Ist Homosexualität medizinisch nachweisbar?

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18 Antworten

Nein. Aber als Asylgrund gilt auch gar nicht Homosexualität, sondern die Verfolgung wegen Homosexualität. 

Als verfolgt gilt, wer nachweislich behördlicher Diskriminierung sowie physischer, psychischer oder sexueller Gewalt ausgesetzt ist.

Da wurde die Rechnung aber nicht mit der deutschen Definition von "sicheren" Herkunftsstaaten gemacht. Selbst Uganda gilt als "sicherer" Herkunftsstaat (im christlichen Uganda wird die Todesstrafe für Homosexuelle diskutiert.
Der Präsident selbst gehört zu den christlichen Fundamentalisten mit
hohen Kontakten zu amerikanischen Evangelikalen in Politik und
Gesellschaft. Angriffe und Morde auf Homosexuelle oder öffentliche
Mordaufrufe sind keine Seltenheit).

Homosexuelle, die verfolgt werden, müssen also zusätzlich auch noch nachweisen, dass besondere Umstände dafür sorgen, dass sie "trotzdem" verfolgt werden, obwohl sie aus einem "sicheren" Herkunftsstaat kommen. Asylverfahren bei Menschen aus "sicheren" Herkunftsstaaten sind Schnellverfahren, in denen der Asylsuchende praktisch keine Chance hat, wenn er nicht drastische Beweise mitbringen kann, wie Videomitschnitte, Tonaufnahmen, offizielle Dokumente etc.

Der Erfolg ist deshalb gering.

In Deutschland taucht Homosexualität als Asylgrund gar nicht in der
Statistik auf. Der Lesben- und Schwulenverband (LSVD) fordert schon
lange, dass die sexuelle Orientierung in die Erhebung des Bundesamtes
für Migration und Flüchtlinge (Bamf) aufgenommen wird. Anfang des Jahres
stellte die Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen eine kleine
Anfrage zur Anzahl der LGTBQI-Flüchtlinge in Deutschland. Die Antwort
der Bundesregierung: Im Rahmen des Umsiedlungsprogramms des
UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR habe die Bundesrepublik im Jahr 2012 drei
homosexuellen Personen Asyl gewährt: zwei Iranern und einem Iraker.
Eine Zahl, die verwundert, zumal man alleine in den Berliner
Flüchtlingsheimen viele Betroffene trifft. http://www.tagesspiegel.de/berlin/queerspiegel/asylgrund-homosexualitaet-in-tunesien-durfte-sie-keine-lesbe-sein/12055804.html

Das
Bundesamt für Migration und Flüchtlinge führt keine Statistik über die
Zahl der homosexuellen Antragsteller und der Bewilligungen, geht aber
davon aus, dass Verfolgung wegen Homophobie im Ursprungsland eher selten als Grund genannt wird. Hilfsorganisationen wissen, warum: Verfolgte
aus Ländern, in denen Homosexualität strafbar ist, tun sich wegen
schlechter Erfahrungen und aus Angst vor dem Tabubruch schwer damit,
sich zu outen. [...] Tatsächlich sind positive Bescheide in LGBTIQ*-Fällen sehr selten. Wanja Kilber ist Vorstandsvorsitzender der Berliner Organisation "Quarteera", die lesbische und schwule Asylsuchende aus Russland unterstützt. In den vergangenen eineinhalb Jahren begleitete er 30 Antragsverfahren - in nur drei Fällen wurde Asyl gewährt.http://www.spiegel.de/panorama/justiz/homosexuelle-asylbewerber-eugh-will-rechte-staerken-a-1006257.html

Aktuell sollen ja wieder die nächsten Staaten als "sicher" eingestuft werden. Tunesien, Algerien und Marokko sind diesmal daran. http://www.queer.de/detail.php?article_id=23185

Das wurde aber am Freitag durch den Widerstand der Grünen zumindest vorerst abgewendet https://www.tagesschau.de/inland/sichere-herkunftsstaaten-vertagt-101.html

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Hallo!

Medizinisch ist es nicht nachweisbar. In der Einzelfallprüfung eines Asylbewerbers, wird mit den Menschen gesprochen, und seine Glaubwürdigkeit beurteilt. Oft werden dann auch Vorfälle, die in einer Gemeinschaftsunterkunft, Aktenkundig geworden sind, in die Bewertung mit einbezogen.

Homosexuelle Flüchtlinge, sind in Gemeinschaftsunterkünften, oft Opfer von Mobbing, Diskriminierung und auch Gewalt.

Gerade bei Männern aus dem muslimischen Raum, werden wohl die Wenigsten, eine homosexuelle Orientierung, vorschieben. Damit kann man sich nämlich das Leben auch zur "Hölle" machen.

In Nürnberg hat vor kurzem, die erste Unterkunft, nur für Homosexuelle Flüchtlinge, eröffnet. Es ist in Bayern bis jetzt die Einzige. Sie hat aber nur 10 Plätze. Es müsste mehr dieser Plätze geben.

Diese Menschen, haben auf Grund ihrer sexuellen Orientierung, viel Schlimmes erlebt. Dann kommen sie hier in Deutschland an, und denken, dass sie Gewalt und Diskriminierung hinter sich gelassen haben, und nun in Frieden und Freiheit leben können.

Dann landen sie in einer Gemeinschaftsunterkunft, wo sie nicht mal Gelegenheit haben, sich vor Hassattacken räumlich zu schützen. Viele gehen nicht mal zum Essen. Und verstecken sich mehr oder weniger, um nicht weiter aufzufallen.

LG :-)

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Es ist doch vollkommen egal, ob jemand wirklich homosexuell ist, der deswegen Asyl beantragt. Vielmehr kommt es darauf an, ob derjenige DESWEGEN verfolgt wird. Es kann ja auch passieren, dass das einfach von jemandem behauptet wird, so wie damas Hexen verfolgt wurden...

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Kommentar von woflx
18.06.2016, 18:03

Eben, wenn jemand behauptet, wegen angeblicher Hexerei verfolgt zu werden, wird man ja wohl kaum versuchen, das nachzuweisen, indem man ihn auffordert, mal etwas vorzuhexen.

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Die meisten, die deswegen Asyl beantragen kommen aus muslimisch geprägten Ländern. Ein heterosexueller Muslime würde in der Regel wohl eher eine Kugel in den Kopf riskieren, als sich auf einer Behörde hinzustellen und zu sagen "Ich bin schwul". Das lässt sich mit der "Männlichkeit" der meisten Heterosexuellen Asylsuchenden wohl nicht vereinbaren.

Nachweisbar ist es medizinisch aber nicht. Es wird nur in einer Befragung geprüft, ob die Behauptung glaubwürdig ist. Wenn man z.B. eine Ehefrau hat, dann wird es schon schwierig mit der Behauptung schwul zu sein.

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Kommentar von tanztrainer1
18.06.2016, 22:13

Das war ja auch bei uns früher ein Problem. Der §175 Stgb wurde erst 1994 gestrichen!

Da gab es jede Menge Homosexuelle, die heirateten, um nicht aufzufallen.

Das wird in muslimen Ländern wohl auch nicht anders sein!

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Kommentar von Panazee
19.06.2016, 11:04

Das stimmt. Das ändert aber nichts daran, dass deutsche Behörden es wohl zumindest skeptisch sehen, wenn man mit einer Frau verheiratet ist und sagt, dass man schwul ist.

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Da man ja nicht einmal zweifelsfrei beweisen kann, daß jemand heterosexuell ist finde ich den Gedanken, überhaupt eine sexuelle Neigung "beweisen" zu wollen, schon dumm genug, um nicht mal darüber lachen zu können.

Jeder Homosexuelle wäre rein technisch betrachtet in der Lage, heterosexuelle Handlungen auszuführen. Jeder Hetero kann homosexuelle Dinge tun. Selbst Asexuelle sind in der Lage, sexuell aktiv zu sein, wenn sie es wollen. Sex ist ja meist reine Kopfsache.

Lediglich durch Krankheit bedingte impotente Männer können da nicht mithalten. Aber ihre Impotenz ist in der Regel medizinisch nachweisbar und auch behandelbar. 

Ich frage mich jedoch, wozu man überhaupt als Flüchtling irgendwas beweisen muss. Warum gibt es überhaupt Flüchtlinge/Asylsuchende?

Sollten wir als angeblich intelligenteste Spezies des Planeten nicht endlich mal aufhören, uns so dermaßen bescheuert aufzuführen?

Wir sind nur eine Spezies. Dieser ganze Quatsch mit den Nationalitäten und dem kapitalistischen Wirtschaftsystem ist dringend überarbeitungsbedürftig.

Wenn wir mal aufhören würden, uns wegen sinnfreien Dingen wie willkürlich festgelegte Staatsgrenzen die Köpfe einzuschlagen könnten wir uns mal um die wirklichen Probleme der Welt kümmern. 

Falls es dann noch welche geben sollte. ;)

warehouse14

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Kommentar von Jersey11
18.06.2016, 14:42

"Ich frage mich jedoch, wozu man überhaupt als Flüchtling irgendwas beweisen muss." Ja, wenn jemand als Asylgrund "sexuelle Verfolgung" angibt, dann muss der das natürlich nachweisen. Der Rest geht völlig am Thema vorbei.

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Es kann schon und zwar sehr einfach. Wie es aber juristisch aussieht hat dir PeVau schon geschrieben.

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Nennt sich glaubhaft machen.....im Steuerrecht z.B.eine Arbeit haben,die ein Arbeitszimmer anerkennt.Die tatsächliche Nutzung wird nicht überprüft.Aus dem arabischen Raum stammen,sich als Syrer auszugeben,für ungeschultes Deutsches Personal nicht,oder mit immensem Aufwand nachweisbar,wird also geglaubt.Anwälte beraten gezielt Einreisewillige,Asylbewerber,Flüchtlinge,was diese antworten müssen,damit es nicht wiederlegt werden kann.(Einreiseland,Papiere nicht weggeworfen,sondern keine besessen.) Eine Verfolgung wegen Homosexualität kann allenfalls durch das Vorhandensein von Strafandrohung im Herkunftsland glaubhaft gemacht werden.Homosexualität ist ein Top-Grund Asyl zu erhalten,oder einen anderen Schutz.Medizinisch ist es nicht nachweisbar.Aber die Güte Deutschlands ist unermesslich.Es fragt sich nur wie lange das gut gehen kann.Liebe Grüße

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alter Homosexualität ist keine Krankheut etc

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Was soll dieser ganze Sche!ß und Theater? Homosexuelle Menschen sind echte Menschen!!! Und ganz normale, ich verstehe nicht was die Gesellschaft überhaupt hat, und außerdem sind Heteros nicht besser, die geben an das sie Hetero sind. Zum Beispiel erwähnen die das so oft, und keinen stört es -.-

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Angesichts der Herkunftsländer der meisten Flüchtlinge und dem dort vorherrschenden Glauben, kann ich mir nicht vorstellen, dass sich von denen freiwillig jemand als schwul bezeichnet. Vor allem wenn es nicht stimmt.

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Kommentar von Lionrider66
18.06.2016, 14:18

Sie werden es garantiert bei der Befragung hier in der deutschen Aufnahmestelle behaupten. Und dann ist es schwer, das Gegenteil zu beweisen. 

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Kommentar von howelljenkins
18.06.2016, 14:37

es ist sicher nicht auszuschliessen, dass leute dies als schutzbehauptung vorschieben, aber die anzahl derer wird relativ gering sein.

die annahme, dass massenhaft pseudo-schwule nach deutschland stroemen, halte ich fuer unbegruendet. dafuer ist selbst bei uns das stigma noch zu gross.

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Gute Frage, ich habe leider keine Antwort dazu. Die gleiche Frage stelle ich mir bei "politischer Verfolgung"

Das dürfte nicht im entferntesten nachweisbar sein.

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Ja, laut neuesten Ergebnissen hat man erstmals einen zelebralen Geschlechtsdimorphismus bei Tieren nachgewiesen. In Zellen des im vorderen Bereich des Hypothalamus sieht man angefärbt den Unterschied auch ohne Mikroskop.

Natürlich wird alles in Deutschland abgestritten, weil es gerade für linke und Betroffene mehr um Politik als um Medizin geht. Hier gilt das recht des Stärkeren vor Wahrheit.

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Nein, natürlich nicht, das ist ja keine Krankheit.  Was für eine absurde Idee.

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Kommentar von Wekknd
18.06.2016, 14:25

Absurde Idee? Ich habe nur die Frage gestellt, wie das nachweisbar sein soll, wenn demnächst jeder zweite einen Asylantrag wegen sexueller Verfolgung stellt. 

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Gemäß einem Urteil des EuGH, sieht es so aus:

Behörden dürfen den Asylgrund "Homosexualität" überprüfen. Das geschieht aber durch Prüfung der Glaubwürdigkeit und Schlüssigkeit der Schilderungen der Asylbewerber unter Berücksichtigung der persönlichen Umstände der Betroffenen einschließlich ihrer familiären und sozialen Hintergründe.

Tests, Beweisvideos oder Fragen zu sexuellen Praktiken sind unzulässig.

http://www.faz.net/aktuell/politik/europaeische-union/eugh-urteil-asylgrund-homosexualitaet-darf-ueberprueft-werden-13298008.html

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Nein, ist nicht nachweisbar.

Man kennt die genaue Ursache auch noch nicht.

Das mit den Epimarkern ist bislang nicht viel mehr, als eine (unverifizierte) Hypothese.

Die sexuelle Orientierung ist nicht mit Merkmalen, wie etwa dem Geschlecht zu vergleichen.

Ich kann Dir aus eigener Erfahrung sagen, dass es auch für die jeweilige Person nicht immer einfach ist, die eigene sexuelle Orientierung zu erkennen. Ich bin inzwischen 27 Jahre alt und weiß nach wie vor nicht, "was ich bin".

Obwohl es die Sache mit der "Selbstfindung" natürlich wesentlich einfacher machen würde, hoffe ich dennoch, dass es auch so bleibt und man dieses Merkmal nicht isolieren kann, sonst können Menschen, die unter entsprechenden Regimen leben, per DNA-Probe "enttarnt" werden.

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Viele sind der Meinung das Homosexualität was mit den Umfeld zu tun hat.
Viele Menschen machen in der Pupertät homosexuelle Erfahrungen und bei manchen bleibt es einfach so, warum weiß kein Mensch.
Viele Menschen sind auch der Meinung das die Waage zwischen Mann und Frau eingehalten werden muss, sonst kommt es zu vielen homosexuellen Verbindungen, daher haben viele etwas gegen Homoehen.
Psychische Krankheiten lassen sich im Allgemeinen kaum medizinisch nachweisen, selbst wenn Homosexualität eine Krankheit wäre, würde man sie nie nachweisen können.

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Kommentar von NoHumanBeing
18.06.2016, 19:26

Viele Menschen sind auch der Meinung das die Waage zwischen Mann und Frau eingehalten werden muss, sonst kommt es zu vielen homosexuellen Verbindungen, daher haben viele etwas gegen Homoehen.

Was Du mit diesem Satz sagen möchtest, verstehe ich beim besten Willen nicht.

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Die Homosexualität darf durch Befragung des Asylsuchenden nachgewiesen und beurteilt werden, soweit es die Würde und die Persönlichkeitsrechte nicht verletzt. Auch das Angebot der Asylsuchenden mit "Beweisenden Handlungen" oder Film-oder Fotobeweisen darf nicht angenommen werden.

Bezüglich phallometrischer Tests war Tschechien vor einigen Jahren negativ in den Fokus der EU-Kommission gerückt. Dort waren Asylbewerbern pornografische Bilder vorgelegt worden, die der sexuellen Erregung entsprechend die Homosexualität nachweisen sollten.

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Man kann es selbstverständlich nicht nachweisen. Wenn demnächst auf Asylanträgen die H. als Grund dafür angeben wird und der Staat spielt mit, dann lachen sich gerade Orientalen regelrecht scheckig. Wenn der Staat sich auf derlei Spielchen einläßt, wird er unweigerlich zum Gespött.

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Kommentar von DreiGegengifts
19.06.2016, 16:57

Das Gespött gebührt eigentlich nur jenen, die so tun als sei die Homosexualität ein Asylgrund. Sei es, weil sie so einen Unsinn glauben. Sei es weil sie auf die billige Propaganda der Ausländerfeinde hereingefallen sind.

In Wirklichkeit ist natürlich nicht die Homosexualität ein Asylgrund, sondern die Verfolgung aufgrund von Homosexualität. Selbstverständlich muss auch niemand seine Homosexualität nachweisen, sondern die Verfolgung aufgrund von Homosexualität.

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