Frage von berdDbrot, 153

ist ihre Reaktion gerechtfertigt?

Folgende Situation: ich arbeite Nebenjob mäßig an "nem Reitstall/ Reitverein. Ich stelle dort die Pferde auf die Paddocks und Weiden. Heute habe ich wie gewohnt Pferde raus gestellt. 3 von 5 Weiden waren schon belegt habe also auch auf die 4 Weide ein Pferd gestellt und Strom angemacht. Dann wollte ich noch ein Pferd für die 5 te Weide holen. Ich komme nun mit dem Pferd zu den Weiden und sehe das die Weide neben an leer ist und die Litze durchgerissen auf dem Boden liegen. Bin dann zurück zum Stall und sehe dass das Pferd welches auf der Weide stehen solte in der Halle steht. Sie muss rein gesprungen sein denn die Banden waren alle zu und man hat deutlich gesehen wo sie gelandet ist, da der Hallenboden frisch gezogen war. Die Besitzerin war zufälligerweise gerade da, habe ohr das Pferd übergeben. Sie meinte später es wäre alles okay und das Pferd hätte sich nicht verletzt. Und ihr Pferd hätte dies vor Jahren schon mal gemacht (springpferd) Ich habe natürlich der Reitlehrerin und mit der ich die Pferde rausstelle Bescheid gegeben. Auch dass die Weide repariert werden müsste.

Vorhin rief mich dann meine Chefin , die zum Zeitpunkt des Geschehens auf einer Kür war. Sie war ganz aus dem häuschen, was da hätte passieren können und ich müsste besser aufpassen und ich konnte Glück haben dass sie nur von außen in die Halle gesprungen ist und nicht noch von der Halle in die Stallgasse.

Es ist zwar blöd dass sowas passiert ist aber ich kann doch auch nichts dafür. Ist ihre Aufregung gerechtfertigt oder doch etwas übertrieben?

Antwort
von sukueh, 86

Die Aufregung der Chefin ist zwar einerseits nachvollziehbar, denn es hätte ja wirklich etwas passieren können, andererseits - was hättest du denn besser machen können ? Pferd auf die Weide gestellt, Strom an. Was will man noch machen, um das Pferd daran zu hindern, von der Koppel abzuhauen ? Sollte nicht ausreichend Strom auf dem Zaun gewesen sein, um dieses Pferd an der Flucht zu hindern, fällt das nur in deinen Verantwortungsbereich, wenn du beispielsweise auch dafür zuständig wärst, die Koppeln auszuschneiden, damit der Strom ordentlich fließen kann und du dies vernachlässigst hättest. Oder du hättest Anweisung bekommen, speziell dieses Pferd nicht auf diese oder jene Koppel zu stellen (z. B. weil das Verhalten bereits bekannt ist). Und du die Anweisung missachtet hättest.

Natürlich dürfte die Stallbesitzerin insofern aufgeregt sein, denn sollte dem Pferd was passieren, würde die Besitzerin des Pferdes möglicherweise die Stallbesitzerin dafür verantwortlich machen. Allerdings sollte man meiner Meinung nach als Stallbesitzer hier etwas mehr Gelassenheit haben, sonst ist man ja mit den Nerven am Ende, wenn man sich über alles, was im Umgang mit Tieren passieren kann, aufregen würde.

Ich geh mal nicht davon aus, dass du in die Kategorie "unzuverlässiges Personal" fällst, insofern kannst du deine Chefin ja rein interessehalber mal fragen, was du ihrer Meinung nach noch anders hättest machen müssen, um diesen Vorfall zu verhindern....

Kommentar von dasadi ,

Ganz genauso sehe ich das auch. So, wie ich das lese, hättest Du nichts weiter tun können,um das zu verhindern und hast alles sehr verantwortungsbewusst erledigt. Ich würde in der Tat das Gespräch mit der Besitzerin des Pferdes und der Chefin gemeinsam suchen und darum bitten, Dir mitzuteilen, was Du in diesem spezifischen Fall hättest anders machen können.

Kommentar von berdDbrot ,

Die Besitzerin fand das gar nicht  so schlimm, im Gegenteil  fand sie es sogar sehr  amüsant. Und meine Chefin ist eigentlich  gar nicht  die Stallbesizerin.  Sie "Leitet" ihn nur bzw macht  die ganze Verwaltung.  Der eigentliche Stallbesitzer kommt vl 1 mal in der Woche vorbei um nach den rechten zu schauen. 

Expertenantwort
von Heklamari, Community-Experte für Pferde, 35

Du hast alles so gemacht, wie von Dir erwartet - DAS ist soweit ok. Daß die Verantwortliche Stallmanagerin au dem Häuschen ist - das ist wohl der Streß.... Es sollte in einem Gespräch mit Dir, der besitzerin des Pferdes, der Managerin (und ggf dem Hofbesitzer) geklärt werden, wie dieses Pferd in Zukunft gehändelt und untergebracht werden soll. (Falls Du Bedenken über die Zukunft haben solltest, mach anschließend ein Gedächtnisprotokoll, am besten mit mindestens der Pferdebesitzerin zusammen; ihr unterschreibt beide; Kopien gehen dann an alle Beteiligten und den Hofeigner - so kann sich die Managerin sicherer sein und Du auch)

Antwort
von Zanora, 13

Ich finde auch das Du da nichts falsch gemacht hast. Pferde auf die Koppel bringen, alles zu machen und Stromzaun an.
Also ich mach da nix anders. Manchmal Teste ich den Zaun indem ich ihn am Griff nehme wenn der Strom an ist und lege das Seil kurz auf den Boden.
Dann höre ich das der Stromdurchfluss da ist.
Selbstverständlich messe ich ab und an mit einem Strommessgerät, das die Stärke passt.
Aber es gibt manchmal Ausreißer, die schaffen es erfolgreich auszubüchsen, auch wenn das beste Gerät dran hängt :-(
Also ist nach 27 Jahren Pferdehaltung meine Erfahrung.

Also ich würde so vorgehen. Ich würde zuerst mal gucken ob die Leistung vom Stromzaun wirklich dem entspricht was es sollte!!

Dann würde ich zu meiner Chefin gehen und mal genau nachfragen was die Besitzerin genau gesagt hat. Weil oft entspricht das nicht ganz der Wahrheit!

Ich würde außerdem den Vorschlag machen das Pferd auf ne geeignete Koppel zu bringen wo der Zaun die geeignete " gut Sichtbar fürs Pferd" Höhe hat. Hab mal gelesen das es da so gar vorgeschriebene Höhen für Pferde gibt. Extra für Springpferde oder Hengste usw. Da kann angeblich im Falle eines Schadens die Versicherung blöd machen.

Ich habe einen Haflinger, Kaltblüter (1,65m Stockmaß) und ein Shetty. Mein Zaun is ca. 1,65 m Hoch mit 4 dickeren Stromseilen. Zwischen den unteren Zwei hab ich noch einen glatten Stahldraht der eine extrem gute Leitfähigkeit hat.
Naja is für manche schon etwas übertrieben, aber ich hab damit einfach ein gutes Gewissen.

Aber rede mit Ihr, dann sieht sie auch das Du Dir über die Sache Gedanken machst und Du Interesse zeigst;-) kommt immer gut.

Antwort
von AlisaRu, 80

Es hätte wirklich viel passieren können aber ich gehe davon aus dass du alles korrekt gemacht hast... Du kannst nichts dafür, deshalb würde ich mir da nicht weiter Gedanken machen, die kriegt sich wieder ein. :)

Antwort
von Michel2015, 31

Wie immer hören sich Stallbesitzer gerne selbst reden und richten.

Dazu kann man nur sagen: Vor dem Reden, das Gehrin einschalten. Hat die Dame wohl auf der Kür liegen lassen.

Antwort
von Nachteule15115, 63

Ich finde die Aufregung deiner Chefin nachvollziehbar. Ich hätte mich nicht anders Verhalten. Vor allem als Beaitzin des Pferdes 

Kommentar von Aristella ,

Na dann gib bitte doch auch noch einen Tipp ab, was man anders hätte machen können, damit das Pferd nicht abhaut? Viel mehr als Zaun zu und Saft drauf fällt mir nicht ein...

Kommentar von dasadi ,

Als Pferdebesitzer kann man sich erschrecken und auch die Absicherungen der Weise bemängeln. Für die Zäune und die Strommenge ist der Fragesteller jedoch nicht verantwortlich, sondern der Stallbesitzer. Die Chefin hat also nicht das Recht, eine Aushilfe für ein solches Problem verantwortlich zu machen, da diese vom Ablauf her alles richtig und verantwortungsvoll erledigt hat. Es gibt Pferde, die überall rüber gehen. Und wie die Besitzerin anmerkte, war das bei diesem Pferd nicht das erste Mal.

Kommentar von sukueh ,

Vor allen Dingen, wenn sich die Besitzerin schon nicht aufregt, sondern ruhig bleibt, weil sie das von ihrem Pferd schon kennt, dann braucht sich die Stallbesitzerin ja auch nicht aufzuregen. Muss sie halt für solche Pferde extra Koppeln zur Verfügung stellen, wo die Pferde weder den Zaun umrennen, noch drüber springen können. Oder die Pferde selber rausstellen - aber nicht Helfer für etwas verantwortlich machen, was er so in dieser Form nicht ändern kann. Hätte er vor der Weide stehen bleiben sollen und auf das Pferd aufpassen ? Oder sich in den Weg schmeissen, als dieses aus der Koppel gerannt ist ? Wenn zu wenig Strom auf dem Zaun ist, wäre das ja auch ihre Verantwortung und nicht die des Fragestellers...

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