Frage von DerKritiker6663, 92

Ist Libertarismus eine verrückte Ideologie?

Ich meine Libertarismus kann doch nicht funktionieren oder? Die Schere zwischen Arm und Reich wären noch grösser als vorher oder nicht? Libertäre sind ja oft komplett gegen einen Staat oder Steuern, aber wie soll das gehen? Wie soll das funktionieren wenn alles privatisiert wird? Das würde ja im Neofeudalismus enden oder nicht? Ich meine das würde im Rauptierkapitalismus enden oder nicht? Ich meine wenn Kapitalismus nicht reguliert wird dann haben wir irgendwann Neofeudalismus? Ich meine wie soll Libertarismus? Warum glauben Libertäre das sich dann alle Probleme ohne Staat ohne Regierung einfach so in Luft auflösen dank des unregulierten Kapitalismus? Was ist mit den Gesetzen wenn es keinen Staat gibt? Libertarismus funktioniert nicht oder?

Antwort
von kevin1905, 28

Definiere bitte Libertarismus möglichst präzise, dann sage ich was dazu.

Kommentar von DerKritiker6663 ,

Wieso?

Antwort
von Ms42Ya, 72

Der Libertarismus ist ja selbst noch einmal in ein gutes dutzend unterschiedliche Strömungen aufgeteilt, die jeweils verschiedene Schwerpunkte und Interpretationen haben. Daher kann man gerade bei dieser Theorie nicht pauschal sagen, dass ganze sei so oder so. 

Kommentar von DerKritiker6663 ,

Aber Privatisierung ist nicht wirklich gut.

Kommentar von Ms42Ya ,

Von einem echten "Kritiker" erwarte ich aber mehr Differenzierung (Späßchen und nicht bös gemeint.). Privatisierung kann auch durch aus gut sein - sie per se als schlecht zu bezeichnen, wäre zu banal. 

Kommentar von DerKritiker6663 ,

Was ist daran gut? Bist du auch Libertärer?

Kommentar von Ms42Ya ,

Nicht jeder der Privatisierung gut findet, ist gleich Libertärer. Anders rum, frage ich dich wegen deiner Gegenfrage auch nicht, ob du Sozialist bist. Beispielsweise auf kommunaler Ebene ist es aufgrund der Verschuldung der Kommunen oft notwendig kommunale Aufgaben an private Akteure zu übertragen, um Kosten zu sparen. So können gewisse staatliche Aufgaben, welche sich der Staat eigentlich gar nicht leisten könnte, trotzdem weiterhin erhalten bleiben. Man denke dabei beispielsweise an: Straßen- und Grünanlagenpflege. 

Kommentar von DerKritiker6663 ,

Ja aber wichtige Dinge für die Allgemeinheit dürfen einfach nicht privatisiert werden, sonst ist es Rauptierkapitalismus.

Antwort
von alexklusiv, 70

Wenn die USA die nächsten hundert Jahre als Staat erhalten bleiben, dann kann man wohl sagen, dass Libertarismus funktioniert. Aber das werden sie natürlich nicht tun. Du zählst die Gründe ja alle selbst auf.

Kommentar von DerKritiker6663 ,

Libertarismus ist extrem asozial oder?

Kommentar von alexklusiv ,

Es ist sogar der Inbegriff von "asozial", da es das genaue Gegenteil von "sozial" darstellt.

Kommentar von DerKritiker6663 ,

Trotzdem behaupten viele Libertäre das Libertarismus sozial wäre. Sie behaupten auch das sie gegen die Neue Weltordnung sind dabei ist das genau die Neue Weltordnung, Herrschaft der Konzerne und Superreichen nichts anderes.

Kommentar von alexklusiv ,

Das behaupten sie, weil sie der irrigen Ideologie folgen, dass auf lange Sicht 'alle' profitieren würden, wenn der Markt an Freiheit gewinnt. Aber das ist natürlich schon allein wegen der begrenzten globalen Ressourcen völlig unmöglich, ein Zehntel der Menschen würde zur USA und neun Zehntel zur Ukraine werden, was den Reichtum betrifft. Die ziemlich reichen G7-Staaten verbrauchen mit ihrem 1/10 der globalen Einwohner über 1/3 der globalen Ressourcen, das widerlegt diese Theorie schon.

Märkte brauchen Regeln. Menschen brauchen Freiheit. Nicht umgekehrt - und beides zusammen wird nie funktionieren.

Kommentar von DerKritiker6663 ,

Ja wir würden uns so selbst zerstören. Die Allgemeinheit ist wichtiger als ein Einziger, das ist einfach so, die Menschheit ist nur gemeinsam stark. Aber genau das will die Elite ja teilen und herrschen, das geht indem man die Menschen zu Konsumsklaven macht.

Kommentar von alexklusiv ,

Das sehe ich ähnlich. Was mich mal interessieren würde, da die Welt ja nun mal genau so und nicht anders funktioniert, was schlägst du als Lösung vor?

Kommentar von DerKritiker6663 ,

Nun der Kapitalismus muss reguliert werden das ist klar. Und manche Institutionen gehören einfach verstaatlicht, so das es der Allgemeinheit dient.

Kommentar von alexklusiv ,

Aber welche Zukunft könnte ein "regulierter" Kapitalismus haben? Wilde Konkurrenz und Geldgier unter der Hand des Gesetzes? Für meine Begriffe ist das keiner modernen Zivilisation würdig. Konkurrenz darf nicht gefördert werden. Güter müssen von Menschen und für Menschen hergestellt werden, das Ziel darf nicht Profit, sondern ein gelungenes Produkt sein. Alles andere schraubt Preise in die Höhe und Qualität in die Tiefe.

Aber dieser Ansatz ist äußerst schwierig umzusetzen, denn die ganze Welt baut heutzutage leider auf dummer Konkurrenz - vor 30 Jahren war es noch die halbe Welt.

Kommentar von DerKritiker6663 ,

Tja viele glauben an der Unfehlbarkeit des Kapitalismus, aber ich fürchte der Kapitalismus wird in einer schrecklichen Dystopie enden wo mächtige Eliten am Schluss das sagen über praktisch alles haben, Neofeudalismus eben. Die NWO ist eben Neofeudalismus.

Kommentar von alexklusiv ,

https://www.youtube.com/watch?v=u07XONlDwX8

Das hier ist ein unheimlich gutes Video über diese Fragestellung.

Kommentar von DerKritiker6663 ,

Libertäre glauben ja sie stehen für die "Freiheit" stimmt nicht. Wen der Staat ganz abgeschafft wird werden eben mächtige Privatkonzerne die Macht übernehmen, diese Konzerne werden sich wohl durchaus bekriegen.

Kommentar von DerKritiker6663 ,

Libertäre hätten nämlich gerne die Freiheit andere Auszubeuten zu können, ohne Staat würden sie es noch stärker tun, denn ein unregulierter Markt ist nicht ganz ungefährlich, die Ausbeutung würde steigen.

Antwort
von theFIST, 58

Du hast eine so extrem emotionale Reaktion gegen die Ideologie, und denkst diese Ideologie wäre das verrückte?

Beruhige dich, such dir die wichtigsten deiner Fragen heraus, die Antworten dazu gibt es ja schon

Kommentar von DerKritiker6663 ,

bist du ein libertärer oder was? Warum?

Kommentar von theFIST ,

Der Staat ist eine gewaltbasierte, antiökonomische Institution, die den durch freiwillige Kooperation entstehenden Preismechanismus verzerrt oder gar zerstört, damit die wohlstandsfördende Aufteilung unserer Ressourcen blockiert, und moralisch unvertretbar ist

Kommentar von DerKritiker6663 ,

Du bist auch gegen Steuern warum? Wie soll eine Gesellschaft funktionieren in der alles privatisiert ist? Was ist mit den Gesetzen? Dann dürfen die Superreichen ja machen was sie wollen ne?

Kommentar von theFIST ,

natürlich, Steuern sind Raub

sie funktioniert, wie die Gesellschaft schon funktioniert, durch freiwillige Assoziation und Dissoziation, und marktwirtschaftlich aufgebaute Strukturen, nur ohne deren Verzerrung durch institutionalisierte gewaltsame Eingriffe

Der Staat ist nicht die Gesellschaft

Kommentar von DerKritiker6663 ,


 Aha dann werden die Reichen immer Reicher und die armen immer ärmer, bald haben wir dann eine Neofeudalistische Gesellschaft toll was? Weisst du überhaupt wie gut es dir hier geht?

Kommentar von theFIST ,

der Unterschied zwischen arm und reich wächst im momentanen System, in dem die überwiegende Mehrheit der 10 Forderungen des kommunistischen Manifests umgesetzt sind

Sozialismus funktioniert nicht, sondern führt automatisch zu wachsender Ungleichheit zwischen der politischen Klasse und der Bevölkerung, einer Ungleichheit die durch Staatsgewalt permanent verankert ist

in einem freieren Markt hingegen scheitern Firmen, die ihren Kunden keinen Zuwachs an Wohlbefinden bringen, wodurch es zu unterschiedlichen Zeiten unterschiedliche Leute sind, die arm oder reich sind

Kommentar von DerKritiker6663 ,

Hahaha Kommunismus? Wir haben keinen Kommunismus sondern Rauptierkapitalismus, Korporatismus, Neofeudalismus Oligarchen und Superreiche. Wie soll Raubtierkapitalismus diese soziale Ungleichheiten lösen?

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