Frage von silberquark, 179

Ist Gott mathematisch bewiesen?

Weil ich von einem mathematischen Gottesbeweis gelesen habe. Da stand in der Überschrift, dass Mathematiker jetzt Gott bewiesen hätten. Stimmt das?

Antwort
von Hamburger02, 25

Du sprichst möglicherweise den ontologischen Gottesbeweis des Schweizer Mathematikers Kurt Gödel an.

Mit ontologischen, also rein logischen Beweisen ist das aber so eine Sache. Wenn man die Voraussetzungen nur günstig genug wählt, kann man mit Hilfe der Logik den größten Blödsinn beweisen. Ontologische Aussagen sind weder falsifizierbar noch verifizierbar und stellen daher reine Gedankenspiele ohne realen Erkenntnisgewinn dar.

Eine weitere Schwäche aller ontologischer Beweise, Gödel war beileibe nicht der einzige, der sich damit beschäftigt hat, liegt darin, dass unterstellt wird, dass das, was denkbar ist, auch realisiert ist. Das ist mM der größte Fehler bei ontologischen Beweisen.

Außerdem beinhalten ontologische Beweise häufig Zirkelschlüsse, da am Ende auch nur das bewiesen wird, was am Anfang einfach mal so vorausgesetzt wurde.

Setze ich z.B. die Existenz des Fliegenden Spaghettimonsters als unbetsreitbar voraus, kann ich mit Hilfe der Logik leicht beweisen, dass das FSM real existiert...denn ich habe die Existenz ja bereits vorausgesetzt.

Fazit: ontologische Beweise bringen nur selten echten Erkenntnisgewinn. Mit einem ontologischen Gottesbeweis wird lediglich bewiesen, dass eine logische Konstruktion möglich ist, die einen realen Gott beinhaltet. Nicht bewiesen ist damit aber, dass diese Logik etwas mit der Wirklichkeit zu tun hat.

Kommentar von realsausi2 ,

ontologische Beweise bringen nur selten echten Erkenntnisgewinn.

Ganz im Gegensatz zu Deinen Ausführungen. Wieder was gelernt. Danke dafür.

Antwort
von Maarduck, 25

Hier kannst du einen Artikel lesen, den ein gläubiger Christ über den "Gödelschen Gottesbeweis" verfasst hat.

http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/formel-von-kurt-goedel-mathematiker-be...

Ein Wesen existiert, das alle positiven Eigenschaften in sich vereint. Das bewies der legendäre Mathematiker Kurt Gödel mit einem komplizierten Formelgebilde. Zwei Wissenschaftler haben diesen Gottesbeweis nun überprüft - und für gültig befunden.

Gödel selbst wusste um die VIELEN Schwächen in seinem Beweis und hat diesen nie veröffentlicht. Er schien ihm eher peinlich zu sein. Z.B. konnte Gödel nicht eine "positive Eigenschaft" benennen - ganz schlicht weil es keine positiven Eigenschaften gibt. Jede Eigenschaft ist positv oder negativ oder beides, nur im Kontext der Betrachtung. Z.B. ist es für ein Kopfkissen eine positive Eigenschaft "weich" zu sein,  für eine Straße wäre dies aber eine negative Eigenschaft. Für eine Superwaffe ist es eine positive Eigenschaft wenn sie nur als Idee existiert und nicht in der Realität, für eine Supermedizin wäre es aber eine positive Eigenschaft in der Realität zu existieren. u.s.w.

Kommentar von Maarduck ,

Am besten du liest auch die Diskussionsbeiträge des Forums. Viele Diskussionsteilnehmer haben zu dem strittigen Beweis wesentlich mehr Fachkenntnis als der Autor des Artikels.

Kommentar von Maarduck ,

Der "Beweis" ist nicht nur grob unvollständig, er ist sogar beweisbar falsch!

http://scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2013/09/11/mathematiker-beweisen-di...

In den Forumsbeiträgen:

Annahme 2: Eine Eigenschaft, die notwendigerweise durch eine positive Eigenschaft impliziert wird, ist positiv

Trifft ja auch für “negativ” zu: eine Eigenschaft, die notwendigerweise durch eine negative Eigenschaft impliziert wird, ist negativ”. Wenn dann noch gilt, dass die notwendige Existenz des Teufels negativ ist (Annahme 5 und überall “positiv” durch “negativ” ersetzen, beweist die Kausalkette genau so gut den Teufel. Und schließt Gott aus, denn Notwendige Existenz kann nach Annahme 1 entweder nur positiv oder nur negativ sein. Entweder gibt’s Gott oder den Teufel, nicht beide zusammen.

Der Beweis ist Unfug.

Antwort
von ichweisnix, 11
Mathematics may be defined as the subject in which we never know what we are talking about,nor whether what we are saying is true.

Bertrand Russell

Mathematik existiert in sich ( darin ist sie Gott ähnlich) und zwar unabhänig davon ob Gott existiert oder nicht.

Ontologische Gottesbeweise sagen nix über die Existenz Gottes, sondern über das Verständnis der Logik aus, sie beweisen nämlich nicht die Eixistenz Gottes, sondern das Unverständnis der Logik. Typische Beispiele sind der Zirkelschluss und eine widersprüchliche Logik.

Antwort
von clemensw, 50

NEIN.

Das wird zwar gerne so ausgelegt, entspricht aber nicht der Wahrheit.

Es geht hier um den Gottesbeweis von Kurt Gödel, einem bekannten Mathematikers.

Auf Grund gewisser Annahmen (math. Axiome) und Hilfsbedingungen (math. Korrolare) folgert Gödel, dass - falls diese Axiome und Korrolare korrekt sind, ein Gott-ähnliches Wesen (also nicht Gott an sich) existiert.

Nachgewiesen wurde vor einiger Zeit, daß der Beweis formal korrekt ist.

Es fehlt aber jeglicher Beweis, daß die zu.Grunde liegenden Axiome und Korrolare korrekt sind (Mathematisch gesehen sind Axiome nicht beweisbare "Grundannahmen", die ein System definieren).

Und somit ist die Schlagzeile "Gott ist mathematisch bewiesen" einfach nur Humbug.

Mehr dazu findest Du im Lemma

Antwort
von Maarduck, 79

Ja und nein, zwar konnten Wotan und Manitu bewiesen werden, aber nicht die Existenz von Jahwe oder Allah.

Kommentar von ilknau ,

Fahre hinab gen Hels Heim, siehe ihr Nebelheim und jage ihre Hunde hinfort!

Und der Donnervogel schrie und schlug mit den Flügeln

In Gehenna wachte Moloch, immerwährend speiend

Im Dunkel ergriff ich die Geißel, neun Schwänze hatte sie, anzusehen, gezackt wie Jene der grossen Flusstiere

Doch dann rief eine hallende Frauenstimme: Mein bist du! Siehe! Ich bin Kali Ma und ich bin Kali Yuga! Ich tanze den Tanz des Lebens  und ich tanze den Tanz des Todes! Der Erstere ist dir noch bestimmt! Kehr um!

Wispert Buddha mit Bedacht: Gib Acht auf dein Tun, dass es nicht zerstörerisch - es wirkt zurück

Shinto sagt mit Jaina: Achte Alles- das Kleine, das Mittlere und das Grosse - du weiss nicht, was kommt aus seinem Schosse

Wondjinas sprechen zu Annangu: Euer Land sei euer Heiligtum, bis es den Aborigines genommen vom weissen Ungetum

Baste spricht: Ich bin Die, welche unendlich liebt. Mit des Sistrum Klang, tanze ich für alle gebärenden Wesen. Mein Wahrzeichen ist die Mau

Quezalflügliger Kukulkan macht sich an Inka/ Maya ran und lehrt, was er kann

Antwort
von Andrastor, 58

Wenn es so wäre, hätte das schneller die Runde um die Welt gemacht als man es sich vorstellen könnte.

Gott ist nicht bewiesen und wird auch nie bewiesen werden, weil er nichts weiter als eine Erfindung ist.

Antwort
von Shalidor, 41

Mit der Mathematik Gott beweisen. Wie naiv muss man sein um so einen Satz ernst zu nehmen?

Kommentar von realsausi2 ,

Nicht naiver als irgend jemand, der an Götter glaubt, schätze ich.

Kommentar von Shalidor ,

Naja, da ist schon ein gewisser Unterschied. Im Prinzip hast du da aber Recht.

Antwort
von Julihelferan, 54

Wir wissen nicht mal wer oder was Gott ist also wie will man ihn/es beweisen?

Antwort
von JustNature, 57

Die Gottes-Hypothese ist in keinerlei Form bewiesen. Weder mathematisch noch in sonstiger Weise. Die Gottesfigur ist ein steinzeitliches menschliches Hirngespinst. Aber heute noch bestens geeignet, damit sich die Narren deswegen umbringen.

Kommentar von Julihelferan ,

Mit so einer Aussage wär ich vorsichtig denn der Glaube kann so einiges bewegen..

Woher willst du wissen dass es Gott nicht gibt?

Ist das Universum unendlich? Wenn nicht, was kommt danach?

Kommentar von JustNature ,

denn der Glaube kann so einiges bewegen.

Glaube hat in der Tat schon endlos viel entsetzliches auf der Welt angerichtet und tut es weiterhin.

Im Übrigen null Bock, hier mal wieder den ganzen Theologie-Stuß von ganz vorne durchzukauen. Ich verweise auf die hervorragenden Bücher dazu.

Kommentar von Julihelferan ,

Stimmt doch garnicht Glaube wird nur als Vorwand für Kriege genutzt!

Was wäre ohne Glauben??

Glauben schenkt Hoffnung!

Kommentar von JustNature ,

Abwegiges Gequassel. Milliarden Menschen leben schon ohne die absurden Antikreligionen und zwar sehr gut. Glaube hat überhaupt keinen Nutzen - denn er ist Illusion, Selbstbetrug, Selbstausbeutung, Wahn, Zeitverschwendung. Da der Glaube nichts wert ist, "schenkt" er auch keine brauchbare "Hoffnung". Akzeptabe Hoffnung gibt's dann, wenn ein Mensch das ihm Mögliche erledigt hat. Und nicht, indem er sich in den Wahn lullt "es wird schon rechtzeitig eine helfende Hand von oben kommen, die mir aus Schlamassel raushilft".

Antwort
von OnkelSchorsch, 50

Nein.

Antwort
von Tannibi, 52

Das ist natürlich Unsinn.

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