Ist mein Ruf schlecht, wenn ich mich prostituiere?

... komplette Frage anzeigen

9 Antworten

Wenn Du Dich für einen Tätigkeit als Sexworkerin entscheidest, dann kann es natürlich irgendwann publik werden - vor allem, wenn Du im Internet mit irgendwelchen Bildern (womöglich auch noch inklusive Gesicht) auf Seiten von Agenturen oder Sexportalen in Erscheinung trittst. Früher oder später findet die dann ein Kommilitone/Kollege und schickt sie rund. Daher der erste Tipp: Keine Bilder einstellen, auf denen Du zu identifizieren bist. Denke dabei auch an auffällige Tattoos usw!

Ansonsten bekommst Du "wenn es rauskommt" ja kein Brandmal auf die Stirn und in der Zeitung wird auch kein Artikel erscheinen, in dem Du unfreiwillig "geoutet" wirst. Wenn Du also nicht berühmt genug bist, dass in sämtlichen Medien über Deinen Nebenjob berichtet wird - wie sollte ein zukünftiger Arbeitgeber davon erfahren? Prostitution ist legal - da gibt es auch keinen Eintrag ins polizeiliche Führungszeugnis! Ich kenne einige Frauen, die sich ihr Studium mit Sexarbeit finanzieren. Viele Frauen ziehen es allerdings vor nicht direkt am Heimatort tätig zu werden, da sie peinliche Begegnung mit Bekannten und Verwandten vermeiden möchten... .

Ansonsten hat sich auch die Sicht auf Pornodarstellerinnen und Sexworkerinnen in den letzten Jahren stark verändert und es ist auch für Frauen im Rampenlicht kein automatisches Karriereende mehr, wenn herauskommt, dass diese eine zeitlang im Erotikgeschäft war. Sibil Kekilli (Shae aus Game of Thrones) und selbst Sylvester Stallone haben ihre Karrieren mit Pornofilmen begonnen.

Wichtig ist allerdings das richtige Geschäftsmodell zu wählen: In der Welt des Paysex gibt es stark unterschiedliche Geschäftsmodelle in Bezug auf Öffentlichkeit, Service, Verdienstmöglichkeit, freie Zeiteinteilung, Klientel und so weiter.

Mach' auf jeden Fall einen Bogen um Laufhäuser ("Eros-Center"...) - und den Straßenstrich hast Du hoffentlich ohnehin nicht im Sinn! Viele denken ja zunächst mal an eine Karriere als Escort. Hierfür gibt es (Google hilft) zahlreiche Escort-Agenturen. Du solltest Dir aber im Klaren sein, dass Du beim Escort viel Zeit mit den Warten auf Deinen Einsatz verbringst und jeder Gast eine neue Überraschung ist.

Immer beliebter bei den Gästen und auch den Sexworkerinnen sind FKK- und Saunaclubs. Hier können sie aktiv auf die Männer zugehen und ihre Zeit selbst planen. Viele Girls arbeiten z.B. nur am Wochenende oder nur tagsüber, andere lieber abends/nachts usw. Die Frauen zahlen dabei ebenso wie die Männer einen Tageseintritt und bekommen dafür die Infrastruktur (Zimmer, Duschen...), Anonymität (nur der Club bekommt Deinen echten Namen auf dem Ausweis zu sehen), Sicherheit (durch das Personal) und natürlich jede Menge Gäste, die sie zu einem Stelldichein verführen können. Gäste, die beim Vorgespräch durch fehlende Manieren oder mangelnde Hygiene auffallen, können sie einfach ablehnen und wieder wegschicken - DAS ist beim Escort-Date nicht so einfach. Über die Gage braucht man nicht zu verhandeln, da sich die Damen untereinander auf Standardpreise verständigt haben (den sog. "Clubstandard").

Neben dem Eintritt (meist 50-100€) werden keine weiteren Kosten fällig - Essen und Trinken sind auch enthalten. Der Leistungsumfang, mit dem die Männer rechnen, ist ähnlich wie beim Escort. Pro halbe Stunde gibt es dann zwar "nur" 50€ - aber der wandert dann komplett in die Taschen der Sexworkerin und eine gute Dienstleisterin weiss ihren Gast auch für eine Stunde oder länger bzw. für das eine oder andere "Extra" zu begeistern...

Nominal ist die Gage beim Escort zwar höher - aber dafür auch der Zeitaufwand für An- und Abreise und die Hälfte der Kohle geht ja dann auch erstmal an die Agentur.

Eine fleißige Club-Dienstleisterin kann am Tag 500-1000 Euro verdienen - an schlecht besuchen Tagen kann es auch mal weniger sein, zu Spitzenzeiten mehr. Die verschiedenen Spielarten des Paysex sind sehr gut in dem Buch "Wir sehen uns im Puff!" (Amazon) zusammengefasst.

Übrigens: Sich auf Portalen wie kaufmich oder gesext anzubieten hat seine Tücken - denn wer garantiert Deine Sicherheit, wenn in der besuchten Wohnung nicht ein einsamer Freier, sondern gleich eine ganze Gruppe auf Dich wartet? Was wenn ein Kunde sich mehr nimmt, als Du geben möchtest? Dabei kann ein Fahrer oder jemand, der einen Kontrollanruf macht ob alles OK ist, nützlich sein.

Wenn Du wirklich als Sexworkerin arbeiten möchtest, dann mach Dir selbst ein Bild (einen Club kannst Du Dir mal unverbindlich zeigen lassen) und lass Dir von niemandem einreden Du bräuchtest einen "Manager" oder "Beschützer" - sonst wird das nix mit dem Geldverdienen...

Seid nett aufeinander!

R. Fahren

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Naja, selbst wenn es rauskommt, also es mal jemand mitbekommt, dann heisst das ja noch nicht, dass es jeder weiss. Problematisch wird es nur, wenn du irgendwann Positionen hast, wo du in der Öffentlichkeit stehst oder in einer herausgehobenen Stellung arbeitest und jemand hat noch ein paar Fotos von dir. Erinnere dich mal an Sibel Kekil und "Gegen die Wand".

Ansonsten hat ja auch wahrscheinlich kein Freier ein Interesse daran zu berichten, wie es mit dir im Bett war.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Ich finde nichts schlechtes dabei, ist doch jeder ihre eigene Sache. Außerdem: "Ist der Ruf erst ruiniert, lebt man gänzlich ungeniert!" Also lebe!

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Wenn der Chef deines zukünftigen Arbeitplatzes darauf steht, hast du sicher gute Karten. Ansonsten sollte man es lassen. Es gibt andere Möglichkeiten Geld heranzuschaffen lol (falls das eine ernste Frage war)

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von Dianaartem
04.06.2016, 01:30

Wieso soll das eine Scherzfrage gewesen sein.

Und was gibt es da für tolle Möglichkeiten, wo man auch so viel Geld kriegt?

0
Kommentar von CCHHA
04.06.2016, 01:35

Ich würde dir ehrlich gesagt davon abraten deinen Körper für Geld zu verkaufen, denn es geht nicht um den Ruf sondern was du selber von dir hälst. Klar kann es dir in der Arbeitswelt Steine in den Weg werfen, aber was viel schlimmer ist, willst du dich irgendwann zurück erinnern und denken mein Körper war mir nie viel wert, doch das Geld umso mehr. Wenn es um Geld geht, gibt es etliche Geschäfte in denen man aushelfen kann

0
Kommentar von CCHHA
04.06.2016, 01:42

dann verkauf mal schön

0

Entschuldige meine direkte Aussage, aber dann wäre es verdient.

Der eigene Körper sollte als etwas Besonderes und Heiliges betrachtet werden. Genauso wie die Intimität. Stichwort Liebe..

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von Wurzelstock
04.06.2016, 02:04

Liebe gibt es auch im Bordell. Ich nehme an, dass Du dort noch nicht warst.

Warst Du schon einmal in einem Tempel?

Übrigens: 'Heilig' kommt von 'heilen'.

0

Und ich dachte immer die Studiumschlampengeschichten von Pornhub wären alle erfunden *_*

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von Wurzelstock
04.06.2016, 02:27

Mysterion, das Studentenwesen und das Rotlichtmilieu gehören zusammen, seit es Universitäten gibt. Selbst im prüden 19. Jahrhundert, in dem das bürgerliche Christentum sich auf die Wurzeln der Frömmigkeit zu besinnen versuchte, war es eine recht lebendige Allianz. (Man erfand deshalb den Begriff von der "Doppelten Moral".)

Es ist logisch, dass nach der breiten Öffnung der Universitäten für die "Blaustrümpfe"  die angehenden Akademikerinnen sich nicht in die Ecke der geschlechtslosen Wesen verweisen ließen, oder gar die Rolle eines züchtigen Fräulein Biedermeier übernahmen. Sie führten die weibliche Version des Vaganten weiter.

0
Kommentar von Mysterion1
05.06.2016, 15:48

Sehr interessant

0

Ich denke wenn das raus kommt wird dich keine seriöse firma mehr haben wollen. Geh doch jobben in nem club, tankstelle, kellnern, hotel, babysitting, putzen.. Man muss sich nicht zwingend verkaufen für ein paar groschen.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von Wurzelstock
04.06.2016, 01:41

Man kann aber. Zum Körperhandel siehe oben.

0
Kommentar von Miumi
04.06.2016, 10:55

is mir sch ei ss egal! ne frau hat ihren Körper einfach nicht zu verkaufen. das ist unter der würde und wer das anders sieht ist für mich eine arme Kreatur.

0

Ist der Ruf erst ruiniert.. evtl. ist der neue Boss ja ein alter Freier? Der ruft Dich sicher öfters zum Diktat..

Du musst tun, was Du tun musst. Man kann aber auch an ner Tanke jobben. Aber das ist nicht Deine Welt. Du studierst BWL?

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von Dianaartem
04.06.2016, 01:32

In der Tanke kriegt man nicht viel Geld.

Ausserdem ist es doch keine Rechtfertigung für den chef, das dann später so auszunutzen, das darf er gar nicht.

0
Kommentar von Wurzelstock
04.06.2016, 01:58

Nein Bert: Sie kann tun, was sie tun will.

Apropos: Woher kennst Du "ihre" Welt?

0

Ich würde es möglichst geheim halten. Bei einer Bewerbung
besteht auch keine Notwendigkeit, sowas anzugeben, sofern dabei nicht
etwas passiert ist, das dann im polizeilichen Führungszeugnis steht.

Die Prostitution nimmt zwar in der Kultur einen breiten Raum ein,
wird auch in den Künsten eher romantisch als ablehnend behandelt, ist
aber geächtet. Wie Du schon an der liebevollen Moralpredigt von
Matschpfirsisch erkennen kannst -)

Ob es Berufe gibt, in denen eine zeitweilige Prostitution ein
vorgeschriebener Hinderungsgrund ist, weiß ich nicht. Aber die
Schwierigkeiten, in die Du geraten kannst, kann man auch nicht
andeutungsweise aufzählen. Vielleicht führen es die User hier vor :-)

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Was möchtest Du wissen?