Frage von Janiiiiik, 236

Ist man im Recht wenn man 2 Einbrecher mit einer registrierten Waffe und mit nem Waffenschein bei sich zu Hause Nachts abknallt?

Also angenommen ich höre 2 Uhr Nachts irgendwelche Geräusche und Stimmen von mehr als einer Person in meinem Haus , nehme die registrierte Waffe aus meiner Schublade im Schlafzimmer ( hab natürlich auch ein Waffenschein ohne die würde ich ja keine registrierte Waffe bekommen ) und geh runter und knall die Madafaka ab ... bin ich dann im Recht ?

Antwort
von furbo, 89

Deine Fragestellung lässt erahnen, dass du keine Notwehr ausüben willst, sondern es den anderen "richtig zeigen" willst. 

Eine Notwehr erfordert u.A. einen Verteidigungswillen, der ein "Abknallen" nicht zulässt. Würdest du tatsächlich in Notwehr handeln, so müsste der Schusswaffengebrauch erforderlich sein, d.h. du musst zur Verteidigung aus mehreren geeigneten Mitteln das Mildeste nehmen.

Also: Abknallen ist nicht und führt dich auf geradem Weg ins Gefängnis. 

Antwort
von ramay1418, 70

Erstens hast Du bestimmt keinen Waffenschein, der Dir das Recht geben würde, die Waffe in der Öffentlichkeit zu tragen. Diesen Schein gibt es nicht einfach für alle und jeden. Wenn überhaupt, ist eine Waffenbesitzkarte wahrscheinlicher. 

Ich kann mich in der Hinsicht natürlich täuschen, bin aber entsetzt darüber, dass jemand, der (angeblich) eine Schusswaffe zu Hause hat (die ja auch gut verschlossen aufbewahrt werden muss), die Rechtslage nicht kennt. 

Ein wenig im Notwehrrecht solltest Du Dich da nämlich schon auskennen, was aber anhand der Wortwahl bezweifelt werden darf. 

Grundsätzlich gilt: Wird man angegriffen, darf man sich verteidigen, selbst wenn der Angreifer dabei verletzt oder getötet wird, man also selbst eine Straftat begeht, der aber die "Rechtswidrigkeit" fehlt. 

Aber ... Du musst die Verteidigung wählen, die am wenigsten in die Rechte des Einbrechers eingreift. Also einsperren (Freiheitsberaubung), einen Warnschuss abgeben, evtl. die Polizei rufen. 

Und, am wichtigsten überhaupt: Sich nicht auf die Aussagen der hier versammelten Hobby-Rechtsgelehrten verlassen, denn Du würdest vor Gericht stehen, nicht einer von uns! Deshalb meine Hinweise auf die Notwendigkeit der Kenntnisse des Notwehrrechts als Schusswaffenbesitzer. 

Antwort
von petrapetra64, 22

In Deutschland ist man damit mit Sicherheit nicht in Recht, da darfst du einige Jahre in den Knast wegen Totschlags und Verstoß gegen das Waffenrecht. 

Die Waffe muss ja gut gesichert verwahrt werden und die Munition noch mal extra. In der Schublade im Schlafzimmer geht schon mal gar nicht. #Wenn du Geräusche hörst, dann rufst du schnellstens die Polizei und versteckst dich oder schließt dich ein, bis sie eintrifft. 

Notwehr gilt nur, wenn man in der Situation keine Wahl hatte und das Leben von Dir oder anderen Personen direkt gefährdet ist und keine anderen Möglichkeiten bestehen. Das wird natürlich genau geprüft. Selbst "nachtreten", wenn einer schon überwältigt ist, wird als Körperverletzung bestraft, denn es geschieht aus Rache oder Wut. 

Es muss also jemand direkt auf einem losgehen und einen direkt bedrohen. 

Und falls du das wirklich machst, und die/den abknallst, dann hast du am Ende dein Kind/deine Mutter/deinen Nachbarn dort liegen tot am Boden. 

Es passieren immer Dinge, mit denen man nicht rechnet, man kommt früher aus dem Urlaub zurück oder hatte Krach im eigenen zu Hause und will dann um 2 Uhr niemanden stören. Und der Nachbar hat sich vielleicht ausgesperrt und wollte schnell den Ersatzschlüssel holen, die gegenseitig verwahrt werden. Oder die Tür stand auf und er wollte man nachsehen.

ich denke, in den USA werden schon genug Leute abgeknallt, es ist gut so, dass das in Deutschand nicht der Fall ist. 

Antwort
von Lestigter, 43

Ein Waffenschein erlaubt dir nicht, deine Waffe geladen Nachts in einer Nachttischschublade aufzubewahren!

Ein Waffen ermächtigt dich, die darin eingetragene Waffe(n) n der Öffentlichkeit zu führen!

Zuhause sind Waffe und Munition getrennt aufzubewahren...

Findet eine Kontrolle statt und man findet die Waffe so wie von dir beschrieben vor, dann war es das mit der "Zuverlässigkeit" und du gibst alle deine Waffen wieder ab...

Was Notwehr ist, darüber wurde hier bei GF oft genug geschrieben - angemessen reagieren ist erlaubt, sobald der Angriff abgebrochen wird, muss man selbst auch aufhören. Du hast das Recht, dich mit allen Mitteln zu wehren, die Dir zur Verfügung stehen!

Oder wie sagte es mal einer treffend:

  • "wenn es soweit kommt, dann musst du der Einzige sein, der vor Gericht noch spricht"
  • " wenn du eine Anklage wegen Notwehrüberschreitung bekommst, hast du schon alles richtig gemacht"
Antwort
von Messkreisfehler, 78

Das ist Einzelfallabhängig,

ob es durch Nowehr gedeckt war, wird dir danach die Staatsanwaltschaft und der Richter sagen.

Wenn ein unmittelbarer Angriff auf dich stattfindet, dann kannst du davon ausgehen dass Du auch ohne Warnschuss schiessen darfst. Besteht die Möglichkeit eines Warnschusses ohne das Du durch diesen deine Angriffsposition schwächst, musst Du erst mal einen Warnschuss abgeben und darfst nicht direkt auf die Einbrecher schiessen. Wenn sie schon am fliehen sind darfst Du auch nicht schiessen. Ist also ne ziemlich heikle Lage und wird von Einzelfall zu Einzelfall entschieden.

Antwort
von Mignon4, 117

Wenn die Einbrecher im Haus sind, könntest du wahrscheinlich Notwehr geltend machen:

https://dejure.org/gesetze/StGB/32.html

Aber du kannst trotzdem nicht einfach "drauf losknallen". Deine Selbstverteidigung muß der Situation entsprechend angemessen sein. Ob der Notwehr-Paragraph zum Tragen kommt, wird von Fall zu Fall entschieden.

Kommentar von Janiiiiik ,

Ich knall den ab und leg ihn ein Messer in die Hand ,der würd ja kaum reden als toter ... ist das ok ?

Ich sage er wollte uns angreifen

Kommentar von Schnoofy ,

Mit anderen Worten - auch Du bist nur ein mieser Straftäter, den man nach der von Dir vertretenen einfach abknallen kann.

Antwort
von maxplieske, 18

Nein, da bist du ganz sicher nicht im Recht! Das gesetz sieht hier folgendes vor:

§34 StGb Rechtfertigender Notstand

"Wer in einer gegenwärtigen, nicht anders abwendbaren Gefahr für Leben,
Leib, Freiheit, Ehre, Eigentum oder ein anderes Rechtsgut eine Tat
begeht, um die Gefahr von sich oder einem anderen abzuwenden, handelt
nicht rechtswidrig, wenn bei Abwägung der widerstreitenden Interessen,
namentlich der betroffenen Rechtsgüter und des Grades der ihnen
drohenden Gefahren, das geschützte Interesse das beeinträchtigte
wesentlich überwiegt. Dies gilt jedoch nur, soweit die Tat ein
angemessenes Mittel ist, die Gefahr abzuwenden."

Ich hebe hier besonders die Stellen "nicht anders abwendbare Gefahr" und "soweit die Tat ein angemessenes Mittel ist, die Gefahr abzuwenden" hervor. Das bedeutet im Klartext: Wenn du dort hinunter gehst und die "madafaka abknallst", wie du so schön sagst, dann wanderst du für mindestens 5 Jahre in den Bau. § 212 StGb, Totschlag.

Warum das ganze? Du hättest viele andere Möglichkeiten gehabt, die bestehende Gefahr von dir und deinem Haus abzuwenden, z.B.: die Polizei zu rufen, oder mit deinen Fäusten zu agieren.

nehme die registrierte Waffe aus meiner Schublade im Schlafzimmer ( hab
natürlich auch ein Waffenschein ohne die würde ich ja keine registrierte
Waffe bekommen )

Ich denke, wenn du einen Waffenschein und eine Waffenbesitzkarte hättest würdest du hier, mit verlaub, nicht so dumm fragen. Ich erkläre es dir jetzt:

Der Waffenschein ist lediglich dazu gedacht, eine Waffe zu besitzen um sie hinter Panzerglas zu bewundern. Eine solche zu führen (außerhalb des befriedeten Besitztumes am Körper tragen) ist ohne richterliche Sondergenehmigung illegal und wird mit bis zu 10´000 € Strafe gahndet. Was ich sagen will ist: Eine Waffe darf nur in dafür vorgesehenen Panzerschränken, getrennt von ihrer Munition aufbewahrt werden.

Damit deine Geschichte stimmt und du im Recht bist müsste sie so lauten:

Also angenommen ich höre nachts um 2 Uhr Geräusche und Stimmen von mehr als einer Person in meinem Haus. Ich nehme das registrierte Telefon aus der Schublade (habe natürlich einen Vertrag mit der Telekom, sonst würde ich ja kein registriertes Telefon bekommen) und rufe die Polizei. Leider haben mich die Einbrecher gehört und kommen die Treppe rauf. Ich versuche mich zu verstecken aber die Einbrecher sind schneller. Sie kommen zu mir und der eine Drückt mir ein Messer an die Kehle. Ich schaffe es an den Safe zu kommen, den Code einzugeben und die registrierte Waffe dort heraus zu nehmen zu laden und abzufeuern, Der erste, von dem die Gefahr ausging stürzt schwehr verletzt zu Boden, der andere rennt davon. Ich schieße dem anderen natürlich nicht hinterher, denn die Gefahr besteht ja jetzt nicht mehr.

Jetzt bist du im Recht.

LG

Max

Kommentar von maxplieske ,

Kleine Anmerkung:

Ich kann es nur noch mal unterstreichen, weil es in den vorherigen Antworten so oft falsch gemacht wurde:

EIN WAFFENSCHEIN BERECHTIGT NICHT ZU FÜHREN!!!

Kommentar von winstoner14 ,

Quatsch. Gerade der Waffenschein' ist die Erlaubnis zum FÜHREN von Schusswaffen! https://de.m.wikipedia.org/wiki/Waffenschein Nicht ein Richter stellt einen Waffenschein bzw. eine Waffenbesitzkarte aus, sondern die Zuständige Waffenbehörde (Je nach Stadt, Kreis Polizeibehörde, Ordnungsamt, Landratsamt...) Das Führen einer Erlaubnispflichtigen Schusswaffe ohne Waffenschein stellt eine Straftat da. Diese wird mit Mindestens 6 Monaten Haft bis maximal 5 Jahren Haft bestraft.

Antwort
von Michael2504, 115

Wenn du einen Waffenschein hättest, müsstest du auch den Notwehrparagrafen kennen. Du kannst bei einen Angriff auf Leib, Leben und anderen Schützenswert Gütern Wie Eigentum Notwehr geltend machen, aber du mußt der Situation angemessen reagieren. Auf alle Fälle bekommst du danach ärger mit der Behörde. Eine Waffe hat in der Schublade nichts zu suchen. Es gibt Aufbewahrungsvorschriften. Und wenn du dagegen verstößt kann dir die Eignung ganz schnell aberkannt werden. Erst recht bei einen Waffenschein. 

Antwort
von Rollerfreake, 60

Nein, nur in Notwehr wenn du selber angegriffen wirst. "Notwehr ist die Verteidigung, die erforderlich ist um einen gegenwärtigen rechtswidrigen Angriff von sich oder einer anderen Person abzuwenden". Verteidigung die erforderlich ist, bedeutet die Verhältnismäßigkeit zu wahren, wenn der Angriff beispielsweise durch einen Schuss in Arm oder Bein abwendbar ist, ist erschießen mit der Folge des Todes unverhältnismäßig und du wirst selber wegen eines Tötungsdeliktes angeklagt. 

Kommentar von furbo ,

Verteidigung die erforderlich ist, bedeutet die Verhältnismäßigkeit zu wahren, 

Verhältnismäßigkeit?

Wenn also eine Frau vergewaltigt wird und ihre einzige Verteidigungsmöglichkeit wäre, dem Vergewaltiger mit einem in Reichweite liegenden Stein den Schädel zu spalten, ihn also zu töten, dürfte sie sich nicht mit dem Stein verteidigen? Sie verteidigt doch "nur" ihre körperliche Integrität mit dem Tod des Angreifers. Eine Verhältnismäßigkeit sehe ich nicht. Sie müsste sich also vergewaltigen lassen, oder?

Kommentar von Rollerfreake ,

Das ist doch etwas völlig anderes und ich frage mich wie du auf sowas kommst. Verhältnismäßigkeit bedeutet nur, das man niemanden töten darf, solange man andere Mittel hat den gegenwärtigen rechtswidrigen Angriff von sich oder einer anderen Person abwenden zu können. Man darf also, wie von  Fragesteller "angenommen" niemanden erschießen wenn ein Schuss in Bein oder Arm ausreichend ist um sich wirksam gegen den Angriff zu verteidigen. Die von dir genannte Situation ist eine komplett andere, da greift dann auch die Notwehr, da kein anderes Mittel zur Verfügung stand. 

Kommentar von furbo ,

Ich denke, dass deine ursprüngliche Aussage

Verteidigung die erforderlich ist, bedeutet die Verhältnismäßigkeit zu wahren,  

ziemlich klar war. 

Das ist doch etwas völlig anderes und ich frage mich wie du auf sowas kommst. 

Rabulistik?

Antwort
von winstoner14, 49

Es gibt bei Notwehr keine Verhältnismäßigkeit. (Mythos)

 Man muss das Mildeste Mittel nehmen das einem zu Verfügung steht um einen Rechtswidrigen Angriff von sich oder anderen abzuwenden. Oder auch von seinen Rechtsgüter. (Das kann auch eine Schusswaffe sein.)

Aber einfach Hingehen und Abknallen ist in keinem Fall durch Notwehr gerechtfertigt.

Übrigens; Der Waffenschein berechtigt nicht zum Besitz einer Schusswaffe. (Das tut eine "Waffenbesitzkarte") sondern ist nur die Erlaubnis eine Geladene Scharfe Schusswaffe (Offen oder Versteckt) in der Öffentlichkeit zu Führen!

Kommentar von maxplieske ,

Der Waffenschein berechtigt nicht zum Besitz einer Schusswaffe. (Das tut
eine "Waffenbesitzkarte") sondern ist nur die Erlaubnis eine Geladene
Scharfe Schusswaffe (Offen oder Versteckt) in der Öffentlichkeit zu
Führen!

Das stimmt leider nicht. Der große Waffenschein berechtigt lediglich zum erwerb einer Waffenbesitzkarte, die dann zum besitz einer scharfen Waffe berechtigt. Das Führen in der Öffentlichkeit (schon gar nicht offen) ist nur gestattet mit einer Sondergenehmigung. Diese kann man allerdings nur beantragen, wenn man mehr als die Allgemeinheit gefährdet ist und die Gefährdung nur so vermindert werden kann. In Deutschland liegt das Gewaltmonopol beim Staat. Das was du schreibst, gilt in Amerika.

Kommentar von winstoner14 ,

"Waffenschein heißt im Waffenrecht in Deutschland die Erlaubnis zum Führen bestimmter Schusswaffen." https://de.m.wikipedia.org/wiki/Waffenschein Und gerade den Waffenschein bekommt man nur, wenn man Gefährdeter als die Allgemeinheit ist und dies nur durch die Schusswaffe vermindert werden kann Der "Große" Waffenschein' hat GARNICHTS mit einer Waffenbesitzkarte zu tun.

Kommentar von winstoner14 ,

Eine Waffenbesitzkarte bekommt man, wenn man ein Bedürfnis, wie z.B Sportschießen oder Jagd hat. Übrigens. In den USA gibt es kein einheitliches Waffengesetz. Dort ist das Waffengesetz von Bundesstaat zu Bundesstaat verschieden. Könntest du mir vllt sagen, welches der Waffengesetze du meinst?

Antwort
von GravityZero, 131

Kommt drauf an, letztendlich wird es ein Gericht im Einzelfall entscheiden. Sofern du einfach schießt bist du mit dran, solltest du bedroht werden unter Umständen nicht.

Kommentar von Janiiiiik ,

2 unbekannte Personen sind in meinem Haus Nachts , gibts da ne größere Bedrohung ?

Kommentar von furbo ,

Das waren zwei Feuerwehrmänner, die wegen eines Alarms in deine Wohnung mussten. 

Kommentar von GravityZero ,

Völlig egal, wenn du einfach ins Wohnzimmer gehst und 2 unbewaffnete Einbrecher erschließt bist du dran. Und selbst wenn sie bewaffnet sind müssten sie dich erst bedrohen oder auf dich losgehen.

Kommentar von GravityZero ,

Zu viel Filme gesehen? Glaub mir, man bekommt schnell raus dass da etwas inszeniert wurde.

Antwort
von darkhouse, 56

Wenn du Waffen auf eine Waffenbesitzkarte hin besitzen darfst und besitzt, darfst du diese nicht in einer Schublade aufbewahren, das wäre bereits ein Verstoß, der schon zum Entzug der Besitzerlaubnis führen könnte. Waffen und Munition müssen zugriffshemmend getrennt aufbewahrt werden in zugelassenen Waffenschränken bestimmter Schutzklassen.

Grundsätzlich ist im Rahmen der erforderlichen Notwehr jedes Mittel recht. So könnte man sich eine Kurzwaffe aus dem Waffenschrank nehmen, die Munition aus einem anderen Schrank, die Waffe laden, spannen und benutzen. Sofern das für die Notwehr als erforderlich, geeignet und angemessen beurteilt wird, im Übrigen vom Staatsanwalt und nachfolgend von einem Strafgericht, hast du einen Rechtfertigungsgrund und bleibst unbescholten.

Aber hier sehe ich das Problem, denn der überraschende Einsatz einer Schusswaffe mit der billigenden Inkaufnahme des Todes eines Menschen (nach deiner Wortwahl sogar Vorsatz) kann nur als allerletztes Mittel zum Schutz gleichwertiger Rechtsgüter (hier dein eigenes Lebens oder das Leben anderer) in Frage kommen. Bei vermuteten (!) Eigentumsdelikten wird daraus sicher eine Notwehrüberschreitung, die strafrechtlich geahndet wird und wohl mit einer mehrjährigen Gefängnisstrafe belegt wird. Es stehen zu viele andere Möglichkeiten in der Eskalationsabfolge zur Verfügung.

Nach deiner Wortwahl zu urteilen wäre das schon ein Grund, dir eine Waffenbesitzerlaubnis zu versagen.

Kommentar von Lestigter ,

Bei vermuteten (!) Eigentumsdelikten wird daraus sicher eine
Notwehrüberschreitung, die strafrechtlich geahndet wird und wohl mit
einer mehrjährigen Gefängnisstrafe belegt wird.

Seltsam - steht im Gesetz ausdrücklich anders:

§ 33 Überschreitung der Notwehr

Überschreitet der Täter die Grenzen der Notwehr aus Verwirrung, Furcht oder Schrecken, so wird er nicht bestraft.

Und woher soll der Verteidiger wissen, dass man es nicht auf sein Leben oder das seiner Familie abgesehen hat? - Erst mal von einem "Eigentumsdelikt" ausgehen ist ziemlich blauäugig und kann böse und auch tödlich enden. So wie beispielsweise hier:

http://www.kreisblatt.de/lokales/main-taunus-kreis/92-Jaehriger-wurde-brutal-gef...

http://www.abendzeitung-muenchen.de/inhalt.zwei-tage-eingeschlossen-raubueberfal...

Kommentar von darkhouse ,

Mag alles sein. Die Notwehr wird zumindest nach meiner Bewertung hier nicht aus den genannten Gründen mit der Waffe ausgeführt, Von Furcht, Verwirrung oder Schrecken ist keine Rede. Eher von vorsätzlichem "Abknallen". Somit besteht offenbar auch keinerlei Absicht, Maßnahmen zu ergreifen, die den vermuteten Einbrecher weniger in seinen Rechten verletzt. Das muss er aber vor Gericht erklären, warum er nicht auf mildere Mittel zurückgegriffen hat. Wir sind nicht in anderen Staaten, wo man tot ist, wenn man nur den Fuß auf's Grundstück setzt... Zum Glück.

Kommentar von Lestigter ,

Da gebe Ich dir Recht - Der Fragesteller dürfte ernste Probleme haben, wenn er vor Gericht das genau so wiedergibt wie er hier schreibt..

Auf den weiteren Kommentar bez. "Castle Doctrin" gehe Ich nicht ein, das hat hiermit nichts zu tun..

Kommentar von OlliBjoern ,

WENN jemand Verwirrung oder ähnliches überzeugend dem Gericht darlegen kann, dann kann es sein, dass er straflos ausgeht. Rechtswidrig ist es dennoch ("Straflosigkeit" heißt nicht, dass es rechtlich erlaubt ist).

Falls das Gericht aber Wut/Zorn oder ähnliches erkennt, dann kann das auch "nach hinten" losgehen. Jedenfalls genügt es nicht, nur zu behaupten, man habe sich bedroht und verwirrt gefühlt, das Gericht muss diese Lage auch NACHVOLLZIEHEN können.

In den geschilderten Fällen (Links) wäre eine Notwehr vermutlich nachvollziehbar gewesen.

Es gab auch Fälle, bei denen ein Verteidiger verknackt wurde (3 Jahre), weil er irrtümlich von einer Notwehrsituation ausging (die das Gericht aber nicht gegeben sah, er hatte einem 18-jährigen offenbar ohne Warnung in den Rücken geschossen, so geschehen in Hannover).

In einem anderen Fall ging ein Rentner straflos aus, weil er bedroht wurde, und verängstigt war (konnte das auch anscheinend überzeugend darlegen). (flüchtenden Einbrecher erschossen)
Das war so ein Fall vom Typus "rechtswidrig, aber straflos".

So wie die Frage gestellt wurde "ist man im Recht..." ist diese zu verneinen. Nach der Straflosigkeit (ist was anderes) hat er nicht gefragt.

Antwort
von implying, 76

in einigen US-staaten darfst du das. in deutschland aber nicht. einzige ausnahme: notwehr.

da gabs doch vor paar monaten erst dieses urteil gegen einen kerl, der einbrecher bei sich ertappt hat. und als die davon liefen hat er einem davon noch in den rücken geschossen. wurde verurteilt. ging nämlich nicht mehr als notwehr durch, weil die unbewaffnet und schon am weglaufen waren. also mord ^^

Kommentar von Janiiiiik ,

das war bei einem film was du erzählst :D

Antwort
von schelm1, 41

Sie dürften sich da ganz schön "in die Nesseln setzen"!

Die unsachgemäße Lagerung der Waffe ist bereits ein Verstoß gegen das Waffengesetz und wird dementsprechend geahndet!

Die Waffe als solche kann im Privbatbesitz ausschließlich als Sportgerät für Sportschützen und Jagdwaffe für Jäger dienen.

Damit scheidet Sie bereits als Mittel zur Selbstvertreidigung bei ordnugnsgemäßer Verwahrung im eigenen Haus (Munution gerennt von der Waffe - keine unmittelbare Zugriffsbereitschaft aufgrund der Verwahrung von Munition und Waffe in einem geeigneten Waffenschrank) aus.

Ignoriert man dies alles und verwendet die Waffe ohne vorherige Prüfung der Verhältnismäßigkeit im Falle der Notwehr oder des Notstandes, macht man sich strafbar, falls der Geschädigte durch den Einsatz der Waffe verletzt wird oder gar zu Tode kommt.

Als Waffeninhaber sind Sie stets der "Gekniffene"!

Bleibt als bitterer Trost, dass Sie sich zwar evtl. erfolgreich verteidigt haben, aber gleichzeitig ein Wust an Ärger auf Sie zukommt.

Sicherer soll es wohl sein, wenn man die Polizei anruft und hoffen darf, dass die auch rechtzeig eintrifft, bevor Sie das Opfer von Gewalt werden!?!

Das ist folglich eine riskante Sache der persönlichen Abwägung und Entscheidung!

Kommentar von Nitarius ,

"Ignoriert man dies alles und verwendet die Waffe ohne vorherige Prüfung der Verhältnismäßigkeit im Falle der Notwehr"

Das ist Blödsinn, innerhalb der Notwehr kommt keine Verhältnismäßigkeit zum Tragen.

Kommentar von schelm1 ,

Vor Gericht sieht man das bekanntlich völlig anders, sobald es um den unbestreitbaren "Täterschutz" geht!

Kommentar von Nitarius ,

Völliger Quatsch, gerade vor Gericht sieht man dies nicht anders, was hier eigentlich bekannt sein sollte. Der Begriff Täterschutz lässt allerdings mehr Schlüsse über Ihre Haltung gegenüber der Rechtsordnung zu als über die Rechtsordnung selbst.

Kommentar von schelm1 ,

Na ja! Man verfolgt halt die im Zusmmenhang mit Ihrer Vorstellung von Selbstjustiz einhergehenden Gerichtsverhandlugnen und die dabei verstärkt erkennbare Täterschutzhaltung der Gerichte, die Opfer häufig in die Nähe der Täter rückt..

Kommentar von Nitarius ,

Meine Vorstellung von Selbstjustiz? Sorry, aber ihre Argumentation, sofern man sie so nennen kann, ist einfach nur lächerlich. Schönen Tag noch.

Antwort
von gri1su, 116

Nein, darfst du nicht, denn sonst wärst du wegen eines Tötungsverbrechens dran.

Eine Notwehr liegt auch dann nur vor, wenn die Einbrecher dich angreifen würden - und dann spielt die Verhältnismäßigkeit eine große Rolle.

Kommentar von uni1234 ,

Bei der Notwehr spielt die Verhältnismäßigkeit gerade keine Rolle!!!

Kommentar von Velodogs ,

..und dann spielt die Verhältnismäßigkeit eine große Rolle.

Es gibt in den gesetzlichen Regelungen zur Notwehr keine " Verhältnismäßigkeit " und das mit voller Absicht.

Kommentar von gri1su ,

Ganz sicher gibt es die Verhältnismäßigkeit - sie spielt bei Notwehr eine sehr große Rolle.

Beispiel: Du schlägst einen Angreifer mit einem Faustschlag zu Boden - soweit ok., Aber wenn du dann auch noch auf ihn eintrittst, ist es nicht mehr ok, weil vollkommen überzogen. Das wäre dann auch keine Notwehr mehr.

Kommentar von gri1su ,
Kommentar von Cubrapido ,

Das ist aber nicht mit Verhältnismäßigkeit gemeint. Was du hier als beispiel gegeben hast ist notwehr Überschreitung. 

Eine Verhältnismäßigkeit wäre z.b du darfsts einen einbrecher nur bewaffnet abwehren wenn er selber bewaffnet ist. 

Diese Verhältnismäßigkeit gibt es bei der notwehr aber nicht. Die verteidigung muss lediglich gegeben sein

Kommentar von furbo ,

Eine Notwehr liegt auch dann nur vor, wenn die Einbrecher dich angreifen würden -

Aha. Ein Angriff auf das Eigentum und die Unverletzlichkeit der Wohnung ist nicht notwehrfähig?

Kommentar von gri1su ,

hast recht, da habe ich mich falsch ausgedrückt. Notwehr bezieht sich nicht nur auf persönlichen Angriff, sondern auch auf Rechtsgüter. 

Antwort
von MrMiles, 92

Nein - es wird immer nach einem Verhältnis geschaut.

Selbst sie zu schlagen könnte dir schon eine Strafe einbringen, solange die Einbrecher selbst keine Gewalt anwenden.

Wenn sie dich allerdings physisch angreifen, darfst du dich selbstverständlich verteidigen. Jedoch wird auch hier geschaut ob ein tödlicher Schuss wirklich notwendig war. Sollte entschieden werden, dass die Situation auch anders gelöst werden könnte, dann wird das zu deinem Nachteil ausgelegt.

Kommentar von Janiiiiik ,

Und wenn ich die beiden abknalle und in deren Hände ein Messer lege , oder nur die Fingerabdrücke nehme und das Messer in die nähe der Leiche schmeiße ?

Kommentar von MrMiles ,

Zählt leider nicht - eine Drohung, selbst mit einem Messer ist juristisch gesehen etwas anders als wenn sie das Messer wirklich gebrauchen, es also physich anwenden.

Oder einfacher gesagt - bevor du dich wehren darfst, müssen sie den ersten Schlag ausführen. Das Gesetz unterscheidet zwischen "nur reden" und "es auch tatsächlich machen".

Kommentar von Janiiiiik ,

Ich schneide mich dann mit dem Messer am Arm und meine Freundin ist Zeuge das er mich angegriffen hat ... ist das ok ?

Kommentar von MrMiles ,

Nein ist es nicht. Wird auch nicht funktionieren.

Kommentar von furbo ,

bevor du dich wehren darfst, müssen sie den ersten Schlag ausführen.

Blödsinn. Notwehr kann bei einem laufenden und einem unmittelbar bevorstehenden Angriff geltend gemacht werden. Auf den "ersten Schlag" muss niemand warten. 

Kommentar von furbo ,

Dann dürfte dein planerisches Verhalten bei der Urteilsfindung im Verfahren wegen Totschlag berücksichtigt werden. 

Kommentar von uni1234 ,

Oh man. Hier ist leider einiges falsch. Zunächst einmal muss man mit der Notwehr natürlich nicht warten, bis der Täter einen geschlagen hat. Ausreichend ist es, wenn der Angriff "unmitttelbar bevorsteht".

Dann wird bei der Notwehr grundsätzlich gerade nicht auf das Verhältnis geschaut. Ein Schlag zur Verteidigung des Hausrechts ist unproblematisch gerechtfertigt.

Antwort
von grisu2101, 35

Leider nein, aber dass Du einen Waffenschein bekommen hast mit der Frage im Hintergrund, das wundert mich :-))

Kommentar von winstoner14 ,

Ich denke das war eine Beispiel Frage ;-)

Kommentar von moose1312 ,

Finde die Frage aber auch durchaus merkwürdig, nachdem ich in den Kommentaren oben dann gelesen habe: "Ich knall den ab und leg ihn ein Messer in die Hand ,der würd ja kaum reden als toter ... ist das ok ?Ich sage er wollte uns angreifen..."

Da muss ja schon etwas nicht stimmen...

Antwort
von Kaathhii, 47

Nein wir sind hier nicht in amerika

Kommentar von Velodogs ,

Du dürftest von den tatsächlichen gesetzlichen Regelungen zu Notwehr in den einzelnen Bundesstaaten der USA nicht die geringste Ahnung haben.....

Kommentar von Lestigter ,

Sowas durfte hier nicht fehlen..

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