Frage von EinPicoSohn, 128

Ist mein stottern doch eher psychisch?

Hallo liebe Leute! Ich (16) stottere eigentlich jetzt schon mein Leben lang. Aber nur in bestimmten Situationen. ZB in der Familie (am meisten bei Mama) da ich sehr vieles durchgezogen hab wegen meiner Familie und ich eine besondere Verbindung zu meiner Mutter hab (habe verlustängste). Wenn ich wütend bin oder in einer sehr depressiven Phase bin stottere ich. Wenn ich meine Periode hab verstärkt sich mein stottern auch ich weiß nicht warum xd aber ansonsten eigentlich nie! Wenn ich mit Freunden bin stottere ich kaum, ich selber merke das wenn das stottern ein bisschen kommt aber die merken das nicht! Wenn ich mit fremden spreche oder zB sogar in der Schule ein Buch vorlese stottere ich auch nicht! Wirklich NUR dann wenn ich über meine Probleme spreche, wenn ich Gefühle wie Trauer, Angst und Wut spüre. Also ist es bei mir eigentlich nicht chronisch, mal kommt es mal geht es wieder weg. Als ich so 12 war ging das eigentlich ganz weg aber durch die schlimmen Dinge die passiert sind blieb das für ne Weile. Jetzt kommt und geht das wieder weg .... Ich war schon in zig Logopädien aber das alles hat mir nichts gebracht. Bisher war ich aber noch nicht bei einem Psychologen ... was meint ihr wenn meine Psyche wieder normal wäre und ich mehr Selbstwertgefühl hätte und mich mehr trauen würde, meine Ängste bekämpfen würde, wär das dann weg? Möchte endlich diese Freiheit spüren beim sprechen.... (Wenn man stottert, fühlt man sich immer so unter Druck gesetzt)

Antwort
von DerTroll, 89

Es ist in der Tat nicht unwahrscheinlich, daß es psychiche Ursachen gibt. Versuch das einfach mal, wenn du in so eine Situation kommst, in der du zu stottern anfängst, wenn du da einfach ganz besonders langsam redest. Wichtig ist einfach, daß du es schaffst, klar in Worte zu fassen, was du sagen willst, egal, wie lange das dauert. Irgendwann gelingt es dir dann auch ohne zu stottern und mit der Zeit wird dein Sprechen dann auch wieder schneller, so daß du auch in solchen Situationen normal sprichst. Probier das einfach mal, bevor du dich an einem Psychologen wendest.

Kommentar von EinPicoSohn ,

Ja das mach ich ja. Früher hab ich immer mein Mund gehalten und nie gesprochen weil ich mich geschämt hab. Und in der Zeit war mein stottern am schlimmsten. Als ich dann wieder anfing mehr zu sprechen, fiel mir das am Anfang schwer mit Freunden undso da ich ja eben gestottert hab. Aber ich habe das alles bekämpft und drauf geschixsen was andere gedacht haben, jetzt fehlt halt nur noch das mit meinen Emotionen, dann wär das ganze eigentlich weg! 

Kommentar von DerTroll ,

Ja das kriegst du hin. Ich kann nicht sagen, wie lang es dauern wird, aber ich denke, das schaffst du. Wie gesagt, wenn du in eine Situation kommst, wo du merkst, daß du ins Stottern gerätst, fahr einen Gang runter und sprich sehr langsam, so wie Rudolf Scharping, wenn es sein muß oder noch langsamer, Wort für Wort. Und laß dich nicht rausbringen, wenn andere dich merken lassen, daß sie die Geduld verlieren.

Kommentar von EinPicoSohn ,

Ja das werde ich machen danke für den Tipp! Habe selber schon in den letzen Jahren meine eigenen Techniken so entdeckt die es sogar in den besten Therapien in Deutschland gibt :D bin stolz auf mich 😊

Expertenantwort
von Andreas Starke, Experte für Stottern, 35

> Ich (16) stottere eigentlich jetzt schon mein Leben lang. Aber nur in bestimmten Situationen.

Dass Du nur in bestimmten Situationen stotterst, ist schon sehr ungewöhnlich. Dass Du in verschiedenen Situationen verschieden stark stotterst und oft auch gar nicht, ist sozusagen "normal", das geht den meisten Menschen, die stottern, so.

> Z.B. in der Familie (am meisten bei Mama), da ich sehr vieles durchgezogen hab wegen meiner Familie und ich eine besondere Verbindung zu meiner Mutter hab (habe Verlustängste). Wenn ich wütend bin oder in einer sehr depressiven Phase bin stottere ich. Wenn ich meine Periode hab verstärkt sich mein stottern auch ich weiß nicht warum xd aber ansonsten eigentlich nie! Wenn ich mit Freunden bin stottere ich kaum, ich selber merke das, wenn das Stottern ein bisschen kommt, aber die merken das nicht! Wenn ich mit Fremden spreche oder zB sogar in der Schule ein Buch vorlese, stottere ich auch nicht! Wirklich NUR dann, wenn ich über meine Probleme spreche, wenn ich Gefühle wie Trauer, Angst und Wut spüre.

Das Gesamtbild ist etwas unklar. Einerseits sagst Du, dass es nur bei negativen Gefühlen auftritt, andererseits sagst Du, dass es bei Freunden "kaum" (also doch etwas) auftritt, aber eben so, dass sie es nicht merken.

> Also ist es bei mir eigentlich nicht chronisch, ...

"Chronisch" heißt "dauernd" und "seit langer Zeit" (von grch. chronos - die Zeit), das Gegenteil wäre "akut".

> ... mal kommt es, mal geht es wieder weg. Als ich so 12 war, ging das eigentlich ganz weg, aber durch die schlimmen Dinge, die passiert sind, blieb das für ne Weile. Jetzt kommt und geht das wieder weg .... Ich war schon in zig Logopädien, aber das alles hat mir nichts gebracht.

Was ist "eine Logopädie", eine logopädische Praxis? Sicher ein/e Kollegin/e. Was hat die/der mit Dir gemacht?

> Bisher war ich aber noch nicht bei einem Psychologen ... was meint Ihr, wenn meine Psyche wieder normal wäre und ich mehr Selbstwertgefühl hätte und mich mehr trauen würde, meine Ängste bekämpfen würde, wär das dann weg?

Was meinst Du damit, dass "Deine Psyche wieder normal wäre"? Was ist denn an Deiner Psyche nicht normal? Wenig Selbstwertgefühl? Wenig Mut? Zu viele Ängste? Das könnte man sicher mit einer/m Psychologin/en bearbeiten. Aber, ob dann Dein Stottern weg wäre, weiß der Himmel. Möglich ist es, so dass es schon einen Versuch wert wäre.

> Möchte endlich diese Freiheit spüren beim sprechen.... (Wenn man stottert, fühlt man sich immer so unter Druck gesetzt.)

Ja, es ist wahr: Stotterer stottern weniger, wenn es ihnen gut geht, ganz allgemein gesprochen, und mehr, wenn es ihnen schlecht geht. Daraus kann man allerdings nicht schließen, dass es einem Stotterer, der gerade heftig stottert, besonders schlecht geht. So eng ist die Verbindung nicht.

Mein Rat: Mach eine Psychotherapie und tu alles dafür, dass es Dir gut geht und zwar auf Dauer (also kein Alkohol und keine Drogen). Wenn die/der Psychologin/e gut ist, wird er auch mit Dir daran arbeiten, dass Du Dich durch das Stottern nicht mehr so unter Druck setzen lässt. Es ist ein Teufelskreis ... Je mehr Druck durch Stottern, desto mehr Stottern und desto mehr Stottern, desto mehr Druck.

Antwort
von wobfighter, 40

Ich empfehle dir das mal bei  einem Therapeuten/Psychiater anzusprechen und gegen das stottern mal einen Logopäden zu konsultieren.

Einerseits werden die psychischen Probleme angesprochen und analysiert bzw später therapiert und ein Sprachtherapeut kann dir helfen das stottern zu verringern.

Antwort
von Powergirl2222, 31

Ja. Versuche es doch mal beim Psychologen. Bestimmt wird es dier gut tun.

Antwort
von Josch1003, 54

Genau.. Geh zum Hausarzt und lass dir dort helfen. Entweder ist es wirklich psychisch oder der Logopäde kann dir schnell helfen. Ist ja super, dass du dir Gedanken darum machst. Ich drück die Daumen!

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