Frage von Craftingmenlp, 160

Ist Jesus auch für uns (gegenwart) gestorben?

Jesus ist ja gestorben um uns von den Sünden zu befreien. Zählt dies auch für uns oder war das nur für die von Zeiten jesus. Und wen das nicht für uns aus der heutigen Zeit ist wie soll man sich von seinen sünden befreien? Danke im vorraus ;D

Antwort
von rolfmengert, 18

Ich habe mir die vielen Antworten auf Deine Frage durchgelesen und trotzdem komme ich zu anderen Schlussfolgerungen als die Menschen, die sich selbst als im christlichen Glauben stehend bezeichnen. 

Ich habe mir dazu folgende Situation überlegt: In einem Gefangenenlager, in dem viele Gefangene massiv Hunger leiden, bin ich an einem bestimmten Tag eingeteilt worden, das Brot zu verteilen. Nun kann ich der Versuchung nicht widerstehen und lege mir ein Brot zur Seite, um in den kommenden Tagen mehr zu essen zu haben. Allerdings wird später vom Aufseher nachgezählt und der Diebstahl entdeckt. Der Dieb soll sich sofort melden, anderenfalls wird eine Kollektivstrafe für alle Gefangene vollstreckt werden. Natürlich habe ich totale Angst, weil solche Vergehen wie Diebstahl immer mit härtesten Prügelstrafen geahndet werden. Also sage ich nichts. Die Aufforderung zum Bekennen der Tat wird nochmals eindringlich wiederholt. Da sehe ich, dass einer der Mitgefangenen vortritt und behauptet, er habe das Brot gestohlen. Der Unglückliche wird nun in schändlicher Weise fast zu Tode geprügelt, obwohl er nicht der Schuldige ist.

Für mich sagt nun das Neue Testament, dass ich mich über diese Situation freuen soll. Ein anderer hätte für meine Sünde gebüßt. Das sei die frohe Botschaft! Mir wird nur noch schlecht, wenn ich mir diese Perversion vorstellen soll. Ich werde doch zeit meines Lebens in tiefster Schuld gegenüber diesem Menschen bleiben. Daran werde ich dauerhaft leiden und mich immer wie ein absolutes Schwein fühlen, das sich nicht bereit erklärt hat, für das von ihm verursachte Vergehen auch die Konsequenzen zu tragen. 

Aus der Sicht der Psychoanalyse behaupte ich sogar, dass ein stellvertretendes Büßen überhaupt nicht möglich ist. Menschen funktionieren einfach anders. Man kann sich von persönlicher Schuld nur durch substantielle Wiedergutmachungsleistungen befreien. Diese Leistungen müssen dabei richtig heftig sein und mein Einsatz muss mich angemessen - bezogen auf meine Schuld - auch belasten. 

Du siehst, dass man die Schuldproblematik durchaus auch ganz anders sehen und bewerten kann. Zumindest weiß ich für mich, dass ich selbst für meine Vergehen hinstehen muss. Ich bin für mich verantwortlich - ein fundamentaler Grundsatz aller psychoanalytischer Erfahrung. Ich muss - wenn ich etwas verbockt habe, lange und gründlich überlegen, wie ich das wieder hinbekommen kann. Wenn ich dann aber etwas wirklich Substantielles zur Kompensation beigetragen habe, dann entsteht auch das befreiende Gefühl, von dem die Christen meinen, dass es allein durch das Kreuzesgeschehen schon eintreten könne. Ich bin zutiefst davon überzeugt, dass sie sich hier irren.

Kommentar von Wurzelstock ,

Rolf, ich bastele auch einmal ein Szenario:

Am Tag vor seiner Verhaftung konnte sich Jesus an den fünf Fingern abzählen, was ihm blühte - eine grauenhafte Vorstellung für einen Mittdreißiger.

Die drei, die er nachts in seiner Angst zur sozialen Unterstützung mitgenommen hatten, erwiesen sich einfach als Penner. Als dann das Überfallkomando erschien, war sein gesamter Haufen nur noch eine Staubwolke am Horizont.

Am nächsten Tag wollte ihn keiner mehr gekannt haben. Beim ganzen Prozess gab es keinen einzigen Zeugen, der für ihn ausgesagt hätte.

Apostel und Jünger trauerten nicht nur um ihn, sie hatten auch ein denkbar schlechtes Gewissen, weil sie ihn im Stich gelassen hatten.

Ich teile zwar deine Meinung, Rolf, aber mein Szenario enthält wenigstens eine Erklärung :-)

Antwort
von Philipp59, 24

Hallo Craftingmenlp,

die Bibel liefert eine konkrete Antwort auf Deine Frage. Sie erklärt: "Denn so sehr hat Gott die Welt geliebt, daß er seinen einziggezeugten Sohn gab, damit jeder, der Glauben an ihn ausübt, nicht vernichtet werde, sondern ewiges Leben habe" (Johannes 3:16). Um von seinen Sünden befreit zu werden, braucht man also nicht in einer bestimmten Zeit zu leben, sondern, wie dieser Text sagt, "Glauben an ihn [Jesus] ausüben". Somit gilt diese Zusicherung für Menschen, egal in welchem Zeitalter sie leben.

Bevor ich noch einmal auf diesen wichtigen Bibeltext zurückkomme, wäre es sicher angebracht, sich einmal zu fragen: Warum musste denn Jesus überhaupt sterben, um Menschen von ihren Sünden zu befreien? Warum macht die Sündenvergebung seinen Tod erforderlich? Dieser Zusammenhang ist vielen nicht bekannt. Die Bibel spricht in Verbindung mit Jesu Opfertod von einem "Lösegeld". Was ist damit eigentlich gemeint? Um die Lehre vom Lösegeld richtig verstehen zu können, ist es notwendig, zuerst einmal an den Anfang der Menschheitsgeschichte zurückzukehren.

Nachdem Gott den Menschen erschaffen hatte, bestand zwischen Ihnen und Gott völlige Harmonie. Dann geschah etwas, was eine tiefe Kluft entstehen ließ: Die ersten Menschen, Adam und Eva, lehnten sich gegen Gott auf, indem sie willentlich ein Gebot Gottes übertraten und somit war die Sünde in die Welt gekommen. Das hatte weitreichende Auswirkungen auf sie selbst und auf alle ihre Nachkommen. Ihre Sünde gegen Gott bewirkte, dass ihre ursprüngliche Vollkommenheit an Körper und Geist verlorenging und damit auch ihre Aussicht auf ein endloses Leben. Die Bibel sagt darüber folgendes: "Darum, so wie durch  e  i  n  e  n  Menschen die Sünde in die Welt gekommen ist und durch die Sünde der Tod und sich so der Tod zu allen Menschen verbreitet hat, weil sie alle gesündigt hatten" (Römer 5:12). Dadurch, dass die ersten Menschen zu Sündern geworden waren, gaben sie zwangsläufig diese Sünde auch an alle ihre Nachkommen und damit letztendlich auch an uns, weiter. Die Sünde ist es also, die bis heute eine Trennung zwischen Gott und den Menschen herbeiführt.

Da Gott jedoch barmherzig ist, wollte er nicht, dass all die Nachkommen Adams und Evas, die ja ohne ihr Hinzutun die Sünde geerbt hatten, für immer verloren sind. Unmittelbar nachdem Adam und Eva gesündigt hatten, ersann er einen Weg, um die Menschheit von Sünde und Tod zu befreien. Hierbei mag die Frage auftauchen, ob es nicht viel einfacher gewesen wäre, allen in Sünde geborenen Nachkommen Adams und Evas einfach zu vergeben und so die entstandene "Kluft" zu schließen. Das konnte Gott jedoch nicht, ohne gegen seine eigenen Rechtsgrundsätze zu verstoßen. Einer dieser Grundsätze lautet, dass Sünde zum Tod führt. Hätte Gott diesen Grundsatz einfach ignoriert und sich darüber hinweggesetzt, dann hätte man ihn selbst des Unrechts bezichtigen können. Deswegen musste er einen anderen Weg gehen.

Die Lösung lag in der Beschaffung eines Lösegeldes, das die Menschen von Sünde und Tod freikaufen könnte. Hier kommt ein anderer Rechtsgrundsatz Gottes zum Tragen, der da lautet: "Seele wird für Seele sein" (5. Mose 19:21). In der Anwendung auf die Menschheit heißt das folgendes: Der erste Mensch, Adam, hatte sein vollkommenes Leben eingebüßt, das für sich und seinen Nachkommen endloses Leben bedeutet hätte. Durch die Sünde büßte Adam jedoch dieses vollkommene Leben ein. Es gab nur einen einzigen Weg: Ein vollkommenes menschliches Leben musste gegeben werden, um einen Ausgleich zu dem von Adam verwirkten Leben zu schaffen oder anders ausgedrückt: ein Lösegeld musste gezahlt werden.

Da jedoch sämtliche Nachkommen des ersten Menschen nur ein unvollkommenes Leben besaßen, das keinen entsprechenden Gegenwert zu dem vollkommenen Leben Adams besaß, war auch niemand seiner Nachkommen in der Lage, diese Lösegeld zu beschaffen. Die Menschheit wäre somit, was ewiges Leben betrifft, für immer verloren gewesen. Doch hier kommt die große Liebe und Barmherzigkeit Gottes gegenüber den Menschen zum Tragen. Gott baute sozusagen eine "Brücke" zwischen sich und der Menschheit, indem er seien eigenen Sohn sandte, der bereit war, sein vollkommenes Leben zu opfern. Dieses Opfer schaffte den entscheidenden Ausgleich und befreite so die Menschheit von Sünde und Tod. Die Bibel sagt darüber: "Denn alle haben gesündigt und erreichen nicht die Herrlichkeit Gottes, und als freie Gabe werden sie durch seine unverdiente Güte gerechtgesprochen aufgrund der Befreiung durch das von Christus Jesus [bezahlte] Lösegeld" (Römer 3:23,24).

Dieses Lösegeld, das also die Kluft zwischen Gott und den Menschen schließt, bildet somit die Grundlage für die Vergebung von Sünden. Voraussetzung für die Sündenvergebung ist jedoch der Glaube an diese Lösegeldvorkehrung sowie eine reuevolle Einstellung des Sünders.

Die Bibel sagt über diesen wunderbaren Akt der Befreiung seitens Gottes folgendes: "Denn so sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einziggezeugten Sohn gab, damit jeder, der Glauben an ihn ausübt, nicht vernichtet werde, sondern ewiges Leben habe" (Johannes 3:16). Dieser Text zeigt zum einen das Ausmaß der Liebe, die Gott gegenüber den Menschen empfindet und zum anderen auch, was eine weitere Auswirkung des Lösegeldes ist: ewiges Leben. Es liegt nun an jedem einzelnen, ob er diese liebevolle Rettungsvorkehrung annehmen möchte oder nicht. Dabei genügt es jedoch nicht, Gott einfach nur zu sagen "Ja, ich will", sondern wie obiger Text zeigt, müssen diejenigen, die aus dem Lösegeld Nutzen ziehen möchten, "Glauben an ihn ausüben". Das schließt, wie die Bibel deutlich zeigt, weitaus mehr ein, als einen passiven Glauben zu besitzen.

Wie die Evangelien zeigen, forderte Jesus Christus Menschen dazu auf: "Komm, folge mir nach!" (Matthäus 19:21). Um also die Vorkehrung der Sündenvergebung durch Jesu Lösegeld in Anspruch nehmen zu können, muss man ihm genau nachfolgen. Das bedeutet, an ihn nicht nur als den Erlöser zu glauben, sondern auch in allem seinem Beispiel zu folgen. Um das tun zu können, benötigt man eine genaue Kenntnis der Person Jesu Christi und seiner Lehren. Das kann man am besten dadurch tun, dass man die vielen Evangelienberichte über der Leben und Wirken Jesu liest und darüber nachdenkt. Wenn dann daraus der Wunsch entsteht, sein Jünger zu werden, dann ist schon einmal ein guter Anfang gesetzt!

LG Philipp

Antwort
von Kheber, 6

Hallo Craftingmenlp

ich freue mich über Deine Frage und hoffe, dass sie aufrichtig gemeint ist.

Wie Du schon schreibst, Jeshua ( viele sagen auch Jesus - Jeshua ist sein richtiger, sein hebrä. Name) ist für meine und für Deine Schuld und Sünde gestorben. Und das für alle Zeit - für alle Ewigkeit! Das kannst Du glauben und annehmen und DIch darüber freuen. Sein ganzes Leben zielte darauf hin, dass das herrliche Evangelium (die Vergebung von Schuld und Sünde) für alle Ewigkeit Gültigkeit hat. Ursprünglich sollte dies nur für sein Volk Israel sein. (Doch er kam in sein Heiligtum und die Seinen nahmen ihn nicht auf), so kann man es in der BIbel lesen. Ein Zeichen dessen ist ja die Hinrichtung am Kreuz: Und weil dies geschehen ist. verkündigten die Jünger dann diese Frohe Botschaft. EIn Beispiel hierfür ist Apostelgeschichte 2, wo sie vor vielen Menschen unterschiedlicher Nationen predigten.

Später wurde dann Saulus zu Paulus, (ca 60 Jahre n. Chr) der von sich aussagte, er sei der Heidenapostel.

Und schon daran erkennst Du, dass das Evangelium auch heute noch Gültigkeit hat.

Was ich DIr geschrieben habe, kannst Du bedenkenlos für DIch annehmen.

Gott segne Dich!

Antwort
von Garfield0001, 37

Jesus ist für alle Menschen gestorben.
die Bibel sagt, das der Tod der Lohn der Sünde ist. Der Teufel ist der Herr über die Erde und den Tod. da er nun Jesus kreuzigen ließ (er War so verblendet dass er ihn in die Finger bekommen hat) hat ihn Jesus besiegt. Der Teufel darf nur Sünder töten lassen, aber Jesus War ohne Sünde.
und somit hat er den Teufel entmachtet und ist Herr über den Tod. und somit hat er auch ein für alle mal den Weg zu Gott frei gemacht.

Antwort
von Wilfri, 25

Jesus ist grundsätzlich für alle Menschen gestorben, die für Ihre Sünden um Vergebung bitten, gebeten haben und noch beten werden bis die Gnadenzeit zu Ende ist. Gnadenzeit ist ein Begriff, der im Zusammenhang mit der Offenbarung steht, die einen Anfang und ein Ende der Weltgeschichte vorsieht und die Ausrottung der Sünde für ewig.

Darin liegt aber auch ein Problem. Menschen, die sich zu Jesus bekennen, verändern sich in Herz und Sinn und werden Buße tun und durch den Heiligen Geist ein neues Leben beginnen. Dass heißt nicht, dass sie ab Taufe und Zugehörigkeit zur christlichen Gemeinde Jesu sündfrei leben, aber sie werden Jesus immer ähnlicher, weil sie durch Bekehrung eine andere Lebensrichtung eingeschlagen haben.

Eine billige Gnade ohne jegliche Veränderung des Lebensinhalts, gibt es nicht, denn es  wird kein Ungerechter in das Reich Gottes eingehen. Wer Böses liebt hat an einem christlichem Leben auch wenig Interesse. Jeder sollte aber wissen, dass ein Christ kein eingeschränktes Leben führt, sondern ein freudvolles, liebevolles und schönes Leben, sofern es nicht durch die Ungerechtigkeit Anderer (zum Beispiel Gottloser) negativ eingeschränkt wird. Gott kann auch in schlimmen Situationen Menschen noch glücklich machen, während Gottlose darin untergehen.

Antwort
von nowka20, 18

er ist für die versündigung der götter an der menschheit gestorben.

nur in diesem sinne ist er für die menschen gestorben

Antwort
von Matzko, 25

Ja, auch für uns heute und für alle Menschen.

Antwort
von stine2412, 21

Möchtest du das biblisch belegt haben? Römer 6:7 Denn wer gestorben ist, der ist frei geworden von der Sünde.

So, wenn wir tot sind, existieren wir nicht mehr und wir blieben tot, wenn nicht der Herr Jesus dafür gestorben wäre, dass wir wieder leben können. Denn der Sünde Sold ist der Tod; die Gabe Gottes aber ist das ewige Leben in Christus Jesus, unserm Herrn ( Römer 6:23 ) Das bedeutet, dass eine Auferstehung stattfindet. (Unter der Herrschaft Jesu Christi, des Königs, wird die ganze Erde in ein Paradies umgewandelt werden).

Antwort
von Liquidchild, 53

Jesus sagte selbst er ist gekommen, um die verlorenen Schafe des Hauses Israel (die Juden) zu retten. Ist alles glaubenssache

Kommentar von Garfield0001 ,

er sagt auch: NIEMAND kommt zum Vater, außer durch mich.

Kommentar von Liquidchild ,

Könnte es nicht sein, dass er mit "durch mich" seine Lehre meinte? Seine Lehre, die sich mit Demut, Mitleid und Liebe befasst? 

Kommentar von Abahatchi ,

Woher sollten wir denn wissen, wie er dies genau meinte? Können wir ihn irgendwo nach der richtigen Auslegung allgemein verbindlich fragen? 

Das ist eben das Problem, dasz die Bibel noch unklarer formuliert ist, als die schlechtesten Gesetzte die wir haben. Warum sonst hatten selbst Christen untereinander Kriege geführt und sich abgemetzelt, weil die Bibel so klar ist, wie eine trübe Mehlsuppe?

Antwort
von fricktorel, 2

Unser Heiland befreit uns von allen Sünden.

Das betrifft alle "Zeiten", Vergangenheit wie Zukunft (1.Thes.4,14; 2.Kor.5,15; Röm.5,6).

In Gottes Reich wirst du das verstehen (Offb.20,5), denn der "Gott dieser Welt" (2.Kor.4,4; 11,14) wird dann gefangen sein (Offb.20,2).

Antwort
von RudolfFischer, 25

Deine Frage zeigt das Problem auf, das man bekommt, wenn Jesus nur dafür gestorben ist, um unsere Sünden zu sühnen. Das ist meines Glaubens nach ein Irrtum der frühen Christenheit, der sich heute noch in der Liturgie widerspiegelt, aber nur noch selten in Predigten, wiel die meisten Theologen das inzwischen anders sehen:

Jesus starb am Kreuz aus Solidarität mit allen Menschen (auch mit uns), denn damit und mit seiner anschließenden Auferstehung hat er gezeigt: Auch das größte Elend, der grausamste Tod, die schreiendste Ungerechtigkeit ist nicht das letzte Wort. Gott wird seinen guten Plan mit seiner Schöpfung verwirklichen, eagl, was unsere Sünden anrichten. Niemand muss deshalb mehr verzweifeln. Deshalb hat er uns aus der Verzweiflung erlöst und uns aufgerufen, Gottes guten Plan mitzuverwirklichen, indem wir uns von üblen Taten fernhalten und in Verantwortung und Liebe handeln. Das ist die neue Botschaft Christi, Essenz des Christentums.

Die Menschheit (auch der nicht gläubige Teil) hat es immerhin soweit geschafft, die Zehn Gebote in die Menschenrechte weiterzuentwickeln (auch wenn dabei im staatlichen Bereich das Transzendente nicht berücksichtigt wird). Es gibt keine Kreuzigungen mehr, soweit es demokratische Regierungen mit Grundgesetzen auf der Basis der Menschenrechte gibt. Es wäre schön, wenn sich die gesamte Menschheit dazu durchringen könnte und auch psychische "Kreuzigungen" nicht mehr vorkämen.

Kommentar von rolfmengert ,

Du hast durchaus ein gutes Argument eingebracht, nur es bleibt für mich immer die Frage, warum Gott den Menschen als Sünder erschaffen hat. Da er allwissend ist, hat er ja von vornherein gewusst, dass er ein Wesen kreiert hat, das nicht allein von Liebe und Barmherzigkeit bestimmt ist, sondern das auch die vielen Verhaltensweisen zeigt, die wir als Untugenden deklarieren. Wenn ich als Techniker einen Computer programmiere, dann kann ich doch anschließend, wenn er meiner Programmierung entspricht und Reaktionen zeigt, die ich als verabscheuenswert empfinde, ihn nicht dafür verurteilen und bestrafen. 

Wenn Christen manchmal einwenden, dass Gott dem Menschen ja die Freiheit gegeben hat, sich für oder gegen Gott in ihren Handlungen zu entscheiden, ist das wieder ein Denkfehler, denn dass sie sich gegen Gott entscheiden können, hat er ja in seiner Schöpfung bereits als Möglichkeit installiert. Also ist auch in diesem Fall Gott selbst dafür verantwortlich, dass der Mensch nicht  im gewünschten Sinne agiert. Das Dilemma der Verkündigung kriegt man einfach nicht weg. 

Kommentar von RudolfFischer ,

Danke für den Kommentar mit den berechtigten Einwänden. Leider ist hier kaum der Raum, diese grundlegende Frage auszudiskutieren. Bei Bedarf stelle ich mich dem aber gern unter meiner Privatadresse fischru@uni-muenster.de außerhalb des Forums hier.

Trotzdem - auch für die anderen interessierten Leser - hier einige Denkanstöße.

Gott wird allgemein als allwissend und allmächtig angesehen. Nach unserer menschlichen Logik führen diese Annahmen aber leicht zu Widersprüchen. ("Wenn Gott alles kann, kann er ann auch etwas nicht können?") Gott steht also außerhalb der menschlichen Logik, und wir können ihn deshalb nicht begreifen. Wir halten aber an der Lehre Jesu fest, dass sein Prinzip die unbegrenzte Liebe ist.

Die Schöpfung ist kein Computer. Sie ist nicht festgelegt, sondern ein Komplex von Möglichkeiten. Innerhalb dieser Möglichkeiten kann der Mensch daran mitwirken, sie in Richtung eines idealen Zuständes weiterzuentwickeln. Gott benutzt weder seine Allmacht noch sein Allwissen, um dabei einzugreifen, weil er seine Geschöpfe in die eigene Verantwortung in dieser Welt hat inkarnieren lassen.

Die Welt hier in absoluter Harmonie, ohne Probleme, ohne Fehlmöglichkeit wäre danach, wie Gott mich geschaffen hat, Stasis, Stillstand, salopp gesagt stinklangweilig. Wichtig ist nur, dass wir nichts Endgültiges kaputtmachen können, das war der Sinn des Kreuzestodes Jesu, wie anfangs von mir ausgeführt.

Man kann also zugespitzt sagen, dass alles Böse in der Welt auf Gott zurückgeht, weil ALLES auf ihn zurückgeht. Da alles Böse aber endlich und angesichts der gesamten Schöpfung (die wir in ihrem Gesamtumfang gar nicht kennen) zeitlich gebunden und daher letztlich unbedeutend ist - so schlimm uns "Eintagsfliegen" auch alles aus unserer Eintagsfliegenperspektive vorkommt - hat es letzten Endes nur die Bedeutung, dass wir uns hier bewähren können.

Dahinter steht die Annahme, dass wir selbst im Prinzip unsterbliche Geistwesen sind, die sich für eine vorübergehende Sammlung einzigartiger Erfahrungen (physische Eindrücke, Möglichkeit von Fehlverhalten durch beschränkte Sicht) für einen Bewährungsaufenthalt in diesen 4 Dimensionen gemeldet haben. Man denke an einen Aufstieg auf einen Berg: Ohne Anstrengung gäbe es kein Gipfelglück. Das merkt man, wenn man oben neben Touristen steht, die mit dem Auto hochgefahren sind. So gibt es die Erfahrung des Guten auch nur, wenn es auf dem Hintergrund des Bösen überhaupt wahrnehmbar ist.

Mit diesen angerissenen Gedanken will ich es hier belassen ...

Antwort
von Dhalwim, 46

Gegenfrage: Wie kommst du darauf - auf die Idee - dass das nur damals gültigkeit hatte?

Antwort
von anniegirl80, 100

Ja, natürlich zählt das auch heute noch! Sonst hätte das Christentum ja gar keine Kraft mehr!

Kommentar von Craftingmenlp ,

Ich war mir nicht komplett sicher. Aber jetzt weiß ich es genau. Danke für die schnelle antwort

Kommentar von anniegirl80 ,

Gerne! Natürlich hilft das nur wenn man das auch annimmt. Weiterhin absichtlich sündigen ist nicht der Sinn der Sache.

https://gottkennen.ch/die-hauptsache/

Kommentar von Craftingmenlp ,

Hast mir sehr geholfen ;D

Kommentar von Abahatchi ,

Ach, Du hast nur jemanden gebraucht, der Dich im Zweifel Deines Glaubens wieder etwas aus dem Zweifel zieht und Dich etwas aufbaut? 

Antwort
von chrisbyrd, 19

Jesus ist für die Sünden der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft gestorben.

"Er ist das Sühnopfer für unsere Sünden, aber nicht nur für die unseren, sondern auch für die der ganzen Welt." (1. Johannes 2,2)

"Denn der Lohn der Sünde ist der Tod; aber die Gnadengabe Gottes ist das ewige Leben in Christus Jesus, unserem Herrn." (Römer 6,23)

"Aufgrund dieses Willens sind wir geheiligt durch die Opferung des Leibes Jesu Christi, [und zwar] ein für allemal." ((Hebräer 10,10) 

"Wenn wir aber unsere Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, daß er uns die Sünden vergibt und uns reinigt von aller Ungerechtigkeit." (1. Johannes 1,9)

Antwort
von Rocker73, 87

Jesus ist für alle Menschen gestorben die je gelebt haben, die leben und die je leben werden!

LG

Kommentar von Craftingmenlp ,

Danke für die antwort

Kommentar von Rocker73 ,

Gerne

Antwort
von Meatwad, 23

Das kann man halten, wie man will. Schließlich befinden wir uns hier im Bereich der Mythologien.


Antwort
von Matermace, 70

In christlicher Lehrmeinung gilt das auch für die Gegenwart.

Kommentar von Craftingmenlp ,

Danke für die Antwort

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