Frage von Grashalm008, 52

Ist Liebe nur ein biochemisch und durch Hormone gesteuerter physiologischer Prozess, der der Arterhaltung und Fortpflanzung dient?

... oder wie seht Ihr die Liebe? Und gibt es die wahre LIebe?

Antwort
von Suboptimierer, 23

Liebe ist ein sehr abstrakter Begriff. Das, was du beschreibst, ist nur ein Aspekt der Liebe.

Liebe bedeutet besondere / verstärkte Zuneigung. Sie beschränkt sich nicht auf Paare. Man kann auch seine Eltern und seine Kinder lieben. Man kann auch Gegenstände lieben oder Abstraktes wie das Leben an sich oder etwas Spirituelles wie Gott. Es gibt nichts, was man nicht lieben kann. Man gegenüber allem Zuneigung empfinden.

Gibt es die wahre Liebe? Ich behaupte, dass es keine falsche Liebe gibt. Man kann vielleicht andere täuschen, aber schwer sich selbst.

Antwort
von Ottavio, 17

Leben ist ein biochemischer Prozess, gesteuert durch Hormone und Neuronen, also physiologisch wirksame Stoffe und Vorgänge, und natürlich durch Umwelteinflüsse. Es beruht zwar nicht ausschließlich, aber notwendigerweise darauf, dass es der Fortpflanzung nützlich ist. Das gilt auch für Gefühle wie die Liebe, den menschlichen Geist und die menschliche Kultur, also auch für die "höchsten" Organisationsformen des Lebens. Aber was heißt denn hier "nur"? Das macht das Leben und die Liebe doch nicht weniger wertvoll ! Ihr, lasst Euch nicht betrügen, dass Leben wenig ist ! Schlürft es in vollen Zügen, es wird euch nicht genügen, wenn ihr es lassen müsst ! (Bertholt Brecht) Mit einer biologistischen Sichtweise hat das nichts zu tun, mein Fach ist die Philosophie. Aber alles Philosophieren und jede Kultur können nicht darüber hinwegtäuschen, dass es das Sein ist, welches das Bewusstsein bestimmt, nicht umgekehrt. Richtig ist, dass der Testosteronspiegel mit dem Alter sinkt und die Liebe deswegen nicht nachlassen muss. (Eine Garantie dafür gibt es nicht.) Ich darf allerdings darauf hinweisen, dass es auch noch andere Hormone gibt, die etwas mit dem Gefühl der Liebe zu tun haben, insbesondere das "Kuschelhormon" Oxytocin. Gefühle als Illusion zu bezeichnen, nur weil sie auf chemischen und elektrochemischen Prozessen beruhen, ist gequirlter Blödsinn. Wer Verliebtheit empfindet, ist verliebt und hat nicht nur die Illusion davon. Natürlich geht der Rausch der Verliebtheit mit der Zeit zurück, wie jeder Rausch, wenn er nicht tödlich ist. Zugestanden auch, dass sie nicht alles ist von dem, was wir als "Liebe" bezeichnen. Aber eine "wahre Liebe" jetzt von ihr abgrenzen zu wollen, als seien Verliebtheit (und sexuelle Bedürfnisse) etwas, was ihr nicht nützlich, sondern sogar hinderlich seien, geht gar nicht. Ein bisschen Verliebtheit ist für eine Beziehung auch nach 45 Jahren noch nützlich.

Antwort
von berkersheim, 16

Es gibt ein dickes Buch "LIEBE" von Richard David Precht. Darin zeigt er u.a., dass die Reduktion auf die Behauptung, Liebe ist nur ein "biochemisch und durch Hormone gesteuerter physiologischer Prozess, der der Arterhaltung und Fortpflanzung dient" viel zu kurz greift. Das ist ein Vulgär-Biologismus, der bis auf wenige Ausnahmen längst nicht mehr in der Biologie vertreten wird. Das gilt nicht mal bei höherentwickelten Tieren, die eine einfache kulturelle Entwicklung erkennen lassen. Mit solchen Vorstellungen sollte man vorsichtig sein, weil sie letztlich auf einen biologisch reduzierten und begründeten Rassismus hinaufslaufen. Wenn nähmlich das sehr differenzierte Kulturphänomen Liebe sich nur auf Biologie redzieren lässt, was an unseren kulturellen Differenzierungen nicht auch?

Antwort
von Chrisx95, 3

Ich halte es einmal relativ kurz:

Es gibt 'Verliebtheit', die ausschließlich körperlich ist und nur eine begrenzte Zeit anhält. Sie ist (wie ich vermute) nur für die Fortpflanzung dienlich und vielleicht additional für die Erfüllung körperlicher Gelüste. (Außerdem wissenschaftlich vollständig erklärbar (Ausschüttung von Hormonen, ect.) sowie vorraussagbar und gar provozierbar/einzuleiten)

Dann gibt es die 'Liebe'. Was soll man zu dieser sagen? Sie hat im Gegensatz zu der Verliebtheit nichts mit der sexuellen Ausrichtung zu tun und ist nicht körperlichen, sondern geistigen Ursprungs, außerdem Wissenschaftlich nicht erklärbar.

Also sind dies zwei völlig verschiedene Dinge, die aufgrund der Benennung leider hin und wieder fälschlicherweise durcheinandergebracht oder gar gleichgestellt werden... Verliebtheit ist kurz und lustig, Liebe ist unendlich.

Nicht verwechseln und

Schöne Grüße

Chris

PS: Um hier mehr über die Liebe zu schreiben, fehlt mir just die Muße; da diese sich nicht in Worte fassen lässt, ist es zudem ein vergebliches Unterfangen, sie hier erklären zu wollen. Wie erwähnt: Liebe ist unendlich. (Verliebtheit nicht, doch einer Liebe kann eine Verliebtheit vorausgehen)

Antwort
von MrRomanticGuy, 6

Liebe ist leider nur ein biochemischer und durch Hormone gesteuerter physiologischer Prozess, allerdings kann dem ein bißchen entgegenwirken indem man eine Person liebt, die die gleichen Hobbies und Interessen, Lebenseinstellungen etc. hat. Bei Jamie-Lee Kriewitz zum Beispiel wär es mir egal ob es ein biochemischer Prozess wäre, denn sie ist Veganerin, interessiert sich für Anime/Manga, spielt Skyrim und hat so eine kindische Art wie ich. ^^

Antwort
von Skoph, 3

Was soll es denn sonst sein? Es ist ja ein kurz- oder langzeitiges Gefühl in einem Organismus mit Stoffwechsel. - Aus menschlicher, arterhaltender Sicht wäre es gut, wenn auf der Erde die umfassende Liebe (z. B. Selbst-, Nächsten-, Feindes-, Natur-, Tierliebe) mit Achtung des Lebens statt der Wille zur persönlichen Macht mit Mordlust umgesetzt würde. ABER aus Sicht des Universums ist es eher gleichgültig, ob der Planet Erde durch die Menschheit oder z. B. durch die Erkaltung der Sonne "sterben" wird... trotzdem müssen wir Menschen immer über die Liebe streiten, weil wir in einer hierarchischen Gemeinschaft leben (z. B. Arme und Reiche, Mächtige und Ohnmächtige, Dumme und Gescheite, Fleißige und Faule, Gesunde und Kranke, Junge und Alte, Weiße und Schwarze, Gelbe und Rote, Grüne und Braune).

Antwort
von dutch888, 22

ja und nein.

Ja, "liebe" ist ein chemischer Prozess. Hormone werden ausgeschüttet die dem Hirn die Illusion verschaffen das man verliebt ist.

Aber es gibt auch wahre liebe. Denn alles was über dieses hormongesteuertes Verhalten hinaus geht ist mehr als nur ein paar interne körperliche Prozesse. Wenn ein paar seit 50 jahren verheiratet ist und noch verknallt is wie am ersten tag is das sicherlich nicht mehr auf Hormone zurückzuführen^^ Also ja. Das is dann wahre liebe.^^

Antwort
von maxim65, 16

Ja natürlich, was sonst? Liebe stellt sicher das die gemeinsame "Brut" bestmöglichst aufgezogen wird.  Und natürlich auch das es überhaupt dazu kommt.

Antwort
von Virginia47, 5

Was du da beschreibst, würde ich eher als verleiben deklarieren. Das macht man nämlich ohne manchmal ersichtlichen Grund - nämlich, wenn die Hormone verrückt spielen. 

Liebe ist ein bisschen mehr. Der Anfang ist sicher das verliebt sein. Aber wo wie man dann im Alltag bestehen kann, und sich die Gefühle vertiefen, dass man ohne den anderen nicht mehr kann, würde ich als Liebe bezeichnen. 

Antwort
von RobertMcGee, 9

ja, die Liebe ist im Grunde nichts weiter als eine biochemische Reaktion

und ja, es gibt die wahre Liebe

Antwort
von brido, 19

Da müßte ich ca 40 Kinder haben. 

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