Frage von labyrinthworld, 120

Ist mein Leben so in Ordnung/ Allein, keinen sozialen Kontakt (wollen)?

Ich weiss nicht ob jemand wie ich ist. Ich bin eher der Mensch, der nicht gern im Mittelpunkt steht, gehe nie in Bars/Clubs, bin ruhig und auch schüchtern, besonders beim ersten Gespräch/Treffen mit jemand fremden. Ich mag es nicht, unter Leute zu sein. Mein Motto lautet: wo viele Leute sind, sind auch viele dumme Menschen dort. Ich kenne nur Leute aus meiner Schulklasse, die ich nach der Schulzeit sowieso nicht wiedersehe. Habe nur eine einzige (Best-)Freundin, mit der ich ausserhalb der Schule etwas abmache, sehe sie auch immer weniger seit sie einen Freund hat. Ich verbringe meine Freizeit auch nur zuhause, schlafe aus, ein bisschen Fernsehen , Internet surfen und lesen, gehe sehr selten raus (spazieren oder so) und fühle mich auch wohl so. Ich bin nur offen gegenüber jemanden, der mich richtig versteht und nicht nur „kurzfristig“ bei mir ist. Einen Freund habe ich nie, obwohl ich fast in der Mitte 20 bin. Ich kann auch einen haben, will aber nicht. Irgendwie hab ich das Gefühl, allergisch gegen Menschen zu sein, da die meisten mir sehr oberflächlich, falsch, dumm, egoistisch und hinterhältig vorkommen. (eigene Erfahrung aus der Schulzeit + von der Umgebung) Zurzeit muss ich einen Job suchen, mich neu orientieren und bin recht nachdenklich und verwirrt. So wie ich bin ist doch nicht einfach eine passende Arbeit zu finden und eingestellt zu werden (Schüchternheit, mangelnde Selbstwertgefühl). Man wird nur akzeptiert und beliebt wenn man sich verstellt, sich anpasst, sich bei Leuten einschleimen oder motiviert/kontaktfreudig sein etc… das bin ich leider nicht. Einerseits bin ich recht zufrieden mit meinem jetzigen Leben und Tagesablauf, andererseits finde ich, dass gewisse etwas fehlt, keine Ahnung was. Ich würde auch sagen, dass ich ein Suchender bin, der leicht Orientierung verliert. Ich weiss nicht ob ich mich ändern soll, es ist doch nicht so einfach raus aus dem Alltag. Es steht mir ausserdem nicht viel Zeit/Geld zur Verfügung für etwas Neues zu probieren. Und wenn schon brauche ich sicher einen Kick , der mir zum Bewegen zwingt. Aber ja, gesagt ist leichter getan. Denkt ihr, ist mein Leben so in Ordnung? Oder ist das ein Versagen? Soll ich mich anpassen/ändern? Falls ja dann weiss ich auch dass es jetzt nicht der richtige Zeitpunkt ist. Ich habe sogar den Gedanken an den Tod-Selbstmord und denke, falls es möglich wäre, würde ich sofort mein restliches Leben an Leute verschenken, die keine Chance haben zu leben. Was ist der Sinn und die Aufgabe MEINES Lebens eigentlich? Mir fehlt wirklich jemanden, der mir sagt, was ich richtig oder falsch gemacht habe und ob alles so ok ist…. Ich bin nicht depressiv oderkrank (im Moment wirklich nicht), bitte schick mich nicht zum Psychotherapeut. Danke

Antwort
von pingu72, 47

Man wird nur akzeptiert und beliebt wenn man sich verstellt, sich anpasst, sich bei Leuten einschleimen oder motiviert/kontaktfreudig sein etc… 

Also das vergiss bitte ganz schnell, das ist totaler Blödsinn! Jeder Mensch ist anders und das ist gut so! Und du solltest immer du selbst bleiben, dann findest du auch Freunde die zu dir passen, alle anderen brauchst du nicht!

Ich bin auch mehr die Einzelgängerin, allerdings aus anderen Gründen. Ich finde das völlig ok und das hat nichts mit Versagen zu tun! Jeder soll Leben wie er es will. WAS dir in deinem Leben fehlt kann ich dir nicht sagen, das wirst du wissen wenn du es gefunden hast...

Was die Jobsuche angeht wirst du was passendes finden. Überlege dir was du kannst und was dir liegt. Mache dir keine Gedanken darüber was andere denken. Im Job zählt in erster Linie deine Leistung, außerdem willst du Geld verdienen und gehst nicht arbeiten um Freunde zu finden, was allerdings passieren kann und ein toller Nebeneffekt wäre. Außerdem kann dir Arbeit sehr helfen dein Selbstbewusstsein zu stärken! 

Ich verstehe nicht warum alle immer nach dem "Sinn" des Lebens fragen.... Stell dir vor du wüßtest was deine Aufgabe ist und hast diese erfüllt, wäre das Leben danach sinnlos? Du fragst doch zB auch nicht worin der Sinn ist dass wir Hunger haben und Essen müssen. Das Leben ist ein Geschenk, nehme es dankbar an und genieße es, ohne zu hinterfragen! Vielleicht findest du deinen "Sinn" oder deine Antriebsfeder noch....

Antwort
von AbbathFangirl, 55

Ich finde deine Einstellung, Menschen erstmal nicht nah an dich ranzulassen und genau zu überlegen, ob der Mensch als Freund zu dir passt, eigentlich schon toll und würde mich auch eher so beschreiben.

Eigentlich müsste es ja so sein, dass sich die Freunde von zwei Menschen, die sich gut verstehen, auch gut verstehen müssten.

Fass' dir doch mal ein Herz und frag deine beste Freundin, ob sie dich nicht mal mitnehmen mag, wenn sie was mit ihren Freunden unternimmt. Wenn sie deine beste Freundin ist, müsstest du dich ja eigentlich auch ganz gut mit ihren Leuten verstehen. Du musst ja auch nicht sofort eine Freundschaft etablieren (wie einem das eben wahnsinnig oberflächliche und extrovertierte Menschen suggerieren).

Aber dann triffst du die Leute einmal, dann nochmal und nochmal und hast immer wieder nette Gespräche mit denen und daraus kann dann auch wiederum eine neue Freundschaft entstehen.

Bezüglich deiner Berufswahl: Wenn du eher schüchtern bist, such dir vielleicht einen Beruf aus, in dem du nicht zu sehr dem Kundenkontakt ausgesetzt bist. Mit deinen Kollegen wirst du auf jeden Fall klar kommen müssen. Es ist idR aber auch so, dass deine Kollegen auch nett zu dir sein werden.

Antwort
von TheDave21, 31

Hallo Labyrinthworld :D

Es gibt viele Meschen die gleich wie du sind. Ich war früher auch immer sehr zurückhaltend und schüchtern. Ich hatte auch immer das Gefühl, dass viele Menschen / viele Freunde im Leben meistens nur Probleme bereiten. Mir wurde während meiner Ausbildung ebenfalls immer ans Herz gelegt mich mehr ins Team zu integrieren.

Jedoch habe ich mich in den letzten Jahren verändert, ich habe einige gute neue Freunde gefunden und freue mich sogar mittlerweile wenn ich neue Leute kennen lerne.

Vielleicht solltest du einfach mal das Ganze mit den "kurzfristigen" Bekanntschaften aus einem neuen Licht sehen und jedem Menschen eine Chance geben ein guter Freund zu werden. Ich weiss das klingt jetzt etwas blöd, aber es hilft wirklich. Du musst ja nicht direkt mit jedem eine tiefsinnige Unterhaltung führen, aber ich denke dass du in deinem Alltag genug Leute hast die sich vielleicht gerne Mal mit dir etwas länger Unterhalten würden.

Und die Frage mit dem "Was ist die Aufgabe meines Lebens". Das kann dir keiner ausser dir selbst beantworten. Ich würde fast schon behaupten, wenn ich jetzt philosophisch werde, dass wenn du die Antwort auf diese Frage weisst du den Schlüssel zu deinem Glück in der Hand hast.

Ich hoffe ich konnte dir weiterhelfen und entschuldige bitte den etwas wirr geschriebenen Text, aber ich habe gerade eine zehn Stunden Schicht voller Stress hinter mir. :D

Antwort
von forrestkid, 40

Ich glaube, Du steckst gerade in einer Sinn-Krise, wie viele Teenager.

Trotzdem muss man Deine Problematik und Sorgen ernst nehmen. Du musst Dich schon etwas 'in die Gesellschaft einbringen', wenn da was zurückkommen soll.

Was du als 'einschleimen, verstellen und anpassen bezeichnet, ist lediglich Empathie (mit Ausnahmen). Die hilft einem durch das Leben und durch das Miteinander mit anderen Menschen.

Wenn du zurzeit all das als Last empfindest, musst Du Dir halt eine Auszeit nehmen. Aber längerfristig wirst auch Du nicht drumherum kommen, gewisse 'Regeln' in der Kommunikation zu akzeptieren.

Kommentar von konstanze85 ,

Teenager mit 25?

Kommentar von forrestkid ,

Naja, weit weg bist Du nicht davon. Ich hatte auch Anfang 20 solche Gedanken und war nicht wirklich eine Bereicherung der Gesellschaft, bis ich einen Auslandsjob annahm und mit den Gegebenheiten allein zu recht kommen musste. Danach schien mir in Deutschland alles so einfach..

Antwort
von konstanze85, 21

Doch Du bist depressiv, denn Du willst Dir das Leben nehmen und denkst, Du bist ein Verlierer.

Erst dachte ich, Du bist ein gewöhnlicher Misanthrop, aber dann kam immer mehr hinzu, dass Du unter Einsamkeit leidest, mangelndes Selbstbewusstsein (aber hältst andere für dumm) usw.

Ein paar unverbindliche Gespräche mit einem Therapeuten können nicht schaden. Bei Dir kommt ja doch Einiges zusammen. Und weiter im Kreis drehen, bis Du 30 bist willst, Du Dich sicher nicht.

Antwort
von LoparkaLisa, 33

Der Sinn ist, "etwas" aus deinem Leben zu machen. "Etwas" , ist bei jedem verschieden . "Etwas" ist, was dir am Ende des Tages das Gefühl gibt, etwas schönes/sinnvolles/bereicherndes/ gemacht zu haben . "Etwas" sollte in deinem Leben Platz finden ,damit du es nicht einfach nur geschehen lässt. "Etwas" ist etwas . Frag nicht was . Der eine meditiert in einer Höhle, der andere begeistert mit Musik die ganze Welt.Beide können "Erfüllung" verspüren.  Auf jeden Fall hast du keinen Stress, und dir nichts vorzuwerfen . Denn , alles was war , ist . Alles was nun ist , ist . Die Frage ist nur, kannst du nicht "etwas" mehr aus deinem Leben herausholen ? Es gibt keine Messlatte, außer ein Gefühl welches stets weiß - Alles ist okay, ich bin okay

Antwort
von Jiggy187, 40

ich kann dich total nachvollziehen, weil ich selber ähnlich bin und kann dir nur sagen: es ist völlig okay wie du bist! du kannst dich nicht verändern, du bist wie du bist, ein nachdenklicher mensch, der selten bis gar keinen bock auf andere hat. ab und an muss man funktionieren im alltag, aber dann tut man das halt kurz und kann dem ganzen wieder entfliehen und für sich sein. du bist nicht allein damit :-)

Antwort
von Ostsee1982, 20

Wenn es für dich ok ist wozu braucht es dann eine ellenlange Fragestellung? Du wirst schon wissen wie du dir dein Leben einrichtest.

Antwort
von Maxipiwi, 48

Du bist wahrscheinlich eher introvertiert. Und da bist du nicht alleine mit. 

Da es aber nicht die Norm ist, wirst du es schwer haben, akzeptiert zu werden. 

Um einen Job zu finden wirst du dich etwas anpassen müssen. Das heißt aber nicht, dass du dich umkrempeln sollst. Du bist, wie du bist. 

Mir sind Menschenmassen auch ein Gräuel. 

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