Frage von LilliD98, 131

Ist meine Essstörung chronisch?

Hi

Ich bin 17Jahre alt und habe seit ca.drei jahren eine Essstörung und bin dazu schwer depressiv (vorab schon mal: Ich bin in Therapie und war auch schon in einer Klinik). Ich eine Mischform aus Magersucht und Bulimie, bin normalgewichtig. Zwischendurch war ich im Untergewicht, dann habe ich wieder zugenommen, aber die Essstörung trotzdem nicht "loslassen" können. Ich habe eigentlich schon den Willen, aufhören zu wollen und gesund zu werden. Trotzdem schaffe ich es nicht. Die Folgen sind mir bewusst, mir geht es gesundheitlich auch nicht optimal. Wenn ich so weitermache, werde ich früher oder später an den Folgen sterben, das weiß ich. Leider kommen bei mir in letzter Zeit Suizidgedanken hinzu, daher schockiert mich diese Folge nicht wirklich... Trotzdem wollte ich fragen, ob mir vielleicht jemand sagen kann, woran es liegt, dass ich es nicht schaffe? Ist mein Wille nicht stark genug? Wie kann ich meinen Willen, aufhören zu wollen, stärken? Oder habe ich nur eine geringe Chance, die Essstörung hinter mir zu lassen? Ist meine Essstörung chronisch?

Vielen Dank für die Antworten:) LG Lilli

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Arawn, 91

Also ich denke, der Wille aufzuhören ist schonmal der erste Schritt. So etwas geht nicht einfach von heute auf morgen weg. Es ist etwas, was Zeit braucht, aber ich denke, wenn du regelmäßig Therapien besuchst und medikamentös (wegen der Depression) gut eingestellt bist, hast du gute Chancen :)
Hast du deinem Arzt schon von deinen Suizidgedanken erzählt? Gerade Psychopharmaka können solche auch als Nebenwirkung haben. Vielleicht wäre dann eine Umstellung gut? Das würde dann vielleicht auch bei den Essstörungen helfen.

Hast du es auch mal mit Kunst oder Musik (z.B. Chor oder Zeichenzirkel) probiert? Oder Sport? Solche Hobbies können einen von solchen Dingen ablenken und die Lebensfreude stärken :) Manchen helfen auch Selbsthilfegruppen.

Ich wünsche dir alles Gute!

Kommentar von LilliD98 ,

Danke! ich bekomme erst in ein paar Wochen Medikamente (Antidepressiva). Der Arzttermin steht schon fest. Also kommen die Suizidgedanken nicht von Medis...

Antwort
von Thaliasp, 74

Hi LilliD98, fühlst du dich in der Therapie nicht wohl? Solche Fragen sollten in der Therapie gestellt werden können.
Ich habe gelesen dass es Konflikte gibt. Versuche doch die Konfliktsituation zu bereinigen.
Eine solche therapeutische Zweierbeziehung kann auch eine Schule für dein weiteres Leben sein. Konfliktsituationen gibt es immer im Leben.
Auch du kannst die Essstörung besiegen wenn dein Wille stark genug ist. Alles Gute für dich.

Kommentar von LilliD98 ,

dankeschön

Antwort
von moopel, 43

Hallo, ich kenne dein Problem zu gut. Bin selbst in Therapie wegen Magersucht und war auch schon 3x in einer Klinik. Das seit 6 Jahren

Es heißt nicht umsonst: Eine Essstörung hat man ein Leben lang. Und es ist wirklich so. Man wird tatsächlich ein Leben lang damit konfrontiert. Manche Ärzte sprechen nicht von Heilung, sondern von Genesung...

Einmal macht der Wille viel aus. Mir fehlt er im Moment auch, deshalb bin ich auch noch nicht in einer Therapie. War zwar schon angemeldet, habe aber einen Rückzieher gemacht. Das spielt sich halt alles im Kopf ab. Du musst es auch wollen.

Was manchmal auch eine Rolle spielt, ist das Umfeld. Manchmal hilft auch ein Jobwechsel, Schulwechsel, Umzug.... Das kann Wunder bewirken. Vielleicht liegt es auch am Therapeuten, wenn es da zwischen nicht passt, wird es schwer gesund zu werden. Vielleicht solltest du da mal an ein Wechsel denken?

Kommentar von LilliD98 ,

Vielen Dank:) Momentan würde ich nur zu gerne meine Therapeutin wechseln....ich weiß nicht, ob es überhaupt daran liegt, dass ich aus dem Loch kein Stück rauskomme... Aber ich fühle mich kein bisschen verstanden im Moment. Zu Beginn der Therapie war das ganz anders, ich bin schon ein Jahr bei ihr. Aber in meiner Umgebung sind alle Kinder-und Jugendtherapeuten mehr als belegt...Vielleicht wende ich mich, wenn ich 18 bin, mal an einen "normalen" Therapeuten. Ich habe manchmal das Gefühl, dass meine Therapeutin wirklich nur für kleine Kinder gut geeeignet ist... Naja, momentan fehlt mir aber auch wirklich die Motivation, der Wille und die Kraft. Also es liegt auch an mir, mir fehlt auch der Wille weiterzumachen, auch wenn ich meine Essstörung im Vergleich zu anderen noch gar nicht so lange habe. Bei mir sammeln sich irgendwie unendlich viele psychische Störungen... Ich wünsche dir auch alles alles Gute und irgendwann den Mut und die Stärke dir Hilfe zu suchen, ich verstehe die Angst unf Blockade davor...♡

Antwort
von Mondschein000, 48

Hey :)

Ich kann gut verstehen, dasss du befürchtest, deine Krankheit könnte chronisch ein oder werden.. Grade im Jugenalter, also noch sehr jungem Alter, können einem drei Jahre wie Ewigkeiten vorkommen - ich spreche aus Erfahrung!

Allerdings: Dadurch dass du noch sehr jung bist, ist deine Chance auf Heilung sehr hoch!! Womit ich nicht sagen will, dass später im höheren Alter keine Chance mehr auf Heilung besteht!

3 Jahre Essstörung sind eine Qual, ich weiß.. Aber ich kenne Leute, die nach 5 oder sogar 10 Jahren noch gesund geworden sind..

Vielleicht brauchst du einfach nur den richtigen "Anstupser".. Überleg dir doch mal, noch eine zweite Klinik anzugucken.. Bei vielen Menschen mit Essstörungen führt erst der zweite Klinkaufenthalt dazu, dass sie die Essstörung loswerden können...

Auf jeden Fall solltest du mit Leuten in deinem Umfeld darüber sprechen und dir eventuell einen anderen Therapeuten suchen, falls die ambulante Therapie im Moment nicht besonders effektiv ist, was sie ja nicht zu sein scheint..

Ich drücke dir auf jeden Fall ganz fest die Daumen und wüsche dir alles Liebe und viel Gesundheit für deine Zukunft!

Kommentar von LilliD98 ,

dankeschön:)

Antwort
von marc2108, 64

Mich erstaunt dass du diese Fragen hier stellst und nicht in der Therapie. Auch erstaunt mich, dass du solche Frage hast wenn du in Therapie bist. Da würde ich mich einmal nach einer neuen Therapeutin umschauen (oder Therapeut).

Wieso du es nicht schaffst? Das kann ganz viele Gründe haben. Wichtig ist aber, dass du erkennst, dass eine Essstörung behandelbar ist. Mach kleine Schritte, setze dir errechbare Ziele und steigere dich dann mit jedem kleinen Erfolg. Schritt für Schritt. Erwarte nicht "Heilung in drei Tagen".

Verzeih dir Fehler bei deinem Weg zur Besserung, aber sei auch hart zu dir selber.

Kommentar von LilliD98 ,

Danke, ich komme in letzter Zeit mit meiner Therapeutin nicht klar....andere Therapeuten haben keinen Therapieplatz mehr frei..

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