Frage von oxBellaox, 84

Ist man ohne private Zusatzversicherung nichts mehr wert für Ärzte?

Man selbst und der Arbeitgeber zahlt ja monatlich reichlich Kassenbeiträge?

Ist der durchzufütternde Wasserkopf der Kassen immernoch so groß, dass diese hohen Summen allein nicht ausreichen?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von JimmyHader, 37

Ich habe diese Erfahrung auch schon gemacht. Ärzte schauen auch immer häufiger auf ihre Einnahmen und teilen Patienten in verschiedene Klassen ein

Antwort
von kevin1905, 28

Die Kassen bezahlen die Ärzte und das nicht besonders üppig. Ein Kassenpatient der mehr als einmal pro Quartal kommt, ist für den Arzt mitunter ein Verlustgeschäft.

Dass, von Notfällen abgesehen, Ärzte lieber Privatpatienten behandeln, die sie doppelt so hoch vergütet bekommen und ohne Budgetierung, sollte sich von selbst verstehen.

Ich habe mich u.a. aufgrund der geringen Verügtung gegen ein Medizinstudium entschieden.

Kommentar von livechat ,

Du hättest aber Facharzt werden können, dann wäre die "Vergütung" besser.

Kommentar von kevin1905 ,

Der Karriereweg war mir klar, die Entscheidung war bewusst.

Es ging mir um das Verhältnis Aufwand zu Ertrag.

2, Jahre Vorklinik, mind. 3 Jahre Klinikum, 1 Jahr Praktikum und anschließende Facharztausbildung (Famulatur etc. mal ganz außen vor), für das Einstiegsgehalt was man hier in Krankenhäusern bezieht?

Nein, war nicht meins.

Antwort
von Karl37, 15

Das Gesundheitssystem ist in Deutschland miserabel. Ein Allgemeinmediziner kann nur mit GKV Patienten nicht überleben, er braucht mindestens 20% Privatpatienten, um in einer Mischkalkulation über die Runden zu kommen. Daher ist dieser Klientel stark umworben.

Der absolute Unsinn war die Einführung der Fallpauschalen, auf deren Basis alles was die GKV betrifft abgerechnet wird. Da erhält z.B. der Hausarzt 30 Euro/ Quartal für den Patient, ganz egal wie oft der in den drei Monaten vorstellig wird. Gut, für Risikopatienten gibt es ein paar Euro mehr, aber auch diese decken bei weiten nicht die Kosten.

Kommentar von leooooooooooooo ,

Das Gesundheitssystem als miserabel zu bezeichnen finde ich übetrieben. Im Vergleich zu vielen anderen Ländern ist die gesundheitliche Versorgung hier sehr gut.

Kommentar von Karl37 ,

Es geht nicht um die ärztliche Versorgung, sondern um das System, welches geradezu zum Besch....n einläd. Die GKV'en unterstützen die Ärzte für Falschdiagnosen nur um ein paar Euro mehr aus dem Topf zu bekommen.

Antwort
von toomuchtrouble, 55

Du könntest jetzt natürlich Deine Empörung durch einige Fakten unterfüttern, um dann z.B. in einer politischen Partei oder als gewählter Vertreter der Verwaltungsräte der gesetzlichen Krankenkasse Einfluss zu nehmen.

http://de.statista.com/statistik/daten/studie/321903/umfrage/anteil-der-verwaltu...

http://www.bmas.de/DE/Themen/Soziale-Sicherung/Sozialversicherungswahlen/Fragen-...

Fakt ist, dass die Verwaltungskosten der gesetzlichen Krankenkassen seit Jahren gleichbleibend bei 5 bis 5,5% liegen. Das heißt: die Gründe für die  Kostenexplosion im Gesundheitswesen liegen woanders und es ist kompliziert aber transparent. Sämtliche Gesundheitsausgaben sind bis ins Detail einsehbar:

http://www.bmas.de/DE/Themen/Soziale-Sicherung/Sozialversicherungswahlen/Fragen-...

Zu Deiner Eingangsfrage: Doch, Du bildest das täglich Brot einer Arztpraxis mit Kassenzulassung, aber ein privat versicherter Patient bringt einfach signifikant mehr ein. Warum sollte das im Gesundheitswesen anders sein als in anderen Bereichen.

Kommentar von oxBellaox ,

dass das ganze System vorne und hinten nicht mehr stimmt, wirst du wohl kaum abstreiten.

Was Ärzte & Co. für die Summen leisten, die bei ihnen letztlich von dem hohen Betrag (AN und Arbeitgeber) ankommen, ist einfach nicht weiter hinnehmbar.

Fachärzte lassen Patienten im 10-Minutentakt Patieten von angestellten AIPlern "untersuchen" - dabei wird Wesentliches übersehen.

Kein Einzelfall!

Kommentar von toomuchtrouble ,

Hier ist Dein Problem, Du bekommst keine Struktur in Deine Argumentation, verallgemeinerst Hörensagen und persönliche Erfahrungen zu gesicherten Fakten. Zur Erinnerung: eingangs hast Du den hohen Anteil der Verwaltungkosten für was auch immer verantwortlich gemacht.

dass das ganze System vorne und hinten nicht mehr stimmt, wirst du wohl kaum abstreiten.

Nein, aber ich kenne zumindest einige Gründe. Es ist politisch und ökonomisch gewollt, dass ich mich als Herzpatient im Herzzentrum Bad Oeynhausen nicht mit röchelnden Unterschicht-Vollpfosten auf ein Zimmer legen lassen muss , sondern mir die Komfortpflegestationen Toskana oder Tessin leiste.

http://www.hdz-nrw.de/fileadmin/content/pdfs/Downloadbereich/HDZ_Multiflyer_Tosk...

Kommentar von leooooooooooooo ,

Von einer Kostenexplosion kann man im Gesundheitswesen in Deutschland nicht sprechen, die Gesundheitskosten steigen nicht mehr als 4%.
Viel mehr ist eine Einnahmenschwäche der Krankenkassen das Problem.

Antwort
von Mefista, 26

Ja, bekomme ich auch oft so mit.
Ärzte wollen mehr verdienen. Sie bieten alle möglichen Leistungen, die der Patient selbst zu zahlen hat, an, um an mehr Geld zu kommen.

Viele Anwendungen davon helfen gar nicht wirklich.

Wenn du da nicht so mitmachst, dann......

Aber gut, gierig sind wir vielleicht alle mal, also wenn man mal ganz ehrlich ist....  ;-))))))) Manche im kleinen, manche im großen Stil.

Kommentar von oxBellaox ,

aber nicht auf Kosten der Gesundheit von Menschen, da hört das Verständnis für solche Raffgier auf. Wer Geld bekommt, soll auch etwas leisten - so eines der Lieblingsmotti unserer Bundesregierung und auch deren Vorgänger ...

Kommentar von Mefista ,

Naja, vielleicht geht Gier im Kleinen wie im Großen stets auf Kosten Anderer.....  ;-))))

Ansonsten aber gebe ich dir sicherlich recht.
Aber Ärzte heilen meiner Ansicht nach nur noch sehr selten, sie verschreiben halt Medikamente, also die Apo nimmt sich jedenfalls mehr Zeit für mich.....  ;-)))
Alles ist eben sehr auf Nutzen ausgelegt, weniger auf Geben.....

Womit man wenig bis nichts verdienen kann, hat keinen Wert / Nutzen... so denken wohl nicht nur Ärzte.....

Weiter achtet die Politik und Eliten stets darauf, dass es dem Volk nicht allzu gut ergeht.....

Antwort
von palzbu, 35

Ich war vor 1 Jahr im Stätischen Krankenhaus für eine Operation. Wir waren 2 Patienten im Zimmer. Ich war Kassenpatient, der Bettnachbar Privatpatient. Wir hatten genau die gleiche Operation. Er wurde vom Oberarzt operiert, hatte eine sehr schön vernähte OP-Wunde die sehr schnell geschlossen war, meine Wunde wurde wohl von 2 Azubis vernäht (sieht heute noch aus wie eine Kraterlandschaft). Von meiner Kasse bekam das Krankenhaus 2.300,00 EUR, vom Privatpatienten 6.200,00 EUR. Der Privatpatient, hatte ein modernes Bett, einen eigenen Kühlschrank, zwischendurch Obst und Kuchen, wurde gehätschelt von den Ärzten. Mich haben die fast ignoriert. Nach drei Tagen kam der Private in ein Einzelzimmer.  

Kommentar von CamelWolf ,

Ich finde, man kann (muss) das zweigleisige System  PK und GKV in Deutschland kritisieren. Aber die Tatsache, dass man für 6.000 € eine bessere Leistung bekommt als für 2.000 €, die darf man nicht kritisieren. 

Kommentar von palzbu ,

Vor dem Gesetz und vor Gott sind wir alle gleich (heißt es).

Der Mensch macht seine eigene Gesetze. Wer Geld hat lebt länger.

Antwort
von FordPrefect, 18

Du fällst auf die parteipolitische Propaganda herein.

Natürlich ist es immer leicht, auf anonyme Entitäten respektive Berufsgruppen zu schimpfen. Dummerweise sieht die Realität aber völlig anders aus. Die Verwaltungskosten der gesetzlichen Kassen liegen seit vielen Jahren immer so etwa bei 5,5%. Dass dieser Wert nicht abnimmt, liegt schlicht daran, dass sich der Verwaltungsaufwand in ungefähr demselben Maß vergrößert, wie sich die Zahl der Kassen selbst verringert. Wenn die Politik mal aufhören würde damit, ständig noch aufwendigere Verwaltungsverfahren sich einfallen zu lassen, dann könnte hiuer ggfs. sogar mal eine gewissen Entspannung auftreten. Darauf würde ich aber nicht wetten wollen.

dass das ganze System vorne und hinten nicht mehr stimmt, wirst du wohl kaum abstreiten.

Das liegt aber gerade nicht an denjenigen, die das System selbst bilden - sondern am mangelnden Willen, dem Wähler die Wahrheit zu sagen.

Was Ärzte & Co. für die Summen leisten, die bei ihnen letztlich
von dem hohen Betrag (AN und Arbeitgeber) ankommen, ist einfach nicht
weiter hinnehmbar.

Unfug. Ärzte und Personal verdienen an gesetzlich Versicherten nur Brotkrumen - das ist die Wahrheit. Durch die gesetzlich geregelte Vergütung legt bei vielen Behandlungen der Arzt respektive die Praxis im Endeffekt sogar noch Geld drauf, weil die Festbeträge so lachhaft niedrig sind, dass dafür kein anderer Universitätsabsolvent, Facharbeiter oder auch nur Angestellter überhaupt morgens aufstehen würde. Genau deswegen reiß0en sich die Praxen ja alle um Privatversicherte - weil deren Kassen weitaus höhere Honorare für dieselben Tätigkeiten erstatten.

Fachärzte lassen Patienten im 10-Minutentakt Patieten von
angestellten AIPlern "untersuchen" - dabei wird Wesentliches übersehen.

Stammtischgerede.

Was allerdings stimmt, ist, dass Privatversicherte in vielen Praxen hofiert werden (bis hin zu eigenen Warteräumen etc.). Selbst als PKV-Mitglied finde ich das menschenverachtend - und gehe eben bewusst nicht dorthin. Abstimmung mit den Füßen eben.

Kommentar von oxBellaox ,

von wem wirst du für das, was du da von dir gibst, bezahlt?

schade, dass es hier keine Blockierfunktion gibt

dein angebl. "Stammtischgerede" ist mehreren Leuten incl. mir selbst passiert, wie ich bereits schrieb.


Kommentar von FordPrefect ,

von wem wirst du für das, was du da von dir gibst, bezahlt?

Wie schon gesagt - Stammtischgerede. Nichts besseres hatte ich erwartet. Ist natürlich immer wenig erbaulich, wenn man die eigene zurechtgebaute Fantasiewelt durch Argumente in Trümmer gelegt findet.

schade, dass es hier keine Blockierfunktion gibt

Niemand zwingt dich, hier zu lesen.

dein angebl. "Stammtischgerede" ist mehreren Leuten

Hörensagen. Genau das meine ich ja.

incl. mir selbst passiert, wie ich bereits schrieb.

Das schriebst du nur bislang gar nicht. Und dann bliebe immer noch die Frage, warum du

a) dich darüber nicht bei der zuständigen Ärztekammer beschwert, respektive
b) nicht den Arzt gewechselt hast.

Antwort
von archibaldesel, 12

Wie wäre als mal mit Fakten statt Polemik?

Antwort
von Joschi2591, 31

Ja, das stimmt leider.

Der Wasserkopf ist viel zu überdimensioniert.

Antwort
von kenibora, 41

Nicht nur bei Krankenkassen ist das der Fall. Industrie, Politik....jeder brauchst seine Daseinsberechtigung und vor allem seinen Arbeitsplatz... Aus gemachter Erfahrung mit 2 verschiedenen Krankenkassen..... jeweils bundesweit 3 verschiedene Stellen bearbeiten einen Krankenfall, alle möchten diesselbe Information....Ohne Zusatzversicherung, auch je nach verschiedenen Tarifen, hast Du noch weniger Chancen. Kann aber sehr teuer werden!

Antwort
von livechat, 31

>>der durchzufütternde Wasserkopf der Kassen immer noch so groß<<

Ja, Du hast das richtig benennt!

Kommentar von CamelWolf ,

..bitte noch mehr Unsinn.....

Kommentar von livechat ,

Dann lass mich mal an deinem Wissen teilhaben.  Ich warte ...

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