
Es wird nie eine Vollbeschäftigung geben, hat es auch noch nie, in keinem Land. Mit dem System hat das nichts zu tun. Selbst im Sozialismus der ehem. DDR gab es keine Vollbeschäftigung, auch wenn sie so taten als ob. Davon ganz ab, gibt es leider überall und immer auch Menschen, die gar nicht arbeiten möchten und bei uns können viele damit ganz gut leben, trotz Hartz 4.

Zunächst sollte man mal das politische System (Demokratie) vom ökonomischen System (Kapitalsimus, gern als "sozialische Marktwirtschaft" heruntergespielt) abkoppeln. Das sind zwei Paar Schuhe. Und vom rein ökonomischen Standpunkt wird es keine Vollbeschäftigung mehr geben. Die Arbeitsfelder werden nicht mehr ausdifferenziert, sondern wieder zusammengelegt, denn durch Automatisierung und Computerisierung werden Arbeitsprozesse verkürzt und Jobs eingespart. Gepaart mit wachsender Weltbevölkerung kann man sich den Rest ausrechnen...
Unbedingt empfehlenswert in diesem Zusammenhang ist das Buch "Profit over people" von Noam Chomsky. Kluge Analyse der aktuellen Situation!

auf keinen Fall. Was mein Vorredner mit "System" meinte erschließt sich mir nicht ganz. Demokratie? Welches System würde denn Vollbeschäftigung bringen? Ich wüßte keins....
Fakt ist, dass wir als teueres Land viel mehr Jobs für Qualifizierte und Hochqualifizierte schaffen könn(t)en, einfache Jobs für "ungelernte" gehen eher ins Ausland.
Aber bei der Ausbildung und dem Schulsystem unseres Landes bleiben da zu viele auf der Strecke, und für die wird es keine Beschäftigung geben.

Sicher wird die Arbeitslosigkeit weiter abnehmen, wenn die Wirtschaft weiter brummt.
Statistiker sprechen übrigens schon von Vollbeschäftigung, wenn nur noch 1-2 % Arbeitssuchende registriert sind.
Das Problem bei uns ist ja im Moment auch, dass es zwar einerseits einen harten Kern von Arbeitslosigkeit gibt, andererseits aber etliche Firmen händeringend Mitarbeiter suchen und nicht finden.
Die Qualifikation vieler Arbeitsloser ist für viele anspruchsvolle Tätigkeiten schlicht zu gering.
Und wenn man mal berücksichtigt, wieviele junge Menschen heute die Schule mit schlechtem Hauptschulabschluss oder sogar ganz ohne Abschluss verlassen und wieviele dann ihre Ausbildung abbrechen, dann ist doch schon absehbar, dass sie auf dem Arbeitsmarkt sehr schlechte Chancen haben werden.
Daran kann auch "die Politik" wenig ändern, sondern das ist eher ein Problem mangelnder Erziehung und fehlender Vorbilder.

Die Frage ist, ist es wünschenswert? In einer gut funktionierenden Volkswirtschaft ist Teilzeitbeschäftigung absolut notwendig, siehe mal berufstätige Elternteile... Und auch steuerlich / finanziell nicht unattraktiv: Ich habe lange eine 30-Stunden-Woche gehabt und jetzt (mit über 40h) wesentlich weniger Zeit aber nur unwesentlich mehr Geld...
demosthenes am 4. April 2007 12:34 Hier geht es doch um Vollbeschäftigung, nicht um VollZEITbeschäftigung.
bommel65 am 4. April 2007 14:35 Schon richtig, die hängen aber zusammen: 3 Angestellte Vollzeit entsprechen 4 in 3/4 Zeit, aber sei's drum, Vollbeschäftigung wird es deswegen trotzdem nie geben. Geht ja nicht: dazu müsste es für jeden Arbeitssuchenden genau die passende Stelle in seiner Umgebung geben. Das sehe ich als Reisenproblem an. Was hilft mir die Stelle 500km weit weg, wenn ich aus welchen Gründen auch immer sie nicht antreten kann?