Frage von tommygilbert, 54

Ist in vielen religiösen Familien die "Ehre" für Opfer immer noch gültig, auch bei sexuellen Übergriffen?

Hallo, ich kenne mich mit der Thematik Religion nicht genau aus (nur Ethik-Unterricht der Schule z.T. intensivere Beschäftigung mit einzelnen Religionen). Ich entschudige mich schon mal vorher, wenn die Frage diskriminierend wirkt. Allgemein geben sich viele Religionsanhänger in der westlichen Welt als modern aus, moderne Werte wie Gleichberechtigung usw. Sind diese Werber für Offenheit/Kompromissbereitschaft eher eine Seltenheit? Erreichen/Verinnerlichen diese Werte viele Anhänger nicht? Was mich besonders stutzig gemacht hat , war ein Zeitungsartikel über einen Vergewaltiger, der sich seine Opfer per Facebook suchte. Besonders unpassend fand ich aber, dass seine Strategie perfide als bezeichnetet wurde, weil er sich muslimische Minderjährige ausgesucht hatte, die Opfer um ihre Familienehre fürchteten und lieber schweigten. Er war leider sogar erfolgreich (ich glaube 5 Opfer). Haben da nicht die Eltern ebenfalls eine Teilschuld wegen der der Familienehre?

Danke schon im Voraus für Antworten.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von ItsJustMe38, 15

Weder die Ehre des Mädchens, noch die Ehre der Familie werden beschmutzt, wenn das Mädchen vergewaltigt wurde, denn sie sind nicht diejenigen, die was falsch gemacht haben.

Wo dieser Irrglaube verbreitet ist, sind nicht die Religiösen Familien, sondern vielmehr diejenigen, die keine Ahnung vom Islam haben, sich dennoch als "vorzeigemuslime" präsentieren...

Antwort
von Andracus, 24

Also wenn es um Religion allgemein geht...meine Familie (also nicht nur im engsten Sinne sondern auch zahlreiche Onkels, Tanten, Großcousinen usw) ist sehr groß und 90 Prozent davon sind überzeugte Christen, nicht wenige auch ehrenamtlich bis hauptberuflich einbezogen. 

Was ich erlebt habe spricht definitiv für Weltoffenheit und das Vertreten moderner Werte. Keiner sperrt seine Frau zuhause ein, keinem von uns Kindern wurde mit religiös begründeten Argumenten das Handy oder der Egoshooter verboten, uns wird nicht gesagt wie wir uns zu kleiden haben und wie nicht (mit der nachvollziehbaren Ausnahme dass man an Feiertagen nicht unbedingt Grasflecken auf der Hose haben sollte), uns wird nicht vorgeschrieben, mit wem wir befreundet sein dürfen, welche Musik wir hören dürfen und all sowas (grade Metal ist beliebt). Einer meiner Onkels arbeitet an einem kleinen evangelischen Forschungsinstitut für interreligiösen Dialog.

Mal als Erfahrungsbeispiel ;P

Antwort
von Jogi57L, 5

Da müsste "Ehre" mal genauer definiert werden.

Wenn die "Ehre" ( als Beispiel) hauptsächlich mit "Jungfrau" definiert wird..( ohne auf den Grund eines "Jungfrau-Verlustes" einzugehen...) dann ist es eine Schieflage.

Wenn sich jemand "Opfer" sucht.. und findet.. dann ist derjenige ehrlos... aber nicht gutgläubige Opfer...

Da sollten sich dann in der Tat die Eltern fragen, was sie begünstigend dazu beigetragen haben....

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