Frage von Tromatrix, 159

Ist Linksradikalismus gut?

Hört sich zwar komisch an das ich so was frage, aber ich wohne in einem viertel wo viele positiv davon reden, aber was ist das überhaupt? Und ist das gut? Danke im Voraus

Antwort
von MrHilfestellung, 45

Ich bin selbst linksradikal also ist das natürlich meine persönliche Meinung und dir steht es frei, dass dir die Ansichten der politischen Mitte oder sogar rechte Ansichten besser gefallen.

Man muss aber auch dazu sagen, das es schwer ist Politik in ein eindimensionales Diagramm zu stecken. Denn die Ablehnung von TTIP ist bspw. ein Punkt den Rechte wie auch Linke oft befürworten. Genauso vertritt die bürgerliche Mitte oft rassistische und ausländerfeindliche Ansichten, die man eher bei Rechtsextremisten vermutet. 

Grundsätzlich finde ich Linksradikalismus gut (auch wenn es auch genug Formen gibt, die ich ablehne), da er für die Gleichheit aller Menschen eintritt.

Ich bin antiautoritärer, anarchistischer und auch ein bisschen antideutscher Linker. Was das alles genau ist erklär ich.

Antiautoritär bedeutet, dass Regierungsformen und allgemein Gesellschaftsformen die autoritär, also grob gesagt Freiheit-einschränkend sind. Daraus schließe ich auch die Ablehnung von den ebenfalls linken Regierungen bspw. in der DDR und in der Sowjetunion.

Anarchistisch bedeutet, dass ich als endgültiges Ziele eine Gesellschaftsform anstrebe, die ohne Hierachien und Staaten auskommt. Das das natürlich ziemlich utopisch ist weiß ich selbst, aber mir ist es wichtig zumindest in die Richtung zu gehen. Das heißt zum Beispiel in der Schule flachere Hierachien zu fordern oder linke Freiräume zu erhalten.

Antideutsch bedeutet, dass ich den deutschen Nationalismus spezifisch als den schlimmsten Nationalismus ansehe, da er den Holocaust hervorgebracht hat. Das macht anderen Nationalismus natürlich nicht gut. Aus dieser Ansicht heraus leite ich eine Solidarität mit Israel ab, da ich der Meinung bin, dass Juden und Jüdinnen in jedem Staat Antisemitismus ausgesetzt sind und deshalb ein Staat in dem Juden und Jüdinnen die Mehrheit stellen notwendig ist. Zumindest solange bis es keine Staaten mehr gibt und auch der Kapitalismus abgeschafft ist.


Du musst wissen welche politische Richtung deine ist. Ich fände es schön, wenn du Linker wirst (muss ja nicht linksradikal sein) aber wir leben in einer pluralistischen Gesellschaft.

Kommentar von MickyFinn ,

,,Ich bin selbst linksradikal "

haha xD Das wusste ich noch gar nicht.

Nur so aus Neugier... welcher Vollzeittätigkeit gehst du nach?

Kommentar von MrHilfestellung ,

Inwiefern ist das wichtig?

Kommentar von uselexx ,

weil die meisten linken nur solange linke ansichten vertreten, solange sie bei mutti wohnen oder harzIV beziehen.. auf deutsch, nicht für sich selbst sorgen müssen

Kommentar von MrHilfestellung ,

Ich wohne weder bei Mutti, noch beziehe ich Hartz IV.

Antwort
von DreiGegengifts, 37

aber was ist das überhaupt?

Der Begriff ist als Fremd- und Eigenbezeichnung in Verwendung. Eine Definition ist daher schwierig.

Als Radikalismus werden demokratische Bewegungen bezeichnet. Radikal ist, wer die Lösung gesellschaftlicher und politischer Probleme bei der Wurzeln sucht. Viele demokratische Parteien im Ausland führen den Begriff auch mit im Parteinamen. Innerhalb Deutschlands wurde der Begriff Radikalität dagegen lange Zeit vom Verfassungsschutz geprägt. Nach dem Krieg wurden unter diesem Begriff alle extremistischen politischen Bewegungen gruppiert. Wie alle Behörden war auch der Verfassungsschutz mit zahlreichen Altnazis besetzt. Heute verwendet der Verfassungsschutz nur noch  den Extremismus-Begriff.

Was sich die Menschen unter Linksradikalismus vorstellen hängt sehr von deren Sichtweise ab. Es gibt keine besonderen Merkmale, die man dem Linksradikalismus per se zuschreiben könnte. Ich würde mich selbst auch als linksradikal bezeichnen. Wobei so eine Bezeichnung eben mehr eine Hülle für verschiedene radikale Ansichten ist und keine konkrete politische Haltung.

Antwort
von soissesPDF, 23

Sagen wir so, da es seit 30 neoliberal zugeht, einschließlich der SPD, hat es diese Radikalisierung, rechts wie links, ebenso bei den Feministinnen.
Die s.g. Wutbürger sind nicht aus dem luftleeren Raum gefallen.

Naturgemäß werden Neoliberale nicht reuig ihre Positionen räumen.
Daher entstehen Situationen, links- wie rechtsherum die nach Ausdruck verlangen.
Wie es letztlich ausgehen wird entscheidet der weitere Verlauf der Geschichte.

Antwort
von voayager, 33

Das kann man doch so garnicht beantworten, es kommt schließlich noch immer drauf an, Wann sich Linksradikalismus zeigt, Wer ihn aufgreift und Wie er bei den Massen ankommt. Dann isses auch bedeutsam, ob der erfolgreich iss oder nicht. wie heißt es in den USA so treffend: "der Erfolg gab ihm recht."

So wie du vorgehst, wird ne bloße moralische Sache draus, losgelöst von einer möglichen oder fehlenden Resonanz und Erfolg oder nicht. Das aber sind im realen Leben die eigentlichen Parameter.

Antwort
von MickyFinn, 21

Für mich sind das Faulpelze und/oder Träumer.... ja es gibt bestimmt auch Ausnahmen... aber bislang habe ich noch keine getroffen.

Ich finde zudem noch, das sie sehr kurzsichtige Ansichten vertreten und nur im ,,hier und jetzt" leben, denken und handeln. Sie sind nicht in der Lage zu hinterfragen, logisch zu denken, oder sich selbst zu informieren. 

Außerdem halte ich Linksradikale für recht aggressiv, im hohen Maße Beratungsresistent und versuchen (nicht selten ohne Gewalt) anderen ihre Meinung aufzuzwingen.

Hmm.... nur aus Neugier... wie viele von den Linksradikalen(-Symphatisanten) die du in deinem Viertel kennst, oder siehst, sind denn beruflich in Vollzeit tätig?

Antwort
von archibaldesel, 34

Radikalismus jedweder Form ist fragwürdig, weil er chauvinistisch ist.

Kommentar von koten ,

Kannst Du bitte erklären, warum Radikalismus chauvinistisch sein muß?

Kommentar von archibaldesel ,

Weil Radikale so 100 % von ihrer Meinung überzeugt sind, dass sie keine anders lautende Meinung akzeptieren können. Ihnen fehlt jegliche Toleranz.

Kommentar von koten ,

Da Du von Deiner Meinung auch 100%ig überzeugt bist, bist Du also auch ein Radikaler, richtig?

Das beweist aber noch nicht, daß Radikale keine anderen Meinungen akzeptieren können. Auch wenn Du gerade versuchst, das zu beweisen,

Kommentar von archibaldesel ,

Ich versuche gar nichts zu beweisen. Das ist meine persönliche Meinung. Da ich kein Radikaler bin, akzeptiere ich durchaus, wenn du anderer Meinung bist. Das ist mir sogar ziemlich egal....

Kommentar von koten ,

Erst erkennt man Radikale daran, daß sie von etwas zu 100% überzeugt sind. Dann zeigst Du Dich von Deiner Meinung zu 100 % überzeugt. Aber ein Radikaler bist Du angeblich nicht.

Sorry. Das ist mir zu hoch.

Kommentar von archibaldesel ,

Ich dachte mir schon, dass du mir intellektuell nicht folgen kannst. Die 100%ige Überzeugung ist nur ein Teil der Satzes. Man darf nach dem Komma durchaus weiterlesen.

Antwort
von LordSimcoe, 47

Nichts was stark in eine Richtung neigt ist gut!

Und bevor du sich dazu hinreißen lässt bei Demonstrationen Steine zu werfen: Was du nicht willst, dass man dir tut, das füg auch keinem anderen zu!

Auch für den Fall, dass du irgendwann drohst Rechts, Links, Salafist oder Kriminell zu werden...siehe oben.

Kommentar von koten ,

Was machst Du mit den radikalen Verfechten der Marktwirtschaft?

Antwort
von Caize, 45

Grundsätzlich ist Radikalismus in keine Hinsicht gut. Sobald Menschen wegen der Politik andere verletzen / beleidigen, wird eine Grenze überschritten. Grundsätzlich darf jeder Links- / Rechtsradikal sein, solange er damit niemanden schadet.

Kommentar von koten ,

Ich vermute, Du hast Radikalismus nicht richtig verstanden. Man kann Radikaler sein, ohne jemanden zu verletzen oder zu beleidigen. Zum Beispiel kann man versuchen, sein ganzes Leben an Jesus auszurichten. Das bedeutet dann natürlich auch, konsequent der Bergpredigt zu folgen. Du erinnerst Dich sicherlich: Selig sind die Friedfertigen ... Dann darf man natürlich niemanden beleidigen oder anders verletzen. Trotzdem ist so jemand radikal.

Jemanden, für den Deutsch sein bedeutet, daß er versucht, nur solche Produkte zu kaufen, bei denen die Hersteller zur Mehrheit in deutschen Besitz sind (und der dann auf sein Lieblingsbier verzichtet, weil die Brauerei von einem US-Konzern geschluckt wurde), bezeichne ich auch als radikal.

Und noch eines zu der Grundsätzlichkeit: In Gefahr und großer Not, führt der Mittelweg zum Tod.

Kommentar von Caize ,

Ich habe sehr wohl Radikalismus verstanden. In meinem letzten Satz hieß es:

"Grundsätzlich darf jeder Links- / Rechtsradikal sein, solange er damit niemanden schadet."

Wenn man diesen Satz interpretiert, würde einem auffallen, dass ich weiß, dass Radikalismus nicht immer mit Gewalt / Beleidigungen zusammenhängt. Des Weiteren reden wir hier über politische Radikalität, welche meiner Meinung nach nicht gut ist. Man muss sich nicht genau in der Mitte positionieren, jedoch kann ein Staat nicht vernünftig funktionieren, wenn es nur radikale Menschen gäbe. 

Ich hoffe, du verstehst, was ich damit sagen will.

Schönen Tag noch.

Kommentar von koten ,

Das ist aber nur einer der drei Sätze. Die ersten beiden klingen total anders. "Grundsätzlich ist Radikalismus in keine Hinsicht gut." ist eine klare Aussage.

Und wieso soll ein Staat nicht funktionieren können, wenn seine Bürger verschiedenen Formen gewaltfreien Radikalismus anhängen.

Jesus und die Bergpredigt sehe ich übrigens als absolut politisch an.

Radikaler Marktliberalismus, wie er von Teilen der FDP vertreten wird, ist auch politisch. Und trotzdem nach allgemeinen Verständnis gewaltfrei.

Antwort
von Silmoo, 50

Radikalismus egal ob rechts oder links oder Religion hat was  Negatives, weil diese Anhänger nur ihre  Meinungen für richtig halten und das ohne wenn und aber.

Kommentar von vfboweh ,

Jeder hält nur seine Meinung für Richtig, sonst wäre es nicht seine Meinung.

Kommentar von Silmoo ,

Über eine Meinung kann man diskutieren, das wollen die Radikalen überhaupt nicht. Sie verfallen gerne in Aggressionen  oder Beleidigungen.

Kommentar von koten ,

Warum diese Verallgemeinerungen? Du müßtest Du doch als zu radikal ablehnen.

Kommentar von koten ,

Wie kommst Du auf diese Idee? Man kann auch zum Dogmatiker werden, indem man das nicht-politisch-sein und nicht-religiös-sein zum Dogma erhebt. Und man kann radikal und trotzdem Tolerant sein.

Kommentar von Silmoo ,

Radikal und Tolerant ist unverträglich wie Feuer  und  Wasser.

Kommentar von Silmoo ,

Ok, Ausnahmen gibt es auch bei einigen Anhängern der Radikale im Bezug auf Toleranz.

Kommentar von koten ,

Siehe z.B. Jesus. Der war tausendfach radikaler als ist, und trotzdem tausendfach toleranter,

Kommentar von Silmoo ,

Ja , gutes Beispiel mit dem Jesus.

Kommentar von simonpeters79 ,

Radikal und Tolerant ist unverträglich wie Feuer  und  Wasser.

In einigen Einzelfällen mag das stimmen. Aber eben nur in Einzelfällen. Man kann nämlich sehr wohl eine Ansicht radikal vertreten aber dennoch Toleranz gegenüber der gegenteiligen Ansicht haben.

Antwort
von UserDortmund, 14

Nein
Weder links noch rechts ist gut

Antwort
von josef050153, 10

Alles, was auf - ismus  endet ist meistens schlecht, egal ob es Nationalsozialismus, Kommunismus oder irgend ein sonstiger Radikalismus ist.

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