Ist Hartz IV gerecht und ausreichend?

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Das Ergebnis besteht aus 21 Abstimmungen

Unterschiedlich 38%
Ja 38%
Nein 23%

25 Antworten

Unterschiedlich

Ob es ausreicht, kommt sicher sehr auf den Lebensstandard und die Einstellung an. Es gibt Minimalisten, die mit sehr wenig auskommen und keinen Verlust fühlen. Es gibt Menschen, die unbewusst einen hohen Lebensstandard haben - z.B. nur Fertigessen, heizen in jedem Raum Tag und Nacht usw. - und mit dem Geld Probleme hätten. Besonders, wenn so etwas wie Kaufsucht oder eine milde Form, "Kaufen als Hobby" dazu kommt.

Die Frage ist mMn nicht so sehr, ob man mit dem Geld auskommt, sondern auch, ob man mit den restlichen Anforderungen vom Amt zurecht kommt. Viele belastet das Ganze psychisch so sehr, dass die Chancen auf einen Job immer geringer werden. 

Viele Studenten kommen mit weniger als dem Hartz-IV Satz zurecht. Einige Rentner evtl. auch (besonders, wenn man die Miete nicht mit einbezieht).

Das Problem ist eher die soziale Isolation, wenn sich der Freundeskreis mehr leisten kann und man nicht mehr mithalten kann und die Gewohnheit an unseren Lebensstandard. Je weiter man zurückgeht - immer ein Jahrzehnt mehr - desto besser hätten viele mit dem Geld leben können, weil viele Ausgaben damals noch nicht so üblich waren. Beispiele sind Smartphone, Bioessen, bestimmte Hobbys. Wenn man mal schaut, wie ein Mensch in den 70ern, 50ern, 20ern, 1900 etc. gelebt hat, sieht man, dass man mit viel weniger zurecht kommen könnte und sogar glücklich sein könnte, aber es eben nicht mehr gewohnt ist. 

Nur ein Beispiel: Meine Großmutter hat in den 50ern/60ern einmal die Woche Fleisch gekocht für die ganze Familie, den Rest der Woche gab es lokales, saisonales Gemüse, also im Vergleich zu heute wenig Vielfalt. Wasser wurde aus dem Hahn getrunken, keine Wasserflaschen gekauft. Gebadet wurde anfangs mit einem Eimer in der Wanne (keine Ahnung, warum genau). Zigaretten wurden einzeln gekauft. Süßigkeiten für die Kinder gab es nur zu besonderen Gelegenheiten. Nachts kamen ihre Verwandten, die keine Wohnung hatten, und es wurden überall in der Wohnung Matratzen ausgelebt, auf denen teilweise 2 Leute schliefen. Ein eigenes Zimmer hatte keiner. Hatte man etwas, z.B. als Kind eine Tafel Schokolade, wurde das mit allen geteilt (Geschwister, Eltern, wer noch im Haus war). Essen wurde eingemacht, so weit wie möglich gestreckt (meine Oma arbeitete als Putzfrau, ungelernt, und versorgte teilweise mit diesem Gehalt alleine 15 Personen, für die sie kochte. Einkäufe von ihrem Geld alleine).

Meine Mutter und meine Oma mussten zu Fuß gehen oder mit der Straßenbahn fahren, meine Oma lief mehrere Kilometer zur Straßenbahnhaltestelle. Winters wie Sommers. Auch im Regen. Das war alles möglich und man hatte kein Gefühl des Mangels, weil es den meisten anderen auch so ging. Kleidung unter Geschwistern wurde ohne Scham geteilt (Pullis der älteren Schwester aufgetragen). Selten kaufte man etwas Neues für sich, das nicht notwendig war, Sachen wurden genutzt, bis sie kaputt waren und nicht mehr repariert werden konnten oder an anderen (Kinder) weitergegeben. Urlaub kannte man nicht oder nur selten, meist in der näheren Umgebung. Es wurde viel gebastelt, improvisiert, aus der Natur gesammelt (auch Früchte, Bombeeren für Marmelade etc.), es wurde viel draußen gespielt, Bücher wurden ausgeliehen statt gekauft, Zeitschriften wurden unter Verwandten und Nachbarn getauscht.

Meine Oma hat immer als Putzfrau gearbeitet, aber durch einen Zufall zuletzt eine Stelle in einem Amt gehabt, durch die sie eine sehr gute Rente bekam, mehr als viele heute. Am Ende ihres Lebens hätte sie viel Geld zum Ausgeben gehabt (wenn das betreute Wohnen nicht so teuer gewesen wäre), hat aber nur Leitungswasser und Säfte getrunken und immer noch günstige, saisonale Gerichte gekocht. Neues wurde nur gekauft, wenn es einen Anlass gab und sie wäre nicht auf die Idee gekommen, dass sie etwas Neues kaufen muss, damit es ihr besser geht (wie das heute oft üblich ist). Oder überhaupt den Wunsch zu entwickeln, etwas Neues zu kaufen. Sie hatte alles, was sie brauchte, das reichte ihr.

Eine andere Verwandte von mir, mit sehr viel Geld, lebte nach dem gleichen Prinzip: Alles Notwendige war da, Neues wurde nicht gebraucht, 40 Jahre lang. 

Wenn wir heute einen Mangel spüren, liegt das oft an der Gewohnheit, ständig mal etwas Neues kaufen zu müssen, das strenggenommen nicht nötig ist. Wenn man das einstellen würde und auch beim Essen auf "saisonal, günstig, vegetarisch" achten würde (Fleisch ist eher teuer, Fertiggerichte sind es auch), käme man wohl viel besser mit dem Geld zurecht und hätte weniger Geldsorgen. Und käme auch mit Hatz-IV (besser) zurecht. 

Aber wird sind zu sehr daran gewöhnt, immer wieder Neues zu kaufen, Altes zu ersetzen, weil es alt ist, nicht, weil es kaputt ist, mit der Mode zu gehen, aus Frust zu kaufen, mit den Freunden mithalten zu müssen. Wie viele noch funktionsfähige Röhrenfernseher wurden wohl in den letzten Jahren zum Elektroschrott gegeben? Wie viele funktionsfähige Handys und Computer?

Das Problem ist oft nicht das (wenige) Geld, das Problem ist der Lebensstandard, die Freizeit, die mit kostenpflichtigen Hobbys verbracht wird, das Fehlen einer Vorstellung vom guten Leben mit wenig Geld/ Ansprüchen, das Gleichsetzen von Spaß mit Geld, Armut mit Schande und Frust, Kaufen mit Freude oder gar Hobby. Auch mangelndes Wissen übers Haushalten, Ausbessern, Selbermachen, teilweise Leben aus der Natur (einiges kann man sich dort noch kostenlos holen, aber zunehmend  weniger). Als Kind war ich im Herbst immer aufgeregt, weil Bucheckern gesammelt wurden (gegessen) und Kastanienmännchen gebastelt wurden. Heute ist die Vorstellung eher, dass man Kinderspielzeug und -unterhaltung kaufen muss; das gilt auch für Erwachsene(nunterhaltung/ Hobbys). Und diese Dinge fressen oft sehr viel Geld.

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Unterschiedlich

Natürlich kann man sich damit keinen großen Luxus gönnen, aber es reicht.

Der Regelsatz ist 404€, dazu kommt ja oft noch "Wohngeld". Ich habe in meine Ausbildung jeden Monat etwa 340€ zum Leben, wenn ich die Miete von meinem Gehalt abziehe. Davon muss ich dann auch die Heimfahrten bezahlen um meine Freunde und meinen Freund zu sehen. Natürlich auch Essen, Kleidung, Hygiene, Hobbies,... Unterstützung von meinen Eltern bekomme ich nicht, da ich selbstständig sein will, im Notfall würden sie aber helfen. Oft habe ich aber sogar ein wenig über und kann es z.B. für einen günstigen Urlaub sparen und etwas zusätzlich in meinen Bausparvertrag tun, den ich für meine VL habe. Dort gibt es nämlich noch mehr Zinsen, da es ein "älterer Vertrag" ist und da er vor 25 abgeschlossen wurde, komme ich ja am Ende dran, wenn ich das Geld nicht für die Wohnung benutzen will. 

Es ist kein super schönes Leben mit großer Vielfalt, aber man kann sich gesund ernähren und hat alles was man zum Leben braucht.

Da muss es dann eben nicht der 50€ Handyvertrag mit dem neusten Handy sein, ständig Party mit Alkohol oder rauchen. Man kann auch mal den Freunden sagen, dass man nicht immer weg gehen möchte oder einfach gerade kein Geld dafür über hat. Echte Freunde verstehen das. Zudem habe ich bei Klamotten viele Basics, die einfach zu allem passen. Man muss nicht ständig ein komplett neues Outfit kaufen.

Hartz 4 soll eben keinen Luxus versprechen, sondern das Überleben mit allem dafür notwendigem sichern. Die Frage nach der Gerechtigkeit kann dabei vermutlich nie beantwortet werden. Die einen sagen, wer nicht arbeitet sollte nichts bekommen, der andere meint es wäre zu wenig, damit kann man ja kein gutes Leben habe usw. Fakt ist, wie haben eine soziale Marktwirtschaft, da gibt es eben eine Hilfe in Form von Hartz 4 und Co, weil eben nicht nur der Markt, sondern auch das soziale beachtet wird. Gerecht für alle kann es nie sein, ich würde auch gerne weniger Abgaben zahlen, gerade bei meinem geringen Gehalt (auch wenn ich es in der Steuererklärung zurück hole fehlt es im ersten Jahr eben). Ich sehe aber ein, dass es sowas in der Art geben muss, aus sozialen Aspekten. Würde ich meinen Job verlieren, dann würde ich auch Hilfen vom Staat wollen.

Den Punkt "wer nicht arbeiten will" finde ich sehr schwer. Denn wie bemisst man das? Nicht jeder bei dem es so wirkt, will es wirklich nicht und nicht jeder der engagiert wirkt ist es wirklich.

Ich kenne jemanden, der immer richtig schlechte Bewerbungen schreibt um ja nicht genommen zu werden, aber ja so wirkt als wolle er und er könne nur nicht besser (dabei kann er es!). Andere verpassen mal einen Termin, weil sie so viel anderes für potentielle Jobs planen, suchen, vorbereiten (z.B. lernen) usw. und wirken dann als hätten sie kein Interesse und würden sich nicht bemühen.  


Wirklich schwer stelle ich es mir mit Kindern vor. Immerhin herrscht gerade in der Schule ja schon ein großer Druck "mithalten" zu können bei neuen Handys, modernen Klamotten usw.

Zudem deckt das Kindergeld und der Zuschuss pro Kind oft nicht die Kosten, wenn man Essen, Kleidung, Schulkram und Co aufrechnet. Eine Bekannte von mir konnte nach der Realschule nicht mit aufs Gym gehen und will das Abi nun bald nachholen, da ihre Eltern damals kein Geld dafür hatten. Das fängt beim einmalig zu kaufenden Taschenrechner für 80€ an (ohne die Funktionen hätte man in der Oberstufe die Klausuren nicht schaffen können in der vorgegebenen Zeit, da wir ein neues Modell hatten gab es auch keine Gebrauchten von Abiturienten) und geht mit regelmäßigen Ausgaben weiter.

 Daher hat sie sich, um ihre Eltern nicht zu belasten, gegen das Abi und für eine Ausbildung entschieden. Die Klassenfahrten konnte sie sich nur leisten, weil ein mal der Schulverein und ein mal unsere Lehrer die Kosten getragen haben, die das Amt nicht zahlen wollte (es gab nur einen kleinen Zuschuss). Das ganze wurde nie offiziell gemacht, es hieß nur wer es nicht zahlen könne solle sich bei unserer Klassenlehrerin melden. Das es so bezahlt wurde weiß ich nur, weil es meiner Freundin peinlich war und sie mich daher zum Gespräch mitgenommen hatte. Man muss dazu sagen, ihre Eltern arbeiten beide, bekommen aber wegen zu geringem Lohn Hilfen vom Staat.

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Kommentar von schleudermaxe
28.05.2016, 07:37

Da kann aber etwas nicht stimmen. Ich kenne viele aus der bildungsfernen Schicht, die ihr Abi geschrieben und studiert haben und heute fein raus sind und sogar ihre Dissertation abgeliefert haben.

Das kann nicht sein, nur wegen eines Taschenrechners, den ja auch noch das Jobcenter bezahlt.

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Unterschiedlich

Wer mi Transferleistungen Gerechtigkeit erzeugen will, hat falsche Vorstellungen.

Wie will man einen so relativen Begriff wie "Gerechtigkeit" in Vorschriften fassen?

Die Lebenssituationen der Menschen sind dafür zu verschieden.

Man kann nur eine Grundversorgung sicherstellen.

Wie schwierig das ist, sieht man daran, dass es Leute gibt, die es schaffen, das System zu unterlaufen und auch Leute, die nicht bereit sind sich in das System einzupassen und lieber auf der Straße leben.

Es gibt Menschen, die dort hineinfallen und es schaffen binnen Wochen, oder Monaten wieder heraus zu kommen und es gibt Familien, die sich seit mehr als einer Generation in dem System etabliert haben.

Wir dürfen nicht übersehen, dass ein Wertewandel zumindest in einem kleinen Teil der Bevölkerung stattgefunden hat.

Zumindest die, die über 55 sind, werden sich wie ich daran erinnern, dass uns von den Eltern mindestens 3mal wöchentlich vorgebetet wurde: "Geh zur Schule, lern schön, mache das, was der Lehrer sagt, Du sollst es mal besser haben als wir."

Wir haben heute einen Anteil an der Bevölkerung (keine Ahnung ob 5, 10, oder mehr %), wo die Kinder morgens alleine und ohne gemeinsam mit den Eltern (oder zumindest einem Elternteil) gefrühstückt zu haben, selbständig in die Schule gehen müssen. Zum Teil, weil die Eltern schon vorher für die Arbeit aus dem Haus mussten, zum Teil weil die noch besoffen im Bett liegen.

Einige dieser Kinder schaffen es, beissen sich durch und werden erfolgreich, aber sehr viele scheitern daran.

Was ich z. B. überhaupt nicht verstehe, warum gerade die Eltern, die in ALG II abgerutscht sind, sich da nicht mehr kümmern. Solange sie noch keine Arbeit gefunden haben, könnten sie sich ja besonders kümmern.

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Ja

Naja, was ist ausreichend? Schon zu Zeiten eines Kohl bekamen viele Soldaten zu Ihrem Gehalt jeden Monat erg. Sozialhilfe, weil deren Gehalt eben unter Sozialhilfeniveau gesenkt wurde. Es hat niemanden sonst weiter intersseiert, es waren eben "Beamte", die für uns nur ihre Rübe hinhalten.

Dank dem Schröder hat sich bis heute ja alles deutlich verbessert.

Rechne nur einmal: Keine Angst wegen der Unterkunft, es werden alle Kosten und Lasten bis auf den letzten Pfennig berücksichtigt.

Keine Rundfunkgebühren, zusätzlich kostenfreie Lebensmittelversorgung über die Tafel, kostenfrei bzw. stark reduzierte Gebühren für Kita, Musikschule und vieles mehr.

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Ja

Viele Menschen leben von ALG II. Folglich muss es zum Leben ausreichend sein.

Dass man davon keine großen Sprünge machen kann, ist klar, aber für eine bescheidene Lebensführung reicht es aus.

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Unterschiedlich

Ein Auto und jährliche Urlaubsreisen sind damit nicht zu bezahlen, aber die kann man sich auch als beschäftigter Arbeitnehmer nicht unbedingt leisten.

Meine Ausgaben sind monatlich grob 100 Euro höher, als ich bei Hartz 4 bekommen würde. 60 Euro Differenz fällt schon einmal weg, weil ich mein ÖPNV-Ticket nun frei bekommen würde. Ich müsste mich also nicht wesentlich umstellen.

Mein Eindruck ist, dass viele Leute bestens mit Hartz 4 auskommen und immer genug Geld für Zigaretten und Videospiele haben. Insbesondere in Familien zweiter oder dritter Sozialempfängergneration. Die wissen auch, wie sie sich weitere Unterstützung vom Amt holen (Erstausstattung und Co.) und mit kleineren Betrügereien weitere Gelder beschaffen.

Schwer haben es besonders alleinerziehende Mütter mit Kindern.

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Kommentar von Laury95
27.05.2016, 16:23

Ich kann mir ein Auto und dazu 2 private Versicherungen von dem Regelsatz leisten, man muss dann eben bei anderen Vergnügungen sparen..

Wenn man kein Auto hat, dann hat man auch Geld für Zigaretten und Videospiele..

Nur weil bei RTL Arbeitslose mit 3 Fernsehern, 5 Katzen etc. gezeigt werden, denken alle, die hätten genug Geld. Guckt man aber in den Kühlschrank, sieht man, dass alles für die Tiere draufgeht^^

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Nein

Hartz IV ist nur dafür da, das allernötigste im Leben zu zahlen... Besondere Anschaffungen sind damit nicht möglich. Es soll zum überleben reichen, nicht mehr, der Staat will nicht dass es Ausgenutzt wird um nicht arbeiten zu müssen.

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Kommentar von voayager
27.05.2016, 01:12

stimmt und damit schützt und deckt er (Staat) den Niedriglohnsektor.

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Nicht gerecht daran ist, dass ein Mensch, der Jahrzehnte fleißig gearbeitet hat, dann unverschuldet wegen Krankheit oder keinerlei Verwendung mehr nach Ablauf seinen ALG 1 Genauso wenig bekommt wie ein Faulpelz, der in dritter Generation "Sozialadel" schon dem Lehrer in der Schule sagt, er geht später nicht arbeiten, das Geld kommt bei uns vom Staat. Ansonsten fällt mir zum Thema ein: Für 90% der Menschen bis in die 30er Jahre hinein und denen die vorher lebten, wäre vergleichbare Versorgung gleichbedeutend mit Sicherheit und gewissem Wohlstand gewesen. Für etliche unserer östlichen Nachbarn gilt das noch heute. Trotz Vollarbeit kein höheres Niveau, vielfach niedriger.

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Unterschiedlich

Kommt drauf an! Es gibt Monate wo ich am Ende noch 30-40 € über hab. Wenn ich was wichtiges bezahlen muss, dann reicht es nicht. Das kommt aber eher selten vor.

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Wenn man nicht arbeiten kann aus einem richtigen Grund (gesundheitlich oder sonstiges) dann finde ich sollte man etwas mehr bekommen.
Wenn jemand aber einfach nur so aus quasi Faulheit zuhause sitzt, nicht! Warum sollen sich andere abschuften für jemanden der zu faul dafür ist?
Aber bis zu einem gewissen Monat sollte man mehr bekommen, kann ja sein das jemand sucht aber nicht findet.. :-)

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Kommentar von voayager
27.05.2016, 01:14

warum sollen überhaupt Menschen schuften. Leben wir denn das kurze Leben, um zu schuften und dass in einem so wirtschaftsstarken Land! Da ist doch dann was oberfaul, ich meien damit der Staat als solcher.

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Ja

Alg2 soll das Existenzminimum sichern .. und ist letzten Endes ein Ausfluss aus dem Sozialstaatsprinzip (Grundgesetz) .... für eine bescheidene Lebensführung ist es ausreichend ..

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Nein

Wenn ich Lehrer wäre, würde ich das auch behaupten. Es reicht gerade mal so

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Nein, ist es nicht.
Nicht nur nicht für die Leistungsempfänger, sondern auch sonstig auf keiner Ebene.

Wenn er schon den Lehrer macht dann muss er seine These auch beweisen.
Man nehme den Inhalt des Regelsatzes und rechne die einzelnen Positionen an realen Preisen nach.
Will man sich dieser Mühe nicht aussetzen hilft ein Selbstversuch nur mit diesem Regelsatz seinen Alltag zu bestreiten, für die Dauer von nur 3 Monaten.

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Kommentar von Interesierter
28.05.2016, 00:43

Gem. deiner These müssten 3 Mio Menschen in Deutschland Hunger leiden. Dem ist aber nicht so. Das sollte Beweis genug sein.

Hartz IV ist sehr wenig, das stimmt. Aber für eine bescheidene Lebensführung reicht es aus.

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Kommentar von schleudermaxe
28.05.2016, 07:39

Deine Rechnung/Behauptung kann nicht stimmen. Wieso kommen die Studenten mit deutlich weniger über die Runden und müssen auch noch einen großen Teil wieder zurückführen?

Sind die nur Dümmer oder können die schon mit Geld umgehen?

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Es kommt darauf an, was ich damit alles kaufen will. 

Wie auch sonst im Leben, es gibt Menschen die mit 5.000€ netto nicht auskommen. 

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Unterschiedlich

Ich schließ mich den Vorrednern an. Leute die aus gesundheitlichen Gründen nicht arbeiten gehen können und ne gewisse Anzahl an Jahren arbeiten waren würde ich mehr gönnen. Die Leute jedoch, die aus Faulheit zuhause sitzen, Geld vom Staat beziehen, das die Allgemeinheit abgeben MUSS...die können meiner Meinung nach noch weniger bekomm. Soviele Leute gehn schwer schuften, haben dadurch weniger Zeit für Familie, Freizeit ect und müssen Steuern zahlen für diejenigen, die ihren Hintern ned hochkriegen weil sie ja sowieso alles hinten rein geschoben bekommen...

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Nein

hartz 4 ist nicht gerecht und somit nicht ausreichend! Natürlich gibt es immer menschen, die sich auf dem Hartz 4 Satz ausruhen und das system ausnutzen. Aber: Eine Studie hat bewiesen, dass Empfänger eine höhere Arbeitsmotivation haben, als menschen mit einem Job. Empfänger werden durchweg diskriminiert. Diese Diskriminierung will der Staat machen, damit die menschen arbeiten gehen wollen/müssen. (ich bin nicht arbeitslos).

Meiner Meinung nach bedarf es einer anderen Lösung. Schau dir mal das bedingungsloses Grundeinkommen an. Das könnte interessant sein!

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Kommentar von Interesierter
27.05.2016, 01:12

Die Studie hätte ich gerne mal gesehen.

Bedingungsloses Grundeinkommen ist eine Utopie, da der Satz, der notwendig wäre ja ausnahmslos jedem zustünde, auch einem Millionär.

Wer das bezahlen soll, könnte noch niemand plausibel darstellen.

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Kommentar von voayager
27.05.2016, 01:22

So lange es eine Massenarbeitslosigkeit gibt, ist ein bedingungsloses Grundeinkommen das Gebot der "Stunde".

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Es ist gerecht dafür, dass man praktisch nichts dafür tun muss.

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Nein

Wie kann H-4 gerecht und ausreichend sein, wenn es doch nicht zum Leben, sondern gerade mal zum Überleben reicht, so dass eine gesellschaftliche Teilhabe ausgeschlossen ist. Wer H-4 bezieht ist ein bloßer Paria, ein Lazarus, der nur so dahinvegetiert. Man schaue sich doch nur mal die vielen Teilnehmer der Tafeln an, wo abgelaufenes Essen den Armen zugeteilt wird. Welcher normale Mensch geht schon zu einer Tafel, dieser bloßen Almoseneinrichtung hin ,wenn er nicht auf dem allerletzten Loch pfeift. Dann schaue man sich mal in den Parks um, überall wimmelt es nur so vor Flaschensammlern, also auch H-4 Empfänger und Armutsrentner und das in einem Land, dass die viertstärkste Wirtschaftsmacht der Erde ist. Eigentlich sollte so was doch nur in Trikontstaaten (="Dritte"-Welt-Länder) vorkommen, aber nein, Deutschland macht es seit Schröder und seiner sPD möglich. Die Sache ist dabei die, Menschen verlieren ihren Arbeitsplatz, oder erhalten keinen und zur Strafe werden sie mit H-4 abgemeiert. Dabei müßten doch eigentlich die Verursacher der Arbeitslosigkeit, also die Arbeitgeber bestraft werden und nicht auch noch die Opfer, also die Arbeitslosen.

Schon Tucholsky sagte einmal: in Deutschland sie die Täter die Opfer und die Opfer die Täter.

Etliche Lehrersleutchen reden so wie dein Politiklehrer, diese Bildungsphilister, diese Spießer, die ein sehr gutes Einkommen haben und dann so schafeln, diese Ä rsche. Ganz nach dem Motto, Wasser predigen und Wein trinken, diese heuchlerischen bürgerlichen Mittelschichtler.

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Kommentar von wilees
27.05.2016, 01:12

Und dieses Land arbeitet massiv daran, noch mehr solcher Armutsrentner zu produzieren.

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Kommentar von Interesierter
27.05.2016, 01:18

Je mehr Geld es für nichts gibt und umso besser es sich davon leben lässt, umso weniger Menschen werden arbeiten gehen.

Daher ist die Abdeckung des Mindestbedarfs und nicht mehr richtig.

Der Rest ist Propaganda und Stimmungsmache gegen diejenigen, die für diese Sozialleistungen jeden Tag hart arbeiten müssen.

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Kommentar von voayager
27.05.2016, 01:25

Ich vergaß noch eines zu erwähnen: Selbst die bürgerliche Zeitung "die welt" hebt hervor, dass nirgendwo in Westeuropa die Arbeitslosen so schlecht dran sind wie gerade in Deutschland. (dieser Schmuddelrepublik!) Auch "focus" sieht das so.

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Kommentar von Tasha
27.05.2016, 01:30

Was natürlich interessant wäre: JEDER müsste mal ein Jahr oder ein halbes Jahr mit dem Harzt-IV-Satz leben. Inklusive Druck vom Amt (vielleicht nicht auf Jobsuche, aber auf andere Bereiche bezogen, inklusive Sanktionen). Dann würde man sicher anders darüber reden und die Situation auch besser beurteilen können. Man kann sicher mit dem Geld auskommen, hat aber durch diverse andere Stressquellen nicht (immer) die Kapazität, das auch vernünftig zu planen.

Was zudem mMn fehlt, ist echte Hilfe vom Amt: Gezielte Förderung, Motivation, Überlegen, welche Jobs in Frage kämen, gemeinsames Querdenken, den Empfänger psychisch aufbauen, im Hoffnung machen, Alternativen aufzeigen.

Wenn jemand eine Angststörung hat und sich nicht zur Arbeit (oder sonstwohin) traut, bringt es nichts zu sagen, wenn Du nicht hingehst, gibt es kein Geld mehr. Er geht dann entweder hin und geht dabei kaputt, weil das Problem bestehen bleibt und immer größer wird, oder er verzichtet auf das Geld, weil er keinen anderen Ausweg sieht, weil er sich nicht vorstellen kann, wie er die Angst täglich aushält. Eine Lösung wäre ein Gespräch über die Ursachen und gemeinsames Erarbeiten von Lösungen, Aufzeigen von Ansprechpartnern und Therapien, von Lösungsmöglichkeiten. Das würde ihn auch motivieren, sich die Arbeit wieder zuzutrauen.

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Unterschiedlich

JA

Wenn du wissen willst ob Hartz IV ausreichend ist um das tägliche Überleben zu sichern dann JA und es ist sogar noch ein kleiner Betrag übrig. Soweit stimme ich sicher mit deinem Politiklehrer überein.

NEIN

OB es gerecht ist kann ich so in diesem Zusammenhang nicht beantworten. Es gibt zu Hartz IV viele Gesetze und Urteile (auch vom Bundesverfassungsgericht) die gerade einige Härtefalle betreffen die leider lokal in den einzelnen Ämtern und von den Sachbearbeitern unterschiedlich gehandhabt werden. Daher ist das System Hartz IV oftmals in der Praxis nicht gerecht.

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Ja

es sind nur par Euro am Tag, aber die reichen für essen, wohnung, hygene und ganz bischen luxus

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Kommentar von voayager
27.05.2016, 01:15

red doch nicht solch einen Stuß, wie kann es denn für Hygiene und gar ein bißchen Luxus bei 400 € reichen. Probier`s mal aus, dann weisste, das du weltfremd bist.

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