Ist mein Arbeitgeber verpflichtet mir meine im Vertrag angegebenen Stunden auszuzahlen?

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5 Antworten

Wenn du einen festen Vertrag mit ner festen Wochenstundenzahl hast, ist er verpflichtet dich diese Stundezahl zu beschäftigen. Und wenn du nur da stehst und das Besteck zählst.

Kann er dich nicht beschäftigen muß er Kurzarbeit anordnen. Wenn die Anforderungen dafür gegeben sind stehen dir nämlich Ausgleichsleistungen, z,b, Kurzarbeitergeld vom Arbeitsamt zu.

Er kann aber  nicht einfach sein unternehmerisches Risiko auf dich Abwälzen.  

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Hast Du Deinen AG mal auf die 30 Wochenstunden angesprochen? Wenn nicht, sag ihm, dass Du bereit bist diese zu arbeiten.

Sollte Dein AG nicht genug Arbeit haben und Dir weniger Stunden zuweisen, befindet er sich nach § 615 BGB in Annahmeverzug. Er muss Dir dann die 30 Stunden bezahlen auch wenn Du weniger gearbeitet hast.

Minusstunden dürfen dadurch nicht entstehen und es muss auch nicht nachgearbeitet werden. Es ist das Betriebsrisiko des AG und nicht des AN. Er kann das nicht auf Dich abwälzen. Du hast also ein Recht auf die vereinbarte Bezahlung.

Du wirst allerdings früher oder später wahrscheinlich ein Problem bekommen, wenn Du den AG evtl. verklagst und wenn Du noch keine 6 Monate dort arbeitest oder es sich um einen Kleinbetrieb mit nicht mehr als 10 ständigen Vollzeitkräften handelt (Teilzeit und Minijob werden entsprechend aufgerechnet). Da greift i.d.R. das Kündigungsschutzgesetz nicht.

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eindeutig ja. anderenfalls kannst du ihn rechtlich ansuchen lassen vor gericht.

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Wenn Du einen Arbeitsvertrag über 30 Stunden hast und nicht ausdrücklich etwas ausgemacht ist, dass bei weniger Stunden weniger bezahlt wird, muss der Arbeitgeber sehen, wie er Dich 30 Stunden beschäftigt. Mit einer Änderung der Zahl der Arbeitsstunden müsstest Du einverstanden sein.

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Ich kenn mich zwar nicht so gut aus, aber mal andersrum gefragt: Was würdest du sagen wenn du Überstunden machst und der Chef sich auf die 30 Stunden beruft?

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Kommentar von Familiengerd
09.03.2016, 13:00

Das ist rhetorischer Unsinn!

Es wurde ein Vertrag über 30 Stunden geschlossen, an den sich auch der Arbeitgeber zu halten hat.

Das schließt aus, das er für weniger Stunden Arbeit zuweisen und bezahlen darf; das schließt aber nicht aus, dass in dringende Fällen auch mehr gearbeitet werden kann - und dann selbstverständlich auch zu bezahlen ist!

Im Übrigen gibt es dafür auch gesetzliche Regelungen Bürgerliches Gesetzbuch BGB § 612 "Vergütung" und § 615 "Vergütung bei Annahmeverzug und bei Betriebsrisiko").

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