Ist Marienkult schlimm?

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10 Antworten

Hei, Silberquark, die Marienverehrung fand - wen ich nicht irre - im 12. / 13. Jahrhundert Eingang in die kath. Kirche. Maria verkörpert die Mitwirkung der Frau ( = der Mutter) an der Heilswerdung des Menschen, des Menschengottes. Im 19. Jahrhundert wurde die leibliche Aufnahme Mariens in den Himmel zum Dogma = Bestandteil der kath. Lehre. Das zeigt, dass die Marienverehrung in der kath. Kirche einen sehr hohen Rang genießt, die vor allem in der Volkskirche tief verankert ist. Nach dem "Vaterunser", dem Gebet, das Jesus selbst gelehrt hat, folgt bei den Katholiken meist sofort das "Grüßtet seiest du, Maria". Und so. Grüße!

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Kommentar von zehnvorzwei
19.06.2016, 14:09

Sternchens Dan!

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Meine Haltung, obwohl ich von der Kirchenzugehörigkeit katholisch bin, ist die von @joergbauer.

Die Marienverehrung hat zuweilen alle hinnehmbaren Grenzen überschritten. Deshalb singe ich manches Lied in unserer Kirche nicht mit, z.B. "Gut, Blut und Leben / will ich dir geben, / alles, was immer ich hab, was ich bin / geb ich mit Freuden Maria dir hin."

Maria ist zuweilen in die Position einer Göttin gebracht worden, sozusagen als Ersatz für den prähistorischen Kult der Allmutter. Das ist auch eine (evtl. unbewusste) Reaktion auf die falsche Vorstellung, dass Gott ein Mann sei.

Gott ist uns wie Vater UND Mutter. Punkt. Nur das ist christlich.

In den Mariendogmen hat sich die katholische Kirche völlig verirrt, weshalb sich (wenn ich mich da richtig erinnere) auch die Altkatholiken abgespalten haben.

Trotzdem ein kleines Korrektiv: Man verehrt ja auch Vater und Mutter (hoffentlich) und andere einem nahestehende oder vorbildliche Personen. Speziell die Ahnenverehrung war und ist teilweise heute noch quer durch die Zeiten und Kulturen verbreitet. Sie gilt sogar als ein Ursprung aller Religion.

Eine heutige Verehrung als Hochachtung, als dankbar und respektvoll in Erinnerung halten, ist etwas ganz anderes als eine Anbetung, die allein Gott gebührt. Ich habe dadurch auch einen Zugang zu einer Heiligen-, speziell einer Marienverehrung, solange diese ebenfalls nicht als Anbetung verstanden wird, sondern als Kontaktaufnahme mit dem unsterblichen Geist jener Personen. Von diesen kann man sogar Hilfe erbitten, und in unzähligen verbürgten Fällen (man schaue sich die Votivtafeln in Kapellen an) hat das funktioniert und funktioniert auch noch heute. Bilder und Skulpturen halten die Erinnerung lebendig, so wie heute Fotoalben, die es eben früher nicht gab. So würde ich auch eine Marienstatue bewerten.

Ich persönlich wende mich in Not lieber direkt an Gott, aber das ist meine persönliche Einstellung. Klar ist, dass nichts geschieht ohne ihn. Ein Vaterunser hat einen ganz anderen Stellenwert und Zweck als ein "Gegrüßest seist du Maria".

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Kommentar von Firmian
02.11.2016, 11:33

Die Altkatholiken haben sich wegen des päpstlichen Unfehlbarkeitsdogmas abgespalten.

Die leibliche Aufnahme Mariens in den Himmel wurde ja erst 1950 dogmatisiert.

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Vielleicht sind ja auch die Götter der alten Ägypter die einzig wahren. Insofern wäre es egal, ob du nun Maria, ihren Sohn Jupp oder Brwwwwalgh anbetest (an den glaubte man vor hunderttausend Jahren, hat man nur vergessen).

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Hallo silberquark,

auch wenn die katholische Kirche Maria als die Mutter Gottes bezeichnet, ist sie das nicht gemäß der Bibel. Als Maria von dem Engel Gabriel besucht wurde, kündigte dieser ihr folgendes an: "Du wirst ein Kind empfangen, einen Sohn wirst du gebären: dem sollst du den Namen Jesus geben.
Er wird groß sein und Sohn des Höchsten genannt werden... Deshalb wird auch das Kind heilig und Sohn Gottes genannt werden." (Lukas 1:31-35) Wie aus diesem Bibeltext hervorgeht, war Maria die Mutter des "Sohnes Gottes" und nicht die Mutter Gottes. Desgleichen hat auch Maria von sich selbst nie behauptet. Außerdem steht die Auffassung, Maria sei die Mutter Gottes, im Widerspruch zu einer Aussage, die einmal König Salomo über Gott machte. Er sagte: "Wird Gott aber wirklich auf der Erde wohnen? Siehe! Die Himmel selbst, ja die Himmel der Himmel, können dich nicht fassen, wie viel weniger dann dieses Haus, das ich gebaut habe!" (1. Könige 8:27) Wenn also noch nicht einmal der Himmel Gott fassen kann, wie viel weniger wäre es dann möglich gewesen, dass eine Frau Gott in sich tragen könnte?

Die Marienverehrung findet also in der Bibel keine Stütze, sondern erst das Konzil von Ephesus im Jahr 431 u. Z. bereitete den Weg dorthin. Auf diesem Konzil wurde sie zur "Theotokos" (wörtlich "Gottesgebärerin") erklärt.

Maria hatte zwar das große Vorrecht, den Sohn Gottes zu gebären, doch gibt es in der Bibel keinen Anhaltspunkt dafür, dass sie von den frühen Christen dafür verehrt wurde. Gott hatte sie für diese besondere Aufgabe wahrscheinlich deswegen ausgewählt, weil sie sich zweifellos durch einen tiefen Glauben, Gottergebenheit und Demut auszeichnete. Dennoch war sie nicht sündenlos. Es gibt keinen Grund, ihr diese hohe Stellung zuzusprechen.

Was die Verehrung von Marienstatuen angeht, so sollte ein Christ das berücksichtigen, was die Bibel über Götzendienst sagt: "Du sollst dir kein geschnitztes Bild machen noch eine Gestalt wie irgend etwas, was oben in den Himmeln oder was unten auf der Erde oder was in den Wassern unter der Erde ist.  Du sollst dich nicht vor ihnen niederbeugen noch dich verleiten lassen, ihnen zu dienen, denn ich, Jehova, dein Gott, bin ein Gott, der ausschließliche Ergebenheit fordert .. " (2. Mose 20:4, 5). All das zeigt, dass es Gott nicht gefällt, Maria, die Mutter Jesu, derart kultisch zu verehren.

LG Philipp

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Schlimm in dem Sinne ja, weil es unbiblisch ist. Ob die Kirche das kritisch sieht glaube ich kaum - zumindest nicht die katholische Kirche. Gott in Jesus sollte verehrt werden und nicht Maria. Sie selbst verwies auf Jesus, den man hören und auf ihn hören sollte und nichts anderers. Maria ist sicherlich eine bemerkenswerte Frau gewesen, die auserwählt wurde Gottes Sohn auf die Welt zu bringen.

Aber deshalb ist sie nicht die Mutter Gottes, denn Gott hat keine Mutter. Sie ist die leibliche Mutter von Jesus Christus, dem Sohn Gottes. Gott wurde Mensch (denn Gott selbst ist Geist) und hat sich sterblich und fleischlich gemacht und hat dazu mittels Maria (die das Gefäß war) den biologischen Weg gewählt. Danach hatte sie mit  ihrem Ehemann Josef weitere Kinder (z.B. Jakobus).

Maria ist ebenso eine Sünderin gewesen und brauchte Erlösung. Sie ist keine Miterlöserin oder eine Brücke zu Gott wie man auch schon gehört hat. Die Brücke und Tür zu Gott ist allein Jesus Christus und keine Maria und auch keine Kirche. Maria kann keine Gebete erhören und es gibt auch keine Marienerscheinungen.

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Kommentar von Zicke52
17.06.2016, 15:23

"Maria ist ebenso eine Sünderin gewesen"

Nach Lehre der katholischen Kirche nicht. Da wurde sie sogar ohne Erbsünde geboren (Dogma der "unbefleckten Empfängnis"). 

In den anderen christlichen Strömungen wird sie unterschiedlich bewertet.

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Kommentar von RudolfFischer
18.06.2016, 11:09

Zitat: "... es gibt auch keine Marienerscheinungen."

Da würde mich mal interessieren, wie du die auch von Ungläubigen beobachteten, angekündigten Absonderheiten (tanzende Sonne, usw.) erklärst, wie sie z.B. aus Fatima bezeugt sind. Massenhalluzination usw. fällt als Erklärung aus, da das Phänomen im Umkreis von Kilometern auch von völlig Unbeteiligten wahrgenommen wurde.

Aus Medjugorje hat mir ein Augenzeuge Folgendes berichtet: Er gehörte zu Pilgern, die gerade nach der Ankunft aus dem Bus kletterten. Jemand machte auf das große Betonkreuz auf einem nahen Gipfel aufmerksam. Alle sahen (wie man sich gegenseitig bezeugte): Es drehte sich, stand still, drehte sich andersherum. Der Augenzeuge machte eine Aufnahme. Auf dem Bild war nachher zwar der Gipfel, aber das Kreuz nicht zu sehen. Erklärung?  

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Maria steht für Mutter. Nicht für Kult. Es hat nichts zu tun mit Mutter des Gottessohnes. Alle Söhne sind Gottessöhne und die Töchter Gottes Töchter. Wobei "Gott" auch nur ein Begriff ist, der von Menschen gemacht ist - für Menschen.

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In der Bibel findet sich keine Stelle, in der Maria, andere Christen (Heilige) oder Engel verehrt und angebetet werden. Es ergibt doch irgendwie auch keinen Sinn, zu Menschen oder Engeln zu beten, wenn man direkt mit dem allmächtigen Schöpfergott sprechen und Ihm seine Gedanken und Wünsche mitteilen kann.

Die Bibel lehrt, das wir nur Gott allein anbeten und verehren sollen. Wo in der Bibel jemand anderes als Gott verehrt wurde, werden falsche Götter verehrt, welche Satan und seine Dämonen sind. Alle Nachfolger des Gottes lehnten Anbetung und Verehrung ab, z. B. Petrus und die Apostel (vgl. Apostelgeschichte 10:25-26; 14:13-14). Auch die Engel lehnten es ab, verehrt zu werden (vgl. Offenbarung 19:10; 22:9). Die Antwort ist immer die gleiche, „Bete Gott an!“

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Maria fürchtet man nicht. Es gibt nicht den Begriff Marienfurcht. Gottesfurcht schon.

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Kommentar von RudolfFischer
17.06.2016, 11:05

Der Begriff "Gottesfurcht" wird meist missverstanden, als ob man Gott fürchten müsse. Man muss von dem Begriff "Ehrfurcht" ausgehen, der ja auch keine "Furcht" in der Bedeutung enthält.

Besser wäre heute der Ausdruck "Respekt", also "Gottesfurcht" als die Anerkennung und das Bewusstsein, dass Gott im wahrsten Sinne des Wortes himmelhoch über uns steht, "heilig" ist (1. Gebot, Vaterunser) und daher äußerster Respekt vor ihm angebracht ist, eben das, was auch in "Ehrfurcht" zum Ausdruck kommt.

Hinzuzufügen ist noch, dass Gott in seiner Liebe den Abstand zu uns in Christus überbrückt hat. Deshalb hat uns Jesus gelehrt, ihn nicht zu fürchten, sondern als "Abba" (Papa) zu lieben.

Aber er ist eben kein seniler Greis mit Rauschebart.

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Zumindest ist es "Götzendienst", der vom "Gott dieser Welt" (Offb.12,9) gefördert wird und ungehorsam gegenüber unserem ewigen Vater darstellt (1.Sam.15,23; 1.Kor.10,14).

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Gott ist geschlechtslos! Andere streicheln Buddhas´dickes Bäuchlein. Alles ok!!!

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