Ist man in einer Sache begabt, wenn man leidenschaftlich Spaß dran hat?

... komplette Frage anzeigen

9 Antworten

Dazu gibt es meines Wissens verschiedene Meinungen. Man könnte argumentieren, dass man sich ohne eine gewisse Begabung nicht langfristig für eine Sache einsetzen würde. Wenn man etwas immer wieder versucht und scheitert - beim Ballspielen nie den Ball trifft, beim Geigespielen die Geige nicht halten kann oder nie den Ton trifft - ist das so frustrierend, dass man wohl von selbst irgendwann aufgibt. 

Es macht auch keinen Spaß, etwas ohne Anleitung oder ohne Erfolg immer wieder zu versuchen. Kinder, denen man Musikinstrumente in die Hand gibt, probieren erst begeistert, hören dann aber auf oder üben normalerweise nicht alleine weiter, weil sie außer chaotischen Tönen nichts aus dem Instrument herausbringen. Es wird dann schnell langweilig. 

Genauso Spiele ohne Partner oder ohne Anleitung. Wenn man sich langfristig für eine Sache interessiert und diese auch betreibt, wird eine gewisse Grundbegabung vorhanden sein, die zu einem kleinen Erfolg führt, der wiederum das Interesse aufrecht erhält. Man trifft z.B. bei der Geige nicht jeden Ton, aber einen wenigstens. Man trifft hin und wieder den Ball und schafft es, ihn in die gewünschte Richtung zu bewegen. Dann sieht man einen Grund, weiterzuüben und durch die kleinen Erfolge hat man auch (mehr) Freude am Tun (als vorher).

 Begabung heißt aber nicht Hochbegabung oder außergewöhnliches Talent. Das heißt nicht, dass jeder, der länger als ein paar Stunden Geige oder Fußball spielt dies professionell betreiben sollte. Nur, dass er so viel Talent hat, dass er in diesem Bereich lernen kann. Das ist ja nicht jedem gegeben. Eingige Leute können ihre Hände/ Finger/ Augen nicht so koordinieren, dass sie Geige spielen können oder ihre Füße/ Beine/ Augen so koordinieren, dass sie Ballspielen können. Einige können das lernen, andere gar nicht. Die haben dann keine Begabung oder eine sehr, sehr geringe Begabung in dem Beriech und meist macht das die Sache so frustrierend, dass sie freiwillig aufgeben.Begabung heißt erst mal "es ist etwas vorhanden, das mir das Tun erleichtert". Ich kann grundsätzlich Entfernungen abmessen, also kann ich zielen lernen, wenn ich auch genügend Kontrolle über Beine/ Füße oder Hände/ Arme habe (Fußball und Handball). Es gibt Leute, bei denen das nicht gegeben ist, die niemals einen Ball treffen oder es gar nicht schaffen, damit erfolgreich zu zielen.Meist ist eine Grundbegabung vorhanden, so dass man die Anfänge der meisten Bereiche erlernen kann, aber oft zeigt sich - auch am Interesse - wer Begabung oder Talent für einen Bereich hat und wer nicht. 

Am Interesse zeigt sich das, weil das Interesse meist erlischt, wenn man immer wieder erfolglos versucht, etwas zu machen. Man könnte vieles machen, aber es wäre sehr mühsam und frustrierend. Wer keine Begabung in dem Bereich hat, hört aufgrund der Frustration bald auf mit diesen Hobbys.

Jeder kennt auch Leute, die etwas seit Jahren oder Jahrzehnten betreiben müssen, es aber immer noch sehr ungern und sehr schlecht tun: Die haben dann einfach keine oder eine sehr geringe Begabung darin. Umgekehrt kennt man Leute, die seit Jahren oder Jahrzehnten etwas mühelos mit Erfolg machen: Die sind darin begabt.Selten sind Leute, die seit Jahren oder Jahrzehnten etwas mit mäßigem Erfolg freiwillig immer weiter betreiben/ ausbauen. Die sind dann darin nicht begabt, machen es aber trotzdem, vielleicht, weil es eine Familien- oder Freundestradition ist. Die haben keine oder wenig Begabung, meist aber auch weniger Spaß als andere an der Sache und geben sie aus äußeren Gründen (Familientradition etc.) nicht auf.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Es gibt Menschen, die unglaublich gerne singen, aber eine fürchterliche Stimme haben und/oder keinen Ton treffen - Spaß an einer Beschäftigung kann man auch ohne Begabung haben - und umgekehrt ;-)

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Das bedingt sich gegenseitig.

Kriegt man nichts gebacken, verliert man schnell die Lust. Hat man Spaß, bekommt man mehr Übung dadurch, dass man sich gerne, viel mit der Sache beschäftigt. Die Übung wird einen besser machen.

Das ist zum Beispiel das Problem bei der Mathenachhilfe.

Hätten die Nachhilfeschüler Spaß, wären sie nicht so schlecht. Wären sie nicht so schlecht, hätten sie mehr Spaß.

Das ist die Frage mit dem Huhn und dem Ei, was zuerst da war.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Nein begabt bist du, wenn du etwas sehr gut kannst und besser als andere

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Deshalb muss man keine außergewöhnliche Begabung haben, wenn man etwas macht, das Spaß macht

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Nicht zwangsläufig. Ich kenne Leute, die leidenschaftlich gerne singen, aber überhaupt nicht musikalisch sind und kaum einen Ton richtig treffen.

Und ich kenne leidenschaftliche Witzeerzähler, die selbst ausgiebig über ihre Witze lachen und das auch müssen, weil es außer Ihnen niemand tut.

Ich kenne HobbymalerInnen, die ein Bild nach dem anderen produzieren, bei dessen Anblick mir nur mehr schlecht wird.

Und ich kenne leidenschaftliche Hobbyköche, bei denen ich Essenseinladungen mit irgend einer Ausrede ausschlagen muss, weil ich weiß, dass mir von ihren "Kochkünsten" schlecht wird.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Frag mal die Leute, die in der Badewanne singen und glauben, sie wären Caruso.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Man kann etwas Leidenschaftlich gerne tun, aber trotzdem schlecht darin sein. 

Nur weil einem etwas Spas macht, heist das nicht gleich automatisch das man auch gut darin ist...

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Nein, nicht unbedingt. Ich bin zwar leidenschaftlicher Sänger, aber deshalb noch lange nicht besonders begabt.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Was möchtest Du wissen?