Frage von micholee, 113

Ist krankengeld immer so gering oder liegt das an der Lohnsteuer?

Hallo folgender Fall: Eine Person hat sich beim Arbeitgeber krank gemeldet, weil das Kind krank war (zwecks Betreuung). Lohnersatz wird wohl von der Krankenkasse dann bezahlt, nachdem der Arbeitgeber den Betrag an die Krankenkasse meldet. Soweit so gut.

Der Arbeitgeber meldet nun ca. 330 Euro Brutto. Ausgefallener Nettrobetrag ist dann 130. Von dem wiederrum ergibt sich laut Krankenkasse ein Auszahlungsbetrag von 100 Euro. (Die Krankenkasse führt auch Rentenversicherung, Arbeitslosenversierung usw. ab). Diese 100 Euro muss ich sicherlich nochmals in der Steuererklärung angeben, was sich nochmals auf die Lohnsteuer auswirken könnte.

Könnnen da wirklich so krasse Abzüge ergeben? Vor allem zwischen 330 und 130. Auch wenn es sich hier um die Lohnsteuer handelt, kriegt man das ja nicht mehr im Splitting in der Einkommensteuer ausgeglichen.

Antwort
von NochWasFrei, 48

Der Arbeitgeber meldet nun ca. 330 Euro Brutto. Ausgefallener Nettrobetrag ist dann 130. Von dem wiederrum ergibt sich laut Krankenkasse ein Auszahlungsbetrag von 100 Euro

Was sind das für Zahlen? Kann ich irgendwie nicht nachvollziehen. (Kinder)Krankengeld beträgt 70% des Bruttoeinkommens, jedoch maximal 90% des Nettoeinkommen (der niedrigere Wert gilt). Davon gehen dann noch die AN Beiträge zur Renten-, Arbeitslosen-, und Pflegeversicherung ab.

Hinzu kommt, dass nur Bruttoeinkommen bis zur Beitragsbemessungsgrenze berücksichtigt wird. Kann es sein, dass du  hier drüber liegst (330€ für zwei Tage?)? Dann wird nämlich nicht dein tatsächlicher Einkommensverlust zur Berechnung herangezogen, sondern ein Betrag der von vornherein niedriger ist. Das höchstmögliche Bruttokrankengeld sind 98,88€ pro Tag. Die oben genannte Rechnung ergibt für mich dennoch keinen Sinn.

Antwort
von Gerneso, 55

Krankengeld bzw. eine Lohnersatzleistung ist ja immer netto und nicht brutto und natürlich deutlich niedriger (mehr als 30 Prozent) als das Gehalt. So wie Elterngeld, ALG1, etc. auch.

Antwort
von Gazzz5, 24

Hallo,

schade was hier für falsche Antworten gegeben werden. Selbst die "Expertenawort" ist leider falsch. Um ein wenig Licht ins dunkle zu bringen, werde ich die Sache mal richtig stellen.

Zu aller erst ist hier von "normalen" Krankengeld und "Kinderkankengeld" zu unterscheiden. Die Antworten beziehen sich alle auf das Krankengeld, welches der Versicherte nach 6 Wochen Arbeitsunfähigkeit erhält.

In der Frage wird aber folgender Satz formuliert: "Eine Person hat sich beim Arbeitgeber krank gemeldet, weil das Kind krank war (zwecks Betreuung)" -- Somit kann es sich nur um Kinderkrankengeld handeln!!

Das Kinderkrankengeld (KiKG) wurde am 01.01.2015 durch eine Gesetztesänderung refomiert. Dies sollte die Berechnung für den Arbeitgeber und die Krankenkasse leichter machen.

Das KiKG beträgt 90 % vom ausgefallenem Nettoentgelt, sofern nicht in den letzten 12 Monaten vor der Erkrankung Einmalzahlungen (Urlaubsgeld, Weihnachtsgeld) gezahlt worden sind. Ist dies der Fall beträgt das KiKG 100 % vom ausgefallenem Nettoentgelt.

In diesem Fall wurde der Krankenkasse für die ausgefallenen Tage ein Nettoentgeld von 130 € bescheinigt. Somit beträgt das KiKG bei 90 % = 117 €. Nach Abzug von Beiträgen kann da unter umständen ein Betrag von 100,00 € bei rum kommen. (Beiträge rechne ich jetzt nicht noch aus)

-> vgl. § 45 SGB V

Das Krankengeld muss in der Steuererklärung als Entgeltersatzleistung angegeben werden. Dies unterliegt jedoch der Steuerfreiheit.

Expertenantwort
von DerHans, Community-Experte für Versicherung, 60

Krankengeld unterliegt der Sozialversicherungspflicht. Es werden Beiträge zur Renten- und Arbeitslosenversicherung einbehalten. Das macht ca 13 % aus.

Daher sollten Arbeitnehmer tunlichst eine Krankentagegeldversichung in höhe dieser Differenz abschließen. Damit würde ab dem 43. Tag diese Lücke geschlossen.

Das ist auch gar nicht teuer. Allerdings muss man das absichern, BEVOR man krank wird.

Krankengeld ist steuerfrei, unterliegt aber dem Progressionsvorbehalt. genau so wie Arbeitslosengeld.

Kommentar von clickclever ,

Hier ist es tatsächlich so, wie bereits erwähnt wurde. Da Krankengeld prozentual der Sozialversicherungspflicht unterliegt, werden daraus Beiträge an die Renten- und Arbeitslosenversicherung abgeführt. Hier wäre eine Krankentagegeldversicherung eine gute Wahl, um ähnliche Schwierigkeiten in Zukunft vermeiden zu können. 

Kommentar von petrapetra64 ,

zahlt die Tagekrankengeldversicherung nicht nur, wenn man selbst krank ist? Auch wenn nur das Kind krank ist? Und wieso ab dem 43. Tag, man hat den  Ausfall ja ab dem ersten Tag, an dem das Kind krank ist. Da gibt es keine Lohnfortzahlung. Hat hier einer die Frage nicht verstanden? Wieso soll man denn selbst krank sein, dann kann man sein krankes Kind ja gar nicht betreuen. Hier ist das Kind krank, nicht der Arbeitnehmer.

Es gibt ja auch nur 10 Tage lang im Jahr überhaupt Geld. Bei mir hat das nie wirklich viel ausgemacht, was ich weniger bekommen habe, eine Versicherung wäre da sicher wesentlich teurer. 

Manche Arbeitgeber (meiner auch), die zahlen die Differenz für eine Weile sogar noch drauf. Bei Krankengeld, weil man selbst krank ist (12 Wochen lang) und wenn wie hier das Kind krank ist, dann die ersten 2 Tage.

Kommentar von DerHans ,

Arbeitnehmer, die krank werden bekommen ja 6 Wochen Lohnfortzahlung. In diesen 6 Wochen ändert sich ja das Einkommen nicht.

Eine Versicherung für das Kinderkrankengeld gibt es nicht.

Für Kinder kann man auch keine Tagegeldversicherung abschließen.

Antwort
von kevin1905, 51

§§ 44-47 SGB V.

Es beträgt 70% vom Brutto, jedoch höchstens 90% vom Netto. Der niedrigere Wert ist ausschlaggebend für das Bruttokrankengeld.

Hiervon werden Beiträge zur Renten-, Arbeitslosen- und Pflegeversicherung abgezogen und das Nettokrankengeld wird steuerfrei ausgezahlt.

Krankengeld unterliegt dem Progressionsvorbehalt.

Was mich stört ist, wie man bei 330,- € brutto überhaupt Anspruch auf KG haben kann? Bist du Azubi?

Kommentar von micholee ,

330 Euro sind ja nur für 2 Tage

Expertenantwort
von DerHans, Community-Experte für Versicherung, 50

Krankengeld wird für jeden Kalendertag gezahlt. Du brauchst alle 14 Tage eine erneute Bestätigung durch den Arzt. 

Vielleicht hast du nur das KG für 14 Tage bekommen.

Achtung die Arbeitsunfähigkeit muss LÜCKENLOS bescheinigt werden, sonst verlierst du den Anspruch.

Kommentar von petrapetra64 ,

wenn sie verheiratet ist (Splitting), dann bekommt sie insgesamt eh nur 10 Tage pro Kind, die bezahlt werden, wenn das Kind krank ist. Bei alleinerziehenden sind es 20 Tage. 

Meist ist das Kind aber nicht so lange krank, ich hatte immer nur Bescheinigungen von 1 - 4 Tagen, wo ich dann Krankengeld bekam. 

Antwort
von DerSchopenhauer, 38

Es kommt auf den Monatsverdienst Brutto UND Netto an - dann wird eine pauschalierte Berechnung durchgeführt.

Zur Orientierung: Hier Krankengeldrechner:

https://www.tk.de/tk/krankengeld/arbeitnehmer/krankengeldrechner/133034


Antwort
von sassenach4u, 27

Er redet von Kinderkrankengeld!!!!!

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