Ist Homöopathie gefährlich?

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5 Antworten

Hallo Hamster567,

ganz wichtig ist bei Deiner Frage, dass man sich zuerst klar macht, dass alles Mögliche sich gerne "Homöopathie" nennt, weil Homöopathie über die beliebten Begriffe "sanft" und Natürlich so erfolgreich beworben wird.

"Traumeel" ist ein sogenanntes homöopathisches Komplexmittel. Das enthält tatsächlich noch Wirkstoffe in niedriger Verdünnung. Mit klassischer Homöopathie hat das eigentlich nichts zu tun.

Traumeel Tropfen enthalten zum Beispiel schon mal jede Menge Alkohol. Und Belladonna in der geringen Verdünnung von 1:10000. Belladonna - Tollkirsche - ist giftg. Wenn Du das lange genug oder in großen Mengen einer Maus gibst, ja, das ist für das Tier alles andere als gut.

Das hat dann aber nichts damit zu tun, dass da "Homöopathie" drauf steht. Die Maus würde bei längerer oder höher dosierter Anwendung einfach chemische Wirkungen spüren.

Was Du hier beschreibst mit "geben würde ohne das diese eine verletzung hätte, könnte sich das auf die gesundheit vom tier auswirken oder nicht?" das ist ein Teil der klassischen Homöopathie: die homöopathische Arzneimittelprüfung.

In der klassischen Homöopathie wird einem Patienten ein "Einzelmittel" gegeben - nicht selten so hoch verdünnt, dass kein Wirkstoff mehr vorhanden ist - und zwar wird das Mittel gegeben, das angeblich beim Gesunden die Symptome auslöst, die der Patient nun hat.

Hierfür bestimmen Homöopathen in sogenannten homöopathischen Arzneimittelprüfungen (HAMPs), welche Symptome  das Mittel denn nun beim Gesunden hervorrufen kann, indem freiwillige gesunde Prüfer das Mittel einnehmen.

So. Und jetzt muss man wissen: Diese Prüfungen sind ziemlicher Unfug. Die MIttel werden nicht selten in einer Verdünnung genommen, in der da gar nichts mehr drin ist. Die Prüfer schreiben alles auf, was sie an sich wahrnehmen. Wer aber auf einmal tagelang intensiv in sich hineinhorcht und erwartet, irgendwas wahrzunehmen und auch wirklich alles aufschreibt, vom juckenden Ellbogen angefangen: der findet auch was.

Placebokontrollierte HAMP scheitern regelmäßig. In diesen bekommt eine Gruppe der Prüfer Placebos, die andere nehmen das "Mittel" - Und regelmäßig werden in beiden Gruppen ähnliche "Symptome" berichtet.

Homöopathika in höheren Potenzen (Verdünnungen) als der D4 sind Placebos. Deine Maus merkt gar nix und kriegt auch nix, was sie nicht ohnehin gekriegt hätte, wenn Du Ihr homöopathische Hochpotenzen gibst.

Wenn Du dagegen ein Komplexmittel gibst, das tatsächlich Alkohol und andere Stoffe enthält in zu hoher Dosis gibst, ist das gar nicht gut für eine Maus - hat dann aber mit Homöopathie nichts zu tun.

Grüße

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Eine einmalige Gabe von derartigen Mitteln produziert vielleicht eine vorübergehende Befindlichkeitsstörung. Aber ansonsten wird nicht viel geschehen. Anders ist es dagegen bei Hochpotenzen von C30 und höher da können unter Umständen Krankheitssymptome zurückbleiben. Aber am häufigsten passiert es das bestehende chronische Veranlagungen aktiviert werden. Übrigens gibt es auch einige wenige homöopathische Kliniken. http://www.emil-schlegel-klinik.de/krankenkassen.html

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Kommentar von Auskunft
11.04.2016, 07:37
Anders ist es dagegen bei Hochpotenzen von C30 und höher da können unter Umständen Krankheitssymptome zurückbleiben.

Dafür kannst Du doch bestimmt ein griffiges Beispiel nennen.

Welche Hochpotenz zieht welche Krankheitssymprome nach sich?

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Theoretisch ist das natürlich möglich. Auch Homöopathie ist Chemie. Kommt ganz auf die Wirkstoffe an.

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Kommentar von kindgottes92
29.03.2016, 21:40

Es kommt hier eben nicht auf die Wirkstoffe an, weil bei homöopathischen Mitteln keine drin sind.

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Ich denke nicht. Homöopathie basiert eh auf dem Placebo-Effekt.

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Wenn Du so an Medizin interressiert bist dann probier die Mittel doch bitte an Dir selbst aus.

Es sind schon genug Tiere in den Versuchslaboren qualvoll zugrunde gegangen. Nur um Deine Neugier zu stillen sollte kein Tier als "Versuchskaninchen" herhalten müssen.

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Kommentar von Auskunft
30.03.2016, 09:03

Nach Deiner Logik kommen dafür dann besser Menschen in Frage, die "qualvoll zugrunde" gehen sollen - was allerdings bei homöoapthischen Mitteln i.d.R. wegen der extremen Verdünnungen und der damit verbundenen Wirkungslosigkeit nicht der Fall ist.

Aber auf andere Mittel bezogen, ist das schon eine merkwürdige Einstellung.

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Kommentar von MalNachgedacht
30.03.2016, 11:20

Es sind schon genug Tiere in den Versuchslaboren qualvoll zugrunde gegangen. 

Aber doch nicht dadurch, dass man ihnen homöopathische Globuli in üblichen Potenzen verabreicht.

Oder etwas doch?

Eigentlich müßten ja gesunde Tiere wenn man ihnen Globuli verabreicht gemäß homöopathischer Lehre entsprechende "Prüfsymptome" bekommen, die vom verabreichten Mittel abhängen.

Und eigentlich dürfte es dadurch nicht schwer sein Arsen C30 Globuli z.B. von Arnica C1000 Globuli zu unterscheiden.

Man müßte die fraglichen Globuli ja nur an Mäuse verfüttern und schauen ob die Mäuse nun eher Arsen-Symptome oder mehr Arnica Globuli bekommen.

Tatsächlich sind auf dieses "Kunststück" Preisgelder in Millionenhöhe ausgesetzt

Seltsamerweise konnte noch nie ein Homöopathi demonstrieren dass der zwei verschiedene Hochpotenz-Globuli anhand ihrer Wirkung voneinander unterscheiden kann (besser als man es mit Raten auch könnte)

Eigentlich dürfte das ja eher eine leichte Aufgabe sein - WENN die homöopathische Lehre stimmen würde.

Tut sie eben nur offensichtlich nicht.

Da Du aber ein Problem mit Tierversuchen hast hier ein "Menschenversuch" in dem sich das von der Carsten-Stiftung hochgepriesene homöopathische Mittel "Okoubaba" über das die Carstens-Stiftung schreib:

Gehört in jede Reiseapotheke für einen Urlaub in heißen Regionen. Okoubaka kann mögliche Beschwerden einer Klima- und Kostumstellung in südlichen Ländern sowie die einer Lebensmittelvergiftung lindern, etwa bei akuten
Magen-Darm-Infekten mit Durchfall. Kann auch vorbeugend bei Auslandsreisen gegen Magenverstimmungen eingesetzt werden, z.B. zweimal täglich eine Tablette.

Gemäß homöopathischer Lehre ("Ähnlichkeitsprinzip") müßte also homöopathisches "Okoubaba" bei Gesunden entsprechend ähnliche Symptome verursachen:

Lustigerweise schreibt die gleiche Carstens-Stifung hier, dass man in einer homöopathischen Arzneimittelprüfung "Okoubaba" nicht anhand der verursachten Symptome von Zuckerpillen unterscheiden kann.

http://www.carstens-stiftung.de/artikel/moderne-arzneimittelpruefung-mit-okoubaka.html

Und trotzdem preist man das Mittel als nützlich gegen "Lebensmittelvergiftung", "Magen-Darm-Infekte" und "Durchfall".

So ganz ernst nimmt man das homöopatische Ähnlichkeitsprinzip (auf dem ja immerhin die klassische Homöopathie basiert) nicht einmal bei der Carstens-Stiftung zu nehmen...

Vielleicht wäre es ja doch mal an der Zeit das man homöopathische Mittel in Tier- oder Menschenversuchen sauber auf ihr angebliches homöopathisches Arzneimittelbild überprüft
also durch eine randomisierte placebokontrolliete doppelblind durchgeführte homöopathische Arzneimittelprüfung sicherstellt dass die homöopathischen "Arzneimittelbilder" nicht nur auf Wunschdenken, Einbildung und Zufall basieren.

Das müßte doch eigentlich auch im Interesse jedes seriösen Homöopathen sein - oder nicht Anaschia?

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