Der Kollege meines Mannes ist wohl hochbegabt und macht sich nun Sorgen, ob seine Tochter, die jetzt gerade mal 3 ist, dies vielleicht geerbt haben könnte. Er hat mit seiner Hochbegabung eher negative Erfahrungen gemacht und wünscht sich das nicht für seine Tochter. Ist Hochbegabung denn wirklich auch eine Erbsache?

Ich denke teils-teils.
Einerseits muss schon eine gewisse genetische Grundvoraussetzung da sein, andererseits führt das entsprechende Erkennen und Fördern auch später zu "Höchstleistungen".
Die wenigsten Kinder sind von Geburt an hochbegabt, das stellt sich eben erst im weiteren Verlauf heraus je nach Umgang und sozialem Umfeld. Wenn man ein "intelligentes" Kind wie einen Idioten behandelt, wird das wohl später nichts mit Nobelpreis & Co ... :-)
Ich würde mir keine Kopf machen:
Der Anteil der Erbanlagen hinsichtlich des Entstehens von Hochbegabung wird so auf 50-60% geschätzt, dh dass eine intellektuelle Hochbegabung teilweise genetisch bedingt ist. Der restliche Anteil,also 40-50%, ist aber wohl auf Einflüsse der Umwelt zurückzuführen.
Ich glaube das entscheidende Kriterium für Hochbegabung ist die Erziehung und Sozialisation des Kindes. Wenn diese Faktoren nicht stimmen, bringt eine genetische Veranlagung leider gar nichts. Aber wenn der Vater hochbegabt ist, wird er wahrscheinlich sehr darauf achten, wie seine Tochter groß gezogen wird.
Kann sein, muß aber nicht sein. Unsere Tochter ist hochbegabt, der Rest der Sippe eher durchschnittlich.
solf1 am 31. Januar 2008 10:35 Wie äussert sich das bei deiner Tochter? Würde mich interessieren.
bommel65 am 31. Januar 2008 15:21 Da ist sicher auch viel Subjektivität dahinter, und wenn ich gemein wäre, würde ich jetzt sagen Unter den Blinden ist der Einäugige König - nein, nur Spaß!!
Im Ernst: Es gibt auch in "durchschnittlichen" Familien durchaus das eine oder andere hochbegabte Kind, sieht man im Film "Das Wnderkind Tate" seht gut.
Es gibt in "intelligenten" Familien (mit höherem Bildungsgrad) ja auch "Deppen".
Wenn das Mädchen in der Schule sehr gut ist, könnte das schon ein Hinweis sein - die wenigsten werden wirklich genau getestet.
Begabung und Intelligenz werden übrigens sehr oft verwechselt...
Sie konnte mit kaum 3 Jahren lesen (ohne daß ich mit ihr auch nur einen Buchstaben geübt habe), ist an allem sehr interessiert und behält das dann auch auf Anhieb. Nach 2Wochen im Kiga sind wir darauf angesprochen worden und haben dann einen Test gemacht.
Nicht mit 100%iger Sicherheit zu sagen, aber man kennt davon aus, dass 50% Vererbung und 50% umweltbedingt sind, sprich von der Förderung abhängen. Die Wahrscheinlichkeit als hochbegabter Erwachsener ein hochbegabtes Kind zu haben ist relativ hoch.
Genau - und vielleicht die Hochbegabung nicht in die Welt hinausschreien, dann wird sie einfach nur eine gute Schülerin... Außerdem sind Hochbegabte auch nicht auf allen Gebieten hochbegabt, dadurch relativiert sich das dann wieder.