Frage von 10Robin10, 271

Ist Leiharbeit eine gute Erfindung?

Hallo,

ist Leiharbeit eine gute Erfindung?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Spoeckel, 99

Leiharbeiter sind Sklaven 

Nein ist eine schlechte Erfindung 

Kommentar von Familiengerd ,

Bei allen Missständen, Auswüchsen, die es bei der Leiharbeit geben mag (wie auch bei vielen "normalen" Arbeitgebern):

Wenn Du das sagst, hast Du erstens nicht die geringste Ahnung von Sklaverei und beschönigst sie und zweitens auch überhaupt keine Ahnung von den Regelungen bezüglich der Leiharbeit!!

Kommentar von Familiengerd ,

Na, das muss man erst einmal schaffen, eine solche Nicht-Antwort als "hilfreichste" Antwort bewertet zu bekommen!

Kommentar von Plautzenmann ,

Und es gibt sie doch... blöde Antworten, die auf blöde Fragen passen :D

Antwort
von Plautzenmann, 140

Eigentlich ist Leiharbeit eine recht schlechte Sache. Der Wert des Einzelnen wird gesenkt, die Rechte der Arbeitnehmer werden aufgeweicht und zu allem Übel springen immer mehr Arbeitgeber auf den Zug mit auf... immerhin kann man so jemanden wegen jeder Kleinigkeit "entlassen", sodass er dann das Problem der Leihfirma ist.

Aber leider gibt es in manchen Branchen nur noch sehr schwer einen Einstieg, der nicht über Leiharbeiter führt. Entweder hat man unendlich viel Glück oder viel Vitamin B (Oder man ist eine Ingenieurin, dann bekommt man bei bestimmten Firmen wegen der Frauenquote die Stelle hinterher geworfen) . Sonst bleibt da nur die Leiharbeit.

Aber wenn man abwägen muss zwischen Leiharbeit und keine Arbeit, da nehme ich dann doch lieber die Leiharbeit.

Kommentar von Familiengerd ,

Der erste Absatz Deiner Antwort gibt eine sehr einseitige Sicht - wenn man von Auswüchsen und "schwarzen Schafen" absieht, die es bei den "normalen" Arbeitgeber genau so gibt!

Kommentar von passaufdichauf ,
Oder man ist eine Ingenieurin, dann bekommt man bei bestimmten Firmen wegen der Frauenquote die Stelle hinterher geworfen

Äh, geht's noch? Gerade als Frau muss ich deutlich mehr drauf haben als männliche Kollegen,  um mich in einem männerdominierten Berufsbild behaupten zu können.

Kommentar von Superstudent ,

Die Frauenquote gibt es bislang ohnehin nur für die Aufsichtsräte und nicht in den unteren Ebenen. In Skandinavien spricht man deshalb auch gerne von den goldenen Röcken. Grundsätzlich ist es aber richtig, dass eine Frauenquote, wie jede Quotierung, nicht nach leistungsrelevanten Kriterien urteilt. Da brauchen wir auch nicht zu diskutieren.

Von ihr profitieren v.a. Menschen, die es wegen mangelnden Talents sonst nicht so weit gebracht hätten. Für den Ingenieurberuf ist das aber heutzutage noch nicht der Fall.

Kommentar von Plautzenmann ,

Bevor hier jetzt das Bild entsteht, ich wäre ein frauenverachtender Macho-Proll:  Ich bin zufällig in der Branche tätig und kann anhand diverser Erfahrungen belegen, dass es nicht so ist, dass Frauen es deutlich mehr drauf haben müssten. Nun ist mir klar, dass meine paar Erfahrungen nicht für die Allgemeinheit sprechen, weshalb ich auch geschrieben habe "Bei bestimmten Firmen", nämlich denen, wo ich schon war.

Natürlich gibt es auch unter den männlichen Kollegen Blindgänger, aber deiner Aussage zufolge müssten es alle Ingenieurinnen perfekt drauf haben und dafür hatten manche derer, mit denen ich bisher zu tun hatte, herzlich wenig drauf.

Nun gibt es in meinem Kollegenumfeld natürlich auch Ingenieurinnen, die es sehr wohl drauf haben, ebenso wie Ingenieure. Dennoch ist deine Aussage, dass es Frauen deutlich mehr drauf haben müssen, schlichtweg falsch. Und jeder Personaler oder Vorgesetzte, der nach solchen Gesichtspunkten entscheidet, gehört in den Vorruhestand.

Antwort
von Schuhu, 121

Vom Grundgedanken nicht schlecht, aber die Ausführung ist katastrophal und hat dazu geführt, dass es kaum noch unbefristete Arbeitsverträge gibt. Geplant war ja ursprünglich, dass Firmen in Spitzenzeiten auf Leiharbeiter zurückgreifen könnten. Nun sind aber die Gesetze so gestaltet, dass Leiharbeiter billiger sind als Festangestellte. Wäre es teurer, auf Leiharbeiter zurückzugreifen, wäre es wahrscheinlich kein Problem.

Kommentar von Hope20 ,

Zufällig weiß ich das Leiharbeiter mehr kosten als eigene Angestellte. Habe auch Freunde die in der Buchhaltung die Rechnung vom Entleiher für sie gesehen haben, so viel verdient da kein Festangestellte und er selbst hat durch Zuschüsse für Fahrtkosten/Verpflegung auch mehr Netto als dieselben.

Kommentar von Schuhu ,

Leiharbeit muss erheblich teurer sein. Schließlich sparen die Arbeitgeber Urlaubsgeld, Krankheitskosten, Weiterbildungskosten usw. Leiharbeiter sind erheblich leichter zu kündigen, niemand muss ihnen eine Abfindung zahlen usw. Da Leiharbeiter mit ihrer Arbeit auch noch ihren Verleiher ernähren müssen, kosten sie auf den ersten Blick mehr, bei ihnen selbst kommt aber nur wenig an.

Kommentar von Familiengerd ,

Leiharbeiter sind erheblich leichter zu kündigen

Wie kommst Du denn auf diesen Unsinn?

Der einzige Unterschied besteht gegenüber "normalen" Arbeitnehmern dann, wenn auf den Leiharbeitnehmer einer der beiden Tarifverträge für die Leiharbeit (BAP/BZA oder iGZ) anzuwenden ist: da gelten in den ersten beiden Monaten kürzere Kündigungsfristen.

Da Leiharbeiter mit ihrer Arbeit auch noch ihren Verleiher ernähren müssen, kosten sie auf den ersten Blick mehr, bei ihnen selbst kommt aber nur wenig an.

Auch das ist - jedenfalls zum Teil - Unsinn!

Leiharbeitnehmer müssen genau so bezahlt werden wie vergleichbare Stammarbeitnehmer (sie sind dann also für den ausleihenden Betrieb teurer wegen der zusätzlichen Zahlungen an den Verleihbetrieb); sie sind nur dann billiger, wenn ihr Arbeitgeber (die Leihfirma) einen der beiden genannten Tarifverträge anzuwenden hat.

In den Antworten hier wird teilweise viel Unsinn zum Thema "Leiharbeit" verzapft!

Kommentar von passaufdichauf ,
wenn ihr Arbeitgeber (die Leihfirma) einen der beiden genannten Tarifverträge anzuwenden hat

Was ja nun mal in den meisten Leiharbeitsfirmen der Fall ist....

Leiharbeit war eine gute Idee, was daraus (durch mangelhafte Gesetzgebung ) ist entwürdigend für den Arbeitnehmer.

Kommentar von Familiengerd ,

Was ja nun mal in den meisten Leiharbeitsfirmen der Fall ist....

Woher willst Du das wissen?

Ich habe dazu keine Informationen, kann also nicht beurteilen, ob das tatsächlich so ist.

Kommentar von passaufdichauf ,

Meine ehemalige Firma ist ein Spitzenbeispiel dafür: ein eigenständiger Ingenieurdienstleister mit individueller Lohngestaltung. Die Mitarbeiter wurden anständig bezahlt und über Werkskontrakte verliehen. 

Dann wurde "Tarifvertrag" eingeführt. Igz. Für neueingestellte Ingenieure gab es nun knapp 17 Euro pro Stunde....

Kommentar von Familiengerd ,

Das beantwortet zwar nicht meinen Einwand - aber das ist selbstverständlich ein Alarmsignal, wenn das ein exemplarisches Beispiel für eine allgemein Entwicklung sein sollte: damit würde - ganz legal - der gesetzliche Grundsatz des "equal pay" unterlaufen.

Kommentar von passaufdichauf ,

Genau das meine ich ja damit, Gerd! Der Grundgedanke "equal pay" ist super und genau das, was Zeitarbeit im Grundgedanke einmal war.

Nur durch die Möglichkeit, eigene Tarifverträge abzuschließen und damit den "Equal Pay" zu unterlaufen, ist Zeitarbeit zu dem geworden, was sie heute ist: ein zweiter Arbeitsmarkt mit Menschen, die eben nicht den gleichen Standard haben wie der festangestellte Kollege neben ihm.

Diese Ausnahme gehört abgeschafft.

Kommentar von alexbababu ,

Dem stimme ich voll zu!

Kommentar von Familiengerd ,

@ passaufdichauf:

Menschen, die eben nicht den gleichen Standard haben wie der festangestellte Kollege neben ihm

Hinsichtlich der Tarifverträge für die Leiharbeitsbranche hast Du dann jedenfalls Recht, wenn der Kundenbetrieb ein höheres Entgeltniveau hat - ist es niedriger, sind tarifgebundene Leiharbeitnehmer im Vorteil; und sie haben Anspruch auf Gratifikationen/Sonderzahlungen, Überstundenzuschläge usw., auch wenn es sie im Kundenbetrieb nicht gibt.

So einfach ist es mit dem "Problem Tarifvertrag" dann also auch nicht.

Kommentar von alexbababu ,

Leiharbeiter sind erheblich leichter zu kündigen

Wie kommst Du denn auf diesen Unsinn?

Das ist kein Unsinn. Die entleihende Firma, kann der Verleihende Firma mit einer sehr kurzen Frist mitteilen, dass sie den Leiharbeiter nicht mehr benötigen. Die Verleihende Firma, kann aber natürlich dem Leiharbeiter nicht so einfach kündigen (tun sie aber leider doch sehr oft, weil Leiharbeiter oft nciht von ihren Rechten wissen)

Kommentar von Familiengerd ,

@ alexbababu:

Die Aussage "Leiharbeiter sind erheblich leichter zu kündigen" ist falsch, weil für sie bezüglich Kündigung allgemein das gleiche gilt wie für andere Arbeitnehmer (von verkürzten Fristen in den ersten zwei Monaten bei Tarifanwendung abgesehen).

Kommentar von ghost40 ,

Da bist du wahrscheinlich zufällig im Irrtum! Wenn ein Leasingmitarbeiter einem Unternehmen mehr kosten würde als ein Stammmitarbeiter würde es gar keine Leiharbeit mehr geben.

Zu den von Schuhu genannten Punkten kommt noch, dass der Arbeitgeber keinerlei Rücklagen bereitstellen muss. Es gibt auch kein Weihnachtsgeld und auch keine Prämien.

Kommentar von Familiengerd ,

@ ghost40:

Ziemlicher Unsinn, dieser Kommentar!

Wenn ein Leasingmitarbeiter einem Unternehmen mehr kosten würde [usw.]

Leiharbeitnehmer, deren Arbeitgeber (die Zeitarbeitsfirma) nicht einem der beiden Tarifverträge für die Leiharbeit (BAP/BZA oder iGZ) unterliegt, haben im Kundenbetrieb das gleiche zu erhalten wie vergleichbare Stammarbeitnehmer, sind für den Kundenbetrieb - wegen der zusätzlichen Zahlungen an der Verleiher - also teurer.

Es gibt auch kein Weihnachtsgeld und auch keine Prämien.

Wie kommst Du da drauf?!?!

Leiharbeitnehmer, auf die einer der beiden genannten Tarifverträge anzuwenden ist, erhalten Sonderzahlungen, Überstundenzuschläge usw. Für die anderen (ohne Tarifbindung) hängt das davon ab, ob es im Kundenbetrieb für die Stammarbeitnehmer solche Leistungen gibt!

Bevor man in lauter Unkenntnis der Materie nur aus Ressentiment antwortet (deren Gründe zum Teil sicher berechtigt sind), sollte man sich erst einmal kundig machen!!

Antwort
von Interesierter, 156

Das ist so einfach nicht zu beantworten. 

Zum Einen haben die Leiharbeiter meist weniger Lohn und auch nicht den Kündigungsschutz eines Festangestellten.

Andererseits ist gerade die Leiharbeit für gering qualifiziere eine Möglichkeit, in den Arbeitsmarkt einzusteigen.

Aus der Sicht des Arbeitgebers ist Leiharbeit eine Möglichkeit, um auf Schwankungen im Auftragseingang reagieren zu können.

Wie auch immer, Leiharbeit kann nicht grundsätzlich positiv oder negativ gesehen werden. Die Wahrheit liegt wohl irgendwo in der Mitte.

Antwort
von Hope20, 146

Meine persönliche Meinung: Ja gute Erfindung. Menschen ohne Ausbildung und Sprachkenntnisse haben die Möglichkeit in einen Beruf herein zukommen und selbst wenn sie nicht übernommen werden sammeln sie Erfahrung. Spezialisten können Projektbezogen mehr verdienen als Stammmitarbeiter. Es liegt an jedem selbst zu welchen Bedingungen er bereit ist zu arbeiten. 

Antwort
von alexbababu, 46

Wenn es nur das Arbeitnehmerüberlassungsgesetz geben würde, wäre es eine gute Erfindung. Dummerweise gibt es einen § welcher das Aushebeln des Gesetzes durch Tarifverträge erlaubt. Diese sind meist Mist

Antwort
von kenibora, 106

Gut oder schlecht. Arbeit oder arbeitslos! Jeder der in Leiharbeit ist kann sich aber schon einen festen Arbeitsplatz seiner Wahl selbst suchen, sofern er möchte....

Antwort
von chris4king, 43

Ich finde es gut, da es dem Arbeitgeber Flexibilität und dem Arbeitnehmer Chancen gibt. Oft werden Arbeitnehmer nach der Zeit als Leiharbeiter übernommen.

Antwort
von jimpo, 33

NEIN! Meiner  Meinung nach, ist das der letzte Strohhalm eines Menschen um etwas Geld zu verdienen.

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