Frage von Amstii, 84

Ist hier ein mündlicher Kaufvertrag zustande gekommen und eine Anzeige möglich?

Hallo, Ich bedanke mich schon mal im voraus für hoffentlich hilfreiche Antworten. :) Ich habe mit einer Bekannten besprochen, sie hat Interesse an meinen alten Peugeot 206 ohne TÜV für 500€ müsste allerdings die Spurstange und die Bremsen noch machen um den TÜV zu bekommen. Sie will das Auto kaufen bzw. Ihr Ehemann, ich gab noch dazu an das ich das Auto nur zsm mit Winterreifen verkaufe und für beides zsm. 600€ verlange. Ihre Wortwahl lautete "Ich muss die Reifen erst anschauen, wenn sie in Ordnung sind, dann ja" . Sie hat nie eine Besichtigung gemacht, weder vom Auto noch von den Reifen. (also meiner Meinung nach hat sie dort zum Kauf noch nicht zugestimmt)? Ich schrieb Ihr einen Tag später, ich müsse den TÜV selbst machen und somit auch die erforderlichen Reparaturen, weil mein neues Auto erst im Juni kommt und ich solange noch mit dem Peugeot fahren muss und keine andere Möglichkeit habe und das Auto dann natürlich auch zu dem entsprechenden Preis verkaufe. Sie kann er gerne noch haben, aber ist halt teurer als 600€ (was er dann auch definitiv Wert ist) Daraufhin kam sie mit der Aussage sie würde mich Anzeigen!?

  • wie sieht die Rechtslage aus?
  • kann sie mich einfach so Anzeigen?
  • was kommt auf mich zu?

Vielleicht kann mir einer helfen. Vielen Dank schon mal.

Expertenantwort
von Hamburger02, Community-Experte für Auto, 14

Noch eine Bemerkung dazu:

Ein Kaufvertrag kann auch mündlich zustande kommen, wenn beide Parteien klar äußern, dass dies eine Einigung ist.

Anzeigen kann sie dich gar nicht, weil es hier nicht um das Strafrecht geht sondern um das Zivilrecht. Die müssten erstmal schriftlich ihre Forderung stellen, entweder selber oder über einen Rechtsanwalt, dieser Forderung widersprichst du und dann kommt das vor ein Zivilgericht, das darüber entscheidet, ob ein Kaufvertrag zustande kam oder nicht.
Dabei kannst du immer argumentieren, dass es keinen Vertrag gab, was man alleine daran erkennen könne, dass weiterverhandelt wurde. Die Gegenseite müsste genau darlegen, welche Bedingungen eindeutig festgelegt wurden und das können sie bei dem ganzen Hin  und Her nicht. Du könntest immer die Gegenfrage stellen, warum die anschließend noch weiterverhandelt hätten, wenn es doch angeblich schon eine verbindliche Regelung gegeben haben soll.

Auf dich kommt erst mal gar nichts zu. Wenn, dann ist das ein Brief vom Rechtsanwalt, indem er Geld fordert und das begründen muss. Bis dahin musst du überhaupt nichts tun es kann auch nichts passieren. Und ich vermute, es wird auch nichts passieren. Wenn denn doch ein Brief kommt, kannst du immer noch entscheiden, was zu tun ist. Die Regel wäre, die Forderung abzulehnen. Sollten die anderen es auf eine Verhandlung ankommen lassen und verlieren, müssten sie die Gerichtskosten sowie beide Anwälte bezahlen. Ob sie das Risiko eingehen, wage ich angesichts der Lage zu bezweifeln. Ein seriöser RA würde denen sicherlich von der Klage abraten.  

Antwort
von Kathyli88, 26

Ihr hattet keinen kaufvertrag. Völliger quatsch, kann dir egal sein ob sie so dämlich ist und anzeige erstattet.

Selbst wenn ihr einen mündlichen kaufvertrag geschlossen hättet...das hört sich immer recht schön in der theorie an, aber bitte wie möchte man sich darauf berufen...die eine seite sagt dies, die andere seite sagt jenes. Damit kommt man so oder so nicht vor gericht durch. Ansonsten wäre es schon längst die neueste betrugsmasche. Personen die man nicht kennt würden anzeige erstatten und behaupten man hätte einen mündlichen kaufvertrag über eine sache geschlossen (auto für 1€,fernsehr für 1€,haus für 1€, usw) 

Mündliche verträge werden nicht beachtet. Die polizei und der staatsanwalt würde sich wahrscheinlich krumm lachen und die sache fallen lassen.

Mal abgesehen davon, hattet ihr erst die vertragsbedingungen geschlossen. Sie sagte sie würde das auto für xxx preis nehmen, wenn die reifen ok wären. Das ist eine angebotsabgabe ihrerseits die noch nicht heißt dass du dieser zustimmen musst.

Antwort
von Abbedau, 38

Ich bin zwar kein Jurist, aber ich kann bei dem von Dir beschriebenen Sachverhalt nur Absichtserklärungen aber keinen mündlichen Kaufvertrag erkennen. Sie dürfte bei einer Anzeige kaum Erfolg haben, sofern es keine schriftlichen Zusagen gibt

Heutzutage wird so oft bei lächerlichen Anlässen mit Anzeige gedroht - da würde ich mich an Deiner Stelle erst mal locker zurücklehnen..

Antwort
von jbinfo, 10

Da mach dir mal keine Sorgen. Eine Anzeige ist schon mal Blödsinn da es sich um eine Zivilrechtliche Angelegenheit handelt.

Bisher sind lt. deiner Beschreibung nur Willenserklärungen abgegeben worden. Sie hat es noch nicht mal für nötig gehalten sich das Auto anzuschauen.

Außerdem will sie das Auto ja gar nicht kaufen sondern ihr Mann. Mit dem gab es noch kein Gespräch über einen möglichen Kauf.

Also locker bleiben und immer daran denken: An Bekannte sollte man keine Autos verkaufen wollen. Gibt fast immer nur Ärger.

Antwort
von Harraldino, 37

Solange sie dem Kauf nicht zugestimmt hat würde ich das recht entspannt sehen. Die Sache mit der Anzeige ist die "Erwachsenen" Version von "das sag ich deiner/meiner Mama".
Überleg mal, nur rein theoretisch, wenn dem so wäre, was soll denn der Tatbestand sein auf den sich Käufer berufen kann? Das Nichterfüllen eines nicht vorhandenen Vertrages? Dann hättest du genauso eine Anzeige erstatten können, weil sich derjenige nicht mehr gemeldet hat / nicht vorbeigekommen ist.
Im übrigen würde ich so einer Person dann das Auto eh nicht mehr verkaufen, da hier sicherlich bei jeder Gelegenheit irgendwelche "Probleme" auftauchen.
PS: das ist meine persönliche Einschätzung und stellt keine Rechtsberatung dar!

Antwort
von resaone, 25

Leicht verwirrend..
Hast das auto schon verkauft, bzw geld bekommen?
Solange kein geld geflossen ist hat keiner einen anspruch auf irgendwas.
Solltest du das geld bekommen haben, sieht es anders aus. Solange kein richtiger kaufvertrag gechrieben wurde, ist es sehr schwammig. Normalerweise gilt "gekauft wie gesehen" fehler am Auto die man selbst nicht kennt und somit nicht angibt, sind das Problem des Käufers.
Reifen hin oder her, wenn sie das auto so gekauft hat, hat sie pech. Das sind Verschleißteile und somit wieder ein eigenes Thema. Auch ein laie kann sowas auf einem Blick sehen und somit ist es im fall einer anzeige zu vernachlässigen. Im allgemeinen gilt daher kaufvertag machen, sonst hast als Käufer immer verloren.
Mir wurde mein Golf abgenommen weil ich keinen Kaufvertrag hatte. Musst 14 tage laufen bis ich diesen hatte. Kam weil meine ach so nette Nachbarin meinte, ich hätte das auto geklaut...hatte zu der zeit viele Autos...aber immer gekauft.

Kommentar von Amstii ,

Nein, das Auto steht noch bei mir Zuhause und ich habe auch noch keinen Cent dafür kassiert. Ich habe nur mit Ihr besprochen das sie den TÜV nicht machen müsse, weil ich Ihn selber machen werde da ich keine andere Wahl habe und das Auto dann natürlich auch zu dem entsprechenden Preis verkaufen muss. Daraufhin kam sie mit dem Argument "das sagst du, wenn wir die Teile schon bestellt haben" (Bremsen/Spurstange). 

1. Ich habe Ihr nie gesagt sie kann die Teile schon mal bestellten!

2. war Ihre letze Aussage "Ich muss die Reifen erst sehen, wenn sie in Ordnung sind kaufe ich das Auto" 

sprich sie hat eig. nie zugesagt das sie das Auto kauft, da sie ja auch nie eine Besichtigung gemacht hat. 

Und jetzt kommt die mir mit einer Anzeige.   

Kommentar von resaone ,

ah. okay...da mach dir mal keine sorgen! die nette dame kann dir nichts! sorry sehr sehr selten hier online im moment. aber keine panik

Antwort
von Mignon3, 28

Auf dich kommt gar nichts zu. Was für eine Straftat will sie denn anzeigen? Ich kann keine erkennen. Brich den Kontakt ab und warte mit dem Verkauf bis Juni, wenn du dein neues Auto hast. Es ist schwierig, jetzt schon einen Preis auszuhandeln. Bis zur Übergabe kann noch viel passieren, was den Wert des Fahrzeugs verringern kann.

Expertenantwort
von Hamburger02, Community-Experte für Auto, 22

Das hört sich mehr nach einer Verhandlung als nach Abschluss an. Daraus einen rechtskräftigen Kaufvertrag ableiten zu wollen, könnte sehr sehr schwierig werden.

Antwort
von Jewi14, 17

Es gibt Typen, die verwechseln ständig Zivilrecht mit Strafrecht!!! Es handelt sich hier um Zivilrecht und daher ist überhaupt keine Anzeige möglich. Es muss das Hobby der Deutschen sein, jeden und jedes anzeigen zu wollen. Von daher mach dir mal keine Sorgen, es kann gar keine Anzeige geben.

Wenn deine Bekannten was wollen, müssen sie auf dem Zivilweg klagen und dann müssen sie es auch beweisen.

Außerdem ist ein Kaufvertrag definiert mit 2 übereinstimmenden Willenserklärungen. Deine Aussage: "ich verkaufe das Auto für 600 Euro mit Winterreifen". Aussage des Bekannten: "Ich kaufe es erst für 600 Euro, wenn ich mir die Reifen anschaue". Daher er nicht die Reifen geprüft hat, ist kein Vertrag zustande gekommen.

Was mögliche Fristen bzgl. Prüfung angeht, so sagt der Gesetzgeber in §147 BGB was üblich ist. Für mich sind üblich 2-3 Tage oder spätestens bis zum nächsten Wochenende.

Mein Vorschlag: Lächeln und  deren Rechtsauffassung in der Rundablage P werfen

Antwort
von xo0ox, 29

Ihr habt nicht mal einen Richtigen Vertrag ausserdem, kann sie ja ein anderes Auto kaufen, wenn es ihr zu Teuer ist.

Ihr habt erst die Vertragsbedingungen besprochen und das kann sie vermutlich nicht mal beweisen.

Antwort
von abibremer, 11

"Anzeigen" lässt sich jeder Blödsinn, wenn der zusrtändige Polizeibeamte den Quatsch aufnehmen mag. Eine rechtliche Möglichkeit wäre, dazu einen Anwalt zu befragen. Es gibt nach meiner Kenntnis eine "Anwaltshotline" deren Bezahlung über die Telefongebühren möglich ist. Anhaltspunkte für eine STRAFTAT sehe ich hier nicht!

Antwort
von Kuestenflieger, 20

möcht mal den juristen sehen, der da was macht .

ok, es gibt arme schw..... die machen alles .

Antwort
von Anita1211, 29

Sie hat ja unter Vorbehalt den Kaufwunsch geäußert, also hat sie rechtlich keine Handhabe. Ein mündlicher Kaufvertrag kommt dann zustande, wenn beide Parteien alle Details geklärt haben, ganz klar den Kauf bzw Verkauf bestätigen und nur noch die Übergabe fehlt.

Für eine Anzeige reicht es nicht. Sie kann es natürlich versuchen. Doch das Verfahren würde eingestellt, da sie auch keine Beweise hat. Daher sind mündliche Verträge auch meist nix wert, es sei denn man kann glaubwürdige Zeugen auftreiben.

Jeder Anwalt würde ihr vermutlich davon abraten, da die Erfolgsaussichten bei Null liegen und weitere Kosten auf sie zukommen.

Du hast also nichts zu befürchten. Pass bei dem nächsten Verkauf einfach auf, dass du notwendige Reparaturen etc. vorher abklärst und dem Käufer dann gleich zu Beginn den Endpreis nennst. Alles andere wirkt unseriös und potentielle Käufer könnten abspringen.

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