Ist körperliche Gewalt als Erziehungsmethode schlecht?

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18 Antworten

Unabhängig davon, ob wir Schaden darunter gelitten haben, wenn wir als Kind mal nen "Arsch voll" oder ne ordentliche "Bachpfeife" bekommen haben, ist Gewalt physischer wie auch psychicher Form heutzutage verboten und wird strafrechtlich verfolgt.

Gut jeder Vater wird es kennen, dass in absoluten Extremsituationen einem mal "die Hand ausrutscht". Das ist eine Affekthandlung für die einen wohl auch kein Richter veruerteilen würde.

Richtig ist es dennoch nicht, man kann, auch wenn es vielleicht für einen selbst schwieriger ist, auch verbal eine gute Erziehung hinbekommen.

FG.

Raider

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Nur weil nicht alle Menschen, die in der Kindheit körperliche Gewalt ausgesetzt waren und in Ordnung sind, bedeutet das nicht, dass es alle betrifft.
Früher war die Gesellschaft der Meinung, dass körperliche Gewalt gegen Kinder in Ordnung sei, besonders gab es ja damals auch in jeder Generation einen Krieg, also eine Vorbereitung für diese Situation.
Schon sehr lange wurden die negativen Auswirkungen von Gewalt bei Kindern erforscht und es dauerte lange, bis dies durch die Gesetzgebung zum Ausdruck kommt.
Der Stärkere schlägt den Schwachen, macht ihn hilflos und liefert ihn aus. Folge ist u.a. mangelndes Selbstwertgefühl und Selbstbewußtsein, den Eindruck, nichts wert zu sein.
Eine weitere Folge ist, dass das Gefühl entsteht, dass es in Ordnung ist zu schlagen und entsprechend danach handelt. Es entsteht dadurch leicht eine Gewaltspirale.
Nur weil Erwachsene scheinbar gut funktionieren, heißt nicht, dass sie genug Wunden und Narben haben, an denen sie noch leiden.

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Nicht umsonst ist das in Deutschland verboten. Rein aufs pädagogisch / psychologisch bezogene gibt es nicht nur die bestimmten / die zwingend folgenden Auswirkungen körperlicher Gewalt. Es ist aber mehr wie ausreichend wissenschaftlich belegt worden, dass körperliche Gewalt bei Kindern nahezu unzählige negative Auswirkungen haben kann- das auszuführen würde hier zu weit gehen. Ich bin beispielsweise als Kind selber häufiger geschlagen worden- bis zum heutigen Tage merke ich als Auswirkung, dass ich bei gezielter Provokation regelrecht an zu Zittern anfange und gefühlt auf jeden Fall mit Gewalt reagieren möchte (reflexartig)- wobei ich als Sozialarbeiter aber glücklicherweise genug Strategien gelernt habe, Konflikte gewaltfrei zu lösen. Auch wenn ich das unterdrücken kann, ist das für mich persönlich eine klar negative Auswirkung, andere haben entsprechend andere Auswirkungen.


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Dir ist bewusst, dass schon die "erzieherische Ohrfeige" verboten ist?

Die Leute, die Dui trafst, sind, sag ich mal platt, nicht wegen Dresche und Co nette Menschen geworden.. sondern trotzdem.

Es gibt massig Fachbücher zum Thema Misshandlung, Missbrauch.. mir hat´s im Pädagogikstudium (auch in Praktika bei Wildwasser und Zartbitter) teils echt Herz und Magen umgedreht.

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Kommentar von BellAnna89
07.09.2016, 12:07

alleine

nur in angemessenem Maße

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Körperliche Gewalt kann Traumata hinterlassen. Außerdem ist sie als Erziehungsmethode in Deutschland verboten.

Viel wichtiger finde ich die Psychische Gewalt. Wenn Die mit Körperlicher Gewalt einhergeht, ist ein Traum in meinen Augen vorprogrammiert.

In der Erziehung der meisten Menschen über 40 ist körperliche Gewalt in der Erziehung eine Tatsache gewesen. Dies fängt mit einem kleinen Klaps an und hört mit verprügelt werden, mit massiven körperlichen Schäden bis zum Tot, auf.

Hier solltest Du Deine Frage vielleicht etwas präzisieren. 

Ich habe als Kind mal richtig Sch***e gebaut und eine Tracht Prügel dafür eingesteckt. Ich wusste vorher, dass mein Handeln falsch und gefährlich ist und die Strafe habe ich nicht als übertrieben empfunden. Heute wäre das eine Straftat meines Vaters.

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Kommentar von Silvaa
07.09.2016, 12:39

Die Gewalt sollte angemessen sein also wenn du sie Selbst schon als angemessen empfunden hast dann ist es in Ordnung gewesen oder sehe ich das falsch?

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Klaps auf den po bei mehrfacher Missachtung von was auch immer finde ich verständlich, gilt aber schon als körperliche Gewalt und misshandlung. 

Alles andere kann ich nicht vertreten. Ich bin selbst als Kind schlimm geprügelt worden. Irgendwann gibt man sich selbst die schuld. Mit 13 hat mich die polizei nachts bei uns rausgeholt. Und was soll ich sagen. Ich leide darunter aber es merkt niemand. Ich binde es niemanden auf die nase, und lege wert darauf angepasst zu sein! Ich will nicht das irgendjemand mich in die Opferrolle drängt. Deswegen bin ich erstmal ganz normal. 

Gewalt schadet. Auch Jahre danach. Ich habe meinem Vater verziehen auch er wurde geschlagen und hatte es nicht leicht. Aber ich muss seinen Fehler ausbaden. Ich musste das aufarbeiten, und habe den Rest meines Lebens mit den Spätfolgen zu kämpfe . Aber wie gesagt das Zeit ich nicht weil ich nicht will das jemand es sehen kann. Mir hat mal eine Betreuerin gesagt das ich so gut erzogen und diszipliniert bin. Was erwartet man von jemandem der durch die Wohnung geschlagen wurde weil er den Löffel falsch gehalten hat? Man sieht nur was man sehen will, und was zugelassen wird. Viele eben es nicht zu um nicht schwach zu sein. 

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Zähle mir mal bitte Vorteile auf, die Gewalt in der Erziehung mit sich bringt. 

Eine gewaltfreie Erziehung, hat auf jeden Fall den Vorteil, dass die Kinder genügend Selbstwertgefühl übermittelt bekommen. Wenn man dann noch einigermaßen klug ist, kann man Kindern auch verbal und durch gezielte gewaltfreie Strafen, Manieren und Disziplin beibringen. Schlage ich mein Gegenüber, ist das ein Zeichen von hoffnungsloser Überforderung und teilweise auch verbaler Unterlegenheit. Ist es erstrebenswert, sich selbst ein Armutszeugnis auszustellen? Wenn Gewalt in der Erziehung auch nur etwas förderlich wäre, warum sollte es dann verboten sein? Das was hier viele verwechseln ist, garkeine Erziehung und gewaltfreie Erziehung.  

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Naja, da ich von Kleinkind alter an jahrelang Opfer von Teils körperlichen aber insbesondere seelischem regelmäßigen Terror durch Familienmitgliedern war,(vor denen mich niemand schützen konnte) kann ich 100 Prozentig bestätigen, das dies mir enorm geschadet hat und ich noch heute unter den Folgen zu leiden haben.
Ich bin nun 31 Jahre alt. Bin selbst Mutter von 2 Kindern und noch heute plagen mich fast täglich kurze Angst Attacken zb. Ich bin ein sehr ängstlicher Mensch, traue mir selbst nur wenig zu. Mache mir ständig sorgen und Gedanken um vieles und ich fürchte mich vor der Zukunft.
Alles in allem : diese Grausamkeiten in meiner Kindheit, diese Form von Gewalt haben mich zu einer kranken Frau gemacht, die unter Ängsten und Depressionen leidet.
Ich nehme seit einem halben Jahr Medikamente um dies etwas besser in den Griff zu kriegen und bin zur Zeit auch wieder einmal wöchentlich in Therapie. Einer Arbeit nachgehen kann ich auf Grund seelischen Gesundheit auch nicht...!
Ich habe aber die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass ich eines Tages gesund werde.
Viele Menschen wissen einfach nicht, was sie mit dieser Form der Gewalt anrichten können!

Wenn zb. einem Elternteil oder wie in meinem Fall (Menschen aus der Familie) ab und zu mal der Kragen platzt und man uberreagiert und zb das Kind anschreit oder ihm auch schon mal nen kleinen klaps verpasst, ist das sicher unbedenklich, doch ich bin seelisch einige Jahre regelmäßig malträtiert und mit absicht ohne das ich was verbockt habe (einfach aus Wut und Eifersucht durch bestimmte Erwachsene ) kaputt gemacht worden.
Sowas ist pures Gift für eine kinderseele und eine gesunde Entwicklung des Menschen!
Und ich bin ein gutes Beispiel dafür, was diese from von Terror in der Erziehung in den frühen Kinder jahren mit einem anrichtet.
Ich gebe heute meinen Kindern das, was ich nicht haben konnte. : Schutz, Fürsorge, Verlässlichkeit und nur Menschen, die ihnen gut tun und gut sind!
Kein Kind dieser Welt darf so ein Martyrium durchleben!

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Es geht doch nicht darum, was aus denen wird.

Es geht darum, dass Gewalt gegenüber anderen Menschen eine Straftat ist. Wieso sollte bei Kindern eine Ausnahme gemacht werden? Sind das keine Menschen?

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Kommentar von Silvaa
07.09.2016, 12:14

Doch aber wenn es in der Entwicklung bestimmte Vorteile bzw Nachteile bringt kann man als Elternteil doch selektiv aussuchen was man unterstützen möchte und zu welcher art Mensch denn das Kind heranwachsen soll.

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Körperliche Gewalt bringt nie den gewünschten Erfolg in Form von Respekt mit sich, sondern macht dem Kind einfach nur Angst und das sollte nicht als Erziehungsmethode gelten. Damit ist eine Grenze überschritten, die so nicht überschritten werden darf

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"Ist körperliche Gewalt als Erziehungsmethode schlecht?"

Dazu gibt es nur eine Antwort: JA!

Allein eine solche Frage empfinde ich, selbst Mutter, als üblen Scherz in unser eigentlich aufgeklärten Gesellschaft.

Als Mutter möchte ich nur das Beste für mein Kind und dazu gehört keinesfalls ihm zu Schaden. Körperliche Gewalt führt aber einzig und allein zu Schäden, physisch wie psychisch!

Klar kenne ich als Mutter eines Kleinkindes auch die Phasen, in denen man einfach nicht mehr weiter weiß. Meine Mutter verteilte schnell ihre Backpfeifen, als ich älter wurde prügelten wir uns sogar. Da liegt es nahe in "Extremsituationen", auf als Kind selbst erlebte Verhaltensweisen zurück greifen zu wollen. Doch körperliche Gewalt am eigenen Kind ist ein absolutes No-Go. Ein einziger Schlag eines Erwachsenen, ein starkes Schütteln oder dergleichen kann einem Kleinkind das Leben kosten.

Also manchmal ist es als Erwachsener einfach besser, bei einem gefühlt ewig schreiendem Baby einfach einmal den Raum zu verlassen, die Tür schließen, kurz durchzuatmen, um sich selbst zu sammeln und dann auf eine liebevolle Weise die Lösung zu finden. Denn Babies schreien nicht ohne Grund. Kleinkinder wollen den Eltern gefallen, die Welt entdecken und gleichzeitig ihre Grenzen austesten, das im Hinterkopf bietet ebenfalls stets einen gewaltfreien Weg jede Situation zu klären. Und so geht es für jeden Altersabschnitt weiter.

Wenn mein Kleinkind mich mit Kneifen oder Hauen regelrecht herausfordert, kann es sicherlich durchaus mal sinnvoll sein, sich zu revangieren - aber dies auch nur mit weniger als der halben Intensität/Stärke dessen, was das Kleinkind selbst getan hat. Letztendlich soll das körperlich gar nicht schmerzen, der psychologische Aspekt ist dann der ausschlaggebende. Denn schließlich ist es die Aufgabe der Erwachsenen Grenzen zu setzen, allerdings stets ohne körperliche Gewalt... 

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Reflektierst du eigentlich was du hier von dir gibst? Früher wurden Kinder auch mit Weidenruten verprügelt, früher wurden Kinder auch zu Erziehungsmaßnahmen in einen dunklen Keller gesperrt. Das körperliche Gewalt nicht gut ist und nur Angst erzeugt sollte man mit einem Maß Feingefühl und Hausverstand nachvollziehen können. Schlagen tun diejenigen die überfordert sind und sich nicht mehr anders zu helfen wissen.

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Kommentar von Silvaa
07.09.2016, 12:36

Ich gehe hierbei von körperlicher Gewalt aus, welche im Akt des Fehlverhaltens durchgeführt wird. Keinerlei Form von Gewalt zur Prävention oder aus Angst vor Fehltritten ist akzeptabel dazu zählen deine aufgeführten Punkte. Desweiteren sollte dies in angemessenem Maße stattfinden möglichst ohne dem Kind ein Trauma zu verpassen???? Wer sperrt sein Kind in den Keller???

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wenn kinder geschlagen werden sie traumatiesiert. Sie werden sich immer mehr abwenden oder werden selber agressiv. Also meistens nur wenns sie so richtig bis sie bis sie blaue flecken haben geschlagen sonst ist es sag jetz mal "nicht so wild' aber du solltst was dagegen tun

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Ich habe in meiner Kindheit viel körperliche Gewalt erleben müssen. Und dadurch wurde meine kleine Seele gebrochen.

Klar scheinen die Menschen, die das erlebt haben, heute in Ordnung. Aber du kannst nicht in sie rein sehen.

Außerdem gibt es auch genügend Beispiele, die das Gegenteil beweisen. Diese Menschen sind dann selbst gewalttätig, weil sie nichts anderes kennengelernt haben.

Bei mir war und ist es so, dass ich nur schwer bis gar kein Vertrauen fassen kann. Ich habe zwar einen relativ normalen Umgang zu meinen Kollegen. Aber zu viel Nähe will und kann ich da nicht zulassen.

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Jede Methode, die mit Erziehung zu tun hat, ist schlecht.

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A Watsch`n hat noch keinem geschadet. Kinder lernen heute kaum Grenzen kennen. Die sollte man aber setzen können. Nur reden und drohen hilft manchmal nicht.

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Naja, ich hab auch mal so oder so ein klapps auf dem Po bekommen, aber mir geht es noch gut, wenigstens hat man mir nicht den Gürtel gegeben, da waren meine Eltern noch klever genug, das dies schlimm enden könnte... auch für sie 

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Kann Traumatas auslösen, muss es aber nicht.
Wenn ein Kind in einen Sorglosen, harmonischen Haushalt aufwächst wo es keine Probleme mitbekommt kann es genau so gut traumatisiert werden wenn es plötzlich mit der harten Realität des echten Lebens konfrontiert wird. (siehe die ganzen 9 jährigen die schon burn out und depressionen haben)

Es gibt wenige Länder wie Detuschland wo Kindesmisshandlung wirklich nachgegangen wird. Wollt Ihr jetzt etwa sagen das all diese Länder nur aus einer Traumatisierten Bevölkerung besteht??

Ich selber wurde auch als ich jünger war geschlagen, halt richtig nicht nur eine Ohrfeige und da mar einen Klaps. Klar war es sch** doch ich bin ein vollkommen normaler Mensch und kenne auch niemanden der dadurch einen richtigen mentalen Schaden erlitten hat.


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Kommentar von Filou2110
07.09.2016, 13:33

Wie du quasi schon geschrieben hast, Glück gehabt. Ich war die einzige von meinen freunden, die nicht in einem gewaltfreien Haushalt aufgewachsen ist. Alle anderen stehen fest im leben und sind sehr belastbar. Nur ich muss mich ständig von unten wieder hoch kämpfen. Also, ich bin eine von vielen, die Schäden davon getragen hat. 

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