Ist jede Luger, die man heutzutage kauft, zwischen 1893 und 1945 hergestellt worden?

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6 Antworten

1.) Richtigerweise handelt es sich um Parabellum - Pistolen, Luger ist nur die Bezeichnung im anglo - amerikanischen Sprachgebrauch. Das erste Serien - Modell ist das Modell 1900. In Laufe der Produktionszeit gab es unterschiedliche Verbesserungen / Änderungen. Das schweizer Armee - Modell wird üblicherweise auch als Modell 06 bezeichnet, die usprüngliche Marine - Version als Modell 04. Erst mit der Einführung der Parabellum - Pistole im kaiserlichen Heer im Jahre 1908 erfolgte die Bezeichnung Pistole 08 für alle Modelle dieses Konstruktionsstandes. Sowohl die späteren Marine - Pistolen (Marine 08), als auch die Artillerie - Modelle (offiziell lange Pistole 08) entsprachen im Wesentlichen diesem Konstruktionsstand, dessen optisches Erkennungsmerkmal der Wegfall der Griffrücken - Sicherung war. Spätere Änderungen bezogen sich auf interne Details (Schiwy - Sicherung) oder kleine Änderungen (Materialverstärkungen).

2.) Grundsätzlich endete die Produktion 1945. Die von Mauser Ende der 1970er bis Ende der 1980er Jahre neu gefertigten Pistolen wurden auf den aufgekauften Maschinen der Schweiz (man hatte Lizenzrechte zur Fertigung erhalten) und entsprachen dem Modell 06 mit Griffrücken - Sicherung. Hierbei wurden teilweise Altteile verwendet, teilweise wurde neu gefertigt.

3.) Die US Stoeger Luger (ehemaliger Generalimporteur) ist nicht exakt bestimmbar. Angeblich wurden nach dem Krieg die Produktionsmaschinen und Teile eines Herstellers der 08 Pistole in die USA als Kriegsbeute verbracht und die Pistole dort in Kleinstserie gefertigt. Auch die Mitchell Arms Luger (gab es auch in Stainless Steel) soll auf diesen Maschinen entstanden sein.

4.) Die VoPo 08 soll zum Teil auf Maschinen der Firma Simson in Suhl neu gefertigt worden sein.

5.) Mit Auslauf der Markenrechte wurden in den 1980er / 1990er Jahre von der Firma Frankonia Jagd diverse Waffen unter dem Markenbegriff Luger angeboten. Bei den Pistolen handelte sich um ungarische FÈG-Pistolen (Kopien der FN High Power oder der S & W M-59). Diese Waffen wurden bei der Firma Eduard Kettner unter der Marke Mauser angeboten.

6.) Je nach Zustand, Modell und Bestempelung zwischen € 200,00 und 10.000,00.

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Die Produktion der Luger 08 wurde 1945 eingestellt. Es gibt aber welche die aus vorhandenen Teilen später zusammengesetzt wurden, angeblich für die VoPo der DDR.
https://de.m.wikipedia.org/wiki/Pistole_08

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Kommentar von ES1956
06.10.2016, 15:17

Eine 08 kostet heute z.B. bei egun.de. Je nach Zustand ab 250€, eine durchschnittlich gut erhaltene ca 600,- Sondermodelle auch deutlich teurer.

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Nein. Luger produziert meines Wissens immer noch. Die stellen auch nicht nur Pistolen, sondern auch Gewehre her. Ich habe z.B. eine Schrotflinte von Luger im Schrank, und die ist höchstens 10 Jahre alt.

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Kommentar von RomanAtwood
06.10.2016, 14:07

Danke... ich kenne mich absolut nicht mit Waffen aus und habe jetzt einfach die Bezeichnung "Luger" verwendet. Im Speziellen handelt es sich um die "Pistole 08". Auf wikipedia steht, dass man sie einfach "Luger" nennt, daher habe ich das so formuliert.

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Kommentar von Terrier74
06.10.2016, 14:44

Also die Luger 08 wird meines Wissens nicht mehr produziert. Das dürfte dann wirklich ein Original sein. Die ist dann aber nicht mehr unbenutzt. Hergestellt wird sie noch als Nachbau des Originals, aber halt nur in der Schreckschuß- und Airsoftvariante.

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Kommentar von ES1956
06.10.2016, 15:41

Sorry aber 'Luger' hat nie etwas produziert. Lediglich der Name wird von Händlern vermarktet. Deine Flinte dürfte in der Türkei hergestellt und von der Fa Kettner vertrieben worden sein.

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NEIN!

Kann auch eine neu gefertigte von den Mauserwerken sein(von 1934 bis 1942 wurde Pistole 08 auch bei den Mauserwerken in Oberndorf gefertigt).

Diese Mauserwerke haben die Pistole 08 ab 1971 wieder neu aufgelegt, Zitat:

"Dort wurden verschiedene Ausführungen der Pistole 08 auch ab 1971 neu gefertigt, darunter als Sportwaffe mit Mikrometervisier und schwerem Match-Lauf. Bis weit in die 1980er-Jahre erschienen von Mauser regelmäßig Sondermodelle, darunter das Modell „75 Jahre Pistole 08“ und
eine Neuauflage der „langen Pistole 08“.



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Die sogenannte "Luger" ist die Kipplaufpistole "System Luger" von Georg Luger (einem ehemaliigen k.k.Leutnan und Lehrer an der Inf.Schule Hainburg NÖ!) konstruiert. Sie wurde als Modell 00 (1900!) und 1929 als P.29 r in der Schweiz  und mehreren Ländern als Armeepistole eingeführt. Später1904 und 1908 als P 08 in als " die 08"Deutschland" eingeführt. Mehrere Länder führten "die Luger" als Dienstwaffe. Eine äußerst kompliziert herzustellende (etwa 700 Arbeitsgänge) Waffe. Ältere Waffen (bis BJ 1945) müssen auf die Nachkriegspatrone  umgebaut werden oder es wird eine geschwächte 9mm Patrone verwendet.

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Kommentar von ES1956
06.10.2016, 15:09

Aha, eine "Kipplaufpistole" -der Georg dürfte gerade im Grab rotieren. Eine Luger hat mit einer Kipplaufpistole soviel gemeinsam wie ein Bus mit einem Schaufelbagger. Die gesamte "Antwort" hat übrigens mit der Frage nichts zu tun.

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Kommentar von Lestigter
06.10.2016, 16:16

Und wo steht die Antwort zu der Frage "Ist jede Luger, die man heutzutage kauft, zwischen 1893 und 1945 hergestellt worden?"

Die Frage lautete nicht "Was ist eine Luger"?

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Noch eine Ergänzung: die vermutlich seltestende Parabellum Pistole ist eine original Pistole von 1905 im Kaliber .45 ACP. Im Jahre 1905 beschloss die US-Army die Einführung einer Dienstpistole im Kaliber .45 ACP.

Georg Luger fertigte im Auftrag seines Arbeitgebers DWM (Deutsche Waffen- und Munitionsfabrik) 3 Exemplare (manche Quellen sprechen von 4) für die US Erprobung.

Von diesen 3 Exemplaren existierte 1995 noch ein Einziges. Ein Exemplar wurde bei den Tests total geschrottet, ein Exemplar ist spurlos verschwunden.

Das verbleibende Exemplar wechselte etwa 1995 für 1 Million US-Dollar den Besitzer.

Diese Auktion erreget auch die Aufmerksamkeit des Besitzers einer Firma der US-Luftfahrt-Industrie. Dieser Firmenbesitzer, ein "Luger" - Fan, war bereits im Besitz der originalen Testunterlagen und Konstruktionspläne von 1905.

Er überredete den neuen Besitzer dazu, die Pistole genauestens vermessen zu dürfen, um diese Pistole nachbauen zu können. Tatsächlich wurde die Pistole von der Luftfahrtfirma nachgebaut und es war geplant, eine Kleinstserie von 125 Exemplaren aufzulegen, welche zum Stückpreis von 250.000 US-Dollar verkauft werden sollten.

Der Nachbau wurde in der US-Fachpresse gelobt, ob allerdings die Kleinstserie gefertigt wurde, ist unbekannt, da meine Abos diverser US-Waffenzeitschriften 1996 / 1997 ausgelaufen sind.

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