Frage von tarea, 69

Ist Kündigung des Arbeitnehmers bei befristetem Arbeitsvertrag möglich?

Es liegt ein sehr gut bezahltes Arbeitsangebot vor - befristet vom Arbeitgeber bis Mitte Oktober. Die Befristung ist für mich völlig ok, ABER es geht für mich am 1. September langfristig anders weiter, also bei einem anderen Arbeitgeber. Ist es möglich, den befristeten Vertrag am Freitag zu unterschreiben und ihn für Ende August zu kündigen? Andernfalls müsste ich ehrlich sagen, dass es nur bis Ende August geht und würde ggf die Stelle nicht bekommen. Ich denke mir, wenn es trotz Befristung eine Probezeit gibt, könnte ich zumindest die Probezeit gutes Geld verdienen...Was meint ihr? Wie gehe ich nun am Geschicktesten vor? Ehrlich sein im Vorfeld oder schweigen und Vertrag erst genau durchlesen? Vielleicht gibt es ja für Arbeitgeber und Arbeitnehmer eine Kündigungsmöglichkeit trotz Befristung.

Expertenantwort
von Hexle2, Community-Experte für Arbeit & Arbeitsrecht, 47

Schau Dir den Arbeitsvertrag genau an. Befristete Verträge können nur ordentlich gekündigt werden, wenn dies im Arbeitsvertrag oder anwendbaren Tarifvertrag so vereinbart ist (§ 15 Teilzeit- und Befristungsgesetz).

Gibt es im Arbeitsvertrag eine Kündigungsvereinbarung (z.B. Probezeit mit verkürzter Kündigungsfrist), kannst Du den Vertrag unterschreiben und dann fristgerecht kündigen.

Expertenantwort
von lenzing42, Community-Experte für Arbeit & Arbeitsrecht, 40

Ist Kündigung des Arbeitnehmers bei befristetem Arbeitsvertrag möglich?

Siehe dazu folgenden Paragraphen:

§ 15 Abs.:1 Teilzeit- und Befristungsgesetz (TzBfG):

Ein kalendermäßig befristeter Arbeitsvertrag endet mit der vereinbarten Zeit.

§ 15Abs.3 TzBfG:

Ein befristetes Arbeitsverhältnis unterliegt nur dann der ordentlichen Kündigung, wenn dies einzelvertraglich oder im anwendbaren Tarifvertrag vereinbart ist.

Antwort
von pedde, 43

Es gibt eine spezielle Klausel in Verträgen, die z.B. dafür sorgen, dass der Arbeitnehmer oder der Arbeitgeber nicht aussteigen kann.

Im Normalfall hast du aber (auch in bei einem befristeten Vertrag) das Recht zu jedem Monatsende (4 Wochen davor) zu kündigen.

Es ist aber vielleicht nicht so gut den Arbeitgeber zu verärgern, da er dir ja auch ein Arbeitszeugnis ausstellen kann, was für den weiteren Werdegang nützlich sein kann.

Zudem läufst du Gefahr bei einem weiteren Wechsel, dass die neuen Chefs auch den Chef anrufen und er wohl nicht positiv über dich spricht.

Kommentar von tarea ,

Ich trete im September eine Arbeitsstelle bei einer Behörde an, die mit dem Überbrückungsjob gar nichts zu tun hat. Ich will niemanden verärgern, aber was die dann über mich denken, ist mir egal. Ich bräuchte nur die Ausstiegsoption und kenne mich mit befristeten Verträgen nicht aus.

Kommentar von Hexle2 ,

Befristete Verträge ohne Kündigungsvereinbarung laufen einfach nur aus. Sie können ordentlich nicht gekündigt werden.

Antwort
von Johannisbeergel, 39

Natürlich gibt es immer eine Kündigungsfrist. 

Kommentar von lenzing42 ,

Bei befristeten Arbeitsverträgen aber nur, wenn dies ausdrücklich im Arbeitsvertrag oder einem anwendbaren Tarifvertrag vereinbart wurde.

Kommentar von Hexle2 ,

Natürlich gibt es immer eine Kündigungsfrist. 

Stimmt nicht. Befristete Verträge gibt es auch ohne Kündigungsfrist. Sie laufen einfach aus und sind ohne Kündigungsvereinbarung nicht ordentlich kündbar.

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