Ist Kapitalismus besser als Planwirtschaft bzw. Kommunismus?

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14 Antworten

Ist Kapitalismus besser als Planwirtschaft bzw. Kommunismus?

Gestatte mir zunächst, deine Frage zu konkretisieren. Korrekt sollte sie lauten:

Ist Marktwirtschaft besser als Planwirtschaft?

Und die kürzestmögliche Antwort darauf lautet: "Im Großen nein; im Kleinen ja."

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Erklärung

Das ist auf die unterschiedliche Herangehensweise der beiden Wirtschaftsformen zurückzuführen: Die Marktwirtschaft braucht die kurzfristigen Erfolge; sie kann weder größere Zusammenhänge implizieren, noch langfristige Planungen leisten. Die Planwirtschaft ist das genaue Gegenteil davon: Sie kann kurzfristig so gut wie gar nix reißen. Ihre Stärke liegt in der Einbeziehung von Zusammenhängen und langfristigen Plänen.

Infolgedessen ist die Marktwirtschaft agiler und kann relativ schnell und fast schon "vollautomatisch" auf Schwankungen im Markt reagieren. Stelle sie dir vor, wie viele kleine Schiffe, die Waren zu einer Insel bringen. Wenn's da mal stürmt, gehen vielleicht haufenweise Schiffe unter; aber einige erreichen immer den Hafen. Die Planwirtschaft ist in diesem Vergleich eher ein großes Schiff, das von einer einmal eingeschlagenen Richtung nicht mehr so schnell abzubringen ist; sich dafür allerdings auch um Stürme keine großen Sorgen machen muss.

Das gilt aber nicht ultimativ. Vielmehr sind es Tendenzen, die beide Wirtschaftsformen aufweisen.

Der große Vorteil der Planwirtschaft ist allerdings ihre Ressourcen-Nutzung. Sie ist schlicht sparsamer mit Ressourcen (Bodenschätze, Wald, Wasser, Menschen, etc.) als es die Marktwirtschaft naturgemäß sein kann.

Beispiel: Angenommen "Teak-Holz" (das ist ein tropisches Edelholz) wird wieder modern. 

In einer Marktwirtschaft ziehen dann noch am gleichen Tag Hunderte Unternehmen mit Motorsägen in den Wald und holzen so schnell wie möglich ab, was ihnen unter die Finger kommt. Das so gewonnene Holz wird umgehend auf den Markt geworfen, bis dieser entweder zusammenbricht (Überangebot), die Nachfrage sich auf, sagen wir, "Mahagoni-Holz" orientiert oder kein Teak-Holz mehr vorhanden ist.

In einer Planwirtschaft wird zunächst der Bedarf festgestellt und dann ein Ressourcen-Plan entworfen: Wie viel Teak-Holz gibt es? Wie können wir den Bedarf langfristig stillen? Welche weiteren Maßnahmen - etwa "Aufforstung" - brauchen wir dazu? etc. Erst dann beginnt der Holzeinschlag.

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Auch, wenn das Beispiel ein bisschen hinkt: Es ist sicherlich leicht zu erkennen, dass Marktwirtschaft und Planwirtschaft völlig unterschiedlich an die Dinge herangehen. Und nun ist die eigentliche Frage:

"Was ist dir wichtiger? Ist es wichtiger, schnell Teak-Holz zu bekommen? Oder sollen auch die Kinder noch Teak-Holz haben können?

Je nachdem, was dir wichtiger ist, wird auch deine Antwort ausfallen: "Marktwirtschaft" oder "Planwirtschaft".

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Im Großen ist die Planwirtschaft also ... nun, sagen wir, "logischer", weil sie nachhaltiger mit den Ressourcen umgeht. 

Im Kleinen ist jedoch die Marktwirtschaft eindeutig im Vorteil. 

Beispiel: Brötchen vom Bäcker.

Die Planwirtschaft würde erst mal Analysen machen, wie viele Brötchen gebraucht werden, welche Sorten angeboten werden sollen, etc. 

Die Marktwirtschaft pfeift wieder darauf und bietet einfach an: Wird's gekauft, wird mehr davon produziert. Wird's nicht gekauft, wird eben weniger oder gar nichts davon produziert. So kann man blitzschnell auf Änderungen im Geschmack der Leute reagieren.

Eine "deckelnde" Planwirtschaft bräuchte sich also nicht mit den Details befassen, sondern könnte sich mit der Frage nach "Wie viel Mehl, Salz, etc. wird von diesem Bäcker benötigt?" zufrieden geben und dementsprechend steuernd auf die Landwirtschaft einwirken.

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Insofern wäre die vollständige Antwort auf deine Frage:

  1. Es hängt von deiner persönlichen Perspektive ab. Bevorzugst du schnelle oder langfristige Lösungen?
  2. Keine der beiden Wirtschaftsformen ist für sich allein "besser". Sie können aber im Zusammenspiel ihre jeweiligen Stärken ausspielen, ohne dabei die eigenen Nachteile allzu wirksam werden zu lassen.
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Kommentar von atzef
23.05.2016, 15:00

Ziemlicher Unsinn...:-) Es ist offensichtlich, dass die Planwirtschaften des vermeintlich real existiert habenden Sozialismus nicht im entferntesten "nachhaltiger" mit natürlichen Ressourcen umgegangen sind.

Vielmehr haben sie solche natürlichen Rahmenvoraussetzungen, u.a. Umweltverschmutzung, gar nicht erst preislich bewertet! Nur so lässt sich z.B. "Bitterfeld" und der ganze DDR-Dreck erklären...

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Was ist was? Streichen wir mal Kommunismus, denn das ist eine Utopie, die sich erst lange nach einem erfolgreichen Sozialismus einstellen soll. Das ist eine Wunschvorstellung und die mit der Realität zu vergleichen ist unfair, weil in Wunschvorstellungen alles Hinderliche der Realität weggedacht oder erst gar nicht mitgedacht wird.

Kapitalismus und Planwirtschaft sind kein Widerspruch. Der reale Sozialismus war ein Staatskapitalismus, in dem die "führende Partei" über die Verwendung des gesellschaftlichen Kapitals entschieden hat.

Es gibt eigentlich seit Spezialisierung und Arbeitsteilung kein Wirtschaften ohne Kapital. Arbeitsgeräte und die Einrichtung von Arbeitsorten nennt man Kapital und ebenso Geld, das man sich z.B. leihen muss, um sich entsprechende Arbeitsgeräte zu besorgen. Bis zur Industriealisierung hatte das begrenzte Ausmaße (ausgenommen im Fernhandel, da wurden große Risiken finanziert). Arbeitseinrichtungen und menschliche Arbeit hielten sich die Waage. Mit der Industriealisierung haben nicht nur Maschinen als Arbeitsgrät einen Bedeutungssprung gemacht. Auch die Finanzierung der Maschinen und Industriellen Anlagen verlangte hohen Kapitaleinsatz mit entsprechenden Risiken. Seit diesem Qualitätssprung sprechen wir in der Ökonomie von Kapitalismus. Historisch war das mit Privateigentum verknüpft, weil nur wenige die Gelder hatten (Adel, reiche Händler und Banker), solche Industrieanlagen zu finanzieren.

Man sollte, wenn man genau sein will, mehrere Dinge trennen.

Kapitalismus bedeutet nicht unbedingt freien Wettbewerb. Adam Smith hat freien Wettbewerb als politisch-ökonomisches Programm der Aufklärung gegen den diktatorischen Feudalismus gefordert, als der Kapitalismus ökonomisch noch in den Kinderschuhen steckte. Dass Kapitalismus und freier Wettbewerb zusammengehören ist eine Ideologie. Da hat Marx recht, dass historisch das Aufkommen des Kapitalismus dem Niederringen des Feudalismus Bremsklötze zwischen die Füße geworfen hat, denn alte Feudalherren und große Kapitalgeber waren oft ein und dieselbe Person, die so ihre alte Macht in neuem Gewand fortführen konnten.

Man muss zwei Dinge trennen: Die neue Qualität der ökonomischen Organisation und die historisch gewachsene Verfügungsgewalt. Die Planwirtschaft ändert nicht die neue Qualität der ökonomischen Organisation (die treibt von allein immer weiter voran - inzwischen haben wir anstelle der Schwerindustrie die digitale Ökonomie) sondern nur die Verfügungsgewalt. Mir kommt die Planwirtschaft vor wie die behauptete "unsinkbare Titanik". Der Mensch übernimmt sich und das Konstrukt geht bei der ersten unvorhergesehenen Belastung unter. Die marxistische Wirtschaftstheorie hat in vielen Analysen richtig gelegen. Doch in ihrer klassenkämpferischen Fixierung auf zwei Klassen als Grundlage ihrer Analyse hat sie sich selbst zeitgebunden überholt.

In Rückgriff auf die Qualität der ökonomischen Organisation zusammen mit der Grundidee der Aufklärung, dass über möglichst freie Märkte alle freien Bürger möglichst großes Mitspracherecht erhalten (was heute nirgend wirklich gegeben ist) und zwar ökonomisch wie politisch, mit großer Vorsicht vor menschlicher Selbstüberschätzung aller Systemtheoretiker, wäre meiner Meinung nach ein neues Durchdenken nötig hin zu einer freieren Gesellschaft. Doch solange sich z.B. die sog. Sozialisten weigern, aus dem Desaster des Sozialismus und den Fehlern des Marxismus überhaupt Lehren zu ziehen, auf die reine Verteilungsseite fixiert bleiben, statt miteinzubeziehen, dass nur verteilt werden kann, was auch produziert wurde und dass die Anteile am Produzieren Berücksichtigung beim Verteilen beanspruchen können, solange sehe ich keinen Fortschritt sondern ein Schlittern von einer Krise in eine andere. Als Epikureer und Popperfan bin ich ein Gegener großer Entwürfe sonder bevorzuge das Abarbeiten von Reparaturlisten. Solange aber erst gar keine Reparaturlisten erstellt werden und einer nur dem anderen die Fehlerursache in die Schuhe schiebt, bewegt sich nichts.

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Kommentar von sophie1235
24.05.2016, 11:44

Danke für Deine Antwort, berkersheim!

Ich verstehe inhaltlich das meiste, allerdings noch nicht alles. Aber das macht nichts, das kommt noch.

Du sprichst von dem Erstellen von Reparaturlisten und dem Abarbeiten dieser. Was sind deiner Meinung nach Dinge, Missstände, etc., die auf einer solchen Reparaturliste aktuell stehen sollten?

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Kommentar von Unsinkable2
24.05.2016, 23:51

Wieder einmal: Chapeau, berkersheim! (Wie kann ich sichergehen, dass der Account nicht entführt wurde? ;))

Nur ein paar Anmerkungen:

Der reale Sozialismus war ein Staatskapitalismus

Binde dem Mädel doch nicht so einen Bären auf, berkersheim!

Auch Staatskapitalismus braucht ZWINGEND die "Profitmaximierung" als Zielvorgabe. Der essenzielle Unterschied zum "normalen" Kapitalismus, also jenem, der im Westen praktiziert wird, ist die Staatsbeteiligung an gewinnorientierten Unternehmen. Und davon war die DDR mit ihrem "real existierenden Sozialismus" weit entfernt. Stattdessen pflegte sie ein - zweifellos diskussionswürdiges - Umlage-Verfahren. (U. a. deshalb grenzte man sich auch vom "Sozialismus" mit diesem Begriff ab: Es war offensichtlich, dass der Weg eine Sackgasse war.)

Die Planwirtschaft ändert nicht die neue Qualität der ökonomischen Organisation (die treibt von allein immer weiter voran - inzwischen haben wir anstelle der Schwerindustrie die digitale Ökonomie) sondern nur die Verfügungsgewalt.

Das ist nur sehr bedingt richtig und grenzt selbst innerhalb dieser Bedingungen mehr an Religion als an Fakten.

Die "ökonomische Organisation" wird nicht, wie du suggerierst, von der Marktwirtschaft vorangetrieben. Plakative Beispiele umzingeln dich geradezu. Und beispielhaft sei die Flächenrodung von Urwaldflächen zur Bereitstellung von Palmöl genannt. Die einzige "ökonomische Organisation" ist das "Heuschrecken-Verhalten": Weiterziehen und die nächsten Flächen roden, wenn der aktuelle Boden nichts mehr hergibt. Zirkulation, Restaurierung oder auch nur Werterhaltung sind Fremdworte in dieser Planungsform.

Stattdessen wird EINZIG auf die Interaktion "Unternehmen - Markt" abgestellt und suggeriert, dies sei kraft ihres sporadischen Verhaltens eine nachhaltige Wirtschaftsform.

inzwischen haben wir anstelle der Schwerindustrie die digitale Ökonomie 

... was NICHTS am bestehenden Problem endlicher Ressourcen innerhalb einer zwangsweise unendliches Wachstum generierenden Wirtschaft ändert. Auch die "digitale Ökonomie" ist von (begrenzten) Ressourcen und dem "endlosen Wachstumszwang" abhängig.

Nur ein Beispiel aus einer unendlichen Reihe von Fehlkonstruktionen der Marktwirtschaft: Volkswagen selbst hat bekannt gegeben, dass der Konzern mindestens 2 Prozent Wachstum pro Jahr benötigt, um alle Beteiligten (Stakeholder, Angestellte, etc.) verlustfrei befriedigen zu können. 2. Prozent. Wachstum. Pro. Jahr. Und all das nur, damit niemand entlassen werden muss. Und immer unter der Maßgabe, dass der Automatisierungsprozess nicht voranschreitet; denn das ist für jede "soziale" Marktwirtschaft das Worst-Case-Szenario schlechthin.

Das mag nicht viel klingen. Doch du weißt sehr genau, was es bedeutet. Verkaufte VW in 2014 noch 10 Mio Autos, müssen es in 2035 bereits 15 Mio sein; in 2050 bereits 20 Mio; in 2070 schon 30 Mio und in 2085 mal eben 40 Mio. Nicht zur "Gewinnsteigerung". Nur - und einzig - zum Erhalt des status quo.

sophie1235 muss also schon in 25 Jahren 1,5 Mal so häufig ein Auto kaufen. Und ihre Kinder müssen erst 2, dann sogar 3 Mal so häufig ein Auto kaufen. Da heute statistisch alle 10 Jahre neue Autos gekauft werden, müssen schon ihre Enkel jedes Mal ein neues Auto kaufen, wenn der Tank das zweite Mal leer ist.

Nochmals: Der Konzern Volkswagen gewinnt dabei keinen einzigen Euro zusätzlich. Er schafft es bei dieser Verkaufsfrequenz nur, den status quo, also den aktuellen Stand, zu erhalten.

Und bei dieser kleinen Überschlags-Rechnerei haben wir noch nicht einmal berücksichtigt, dass auch andere Automobilkonzerne, Staubsauger-Hersteller, Fernseher-Produzenten, Bäcker, Friseure, und ... und ... und ... ihren Anteil von sophie1235's Kaufkraft brauchen, um nicht hinten rüberzufallen. Das Argument der "Prämissen-Verschiebung" kannst du also gleich in der Garage lassen, berkersheim. Selbst WENN sophie1235 ihre Prämissen verschiebt: Sie wird gar nicht in die Lage versetzt, alle zu bedienen. Sie kann sich also nur entscheiden, WER AM ENDE HINTEN VERHUNGERT.

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Nicht ohne Grund versucht die Marktwirtschaft deshalb ganz automatisch, dem entgegenzuwirken und (idealerweise) - Achtung! zentral gesteuerte ;) - Monopole oder (sekundär) - Achtung! zentral gesteuerte ;) - Oligopole zu bilden: 

Es ist nichts anderes als PLANWIRTSCHAFT, NUR EBEN IN PRIVATER HAND. Zentrale Steuerung unter vollständiger Marktbeherrschung. Allerdings mit dem Nachteil der Interesselosigkeit an Kostenfaktoren.

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=> Lange Rede, kurzer Sinn: Marktwirtschaft ist nicht lebensfähig. Sie kann kurzzeitig einspringen. Sie kann Lücken füllen. Aber sie ist NICHT IMSTANDE, NACHHALTIG zu wirken. Dazu fehlt ihr schlicht die Mechanik. Deshalb endet jeder ihrer Wege IMMER in der Planwirtschaft. Nur nennen wir das "Mega-Konzern" oder "Monopol", weil das als Ziel "hübscher" klingt und weniger irritierend in der Propaganda ist...

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Ein funktionierender Kommunismus wäre für den Einzelnen das beste System. Nur leider hat noch niemand eine Möglichkeit gefunden, die menschliche Gier und die menschliche Faulheit auszuschalten. Daher ist bis her jeder Versuch kläglich gescheitert.

Grundsätzlich muss man den Märkten die Möglichkeit geben, sich zu entwickeln und ihr Gleichgewicht zu finden. Der Versuche von sozialistischer oder kommunistischer Planwirtschaft haben nie funktioniert. Der reine Kapitalismus jedoch endete immer in Ausbeutung und Unterdrückung.

Ich denke, unsere soziale Marktwirtschaft als Kapitalismus mit sozialem Boden ist kein schlechter Ansatz.

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Hi,-was meinst du mit besser? - Effizienter? Wenn ja, effizienter für oder in Bezug auf Wen oder Was? Wer Zeitung ließt und Nachrichten schaut erkennt wahrscheinlich schnell, dass beides in der Form wie es bislang praktiziert wurde einfach nur bescheuert ist und ein Ettikettenschwindel im Sinne einer Ideologie.

Anmerkung: bei den Auswirkungen des Kapitalismus können wir uns tatsächlich auf langjährige konkrete Erfahrungen beziehen. Kapitalismus scheint jeder ok zu finden, solange er nicht direkt von seinen Auswirkungen betroffen ist.- Was den Kommunismus betrifft funktioniert das im Konkreten eher nicht - den gab es realexistierend nämlich so noch gar nicht. Was sich da so nannte war "Staatskapitalismus" wobei du dir hier als "Staat" nicht eine Wirtschafts- sondern eine Funktionärselite vorstellen mußt. Es geht da also um zwei Varianten von Kapitalismus bei denen sich Variante 1 im Sinne einer Wertschöpfungseffizienz als "besser" erwiesen hat - zu Lasten derer, zu denen wir sicher nicht gehören möchten.

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Das kommt ganz auf deine Sichtweise an.

Der Kapitalismus maximiert den Gewinn um jeden Preis, verteilt ihn jedoch nicht gerecht. Das bedeutet, dass jeder das machen kann, bzw auch machen wird, was seine Bedürfnisse am meisten befriedigt - Egoismus.
Der Kapitalismus muss wirtschaftlich gesehen niemanden kontrollieren, da die Unternehmen selbst daran interessiert sind das herzustellen, was die Menschen wollen.

Im Gegensatz dazu die Planwirtschaft (Kommunismus ist eher ein politisches System, deshalb lasse ich es außen vor): In der Planwirtschaft entscheidet der Staat, was seine Bürger brauchen und lässt es herstellen. Dabei orientiert er sich bestenfalls an den Bedürfnissen der Bürger und sorgt dafür, dass alle Arbeit haben. Die Planwirtschaft kann natürlich nicht so schnell und innovativ sein, wie der Kapitalismus, aber sie macht ihren Job. Bestenfalls sind alle in Lohn und Brot und geben sich mit dem zufrieden, was sie haben.

Das ist nur eine ganz grobe Zusammenfassung :)

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Kommentar von Unsinkable2
23.05.2016, 13:21

Das ist nur eine ganz grobe Zusammenfassung :)

Grob und fehlerhaft. ;)

Der Kapitalismus muss wirtschaftlich gesehen niemanden kontrollieren, da die Unternehmen selbst daran interessiert sind das herzustellen, was die Menschen wollen.

Das wäre die "Nachfrage-Theorie". Doch tatsächlich praktiziert man nur - und wirklich AUSSCHLIESSLICH - die "Angebots-Theorie". Und nach dieser Theorie hat der Verbraucher das zu wollen, was die Industrie für ihn herstellt. 

Das kannst du u. a. an der Werbung erkennen: 

Die Nachfrage-gesteuerte Produktion braucht keine Werbung, weil sie produziert, was gefragt ist. Es sind also immer "tendenziell weniger Produkte verfügbar, als 'Kaufbedarf' danach besteht". 

Eine Angebots-orientierte Produktion muss hingegen die Produkte erst bekannt machen und Bedarf danach erzeugen, bevor sie absetzen kann. 

Deshalb benötigt letztere die Werbung; erstere hingegen nicht.

In der Planwirtschaft entscheidet der Staat, was seine Bürger brauchen 

Er entscheidet nicht, was seine Bürger brauchen. Vielmehr entscheidet er über die Verwendung der Ressourcen; also welchen Produktionszweigen Priorität eingeräumt wird.

 und sorgt dafür, dass alle Arbeit haben

Auch das ist Blödsinn. Eine Planwirtschaft ist nicht auf "Vollbeschäftigung" angewiesen, weil sie keinen Umsatz- & Konsum-Zwang hat.

Die Planwirtschaft kann natürlich nicht so schnell und innovativ sein, wie der Kapitalismus, aber sie macht ihren Job.

Schnell nicht. Innovativ ja. Mehr noch: Durch die Ressourcen-Verteilung und Prioritäten-Setzung ist die Planwirtschaft sogar im Vorteil. Sie kann innovative Projekte sehr viel leichter fördern.

Dabei ist der Vorteil so enorm, dass er sogar in die "kapitalistische Marktwirtschaft" übernommen wurde. Hier versteht er sich als das Regularium der "Subvention", was letztlich nur ein - zu kurz greifender und deshalb unter dem Strich teurer - Mechanismus der Planwirtschaft ist.

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Nein, weil es den Menschen schlicht egal sein kann ob sie mit sozialistischen Grüßen verarmen oder mit kapitalistischen Niedriglöhnen.

Unbenommen dessen ist Kommunismus eine Utopie, die weltweit nirgends umgesetzt wurde.

Der fragte in der Schule: Was ist der Unterschied zwischen Kapitalismus und Sozialismus?

Meldete sich ein Schüler und antwortete: "Im Sozialismus haben alle einen Vogel, im Kapitalismus hat jeder einen Vogel."

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Kapitalismus ist besser, weil dort alle Menschen eine Teilhabe haben, ob als Konsument oder als Produzent. Selbst ein Bettler oder Hartzer ist mit dem wenigen, das er hat, Teil des Systems und als solcher auch ein Entscheider, in welche Richtung die Entwicklung gehen soll, als eine Stimme unter Millionen von Stimmen, als ein Konsument unter vielen.

In der Planwirtschaft dagegen wird von einigen wenigen an der Spitze vorweg entschieden, was alle anderen gefälligst zu wollen oder zu brauchen haben. Da aber die wenigen, verhätschelten und meist sehr wohlhabenden Typen an der Spitze selten diejenigen sehen, die ganz unten stehen, stimmen vorgegebenes Angebot und tatsächlicher Bedarf oft nicht überein oder hinken einander hinterher.

Im Vergleich der Systeme darf man nie vergessen, daß hinter den Systemen ganz unterschiedliche Konzepte stehen, während der Kapitalismus viel auf Eigenverantwortung, Eigeninitiative und auch auf Unterschiede zwischen den Menschen setzt - nicht alle wollen das gleiche essen oder anziehen oder in gleichen Wohnungen leben, nicht jeder ist gleich faul oder fleißig oder wählt den gleichen Lebensweg - geht die Planwirtschaft von einem von oben verordneten rigorosen Einheitsbrei für alle aus, bei dem alles, was irgendwie aus der Reihe tanzt, unerwünscht ist und deshalb oft beseitigt wird (in Planwirtschaften sind die Gefängnisse voll mit "Dissidenten", als Abweichlern).

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Heutzutage hat eine Planwirtschaft dank EDV ganz andere Möglichkeiten als dies noch vor nicht allzulanger Zeit der Fall war. Ein PC hat schließlich keine Probleme damit abermillionen an Daten in Windeseile zu speichern und dann zu verarbeiten.

Wichtig bei der Planwirtschaft ist aber auch, dass sie mit Sachverstand eingesetzt werden muß, was z.B. in den osteurop. Ländern nach Stalins Tod nicht mehr der Fall war. Zuvor war sie durchaus erfolgreich, wenn auch ausgeprochen brutal und inhuman, was aber nicht per se einer Planwirtschaft angelastet werden kann. Jedenfalls muß es so sein, dass nicht irgendwelche Parteibonzen versuchen zu planen, sondern wissenschaftlich gebildete Fachkräfte müssen da schon das Steuer übernehmen.

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Im Kapitalismus regelt die Nachfrage das Angebot und die Märkte regulieren sich selbst.

In der Planwirtschaft sind Planungsbüros notwendig, da sämtliche wirtschaftlichen Aktivitäten durch den Staat gesteuert werden. Dazu müssen allerdings schier unendliche Mengen an Informationen gesammelt werden um eine Versorgung zu gewährleisten und das führte immer wieder zu einer Mangelwirtschaft in den Ostblockstaaten.

In Moskau versuchten Beamte die richtigen Produktionsmengen für 24 Millionen Konsumartikel zu ermitteln. Wenn dann noch Preise, Verteilung etc. durch einen gigantischen Beamtenapparat ermittelt und gesteuert und festgelegt werden müssen, kann das System nur scheitern, denn die Nachfrage unterliegt auch Schwankungen.

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Kommentar von GlobalGesehen
23.05.2016, 12:45

im Kapitalismus regelt die Nachfrage das Angebot und die Märkte regulieren sich selbst... Dass der Kapitalismus von dem Gedanken weit entfernt ist, lernen gerade die Milchbauern. beziehungsweise die Bürger, die Staumelder beistehen und die Rechnungen zu zahlen haben. Würde es tatsächlich der Markt regulieren, so würde der Preis noch weiter runter gehen und irgendwann die Milchmenge drastisch geringer werden. nun wird es aber wohl so sein, dass die Politik die Überproduktion von Milch weiter subventionieren wird. die ganze EU mit ihren Milch sehen und Fleisch Bergen und was es noch so alles gibt ist eigentlich das perfekte Gegenbeispiel zum Kapitalismus. Es erinnert mich in vielem an die ehemalige DDR

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Kommentar von Unsinkable2
23.05.2016, 14:18

Im Kapitalismus regelt die Nachfrage das Angebot und die Märkte regulieren sich selbst.

Das ist ja nun wirklich nachgewiesenermaßen ausgesprochener Quatsch!

Ein "selbstregulierender Markt" führt zur Bildung von Mono- und Oligopolen.

Das Kartellamt und die Verbraucherschutzverbände können ein Lied davon singen, denn NICHTS ist davor gefeit: Schokoladenkartelle, Bierkartelle, Kartoffelkartelle, Süßwarenkartelle, Zementkartelle, Schienenkartelle, Wurstkartelle, ... die Liste der Kartelle, in denen die "Selbstregulierung" des Marktes ausgehebelt wird, ist schier endlos.

Im Kapitalismus regelt die Nachfrage das Angebot

Das ist nicht minder großer Humbug, denn tatsächlich wird die Angebots-Theorie und nicht die Nachfrage-Theorie praktiziert. Und nach der Angebots-Theorie haben die Leute zu wollen, was die Industrie für sie herstellt.

Beispiel: Fernseher. NIEMAND will 2.731 verschiedene Fernseher-Modelle. Die Leute wollen im gemeinsamen Nenner nur eines: Das Beste fürs Geld. 

Dass es dennoch 2.731 verschiedene Fernseher-Modelle mit ebenso großem Funktionsumfang gibt, liegt nicht daran, dass es nicht möglich wäre, 1 Fernseher-Modell mit allen wesentlichen Funktionen herzustellen, sondern daran, dass jedes Unternehmen seinen Marktanteil erobern und halten will. Auf dem Rücken des Verbrauchers und auf dessen Kosten.

Noch ein Beispiel: Rührgeräte in der Küche. Hier backt jeder Hersteller seinen eigenen Kuchen und die Geräte sind so inkompatibel zueinander, wie es nur irgend geht. 

Das ist nicht der Wunsch der Verbraucher. Die möchten "nur ein Rührgerät, das funktioniert". Die Inkompatibilität ist ausschließlich ein Interesse der Industrie und nennt sich "Kundenbindung". 

Dazu müssen allerdings schier unendliche Mengen an Informationen gesammelt werden um eine Versorgung zu gewährleisten und das führte immer wieder zu einer Mangelwirtschaft in den Ostblockstaaten.

Jetzt wird's richtig hanebüchen!

Die "Mangelwirtschaft in den Ostblockstaaten" ist auf zahllose Faktoren zurückführbar; nur nicht auf "fehlende Informationen".

Wenn dann noch Preise, Verteilung etc. durch einen gigantischen Beamtenapparat ermittelt und gesteuert und festgelegt werden müssen, kann das System nur scheitern, ...

Richtige Schlussfolgerung aus falschen Voraussetzungen. Sportlich!

In einer Planwirtschaft ist kein "gigantischer Beamten-Apparat" notwendig. Und es gab ihn auch nicht in der DDR, die ja nun wahrlich unbestritten Planwirtschaft praktizierte. Tatsächlich sind die erforderlichen Kennzahlen (die übrigens keinesfalls "Unmengen" annehmen müssen, sondern sich auf einige Kennzahlen reduzieren lassen) weitgehend durch die Unternehmen selbst sehr leicht zu beziehen.

Richtig ist an diesem Satz nur, dass die Planwirtschaft träge ist und nicht unmittelbar auf spontane Änderungen der Nachfrage reagieren kann.

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Kommentar von SchIaufuchs
23.05.2016, 15:21

"Im Kapitalismus regelt die Nachfrage das Angebot und die Märkte regulieren sich selbst."

Achwas?! Hmmm, naja, ab und zu müssen halt nur mal die Verluste der mächtigsten Branche sozialisiert werden. Dann läuft's wieder ... ::)

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Der Kommunismus; möchte alle Menschen gleich machen, das hört sich gut an, ist aber nicht umzusetzen. Der Kommunismus ist wider dermenschlichen Natur, die Menschen sind Pioniere und wollen immer besser und immer mehr, das ist derAntriebsmotor der Menschen, mein Haus, mein Boot, mein Auto usw., wenn sich die Arbeit für den Menschen nicht persönlich rechnet, dann wird er faul, der Kommunismus macht alle gleich (…) faul,

außer die führenden Genossen, die leben dann in Saus und Braus. In allen Länder in dem der Kommunismus das Sagen hatte sind gescheitert, erst als der Kommunismus abgeschafft wurde ging es wieder aufwärts. Aber es gibt immer wieder Träumer die meinen es besser machen zu können.

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Kommentar von Sowjet2016
23.05.2016, 15:50

der kommunismus hatte nirgens das sagen da es ihn nicht gab nach der lehre marx, engels und uljanov

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Wenn du dich in der Welt umsiehst, dann wirst du feststellen:

Der Kapitalismus funktioniert, der Kommunismus und die Planwirtschaft nicht.

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Kommunismus bleibt einstweilen eine noch nicht praktizierte Gesellschaftsutopie, von der niemand weiß,ob sie sich jemals realisieren wird...

Planwirtschaft hat schon hinreichend seine hoffnungslose Unterlegenheit gegenüber dem Kapitalismus und seinen Regulationsregeln bewiesen.

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Kommentar von voayager
23.05.2016, 15:47

leider ist dein Kommentar gedankenbefreit

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man kann zumindest sagen, dass der kapitalismus irgendwann nicht mehr funktioniert, weil grenzenloses wachstum auf einem begrenzten planeten mit begrenzten ressourcen schlicht nicht möglich ist. in dem moment wo das wachstum aufhört, verliert der kapitalismus 

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Kommentar von Morzarella
23.05.2016, 12:26

Aber wann ist das? Ich bin mir sicher, dass wir und auch unsere enkelkinder das nicht erleben werden

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Kommentar von Maximilian112
23.05.2016, 12:51

Wenn der Kap verliert heißt das doch aber nicht das im Anschluss der Kommunismus da ist :-)

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Kapitalismus strebt nach mehr und nach Weiterentwicklung.

Planwirtschaft und Kommunismus ist Stagnation.

Stagnation hat noch nie zu etwas gescheitem geführt.

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Kommentar von Morzarella
23.05.2016, 12:27

Gute kurze zusammenfassung

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