Frage von Wwwwztt, 28

Ist man als Selbstmörder ein Egoist und schlechter Mensch?

Antwort
von Interesierter, 27

Nein! Zunächst mal gefällt mir der Begriff "Selbstmord" nicht, denn derjenige, der diesen Schritt geht, ist alles, nur kein Mörder. 

Weiter hat dieser drastische Schritt zur Beendigung des eigenen Lebens in den allermeisten Fällen Hintergründe, die Aussenstehende nur selten wirklich verstehen. 

Aus meiner eigenen Sicht kann ich den Suizid nicht verstehen und auch nicht gut heissen. Aus eigener Erfahrung weiss ich, dass es, egal was jemanden zu diesem Schritt treiben mag, immer Lösungen gibt. Diese mögen manchmal schwierig sein, aber man wächst mit seinen Aufgaben. 

Aus jeder Situation, sei sie noch so eingeengt, gibt es Auswege. Man muss nur danach suchen. Für aufgestaute und zurückgehaltene Aggressionen gibt es Ventile. Man muss sie nur suchen und nutzen. Wichtig ist für gefährdete Personen vor allem, dass sie anfangen, ein selbstbestimmtes Leben zu führen, in dem sie selbst die Person sind, die die Entscheidungen über die Richtung des Lebens trifft. 

Suizidgefährdete sind meist recht passiv, fühlen sich eingeengt und erdrückt. Vielfach kommen Aggressionen hinzu, die durch die Einengung nicht nach aussen abgeführt werden können. Hier gilt es aus diesem Gefängnis auszubrechen, um zu neuen Ufern aufzubrechen. 

Antwort
von melonenmaedchen, 15

Darüber habe ich auch schon oft Nachgedacht aber ich weis eben auch wie schlimm es für die Angehörigen ist da meine ehemalige beste Freundin auch diesen weg des Suizids genommen hat. Es ist schwer zu sagen ob man egoistisch daduch ist oder nicht aber man muss sich zu 1000% sicher sein das es für einen selbst der richtige weg ist. Bevor man sich für den Suizid entscheidet sollte mann in Behandlung gewesen sein denn meist hilft diese so wie sie mir geholfen hat. Verlust ist immer schwer

Antwort
von Himmelsschaf, 17

Nein. Trotzdem ist es in vielen Fällen eine schlechte Idee. Wenn man zum Beispiel eine Depression hat ist man kaum zurechnungsfähig und sollte dementsprechend lieber keine so weitreichende Entscheidung treffen. Das ist aber eine ganz andere Situation als wenn du zum Beispiel weißt das du sterbenskrank bist und lieber mit Würde gehen möchtest.

Antwort
von YStoll, 28

Nein, dein eigenes Leben ist das einzige was wirklich nur dir gehört. Du hast vollständige Entscheidungsfreihet darüber, was du daraus machst.

Kommentar von Wwwwztt ,

Selbst wenn man damit seine Familie sehr unglücklich macht?  Ich weiß einfach nicht ob man seinen Eltern so einen Schmerz zumuten darf

Kommentar von YStoll ,

Man würde seine Familie nur unglücklich machen, wenn diese einen wirklich liebt. Die Leute, die dich lieben, wollen nur das Beste für dich. Wenn du fest davon überzeugt bist, das Beste ist der Suizid, dann sollte deine Familie eher wollen, dass du diesen Weg gehst, als für Ihr wohl zu leiden. Ich sehe es also als egoistisch von den Familienmitgliedern an, wenn sie durch das Zusprechen von Schuldgefühlen einen beeinflussen wollen. Zumal ich nicht denke/glaube, dass man nach seinem Tod noch Schuldgefühle haben kann.
Nur sollte man sich in seiner Entscheidung absolut sicher sein.
Es handelt sich um eine einmalige Handlung, deren Folgen nicht mehr umkehrbar sind.
Du solltest dich selbst fragen: "Wenn ich weiter lebe, wird es in meinem restlichen Leben mehr Momente geben, in denen ich das Nicht-Begehen von Selbstmord bereue  oder wird es mehr geben, in denen ich mich noch dem Leben erfreue?"

Antwort
von herja, 22

Weder das Eine noch das Andere!

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