist jeden 2ten Tag definitiv betrunken. Ich habe ihr schon oft gesagt, dass sie das lassen soll, da sie sich selbst damit zerstört. Außerdem hat sie sich selbst nicht im Griff und beleidigt mich, zerstört meine selbst erarbeiten Sachen usw. Letztens konnte ich endlich mit ihr darüber reden und sie meint, dass ihr das gut tut und ein wenig Last abnimmt. Ich wollte natürlich wissen, welche Last so groß sein kann, dass man so viel trinkt. Dann hat sie mir von ihrer Schwester, also meiner Tante erzählt. Diese hat wohl Borderline, hat ihr Leben überhaupt nicht im Griff und heult sich jeden Tag bei meiner Mutter aus. Meine Mutter kann das offensichtlich nicht verarbeiten, will aber trotzdem ihrer Schwester helfen.

Mein Vater ist seeeehr krass komisch. Er hat teilweise Angst mit mir, oder anderen Menschen, zu reden. Er hat teilweise Phasen, in denen er NICHTS mehr machen kann. Er setzt sich einfach hin und tut nichts. Einfach nichts. Ich weiß auch nicht.. das komischste ist aufjedenfall, dass er Angst hat mit mir zu reden. Habe nämlich auch, in dem Gespräch mit meiner Mutter, gefragt ob ihr Verhalten irgendwas mit meinem Vater zu tun hat. Und nein, aber es sei wohl meine Schuld, dass er nicht mit mir spricht.

Meine Großmutter hat ständig Panikattacken o.Ä. Wenn man ihr halt irgendwas "falsches" sagt, z.B. sie hatte mal bei uns ein paar Sachen umgeräumt. Ich habe sie daraufhin gefragt, wo etwas steht. Da sie es ja weggeräumt hat, wird sie es vermutlich wissen. Daraufhin hat sie mir es gezeigt, hat angefangen zu weinen und wurde vom Krankenwagen abgeholt.

Mein Bruder hat vor ein paar Jahren versucht sich umzubringen. Diagnostiziert wurde Borderline. Bis heute hat mir das noch niemand vernünftig erklärt, was damals passiert ist. Mir wurde nur, vor ca. 1 Jahr, von meiner Mutter erzählt, dass mein Bruder wohl krank sei und ich nicht alles zu ernst nehmen sollte. Warum? Nun.. ich hatte sehr oft komische Diskussionen mit ihm, weil er sich ohne Grund von mir angegriffen fühlte. Dabei habe ich gar nichts gemacht. Er hat mich teilweise physisch verletzt. Dies hat aber nachgelassen, weil ich jz weiß, wie ich mit ihm sprechen bzw. wie ich auf manches reagieren sollte.

Ich weiß nun nicht mehr weiter. Seit Jahren stelle ich mir die Frage, was hier abgeht. Ich werde nicht aufgeklärt. Falls ich frage, werde ich angeschrien und/oder in mein Zimmer getreten. Seit etwas 2 Jahren, habe ich ebenfalls den Drang mir einfach das Leben zu nehmen. Hier gehts weiter: https://nopaste.me/view/09ec9e3b

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von MarkusGenervt, 78

Oh, je! Das ist der krasseste Fall, den ich je mitbekommen habe.

So wie Du alles beschreibst, handelt es sich in Deiner Familie wohl um die denkbar ungünstigste Situation. Es scheint so, als ob deine beiden Eltern eine vererbte psychische Störung haben und diese nun auch an Dich und Deinen Bruder weiter vererbt haben.

Deine Selbstverletzungen deuten ebenfalls auf Borderline hin.

Ist Deine Oma mütterlicherseits? Wenn ja, könnte es sich bei Deinem Vater auch nur um eine "normale" Depression handeln. Er ist wahrscheinlich einfach nur völlig überfordert. Deine Mutter ist Alkoholikerin und vermutlich ist dies auch durch eine verdeckte Borderline-Störung bedingt.

Jetzt aber mal zum Thema Borderline: Borderline ist eine Persönlichkeits- und Wahrnehmungs-Störung. Die Patienten leiden unter extremen Emotions-Wechseln und ihr Selbst-Bild ist verzerrt. Das erst mal in der Kürze.

Es ist behandelbar und es muss behandelt werden, weil sich die Verzerrung der eigenen Wahrnehmung sonst weiter verstärkt. Das bedeutet ihr müsst ALLE in psychiatrische Behandlung. Klingt aber schlimmer, als es ist. Alleine und ohne fachärztliche Hilfe wird es garantiert schlimmer.

Das gilt insbesondere für Dich. Ich werde hier aber den Teufel tun und Dir diesen Stempel aufdrücken, da es auch nicht ganz so dramatisch für Dich aussehen kann. Aber um sicher zu gehen musst Du einen Psychiater – keinen Psychologen! – aufsuchen und um Hilfe und Rat bitten.

Falls Du jetzt irgend ein Bild von Gummizelle und Zwangsjacke hast, kann ich Dir versichern, dass das Fernsehen ist und mit unserer heutigen Psychiatrie nichts zu tun hat. Also keine Angst, das ist die totale Entspannung. Du bist mit Menschen zusammen, denen es ähnlich geht und wo Du gar nicht mehr so viel erklären brauchst, weil es jeder kennt. Ebenso wird Dich niemand komisch oder schief angucken. Dort hat man Zeit, die Stress-Faktoren des Alltags auszublenden, welche überhaupt solche Schübe verursachen.

Und genau das ist Euer aller Problem. Jeder liebt den Anderen und Ihr möchtet füreinander da sein. Allerdings bedeutet das Stress, weil jeder in einem eng abgesteckten ertragbaren Rahmen in seinem Kopf existiert. Da treffen eben Harmonie-Bedürfnis und Problem-Realität aufeinander, welche dann zu unkontrollierten Aggressionen führen, welche sich bei Borderline mal gegen den Nächsten, mal gegen sich selbst richten (u.a. Ritzen).

Daher ist es erforderlich, dass man für sich selbst Freiräume schafft, in denen man von niemandem auch nur den leisesten Konflikt zugetragen bekommt. Im Alltag ist das nie möglich, weil man sich alleine bereits durch den eigenen Wunsch zu helfen eben einem Konflikt oder Problem aussetzt.

Deine Mutter möchte ihrer Schwester helfen, Deine Oma möchte Euch helfen, Du möchtest Deinem Bruder helfen und alle treffen dann auf Probleme, die dann zu Aggression führen und zur Eskalation.

Bei Borderlinern ist die Zündschnur einfach kürzer als kurz. Das hat auch nichts mit "Training" zu tun, denn die Ursache liegt tief in einer besonderen Hirn-Struktur verborgen. Das kann man nicht einfach abschalten oder durch "Selbstdisziplin" beseitigen. Ganz im Gegenteil. Gerade Selbstdisziplin – welche in unserer Gesellschaft überall als hohes Gut wertgeschätzt wird – ist für Borderliner pures Gift, denn sie setzten sich damit selbst unter Zwang, den sie aber nicht bewältigen können und sei die Motivation noch so nobel oder unabdingbar.

Aber das heißt nicht, dass man dem hilflos ausgesetzt ist. Man kann dagegen angehen, doch es braucht wirklich sehr lange Zeit, denn dazu muss das Gehirn neu strukturiert werden.

Beim Menschen wird die Basis-Struktur zunächst während der pränatalen Phase, dann in den ersten 2 Lebensjahren und dann auch nochmal weiter in den nächsten 3 Lebensjahren ausgeprägt. Alles was also in den ersten 6 Jahren ab der Befruchtung an Hirnstruktur gebildet wird, steht erst mal fest und alles Weitere baut darauf auf. Aber hier geht bei Borderlinern irgend etwas schief –  genaue Erkenntnisse gibt es bisher noch nicht – und deshalb sind Borderliner so völlig anders als andere Menschen. Aber durch harte Arbeit und strukturelle Übungen können diese Fehler ausgebügelt werden. D.h. man muss die Wurzeln seiner Existenz neu ordnen und das ist einfach viel schwerer, als sich gleich von Anfang an richtig wachsen zu lassen.

So und hier setzt die Therapie an.

Im Fall Deines Bruders war es aber erst einmal nötig, seinen akuten Schub in den Griff zu bekommen, weshalb er mit einem Krankenwagen abgeholt werden musste. Ich kann mir so in etwa vorstellen, was da abgegangen sein muss und wenn ein Krankenwagen ihn mitnehmen musste, wird es für ihn auf jeden Fall das Beste gewesen sein.

Im Fall Deiner Mutter ist erst einmal ein Entzug angebracht, bevor sie selbst da eine Therapie beginnen kann. Bei Deinem Vater vermute ich eine schwere Depression, welche auch eine Therapie erfordert.

Ich hoffe, ich konnte Dir ein bisschen Aufklärung geben und ebenso hoffe ich, dass ich Dir keine Angst gemacht habe.

Noch Fragen? Gerne!

Kommentar von HelpiH ,

Wow.. wenn ich mir das jz so durchlese, fällt mir erst diese Endlosschleife von "Ich will helfen" auf. Wir zerstören uns gegenseitig. Aber wie sollen wir das denn therapieren? Wie soll das denn besser werden? Wir müssen uns dann ja trennen

Kommentar von MarkusGenervt ,

Nein, Ihr müsst Euch nicht trennen, denn das wäre wieder andersherum Stress, der garantiert in Verzweiflung umschlägt und das ist wirklich eine ganz schlechte Idee!

Die beste Angehensweise wäre erst einmal, dass Du Dir einen Psychiater suchst. Dazu gehst Du zu Deiner Hausärztin – die nebenbei gesagt wirklich nicht ganz koscher ist – und lässt Dir einfach – meinetwegen auch ohne Beratung oder gegen ihren Rat – eine Überweisung für einen Psychiater geben. Damit gehst Du dann zu einem Psychiater Deiner Wahl. Das kostet alles nichts!

Dort ist erst mal ganz wichtig, dass Du Dich bei dem/der geborgen, sicher und wohl fühlst. Das wird der Dir aber auch noch im Gespräch selbst sagen. Und genau damit fängt es an: das Gespräch.

Erzähl Deine Geschichte. Leider muss ich Dir vorab sagen, dass Du Deine Geschichte sehr oft erzählen werden musst. Denn Deine Informationen sind die Grundlage Deiner Therapie. Ohne diese Informationen oder mit nur teilweisen Informationen oder gar falschen Informationen geht jede Therapie voll in die Hose und kann es unter Umständen auch noch schlimmer machen. Falls Du also den Arzt wechseln musst oder an einen Spezialisten weiter geleitet wirst, ist es daher auch nötig, Deine Geschichte erneut zu erzählen.

Das ist erst einmal für DICH wichtig. Du kannst niemandem helfen, wenn Du Dir selbst nicht helfen kannst! Das ist eine grundlegende Falle, in die alle "Helfer" tappen. Du kannst es besonders gut bei Deiner Mutter sehen. Sie will ihrer Schwester helfen, hat aber selbst Probleme, die sie nicht in den Griff bekommt und greift daher zu Flasche. Das ist eigentlich der Grund für die meisten Drogen-Probleme. Variationen sind u.a. auch Schlaftabletten, bzw. eigentlich Benzodiazepine. Schon mal bei Euch irgend was mit "-azepam" oder "-acepam" gesehen? Würde mich nicht wundern. Wird immer gerne von Hausärzten verschreiben, die keinen blassen Dunst davon haben, was sie ihren Patienten damit antun. Aber das ist eine andere Geschichte.

Wenn Du angefangen hast, mit Deiner Therapie, kannst Du Dich langsam um Deine Familie kümmern. Leider liegt die Last auf Deinen Schultern, weil Du jetzt der Einzige bist, der sich dem Thema Therapie öffnet. Die anderen müssen erst mal ganz behutsam dahin geführt werden.

Das funktioniert aber nicht, wenn du ihnen einfach sagst, "Mach eine Therapie!" Dann gehen erst mal die Schotten dicht, weil das in unserer Gesellschaft mit "Schwäche" und "Versagen" behaftet ist. Das ist es aber nicht! Es ist eine Krankheit. Nur dass man hierbei keine offenen Verletzungen hat, sondern eben Verletzungen in der Seele, in der Gehirnstruktur. Das ist eine ganz andere Baustelle, als ein Gips oder ein Fieberthermometer.

Ich habe Dir jetzt hier schon Einiges über die Ursachen und Zusammenhänge mit diesem ganzen Komplex kurz erklärt. Damit kannst Du schon mal langsam etwas anfangen.

Wenn Du Deiner Familie helfen willst, geht das nur mit jedem einzeln und unter vier Augen. Außerdem wirst Du bestimmt schon gemerkt haben, dass jeder seine Hochs und Tiefs und seine offenen Momente hat. Diese offenen Momente sind die einzigen Situationen, in denen Du das Thema ganz vorsichtig ansprechen kannst. Wenn Du merkst, dass gerade Einsicht vorherrscht, dann kannst Du davon erzählen, was D alles über dieses Thema "erfahren" hast. Das ist der Einstieg zur Überredung. Wenn Du merkst, dass die Stimmung kippt, wechsle sofort das Thema und mach beim nächsten Mal weiter.

Es geht nur in kleinen Schritten. Jeder einzelne muss selbst die Erkenntnis gewinnen, das er/sie Hilfe braucht. Aber Du kannst sie dahin führen. Das ist dann auch nicht so eine große Last. Das schlimmste daran ist einfach, dass Du geduldig sein musst. Du darfst nichts erzwingen. Sonst eskaliert alles und jeder wird sich hinter seiner Schutzmauer verschanzen und Du kassiert den Ärger. Das kennst Du ja auch schon. Lass Dich davon aber nicht entmutigen oder beeindrucken. Wenn z.B. Deine Mutter sagt, dass Du Schuld seist, dann macht sie das nur deshalb, weil die Situation ihr gerade extrem unangenehm ist – weil es an ihrer Schutzmauer kratzt – und sie versucht sich zu wehren. Das geht am einfachsten mit Angriff und bei Dir geht es am Einfachsten, indem sie versucht, Dir Schuldgefühle einzupflanzen. Das ist aber nicht böse oder absichtlich. Sie macht das instinktiv und glaube mir, es gibt Zeiten, in denen sie sich selbst dafür hasst und selbst fertig macht und dann geht die Abwärtsspirale wieder los (Alkohol). Sag einfach es tut Dir Leid oder "Ja, Dur hast Recht." und denke an das, was ich Dir gerade erklärt habe. Du solltest auch dann eher Mitleid mit ihr haben.

Wenn sie sich dann mal wieder entschuldigt, dann ist der Zeitpunkt da, erst Verständnis zu zeigen und dann Tipps zu geben.

Und wieder sind die 5000 Zeichen fast voll. ;-)

Also, frag mich alles, was Du wissen willst. Gerne auch PN, wenn es Dir zu öffentlich ist.

Kommentar von WelleErdball ,

Eine psychische Erkrankung ist nicht erblich bedingt. Ich weiß nicht woher du diese Informationen hast. Denkbar ist eine Vorbelastung das heißt aber noch lange nicht, dass eine Erkrankung auch ausbricht sondern es ist auch abhängig von Umweltfaktoren, Sozialisierung, Persönlichkeit und Erziehung. Auch die Wissenschaft ist sich nach wie vor nicht einig welchen Stellenwert die Genetik einnimmt, dann wirst du das auch nicht wissen. Wenn du zu meiner Antwort schon derart frech und beleidigend kommentierst und ich mir hier deine Antwort durchlese ist das auch nicht das Gelbe vom Ei. Ein selbstverletzendes Verhalten ist nicht DAS Merkmal von Borderline. Selbstverletzendes Verhalten kann bei allen Erkrankungsbildern vorkommen und nicht jeder Borderliner verletzt sich, das ist eine Fehlinformation.

Aufgrund von ein paar Sätzen Borderline zu attestieren halte ich für sehr gewagt, das machen auch Fachärzte und Therapeuten nicht bei einer Sitzung zudem kommt noch erschwerend, dass der Fragesteller minderjährig ist, die Persönlichkeit nicht ausgereift.

Selbstverständlich kann der Fragesteller auch einen Psychotherapeuten kontaktieren und nicht nur einen Psychiater außer es handelt sich primär um eine medikamentöse Versorgung. Der Arzt ist für die Medikation zuständig der Therapeut begleitet bei der positiven Veränderung von Lebensqualität.

Ich habe den Eindruck, du möchtest dich sehr gut auskennen, hast hier zu allem eine ultimative Lösung parat ohne die beiteiligten Personen zu kennen, ohne die Hintergründe zu kennen, ohne die Erkrankungsbilder zu kennen. Schön, dass heutzutage jeder, der ein bisschen googeln kann oder vielleicht selbst in Therapie ist/war seiner Umwelt bei Problemen pathologische Persönlichkeitsstörungen unterstellen kann. Besser ist es wohl, selbst ein wenig Biographiearbeit zu betreiben.

In wie fern sich seine Eltern einsichtig zeigen oder vielleicht in Therapie begeben ist deren Angelegenheit, das muss nicht von außen festgelegt werden was die zu tun haben. Hier geht es einzig um den Fragesteller.

Kommentar von MarkusGenervt ,

Ah, ja, der Herr muss Recht behalten. Na denn wollen wir das mal auseinander nehmen:

Eine psychische Erkrankung ist nicht erblich bedingt. Ich weiß nicht woher du diese Informationen hast.

Ich beschäftige mich mit diesem speziellen Thema seit über einem viertel Jahrhundert. Ich habe sehr viel recherchiert und sehr viele Methoden kennen gelernt. Dieses Thema steckt immer noch in den Kinderschuhen und es kommen ständig neue Erkenntnisse hinzu. Diese Erkenntnisse werden aber durch Experimentieren gewonnen und sie brauchen sehr viel Zeit, bis sich Erfolge heraus kristallisieren.

Während dann einige Therapeuten bereits sehr gute Erfolge erzielen können, werden an den Universitäten immer noch uralte Erkenntnisse unterrichtet, welche sich längst in einigen individuellen Therapien als hinfällig erwiesen haben.

Wer sich lange mit veralteten Erkenntnissen aufhält, wird hier niemandem wirklich helfen können. Daher interessiert es mich nicht, wie konservativ Du dieses Thema betrachten möchtest, solange Du es nicht einem möglichen Borderliner unter jubelst, der nach Hilfe sucht.

Denkbar ist eine Vorbelastung das heißt aber noch lange nicht, dass eine Erkrankung auch ausbricht sondern es ist auch abhängig von Umweltfaktoren, Sozialisierung, Persönlichkeit und Erziehung.

Davon habe ich auch nichts gesagt. Ich habe lediglich das ganze konservative Eventualitätsgesülze unter den Tisch fallen lassen und bin gleich zum Punkt gekommen, da dies hier kein Roman werden sollte.

Wenn eine spezifische Erkrankung in einer Familie gehäuft und nachhaltig auftritt, dann muss ich nicht erst warten, bis mir die Genetik den endgültigen Beweis liefert, sondern ich handle sofort nach dem gesunden Menschenverstand. Wenn etwas quakt wie eine Ente und watschelt wie eine Ente, dann ist es garantiert kein Elefant!

Wenn du zu meiner Antwort schon derart frech und beleidigend kommentierst …

Wie man in den Wald hinein ruft …

Wenn Du dem Jungen nicht so einen antiquierten Unsinn in den Kopf gesetzt hättest, dann hätte mich Deine Pseudo-Kenntnis nicht mal die Bohne gejuckt.

Ein selbstverletzendes Verhalten ist nicht DAS Merkmal von Borderline.

Wer lesen kann, ist klar im Vorteil. Eigentlich hasse ich diesen Spruch, aber es trifft gerade so gut:

Deine Selbstverletzungen deuten ebenfalls auf Borderline hin.

Soll ich es nochmal erklären?

Selbstverletzendes Verhalten kann bei allen Erkrankungsbildern vorkommen …

Ja, z.B. bei Autismus oder Asperger. Soll das heißen, das der Junge auch unter Autismus oder Asperger leiden könnte?

Oder möchtest Du einfach gerne noch ein halbes Jahr herum stochern?

…und nicht jeder Borderliner verletzt sich, das ist eine Fehlinformation.

Die Fehlinformation liegt bei Dir. Tatsächlich ist das selbstverletztende Verhalten in einem breiten Spektrum bei jedem Borderliner ein wesentlicher Bestandteil der Erkrankung. Nur ritzen sich Einige die Arme auf und Andere suchen explizit Situationen herbei zu führen, in denen sie auch sich selbst durch Dritte verletzen und auch häufig auf eine nicht-körperliche Art und Weise. Borderliner sind zum Beispiel sehr anfällig für Drogenmissbrauch, was per se ebenfalls eine Form der Selbstverletzung ist.

Aufgrund von ein paar Sätzen Borderline zu attestieren halte ich für sehr gewagt, das machen auch Fachärzte und Therapeuten nicht bei einer Sitzung …

Wenn die Tante und der Bruder bereits Borderline hat, die Oma und die Mutter ebenfalls Symptome aufzeigen, dann muss ich hier jetzt keine Psychoanalyse für die nächsten 20 Jahre starten.

Einfach mal das Gehirn einschalten und mal nicht nur konservativen Kram von vorgestern nachplappern.

…zudem kommt noch erschwerend, dass der Fragesteller minderjährig ist, die Persönlichkeit nicht ausgereift.

Und dann gehst Du hin und wiegst ihn in falschen Sachkenntnissen.

Selbstverständlich kann der Fragesteller auch einen Psychotherapeuten kontaktieren und nicht nur einen Psychiater …

Man, Du hast ja nicht den geringsten Plan von Borderline oder gar Psychiatrie!

Ein Psychotherapeut ist die zweite Instanz der ärztlichen Behandlung und das hätte ein Psychiater ihm dann auch schon gesagt und gleich auch noch den entsprechenden Fachtherapeuten in seiner Nähe vermittelt. Aber dazu muss ein Psychiater erst einmal einschätzen, um welche Form der Borderline-Störung es sich handelt und ob eine medikamentöse Begleittherapie erforderlich ist.

Hinzu kommt, dass Borderliner oft ganz stark auf eine Medikamenten-Therapie reagieren. Auch das muss der Psychiater einschätzen, in wie weit z.B. eine Depot-Gabe bei einer ablehnenden Haltung angebracht ist.

Ich habe den Eindruck, du möchtest dich sehr gut auskennen, …

Im Gegensatz zu Dir kenne ich mich tatsächlich aus!

In wie fern sich seine Eltern einsichtig zeigen … Hier geht es einzig um den Fragesteller.

Und genau das ist eine seiner Sorgen!

.

Also, Du darfst Dich gerne entschuldigen.

Kommentar von HelpiH ,

Vielen Dank an euch beide! Bitte streitet euch wegen mir nicht :c

Kommentar von MarkusGenervt ,

Keine Sorge, ich habe keinen Streit mit ihm. Ehrlich gesagt vergesse ich sowas immer schnell. Lohnt sich einfach nicht.

Es ging mir nur darum, dass er Dich nicht auf einen falschen Weg führt. Jetzt hast Du alle wichtigen und richtigen Infos und dann ist auch gut. :)

Kommentar von HelpiH ,

Ok, danke <3

Antwort
von WhiteNinja, 74

Ich denke auch das nicht du derjenige bist der komisch ist, sondern deine Familie. Bitte bring dich nicht um sondern stell dich dem Problem. Sprich unbedingt mit einer anderen erwachsenen Person über deine Probleme und lasse dir aus nächster Nähe helfen! Aber bitte nicht mit jemanden aus ähnlichen Verhältnissen sondern such vielleicht Kontakt mit einem Lehrer oder so. Diese Leute haben es als Beruf dir zu helfen! Die müssen sogar eine Ausbildung für Soziale machen. Kannst auch gleich zum Sozialarbeiter an deiner Schule gehen. Nur stellen die manchmal seltsame Fragen und man fühlt sich bei einem 'normalen' Mensch wie einem Lehrer besser aufgehoben.

Aber sprich mit jemandem darüber.

Kommentar von HelpiH ,

Okay, danke dir

Kommentar von WhiteNinja ,

Tu ich gern :-) Und keine Panik ja? Das schaffst du!

Kommentar von HelpiH ,

Danke :3 <3

Antwort
von WildeHummel93, 79

Hallo HelpiH,

das was Du da schilderst klingt wirklich ungut. 

Hast Du schonmal mit einer erwachsenen Person außerhalb Deiner Familie darüber geredet?  Denn Du scheinst mehr als einen Ratschlag auf GuteFrage.net zu brauchen...

Dass Du an allem Schuld sein sollst, kann ich mir nicht vorstellen. 

Gerade habe ich mir überlegt, zu jedem Deiner Familienmitglieder etwas zu schreiben, aber das wird Dir auch nicht helfen, denn Du kannst das Problem nicht lösen, sondern nur für Dich eine Möglichkeit finden, Dich selbst zu schützen und darum rate ich Dir dringend, dich jemand anderem außerhalb Deiner Familie anzuvertrauen. Wenn Du anfängst, Dich zu schützen (das soll nicht heißen, dass Du zurückschlägst oder ähnliches) und so aus dem System, wie Deine Familie momentan funktioniert, ausbrichst, wird sich Deine Familie ändern müssen. Möglicherweise bringst Du auch einen Stein ins Rollen, sodass sich Deine Eltern beide professionelle Hilfe holen, die sie beide zu brauchen scheinen.

Mach Dich auf den Weg!

Ich wünsche Dir alles Gute und viel Erfolg!

Kommentar von HelpiH ,

Ich habe mit meiner Lehrerin gesprochen. Hab ihr aber auch nur gesagt, wie ich mich fühle, aber nicht warum. Denke mal, dass sie das Jugendamt einschalten würde. War auch schon bei meinem Hausarzt. Die meinte aber, dass das nichts ist und ich Aufmerksamkeit brauche. Also hab ich mich auf gutefrage begeben. Sonst gibts ja nichts.

Danke :)

Antwort
von Ewwas17, 57

Hey,

das klingt wirklich überhaupt nicht gut.

Wende dich bitte an einen Psychiater und das Jugendamt!

Wenn du ganz drringend Hilfe brauchst kannst du dich auch an eine Telefonseelsorge richten, die sind inzwischen auch über E-Mail und im Chat erreichbar. Hier ein Link:

http://www.telefonseelsorge.de/

Und wenn es ganz schlimm wird, kannst du jederzeit den ärztlichen und psychiatrischen Notdienst unter der Nummer 116117 anrufen.

Diese Leute können dir wirklich helfen!!

Kommentar von HelpiH ,

Okay, merk ich mir. Danke 

Kommentar von Ewwas17 ,

Gern geschehen. Scheue dich nicht da Hilfe zu suchen.

Antwort
von WelleErdball, 65

Ich habe ihr schon oft gesagt, dass sie das lassen soll,

Wenn deine Mutter - und so sieht das aus - ein Alkoholproblem hat, ist es nicht damit abgetan zu sagen "lass das" denn das ist ein schwere Erkrankung die stationär und therapeutisch behandelt werden muss. Auch dein Vater scheint ein gravierendes Problem zu haben. Ein gesunder Mensch würde auch keine Ehe mit einem Alkoholiker aufrecht halten. Du bist da einfach in einer sehr ungünstigen Familienkonstellation.

Ich finde die Entwicklung aber nicht übermäßig verwunderlich. Wenn psychische Erkrankungen vorliegen ist das auch gerne in der Familie über Generationen vertreten. Das sind ungüstige, anerzogene Verhaltensweisen die unbehandelt an die nächste Generation weitergegeben werden.

Ich kann dir nur anraten bei dir selbst zu bleiben. Du bist auch nicht schuld wenn dein Vater mit dir nicht spricht, der hat ganz eigene Sorgen und Probleme und du solltest aus diesem Kreis ausbrechen und dir einen Therapeuten besorgen. Hilfestellen gibt es viele man muss die aber auch annehmen wollen und bereit sein das eigene Leben anders zu gestalten.

Kommentar von HelpiH ,

Heißt das also, dass diese psychischen Erkrankungen vererbt wurden? 

Vielen Dank für deine Antwort. Hilft mir sehr weiter :)

Kommentar von WelleErdball ,

Psychische Erkrankungen werden nicht vererbt. Die anerlernten, kranken Verhaltensweisen die meintwegen deine Großeltern mit ihrer ungünstigen Erziehung an deine Eltern weitergegeben haben haben deine Eltern mit ihrem Erziehungsstil an euch weitergegeben. Hätten deine Eltern vielleicht beide eine Therapie gemacht und wären beide gesund wäre auch die Wahrscheinlichkeit weit höher, dass du und dein Bruder gesündere Lebensstrategien entwickelt hättet. Es liegt nicht in der Genetik es liegt an den Erziehungsmethoden.

Kommentar von HelpiH ,

ouh, okay! Danke dir !

Kommentar von MarkusGenervt ,

Das sind ungüstige, anerzogene Verhaltensweisen die unbehandelt an die nächste Generation weitergegeben werden.

Psychische Erkrankungen werden nicht vererbt.

Es liegt nicht in der Genetik es liegt an den Erziehungsmethoden.

Uiihhh!!! DAS war aber voll daneben! Wo hast Du denn diesen archaischen Schwachsinn her?

Diese generationenübergreifenden Erkrankungen haben wirklich GAR NICHTS mit "anerzogen" zu tun! Da bist Du aber voll auf dem falschen Dampfer!

Solche Erkrankungen sind AUF JEDEN FALL erblich bedingt und Erziehung kann da nicht mal dran kratzen. Ganz im Gegenteil.

Also bevor Du hier weiter so eine Unsinn verbreitest, solltest Du dich besser mal mit dem Thema auseinander setzen. Du kannst doch nicht einfach solche falschen Behauptungen in die Welt setzen.


Antwort
von Frooopy, 52

Eine schwierige und wohl komplexe Situation in der Du Dich befindest.

Ich denke es gibt viele Familien die solche oder ähnliche Probleme haben. Das kann dann auch so weit eskalieren, dass sich ein Familienmitglied umbringt oder es sogar andere Familienangehörige mit in den Freitod nimmt, weil derjenige eben keinen anderen Ausweg mehr sieht. Wenn derjenige sich spontan dazu entscheidet, kann man auch nicht viel dagegen tun.

Für Dich ist wichtig zu wissen, dass Du mit Deinen 16 Jahren nicht die Verantwortung dafür haben und tragen kannst.

Letztendlich kannst Du die Menschen in deiner Familie auch nicht ändern, wenn sie es selbst nicht zulassen. Auch Therapien funktionieren nur, wenn diejenigen sehen, dass sie ein Problem haben. Sie darunter leiden und sich helfen lassen wollen, verstehst du?

Es geht in der Situation auch eigentlich erstmal nur um Dich und um Dein Leben. Insofern solltest Du Dich vielleicht einmal an das Jugendamt wenden oder so ein Sorgentelefon anrufen. Vor allem wenn Dich die Stimmung in Deiner Familie selbst so runterzieht und ansteckt.

Denke immer daran es geht alleine um Dein Leben. Du musst Dich wohlfühlen in dem was Du machst und wie Du lebst. In dem Fall handelt es sich zwar um Deine Familie aber die Bürde die Du Dir damit auferlegst helfen zu wollen oder für etwas verantwortlich zu sein ist zu groß.

Viele Glück und Kraft für alles was da noch kommen mag.

Kommentar von HelpiH ,

puuuh, okay. Danke :3

Antwort
von tippi02, 67

Ich denke es wäre gut für dich zu deinem hausarzt zu gehen und ihm deine situation schildern. er kann dir helfen dir einen psychologen zu finden der sich deinen problemen annimmt und dir helfen kann. wünsch dir viel kraft

Kommentar von HelpiH ,

Dankeschön, aber ich war schon bei meinem Hausarzt. Kannst die Antwort, von mir, oben drüber lesen. 

Trotzdem danke dir :)

Kommentar von tippi02 ,

das ist ja ne komische Ärtztin! Das grenzt ja schon an unterlassene hilfeleistung. Entweder würde ich noch mal einen anderen Artzt aufsuchen oder bei der Diakonie um Rat fragen. Die haben Psychologische unterstützung und kostet dich nichts.

Kommentar von HelpiH ,

Die kostet gar nichts?! Ok, guck ich mir mal an. Danke !

Kommentar von tippi02 ,

Nein das kostet nichts weil Diakonie eine staatliche Einrichtung ist und von unsren Steuern abgedeckt wird.

Kommentar von HelpiH ,

oh.. 

Antwort
von Caila, 49

Ganz ehrlich, Schreck nicht davor das Jugendamt einzuschalten.

Ich kenne selbst so eine Familie wo Alkoholerkrankung psychospiele womöglich auch psychiche Erkrankungen der Eltern etc waren/sind. Die heute erwachsenen Kindern sind fast alle inzwischen selbst psychich krank dadurch.

Kommentar von HelpiH ,

Ja, gut.. das klingt vllt. leicht für dich als außenstehende Person zu sagen, das Jugendamt einzuschalten. Aber es ist meine Familie. Ich kann sie nicht "in die Pfanne hauen"

Kommentar von Caila ,

Dann beschwer dich nicht.  Entweder du bist dir selbst was wert oder nicht. 

Ja klingt hart aber ist eben so.  Meine Erfahrung.  

Hat im übrigen nichts mit "In die Pfanne hauen"  zu tun. Es geht um deine Gesundheit, außerdem kann es,  so wie es klingt, nicht schaden wenn deine Familie hilfe bekommt.

Tu was oder lass es. Du wolltest Antworten/Rat ich hab dir welchen gegeben. Was du daraus machst ist dann deine Sache.

Antwort
von 2AlexH2, 66

Ich mag keine Psychologen, aber in diesem Fall kann ich nur sagen: Mach es besser als Deine Familie. Ich fürchte da steckt viel Labilität in deiner Familie.

Selbst wenn du selber gesund bist, ist das seeeehr viel Belastung für einen jungen Menschen, zu viele schlechte Vorbilder, ev. kein Vorbild wie mans richtig macht. Alleine das richtig zu Verarbeiten macht es Sinn, das mit einem Profi zu besprechen, der das durchschaut.

Kommentar von HelpiH ,

Naja.. wie soll ich einen Psychologen denn bezahlen? Ich will nicht, dass meine Eltern was davon mitkriegen, also kann ich nicht meine Krankenversicherung zur Hilfe nehmen. 

Danke für die Antwort :)

Kommentar von 2AlexH2 ,

In diesem Fall solltest du zum Hausarzt und dich von ihm zu einem Psychologen überweisen lassen. Dann zahlt die Krankenkasse.

Es gibt auch Seelsorger usw  sie können dich beraten auch wie du Hilfe bekommst die Situtation zu bewältigen.

Kommentar von HelpiH ,

Ja, aber wenn die Krankenkasse zahlt, bekommen ja meine Eltern was davon mit 

Kommentar von 2AlexH2 ,

Wegen deiner Eltern und co. Ich denke so ist es halt und sogar gut. Den es muss etwas geschehen. Es schadet nicht wenn deiner Familie ein Schubs gegeben wird, damit sie aus dem Kreislauf raus kommt.

Kommentar von MarkusGenervt ,

Ich fürchte da steckt viel Labilität in deiner Familie.

Nein, das hier hat nicht mal ansatzweise mit "Labilität" zu tun!

Dies sind echte psychiatrische Erkrankungen und "sich einfach mal zusammen reißen" – denn das wäre die Konsequenz zu echter Labilität – ist hierbei alles Andere als angebracht.

Auch wenn die meisten Menschen ihre Probleme einfach mit "zusammenreißen" bewältigen können, so gibt es Situationen und Krankheiten, in denen das einfach nicht drin ist. Das ist ungefähr das Gleiche, als ob man einem Querschnittgelähmten sagt, "Reiß dich mal zusammen und steh endlich auf!"

Klingt aus dieser Perspektive doch schon eher falsch bis peinlich, oder?

Kommentar von 2AlexH2 ,

Also ich habs eigentlich als psychisch instabil verwendet und nicht so deutlich werden wollen. Bin also absolut deiner Meinung. Ist gut hast dus auch für andere klar gestellt.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community