Frage von gromio, 300

Ist GLAUBEN wirklich NICHT WISSEN?

Nietzsche scheint verantwortlich für diese FORMULIERUNG:

"Glaube heißt nicht wissen wollen, was wahr ist"

"Glaube heißt Nicht-wissen-wollen, was wahr ist", konstatiert Nietzsche. Schon deshalb seien antiker Geist und christliche Botschaft miteinander unvereinbar. Aber in der langen Geschichte der Unterwerfung heidnischer Kulturen durch die Kirche wurde schließlich auch der Wissenschaft das freie Bewusstsein der Erkenntnis genommen;so habe sie den Mut der Wahrhaftigkeit und den Stolz der Redlichkeit verloren.

"Auch wir leugnen nicht, dass der Glaube selig macht: eben deshalb leugnen wir, dass der Glaube etwas beweist - ein starker Glaube, der selig macht, ist ein Verdacht gegen das, woran er glaubt, er begründet nicht 'Wahrheit', er begründet eine gewisse Wahrscheinlichkeit - der Täuschung."(MAN)

"Erst das Christentum hat den Teufel an die Wand der Welt gemalt; erst das Christentum hat die Sünde in die Welt gebracht. Der Glaube an die Heilmittel, welche er dagegen anbot, ist nun allmählich bis in die tiefste Wurzel erschüttert: aber immer noch besteht der Glaube an die Krankheit, welchen er gelehrt und verbreitet hat."(MAN)

Ist das wirklich so?

Oder bedeutet GLAUBE(N) nicht eher das, was Hebräer Kapitel 11:1,2 dazu sagt:

11 Der Glaube+ ist die gesicherte Erwartung* erhoffter+ Dinge, der offenkundige Erweis* von Wirklichkeiten, obwohl man sie nicht sieht.+ 2 Denn durch diesen erlangten die Männer der alten Zeiten Zeugnis

Headline

.+

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von DarkSepia, 59

Der Begriff "Glaube" hat im Deutschen viele Bedeutungen. Im Englischen wird zwischen Belief und Faith unterschieden, welche aber auch mehrere Bedeutungen haben.

Glaube im weitesten Sinne bedeutet, etwas für wahrscheinlich zu halten. Laut Plato ist Wissen

gerechtfertigter, wahrer Glaube

. Diese Definition wurde im 20. Jahrhundert sehr heftig kritisiert, viele Alternativen definieren Wissen dennoch als eine Art von Glaube. In diesem Sinne kann Glaube nicht bedeuten, nichts zu wissen. Sonst würde Wissen bedeuten, etwas zu wissen und nichts zu wissen, was ein Widerspruch ist.

Aber Glaube kann auch religiöser Glaube bedeuten, für den ich keine genaue Definition habe. Religiöser Glaube scheint dadurch besonders zu sein, dass er zum Selbstbild religiöser Leute gehört und verherrlicht wird. Nietzsche kritisierte vor Allem das Christentum und meinte wahrscheinlich oft Religion, wenn er von Glaube schrieb. Wenn er aber von "Glaube an die Heilmittel" schreibt, würde ich das als Glaube im weiteren Sinne definiert.

Kommentar von gromio ,

Toller Ansatz, finde ich.

Religiöser Glaube ist nichts anderes als der von Dir beschriebenen GLAUBE nach Plato, denk nochmal drüber nach und lös dich von evtl. Vorurteilen zu Religion.....

Kommentar von DarkSepia ,

Ich denk mal drüber nach. Religiöser Glaube ist weder als wahr definiert, noch ist es wahrscheinlich, dass alle Religionen wahr sind. Religiöser Glaube ist auch nicht als gerechtfertigt definiert. Demnach liegst du falsch und was du mir über Vorurteile rätst kann jedem Menschen geraten werden.

Kommentar von gromio ,

wenn Plato schrieb "Wissen ist gerechtfertigter, Wahrer Glaube", dann ist er sehr nah an der Formulierung in Hebräer 11:1, 2. SO verhält es sich mit fundiertem Religiösen Glauben, nicht mit Leichtgläubigkeit oder ähnlichem Hokus Pokus.

ein interessanter link:

http://www.home.uni-osnabrueck.de/uwmeyer/Lehre/Erkenntnis_I/Slides/Platon1.pdf

Ich schrieb Du mögest Dich von evtl. Vorurteilen lösen, vielleicht hast Du ja keine, na sicher gilt das für jeden.

Danke.

cheerio

Antwort
von berkersheim, 89

Das Problem ist das Wort GLAUBE, das ja in seinen Deutungen inzwischen extrem schillernd geworden ist. Eigentlich muss man bei jeder Aussage erst mal herausfiltern, in welchem Sinn der jeweilige Autor dieses Wort benutzt. Das macht es so schwierig, darüber zu argumentieren. Nietzsche bezieht Glaube eindeutig auf die christliche Konfession, sprich ein spezielles christliches Bekenntnis, so wie es im Hebräer Kapitel 11:1,2 zum Ausdruck kommt. Aus heutiger und wohl auch schon Nietzsches Sicht ist Hebräer Kapitel 11:1,2 in sich extrem widersprüchlich. Nur, wann ist Hebräer Kapitel 11:1,2 geschrieben und was waren in dieser Zeit die Alternativen? Wieviel Wissen gab es damals und an wen war Wissen in unserem Sinn gebunden?

Wenn überhaupt gab es zur Zeit von Hebräer Kapitel 11:1,2 das, was wir heute als Wissen akzeptieren würden vor allem in den kritischen Schulen der Akademie, des Epikureismus, der Stoa und der Peripatetiker. Stoa und Akademie hatten einen religiösen Überbau. Epikureer und Peripatetiker wurden von diesen und dann erst recht von den Christen als gottlos abgedrängt. Die Zeit damals war offensichtlich für eine rein diesseitige Sicht nicht "reif". Ist sie es heute? In welchen Fragen werden auch heute nicht noch immer "gesicherte Erwartungen" behauptet? Auch wenn sich Hoffnung in agressiven Utopien präsentiert, behauptet nicht der utopische Marxismus, eine Wissenschaft zu sein? Wieviel davon ist wissenschaftlich getarnte Hoffnung? Oder die Präsentation sogenannter neuer grüner Wirtschaftssysteme. Liest man die Einleitungen: Hoffnungen über Hoffnungen - alles wird gut mit dem neuen System.

Es ist wohl eine menschliche Konstante, dass wir die Motivation durch Hoffnung und ein Festhalten im Glauben daran brauchen. Es ist eine menschliche Konstante, dass wir gern alle Fakten, die unseren Hoffnungen im Wege stehen, ausblenden und die Kassandras in eine dunkle Ecke stellen, momentan in die rechte. Wer dem Glauben widerspricht, dass alle Menschen gleich sind, egal welcher kulturellen und religiösen Prägung, ist im schlimmsten Fall sogar Rassist, auch wenn dieses Schimpfwort auf diese Einstellung überhaupt nicht passt. Hauptsache Ur-Böse! Stellt sich am Ende die Frage: Woran hat Nietzsche geglaubt? Dass uns die Kultur rettet? Was würde der ehemalige Wagnerfan zur heutigen Beliebigkeits-Kultur sagen? Wir wissen es nicht. Wir wissen nicht mal, was wir glauben sollen.

Kommentar von SiroOne ,

Es ist wirklich verflixt, die Menschheit hat nun bewiesen, das sie die Elite der natürlichen Entwicklung sind, die Menschen, die Krone der Schöpfung und nun sind wir so viele geworden, das unser Wissen sich gegen uns wendet, genau wie es oft in den Religonen der Fall ist, obwohl sie glauben die Menschen hätten den Stein der Weisen gefunden, die richtige Religlion, die Macht, die besten Waffen, das beste System, die besten Schulen, die besten Erfindungen  ec.
Und doch wirft die Natur uns vom ursprünglichen Kurs wieder zurück, in vielen Ländern fast in die Steinzeit, überall Krieg und Angst, Armut und viele Menschen laufen nur noch traurig rum, obwohl sie eigentlich glücklich sein müssten, weil sie haben doch alles, Essen ein warmes Bett, Kleidung und ein Dach über den Kopf.

Kommentar von berkersheim ,

@SiroOne

Das ist nur ein Problem, wenn man beides miteinander koppelt, die Erwartung, dass Fortschritt im Erfahrungswissen uns Idealen näher bringt. Das hängt damit zusammen, dass wir einseitig die Fortschritte betrachten und etwas verdrängen, dass auch die Probleme andere werden und neue. Kein Fortschritt ohne Nebenwirkungen. Wie sagt R. Popper: Jede Lösung von Problemen bringt uns neue Probleme. Und nicht zu vergessen: Wir müssen inzwischen die Probleme lösen, die sieben Milliarden Menschen mit sich bringen und nicht mehr - wie im Mittelalter - ein paar hundert Millionen, die großenteils gar nichts voneinander wussten.

Kommentar von SiroOne ,

Ja, und dann erklär mal den Leuten in Bangladesh, das einer von den 160 Millionen zu viel sind, dann ist man gleich ein Rassist oder ein Nazi, ich glaube sowas kann man nur noch mit Humor nehmen,
weil eine wirkliche Lösung gibt es dafür nicht, außer wir verlassen den Planeten.

Kommentar von gromio ,

Interessante Ausführungen Berkersheim, aber: Ist das eine Antwort auf meine Frage?

Kommentar von berkersheim ,

@gromio

Meine Antwort ist ein Angebot. Ob diese Antwort für Dich nützliche Anregungen enthält, musst Du entscheiden. Vor allem die Darstellung aus Hebräer "gesicherte Erwartung* erhoffter+ Dinge" habe ich aufgegriffen, weil sie inhaltlich auch in dem Nietzsche-Zitat Aussage-Kern ist. Denn was bedeutet denn "Nicht-Wissen-Wollen, was wahr ist" - es ist eine Anspielung auf Hoffnung und Erwartungen gegen jede erfahrbare Realität. Darum ist der Ausdruck "gesicherte Erwartung" schon in sich ein Widerspruch. Erwartung und Hoffnung sind immer offen - so würde Nietzsche gegenargumentieren. Dabei muss man dem letzten Absatz des Nietzsche-Zitats nicht zustimmen. Das geht auf die Kappe der tiefen Enttäuschung durch das Christentum, von der Nietzsche geprägt ist.

Kommentar von gromio ,

Nein, Erwartungen sind nicht immer OFFEN.

220 V aus der Steckdose: Du siehst ihn nicht den Strom, trotzdem wirst Du nicht mit deinen ungeschützten Händen eine Haarnadel in die Steckdose stecken - DAS ist zB eine gesicherte Erwartung.

cheerio

Kommentar von berkersheim ,

@gromio

Nein. Das hat nur eine hohe Wahrscheinlichkeit, wenn Du vorher getestet hast, ob Strom auf der Steckdose ist.

Antwort
von vonGizycki, 61

Grüß Dich gromio!

Glauben hat natürlich auch etwas mit Glaubwürdigkeit zu tun, also etwas würdig zu befinden, glauben zu können. Wenn man das von dieser Sichtweise her angeht, dann scheint mir klar, das glaubwürdig nur dann etwas ist, wenn es mit dem Erfahrungshorizont  und natürlich auch mit der Realität bzw. Wirklichkeit zu tun hat.

Immer ist im Denken, Fühlen und Handeln die Art und Weise des Glaubens so unmittelbar, dass es den ganzen Menschen ergreift und sein Leben prägt. Paul Watzlawick, der nicht mehr lebende, aber berühmte österreichische
Kommunika­tionswissen­schaftler, Psychothe­rapeut, Sozialphilosoph und Autor schreibt in seinem Buch “Wie wirklich ist die Wirklichkeit“:


Die sogenannte Wirklichkeit ist das Ergebnis von Kommu­nikation. Der Glaube, dass es nur eine Wirklichkeit gibt ist eine gefährliche Selbst­täuschung. Es gibt vielmehr zahllose Wirk­lichkeitsauffassungen, die sehr widersprüchlich sein können, die alle das Ergebnis von Kommuni­kation sind und nicht der Widerschein ewiger, objektiver Wahrheiten. Wir sind fortwäh­rend mit dem Flicken und Abstützen des wackeligen Gerüstes unserer Alltagsauffassungen der Wirklichkeit beschäftigt. Manchmal sogar auf die Gefahr hin, dass wir Tatsachen verdrehen müssen, damit sie unserer Wirklichkeitsauffassung nicht wider­sprechen, statt umgekehrt unsere Weltschau den unleugbaren Gege­benheiten anzupassen.“


Beziehen wir die Aussage auf ein religiöses Gedanken­gebäu­de, so kann sie ebenfalls den unleugbaren Tatsachen angepasst sein - oder eben auch nicht. Ich bevorzuge das Erste aus einem ganz einfachen Grunde: ich will und kann nur etwas glauben, was nach aller Prüfung - und aus dieser Verantwortung dafür ist, so glaube ich, im Prinzip niemand entlassen - mir am wahr­schein­lichsten erscheint. Etwas anderes steht jedenfalls mir persönlich nicht zu Verfü­gung. Dabei habe ich das nicht wegzudrängende Ge­fühl, etwas wissen zu müssen, damit ich entscheiden kann, was glaubwürdig ist und was nicht.

Das Fazit wäre:

Ich muss definitiv etwas wissen, was aus der Realität stammt, also aus der Wissenschaft mit all seinen Fachrichtungen. Aber ich muss auch darüber Bescheid wissen, wie die Psychologie des Menschen und sein Verhalten funktioniert, damit ich Aussagen von Menschen und seinem Handeln Glauben schenken kann.

Dabei ist es wohl kaum möglich einen absolut objektiven Standpunkt einzunehmen, weil wir als Menschen eben nicht alles wissen.

Solange Du begründete Zweifel hast, darfst Du etwas nicht glauben, sondern solltest es nur zur Kenntnis nehmen. Und um das zu können, ist dies wiederum vom Wissens,- bzw. Bildungsstand abhängig!

Aber damit solltest Du es nicht belassen, sondern nachforschen und Dich aufklären, damit Du geschützt bist vor der Übernahme von geistigen Dummheiten, Unwahrheiten, Aberglauben und Lügen. Außerdem Füllst Du auf diese Weise Deine Wissenslücken. Das hört bis zum Lebensende nie auf!

Und Du solltest immer aufpassen, denn die Dummheit lauert überall und braucht Nahrung!

Und das gilt nicht nur im religiösen, sondern auch im politischen Sinne.

Zum Schluss sei noch der Philosoph Kant erwähnt, an dem niemand vorbei kommt:

Was ist Aufklärung?

Aufklärung ist der Ausgang (das Verlassen oder das Hintersichlassen) des Menschen aus seiner selbst verschuldeten Unmündigkeit. Unmündigkeit ist das Unvermögen, sich seines Verstandes ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Selbstverschuldet  ist diese Unmündigkeit, wenn die Ursache derselben nicht am Mangel des Verstandes, sondern der Entschließung und des Mutes liegt, sich seiner ohne Leitung eines anderen zu bedienen. Sapere aude (übersetzt: Wage es weise zu sein)! Habe Mut Dich Deines eigenen Verstandes zu bedienen! ist also der Wahlspruch der Aufklärung.


Herzlichen Gruß

Rüdiger

Kommentar von gromio ,

Guter Ansatz, danke.

Antwort
von OlliBjoern, 46

Die deutsche Sprache ist hier (ausnahmsweise) nicht sehr genau.
In der lateinischen Sprache unterschied man "putare" (etwas glauben im Sinne von annehmen, vermuten...) und "credere" (glauben im religiösen Sinne).

Im Deutschen sagen wir Sätze wie "ich glaube an Gott" oder "ich glaube, dass der Laden heute geschlossen ist". Das sind im Grunde zwei verschiedene Verben, die aber im Deutschen mit einem Wort beschrieben werden.

Kommentar von vonGizycki ,

Das ist richtig, aber Glauben hat dann in beiden Fällen etwas mit Vertrauen zu tun, das etwas tatsächlich so ist, wie man es vermutet, denn für das, was man glaubt muss es ja einen hinreichenden Grund geben, selbst wenn er falsch ist.

Da treffen sich dann diese beiden Bedeutungen im Kern. Wenn aber etwas nicht so ist, wie es scheint und wir glauben es, dann sind wir
mitverantwortlich. Im Grunde gibt es dann keine Ausrede mehr dafür, das wir etwas geglaubt haben, ohne nach der Wahrheit geforscht zu haben bzw. sie deutlich wahrzunehmen, wenn sie einem ganz offensichtlich entgegenkommt. (Schöne Grüße von Watzlawick).

Das sinnfälligste Beispiel in diesem Zusammenhang ist der Glaube an Adolf Hitler. Und im Prinzip gilt das natürlich auch für alle Offenbarungsreligionen bzw. für Religionen, die sich nicht durch die Aufklärung geläutert haben oder sie nicht für sich in Anspruch genommen haben, weil das Wissen fehlt.

Herzlichen Gruß

Rüdiger

Antwort
von Grimwulf78, 64

Ich fürchte es ist noch komplexer :(

Grundproblem: Fast jeder Mensch stolpert irgendwann über die Frage nach der Herkunft des Lebens, wo es nach dem Tod hingeht und welchen Sinn all das hat, was sich dazwischen abspielt, da es ja der Endlichkeit in seiner gegenwärtigen physischen Erscheinungsform unterworfen ist.

Nun gibt es unterschiedliche Ansätze damit umzugehen.

1. Ignoranz. Die Frage ausblenden.

  • Mein Opa z.B. hat sich meines Erachtens nie mit so etwas beschäftigt, deshalb hat er sich im Pflegeheim noch 10 Jahre ans Leben geklammert. Ich denke es war die Angst vor dem Nichts, vor der Ungewissheit, die Möglichkeit der vollständigen Auslöschung.

Hierzu finde ich Epikurs Haltung hilfreich. Sinngemäß sagt er: Wenn es etwas nach dem Tod gibt: Prima! Wenn es nix nach dem Tod gibt, auch prima, denn ich bin dann ja weg und wenn ich weg bin, dann kann ich ja nicht darunter leiden dass ich weg bin. Und im Kern geht es bei der Glaubensfrage immer auch um die Angst vor dem Leiden.

2. Glaube.

  • Für viele Menschen ist Ignoranz keine Option, da sie die Angst vor dem Tod (Ursache und Basis für alles was wir hier grad besprechen) nicht ausblenden können oder wollen. Andererseits haben viele Menschen aus Gründen die das Leben ihnen vorgibt, nicht die Zeit, die Energie, den Wunsch oder die kognitiven Möglichkeiten sich mit dem Verstand auf die Suche zu begeben. Also übernehmen sie ein fertiges Gedankenkonstrukt aus ihrem Umfeld (nichts anderes ist Religion), kleben es als Pflaster auf die Wunde ihres Zweifels und da die Religionen ihnen unter Androhung ewigen Leidens (da haben wir's wieder) verbieten unter dieses Pflaster zu schauen ist das Problem gewissermaßen beerdigt. Seine Selbstbestätigung holt man sich dann, indem man sich mit anderen Gläubigen umgibt, die es genau so machen. Und was alle machen kann ja nicht verkehrt sein ......... oooder ... ? Der Restzweifel ist dann erträglich, zumindest bis kurz vor dem Tod ;)

3. Philosophie.

  • Der Versuch sich der Frage aller Fragen über den Verstand zu nähern. Mit den Gedanken die wir Menschen uns hierzu gemacht haben sind Bibliotheken gefüllt. Das Gute UND das Schwierige an der Philosophie ist: ein philosophisch denkender Mensch geht IMMER von seiner eigenen Irrtumsmöglichkeit aus (sonst wäre er ja ein Dogmat, also ein Gläubiger) und ihm ist bewusst, dass es keine Wahrheit gibt sondern immer nur den Versuch der Annäherung an die Wahrheit über Herleitung. Da Dir zu keinem Thema jemals ALLE existierenden Informationen zur Verfügung stehen kannst Du auch nie eine vollständige Wahrheit über irgendwas erfahren, sondern immer nur Teilaspekte. Und da alles (selbst das was uns fest erscheint) ständig der Veränderung unterworfen ist, wäre eine Wahrheit, selbst wenn man sie je fände, schon nicht mehr Dieselbe in dem Moment da man sie fände, weil Du sie allein durch die Aufmerksamkeit die Du ihr widmest bereits veränderst.

4. Spiritualität.

  • Glaube und Religion sind vom Verstand konstruierte Gedankenmodelle. Philosophie erst recht. Immerhin ist die Philosophie sich dessen aber bewusst. Der Gläubige glaubt zu wissen während der Philosoph weiß, dass man auf Verstandesebene kein vollständiges Wissen erlangen kann. Der Ignorant ist der Seligste von Allen, da er sich vollständig mit dem Materiellen identifiziert (Tun, Handeln, erschaffen, erwerben, besitzen... und sein ICH über das konstruieren was man hat, was man kann, was man trägt und wen man kennt) zumindest bis der Tod anklopft. Dann möchte ich nicht mit ihm tauschen :I

Spiritualität ist nichts esoterisches. Es ist im Grunde sogar die Elementarste von allen Möglichkeiten. Dem zu Grunde liegt die Erkenntnis, dass letztendlich alles nur die Summe Deiner Sinneswahrnehmungen ist, interpretiert durch Deinen Ego-Verstand auf Basis Deiner bisherigen Lebenserfahrungen, die ihrerseits wieder einer Interpretation durch Deinen Ego-Verstand unterworfen sind. Eine objektive Realität existiert gar nicht. Vergangenheit sind gespeicherte Denkmuster von Situationen die nicht mehr da sind und Zukunft ist eine durch Hoffnungen, Vorstellungen, Wünsche und Erfahrungen gezeichnete Projektion, die nie in genau der Form eintritt wie Dein Verstand sie zeichnet. Dennoch widmen wir einen Großteil unserer Aufmerksamkeit dem was war oder dem was möglicherweise noch kommen könnte.

Das Einzige was tatsächlich existiert und womit wir arbeiten können ist die Gegenwart. Das Hier und Jetzt. Nur das kannst Du gestalten und nur dort, also hier, kannst Du Deine Sinnesorgane benutzen. 

Es ist die banalste Erkenntnis die man sich vorstellen kann und doch oft so unfassbar schwer umzusetzen, da wir uns ein ICH erschaffen haben, das sich in scheinbarer Trennung und in konstruierter Konkurrenz zu anderen ICH's überhaupt erst in seiner Existenz spürt.

Spiritualität ist auch die Erkenntnis, dass das was wir für unsere jeweilige Identität halten letztlich auch nur von unserem Verstand konstruiert ist. Du bist nicht Dein Name, nicht Dein Beruf, Du bist nicht Deine Nationalität oder Deine Hautfarbe. Es ist viel einfacher. Spiritualität ist die Realisierung, dass Du schlicht BIST. Und aus dem Zustand der Gegenwärtigkeit, des puren SEINS, ohne zu benennen, zu werten, zuzustimmen oder abzulehnen, kurz: ohne für alles einen Begriff finden zu müssen (denn jeder Begriff ist wiederum ein Konstrukt, ein Gefäß das Deine gedanklichen Möglichkeiten beschränkt auf das Deutungsspektrum das dieser Begriff semantisch beinhaltet), aus diesem Zustand heraus brauchen wir weder zu Glauben noch zu denken. Uns wird bewusst, durch bloße wertungsfreie Wahrnehmung, dass wir nicht getrennt von irgendwem oder irgendwas existieren, sondern dass wir auf elementarster Ebene aus dem Bestehen was uns umgibt und in jeder nur möglichen Hinsicht ein Teil von Allem sind. Alles ist ein Teil von Allem.

Ab diesem Zeitpunkt kannst Du Deinen Verstand jederzeit benutzen um neue Konzepte zu konstruieren oder auch nach Belieben in die Gegenwärtigkeit übergehen. Die wunderbare Freiheit besteht darin, dass Dein Verstand nicht mehr Dich benutzt ;)

Der Umfang dieses Textes war so nicht geplant (vorab gedanklich projiziert und in dieser Form nicht eingetreten ;P ) aber da Bedauern nur der nachträgliche und nutzlose Wunsch ist die Realität wäre anders eingetreten als sie nun mal ist, wünsche ich Dir einfach..

Frieden!

Kommentar von xXSnowWhiteXx ,

Oh man...ich bin richtig beeindruckt von diesem Text. Ich wolltst nur mal gesagt haben! ♡ Danke dafür!

Kommentar von Grimwulf78 ,

Danke dass Du ihm Aufmerksamkeit gewidmet hast! Namasté ;)

Kommentar von Grimwulf78 ,

Falls Du Eckhart Tolle nicht kennst, er ist mir ein spiritueller Wegweiser. Sehr unterhaltsam! Es wäre gemein, ihn hier nicht zu erwähnen ;)

Kommentar von xXSnowWhiteXx ,

Ich werde mal nach ihm Googlen!:)

Kommentar von Grimwulf78 ,
Kommentar von gromio ,

Hallo, Grimwulf, vielen Dank für Deine interessante, eher esoterische #Einlassung. Ich bin durchaus der Ansicht, das "JETZT" auch aus der / den Perspektive(n) zu sehen, die Du erwähnt hast.

Aber: Beantwortet das meine Frage?

Kommentar von Grimwulf78 ,

Touché :D War vielleicht ne Vorlage aber kein Tor. Hab als Reaktion auf Deine Frage wohl erstmal für mich die unterschiedlichen, mir bekannten Umgangsformen der Menschen mit dem Thema Glauben sezieren müssen.

Ich bin überzeugt, dass die fundamentale Basis allen Glaubens die
Beobachtung der Sterblichkeit ist und die Deduktion dass es auch Dich trifft.

Die nächste Frage lautet: Und dann? Eine Frage, die niemand final beantworten kann aber die für unseren menschlichen Verstand existenziell ist... im wahrsten Sinne! Es ist dochder Wunsch unseres Bewusstseins nach seinem eigenen Fortbestehen, wenn das physische Vehikel abdankt. Ein quälendes Paradoxon.

Nimm mal unser Gehirn. Wir haben oft synaptische Impulse die losgeschickt werden, dann aber auf selbstauferlegte "Denkbarrieren treffen". Sie werden in andere Hirnregionen abgeleitet und reizen dann dort die jeweiligen Rezeptoren. Das ist der Grund weshalb Menschen vor Prüfungen oft Magenprobleme bekommen oder Hautausschlag. Dein Gehirn sendet einen starken Fluchtimpuls wegen einer Situation die Du als bedrohlich empfindest und Dein Verstand errichtet dagegen eine Barriere wegen gedanklicher Imperative wie: Ich muss das Schuljahr schaffen, ich will meine Eltern nicht enttäuschen, ich will der Beste sein...Konzepte, Konzepte, Konzepte. ... Die Neuronen werden umgeleitet und landen in einer Region die, sagen wir die Verdauung regelt. Zack, rennst Du auf Klo.

wärst Du bspw. ein Hirsch.. ok Hirsch in der Klausur ist abstrus ;) ... aber ER würde einfach weglaufen, denn ein Hirsch konstruiert keine Gedankenkonzepte oder wenn, dann nur sehr schlichte, elementare die mit dem Hier und Jetzt zu tun haben. Er legt meines Wissens  keine Vorräte an, errichtet keine Gebäude ... er sucht sich Unterschlupf, füttert sein Kalb und wenn ihm etwas Angst macht dann läuft er! (Ja, Eichhörnchen legen Vorräte an und Affen benutzen Werkzeuge. Bewusstheit, also sich seiner selbst in Existenz bewusst zu sein, ist in Tieren offenbar rudimentär vorhanden).

Aus meiner Sicht ist jede Flucht in den Glauben eine Ausweichstrategie aufgrund des von Nichtwissenkönnens verursachten neuronalen Konflikts, der Leid in uns Menschen verursacht.

Also Ja, schließt sich meiner Meinung nach aus.

Wasjetzt kommt ist weitere Herleitung und Begründung. Ich freu mich wenn Du's liest aber im Wesentlichen mag ich grad den Fluss nicht stoppen...
:,D Ist ja nicht so dass ich das Zeug hier schon mal in dieser Komplexität durchdacht hätte bevor ich angefangen hab hier zu tippen o_O

Da Nichtwissen für uns Menschen in dieser Frage offenbar quälend ist, nehmen wir nach meinem Empfinden gerne Angebote an die scheinbar einen Ausweg aus dem Dilemma eröffnen.

Religionen sind Konzepte, von Menschen niedergeschrieben, oft basierend auf durchaus sinnvollen, tradierten Volkssagen. Botschaften die ältere Generationen an die
jüngeren weitergegeben haben, damit sie uns das Leben erleichtern. Das scheint mir der verständliche Versuch, aus der Weisheit die ein Mensch in seinem Leben sammelt etwas zu bauen, das man an seine Erben weitergibt. eine Geschichte. Am Anfang noch mündlich. Die zehn Gebote sind bspw eine hervorragende Anleitung für eine friedliche Koexistenz inder sozialen Gemeinschaft.

Nun brauchst Du aber noch eine Instanz die dafür sorgt, dass die Menschen hinter verschlossenen Türen auch die Regeln achten. Hurra! Wir haben einen strafenden, allmächtigen und allsehenden Gott. Der kann Dich zwar nicht unmittelbar bei den Eiern kriegen (auch wenn durchaus ein paar gruselige Stories in der Bibel stehen die das Gegenteil beweisen sollen), aber nach Deinem Tod wird er Deine Seele nehmen und sie für alle Ewigkeit auf den Barbecue des Beelzebub werfen, wo Du dann die schlimmsten, vorstellbaren Leiden erträgst, für Immer ohne einen Ausweg!

Beinahe so als hätte sich mal jemand gefragt: ... hmmm, was ist denn mal so die unerträglichste Bestrafung die mein Verstand sich hypothetisch ausdenken kann?

Siehst Du wie die Rädchen ineinander greifen? Es liegt eigentlich alles offen auf dem Tisch. Wir haben in die Bibel nicht zu knapp die Astrologie einfließen lassen (das Kreuz selbst bspw, google das mal), auch Volkssagen, die aus genannten Gründen durchaus ihren Nutzen haben.

Jesus, mag es ihn als weisen Mann gegeben haben oder nicht, erinnert in seinenBotschaften sehr an bspw die buddhistische Tradition.. Demut, zweite Wange, durch Leiden zur Erleuchtung/Erlösung... Das Alles ist Eins!

Vieles davon wär ja auch wunderbar, wenn man uns Menschen erlauben würde diese Akkumulation teils spirituell erleuchteter Erkenntnisse der vorangegangenen Generationen mit unserem Verstand zu lesen. Wenn sich nicht ständig Banden von Strolchen zusammentun würden die uns Menschen erklären, wie wir die Geschichten zu interpretieren hätten, bei Missachtung unter Androhung wessen? Genau! Ewigen Leidens!

Kommentar von Grimwulf78 ,

Aufgrund der Angst, durch den Abschied von allem uns bekannten nach dem Tod zu leiden haben wir uns doch erst auf die Suche nach Antworten gemacht! Sie nehmen also unsere elementarste Angst und benutzen sie, um DEN Teil von uns nach Ihrem Willen und zu ihrem jeweiligen, aber in der Regel sehr weltlichen Nutzen zu lenken, der uns erst dazu befähigt den Gedanken zu denken: Ich existiere!

Sie haben Mauern in unseren Gehirnen errichtet, die aus Eiweißverbindungen bestehen und Neuronen umleiten, wenn man es komplett zu Ende denkt. Es ist so genial und eigentlich banal! Wir wurden traditionell damit erzogen, dass wir bspw uns und unserer Familie Scham, Schande, soziale Ächtung... also empfundenes LEID zufügen würden,wenn wir in der Kirche sagten: Gott ist Bullshit (Versuch das mal in Gedanken. Merkst Du auch Deinen inneren Widerstand?) Physisch hindert uns nichts daran.

Unser Gehirn empfindet einen Bruch in diesen Programmen, Imperativen, Konzepten, in welches Gefäß wir diese Konditionierung auch immer legen wollen, als Verletzung und wandelt es auf neuronalem Wege in fühlbares, erlebbares LEID um. Gedanken können tatsächlich physische Realität werden. Paranormale Phänomene, welche ich selbst noch nicht erlebt habe oder mein Verstand als Solche nicht interpretiert hat, mögen existieren. Das ist aber in meinen Augen keine Bestätigung für einen biblischen Gott sondern nur dafür, dass wir auf subatomarer Ebene eng mit dem Universum verflochten sind. Das ist auch das, was Geistliche und Esoteriker gleichermaßen meinen, wenn sie die tradierte Botschaft wiederholen: Gott ist in Dir oder Du bist Eins mit dem Universum.

Es ist meiner Meinung nach viel konkreter gemeint als Die vermuten aber für mich persönlich nicht weniger erlösend von der Agonie der Angst vor der Auflösung.

Das spüren wir eigentlich auch. Deshalb (und in meinem Fall auch aufgrund der naturwissenschaftlich bewiesenen Erkenntnis, dass Energie NIE verloren geht sondern immer umgewandelt wird) ist es uns auch unmöglich, uns eine finale Nichtexistenz vorzustellen. Andererseits sind wir sehr wohl in der Lage uns zu jedem Zeitpunkt in unserem Sein und auch in unserer Verbundenheit mit Dem was uns umgibt und woraus wir bestehen zu fühlen, wenn wir es mal schaffen unseren konstruktionsfreudigen, von der Basis einer erschaffenen ICH-Identität aus operierenden Verstand in den Ruhemodus zu versetzen.

Das kannst Du natürlich mit Meditation erreichen aber auch das Sein in der Natur erleichtert es, Sport, Sex, Eine Tischlerarbeit, ein Bild zu malen, Musik zu komponieren... immer wenn Du hingebungsvoll etwas tust das Du liebst und darin aufgehst, dann kannst Du Dich in Deiner wahren und nicht in Deiner konstruierten Existenz spüren. Dann schweigen die Gedanken und Du "gehst darin auf".

Und das sind die Momente in denen Du durch Deine Verbindung mit der Gegenwart etwas Neues, etwas Kreatives in die Welt bringst. Manche denken, es ist der eigentliche Grund aus dem wir uns überhaupt in physischer Form manifestieren.

Selbst wenn es einen Menschen gäbe, der nicht in der Lage wäre zu irgendeinem Zeitpunkt die Verbindung mit seiner Quelle zu fühlen, so wäre er zumindest konzepzionell in der Lage den Gedanken zu formulieren und auch zu meinen: Ich existiere.

Im Übrigen werd ich all das hier vermutlich schon in einer Stunde nicht mehr in dieser Kompexität verbal wiederholen können. Während des Schreibens hatte ich kein Zeitgefühl und zu keinem Zeitpunkt sind meine Gedanken im Gestern oder im Morgen meiner Egoversion gewesen. Zwar habe ich gedanklich konzipiert aber nicht (hoff ich) auf Basis von Befürchtungen, Wünschen oder anderen egoistischen Motiven mögliche Szenarien gezeichnet, sondern Erkenntnisse, die mir aufgrund von Beobachtung und Herleitung als wahrscheinlich zutreffend erscheinen, versucht zu etwas zu verknüpfen, das mehr als die Summe seiner Teile und auch für mich in dieser Gänze etwas ist was vorher nicht da war.

Geht doch ;P

Kommentar von Grimwulf78 ,

Selbstkritischer Nachtrag: Trotz meiner Bemühungen erkenne ich stellenweise Zynik in meinem Kommentar. Zynik ist Ausdruck von Eitelkeit, Eitelkeit ist Ausdruck des Wunsches des Egos nach konzepzioneller Anerkennung mit dem Ziel der Selbststärkung. Es lauert überall ;)

Kommentar von vonGizycki ,


Grüß Dich Grimwulf78!

Ich bin begeistert von Deinem Textinhalt :-) Aber einen zusätzlichen Gedankenanstoss möchte ich dennoch geben.

Bei aller intellektuellen Logik, die zweifelsllos in Deiner Darstellung steckt, so ist doch die Fähigkeit zum Glauben (im religiösen Sinne) und deren praktische Umsetzung im Menschen verankert. Sie ist somit dem Wesen des Menschen zugehörig. Ein Mensch der nichts glauben würde, auch nicht Theorien, die die letzte Herkunft des Seins anbetrifft, vermag in meinen Augen auch dem Leben gegenüber kein Vertrauen aufzubringen.

Wikipedia:

Vertrauen ist in psychologisch-­persönlichkeits­theoretischer Perspektive definiert als subjektive Überzeugung von der (oder auch als Gefühl für oder Glaube an die) Richtigkeit, Wahrheit bzw. Redlichkeit von Personen, von Handlungen, Einsichten und Aussagen eines anderen oder von sich selbst (Selbstvertrauen). Zum Vertrauen gehört auch die Überzeugung der Möglichkeit von Handlungen und der Fähigkeit zu Handlungen.

Ich teile diese Darstellung! Dann aber ist der Wille zum Leben nur aus dem Leben selbst zu schöpfen. Ich bezeichne den Grund für diesen Willen als Schöpferische Kraft, die durch uns selbst hervorgebracht werden kann. Sie erscheint mir identisch mit der schöpferischen Kraft, die letztlich die Ursache allen Seins ist. Und damit ist kein Gott gemeint!

Sich das bewusst zu machen nährt das Vertrauen in das Leben und wäre dann durch durch den Glauben an diese Kraft genährt. Damit wird der Glaube an sich selbst gestärkt.

Mir ist aber auch klar, das dieses Vertrauen absolut versagen kann und damit wird dann auch nicht mehr an das Leben und an sich geglaubt, was letztlich auch im Suizid enden kann. Das muss aber nicht sein, wenn wir uns gegenseitig Fürsorge aller Art angedeihen lassen.

Das Leben hat eben nicht nur einen schaffenden Aspekt, sondern auch einen destruktiven. Dennoch will es sich erhalten auch durch die destruktive Seite.

Wie wüssten wir was gut sei, wenn es nicht das Böse im Menschen gibt und woher wüssten wir vom schöpferischen Prinzip, wenn es nicht auch das Destruktive im Sein gäbe?

Wir müssen also an das Erhabene glauben, wenn wir seelisch und körperlich gesund bleiben wollen und damit unser Überleben sichern und somit einen evolutionären Vorteil damit haben.

Heute jedoch, so ist meine Auffassung, sollte das, was als religiös aufgefasst wird, schon dem Leben dienlich sein und nicht letztlich zerstörerisch wirken.

http://www.3sat.de/page/?source=/scobel/181124/index.html

Video Glaubenssache Scobel 3sat

http://www.3sat.de/mediathek/?mode=play&obj=50478

Herzlichen Gruß

Rüdiger


Kommentar von Grimwulf78 ,

Hallo Rüdiger und vielen Dank für Deinen bereichernden Impuls!

Das Lesen lässt mich (keineswegs hämisch) lächeln, denn ich habe grad einen Gedankenfluss an Gromio, nennen wir's gechannelt, und teils dieselben Wahrnehmungen formuliert wie Die, die Du hier ausdrückst. Ich denke dass Du beim Lesen streckenweise konform gehen wirst, falls Du die Puste hast Dir den Erguss anzutun ;) *ich konstatiere Koketterie in meinen Worten und lasse sie zu ;P*

Im Wesentlichen bin ich bei Dir! Das Ur-Vertrauen von dem Du da sprichst entsteht meiner Herleitung nach daraus, dass der Teil von uns den wir Seele oder Bewusst-sein nennen, seine Verbundenheit mit dem Rest der "Schöpfung" fühlt, also allem physisch und metaphysisch Existierenden (wobei die Unterscheidung meiner Meinung nach nur die Unterscheidung zwischen dem haptisch Erlebbaren/physisch Messbaren und Dem ist, wofür wir noch keine Mikroskope oder Sensoren erfunden haben)

Dieses Vertrauen muss nicht erst entstehen sondern ist ab Geburt da, behaupte ich. Ich BIN und das wird auch immer so sein ist ein Gefühl, das Neugeborene und Tiere meiner Ansicht nach immanent haben. Energetisch betrachtet ist das ja auch so). Dann erschaffen wir die künstliche Abspaltung von dem Selbstverständlichen indem wir uns einen Namen geben. Ist Dir aufgefallen, wie sehr Eltern oft darum bemüht sind ihren Kindern einen Namen zu geben der selten vorkommt? Nach meiner Beobachtung steigt die Häufigkeit außergewöhnicher Kindernamen mit zunehmender Verhaftung an konzepzioneller Identität: Akademiker, Filmstars

... Vielleicht spielt mir aber auch der Wunsch meines Egos hier ein Indiz für die Richtigkeit meiner Behauptung zu sehen einen Streich.

Der Punkt ist, das Ego will nach dem Tod nicht in energetischer Form weiterexistieren. Es will all die schönen Konzepte und Besitztümer über die es sich definiert für immer weiter haben. Besitz ist auch so eine Illusion. Wir übergeben einander nutzbare Gegenstände im Austausch für Metall, Papier oder elektronisch gespeicherte Abbildungen von Einsen und Nullen, die nur deshalb als Tauschobjekt akzeptiert werden, weil wir eine weltweite Verabredung laufen haben, dass wir Dem einen materiellen Wert beimessen.

Nun kaufen wir uns z.B. ein Auto. Ein Nutzgegenstand der einen klaren Mehrwert in Dein physisches Sein bringt und was machen wir daraus? Eine Geschichte! Wenn es nur um den Nutzen ginge, dann würde es einen Fahrzeugtyp für jeden Geländetyp und dazu noch die Unterteilung in verschiedene Nutzgrößen geben. Marken gäbe es nicht und die Farbe wäre egal außer um ihre physikalischen Eigenschaften zu nutzen (kein Schwarz in heißen Gegenden, etc)

Das Ego will auch all die sozialen Beziehungen nicht aufgeben die wir uns mit anderen wandelnden Egos aufgebaut haben. Spirituell betrachtet ist Dir Donald Trump so nah wie Deine Mutter. Unseren Konzeptverstand werden wir davon aber eher nicht überzeugen ;P

Ich finde an einer Stelle läufst Du in eine Falle, nämlich da wo Du Gut und Böse ins Spiel bringst. Diese Begriffe sind semantische Sammelbecken so groß wie der Pazifik und wir werfen da nur zu gern alles rein was uns dienlich ist um uns von unserer eigenen Zugehörigkeit zum Konzept des "Guten" zu überzeugen. Ich wette nicht mal Hitler hielt sich für "Böse". Er hat das vor sich selbst nur anders hergeleitet als Du oder ich das tun würden.

Wenn Du instinktiv weißt was richtig und was falsch ist, dann meiner Meinung nach deshalb, weil Dein wahres Ich zu jedem Zeitpunkt ziemlich konkret weiß, was einen Mehrwert in Deine Um-Welt bringt und was Deiner Umwelt oder auch Dir Energie entzieht. Es ist erlebbar. Wenn Dir "Unrecht" widerfährt, dann fühlst Du es in Form von Möglichkeiten der Selbst-Verwirklichung, die Du nicht mehr hast weil entweder ein Anderer sie an Deiner Statt beansprucht hat oder weil er Dir physisch oder konzepzionell diese Möglichkeit nimmt. Jede Form von Gebot oder Verbot ist, emotionslos betrachtet, genau Das.

Kommentar von Grimwulf78 ,

Suizid, den Du ansprichst, ist konzepzionelle Ausweglosigkeit aus oft konzepzionell erschaffenem Leid. Was sind denn meist die Motive?

Sie hat mich betrogen!

Beziehung ist ein Konzept und da Alles zwangsläufig irgendwann in seiner derzeitigen Erscheinungsform endet, erzeugt das Festhalten-wollen zwangsläufig irgendwann Leid.

Ich bin hoch verschuldet!

Geld ist Papier, Metall und Daten, denen wir konzepzionell einen Wert zuordnen der mitbestimmend ist für unsere physischen Möglichkeiten unser Leben angenehm zu gestalten. Oft wäre ein Fortbestehen auch ohne Geld irgendwie möglich aber das Konzept ist so stark, dass es die physische Selbstauslöschung seiner eigenen Neudeutung vorzieht oder die Möglichkeit gar nicht erkennt.

Mein Kind ist gestorben!

Es war nie Dein Kind. Es war das Kind der Sehnsucht des Lebens nach sich selbst! (ist glaub ich bei Coelho geklaut :). Es gehört Dir nicht, noch ist es eine Fortsetzung Deiner physischen Existenz. Dir wird die Gnade zuteil ihm ein Wegweiser beim Zurechtfinden in Eurem jeweiligen physischen Lebensumfeld zu sein und ihm all die Konzepte zu erklären, auf deren Basis die Identitäten in Deinem Kulturkreis miteinander interagieren. Ein Gefühl von Verlust kann nur entstehen, wenn man vorher die Idee von Besitz konstruiert hat. Nüchtern betrachtet stellt ein wasserbetriebenes Kohlenstoff-Eiweiß-Vehikel die Funktion ein und der energetische "Passagier" wechselt in einen anderen Aggregatszustand.

Ob ich das so sehen würde wenn mein Kind stürbe? Unwahrscheinlich. Bei Obdachlosigkeit oder Geldmangel schon eher, bei Beziehungen ist es mir sogar schon oft gelungen.

Also meiner Meinung nach kann das Vertrauen, über dessen Existenz wir uns beide einig sind, nicht versagen. Aber die Einschränkung Deiner "vorstellbaren" Optionen durch das Zulassen von starken Denkbarrieren, die nur auf von Menschen erschaffenen gedanklichen Konzepten beruhen wie Besitz, soziale Anerkennung, Schande... lassen Dich bisweilen Deine Verbundenheit mit Allem nicht mehr spüren und lassen Dich mit der Illusion zurück, mit Deinem Leid allein und abgeschnitten sein. Aus irgendeinem Grund stellt manchmal der sonst so kreative Egoverstand seine schöpferische Kraft ein und liefert Dir keine erstrebenswerten Zukunftsillusionen mehr. Das ist dann wohl der Punkt an dem Suizid wie ein Ausweg erscheint.

Kommentar von Grimwulf78 ,

Herzliche Grüße auch Dir!!

Kommentar von Grimwulf78 ,

Nachtrag: Religion kann in Summe nicht dienlich sein, da sie spirituelle Erkenntnisse ideologisch auflädt, mit allerlei Denkgeboten und Verboten unter Androhung ewigen Leidens verklärt und den Verstand der Menschen und ihre denk-baren Handlungsoptionen damit in die Bahnen zwingt, die den meist sehr Ego-istischen Zwecken der Religionsbetreibergesellschaft dienlich sind. Glaube an metaphorische Überlieferungen die aus erleuchteten Momenten unserer Ahnen entstehen kann durchaus eine mächtige Brücke zu spiritueller Gegenwärtigkeit sein und erfüllt auch innerhalb der bestehenden Religionen noch gut diesen Zweck, auch Rituale wie Gebete können eine quasi-meditative Funktion erfüllen und Energie freisetzen aber kannst Du mir ehrlich beantworten wo der Nutzen einer Institutionalisierung und Hierarchisierung und Dogmatisierung des Ganzen ist?

Antwort
von Nadelwald75, 52

Hallo gromio,

ob das wirklich so ist, beurteile ich nicht; ich kann nur meine Auffassung nennen, und die entspricht dann eher Hebr.11,1. Dabei bevorzuge ich die Formulierung der Einheitsübersetzung:

Glaube aber ist: Feststehen in dem, was man erhofft, Überzeugtsein von Dingen, die man nicht sieht.

Außerdem bezeichne ich als Glauben auch das, was man im biblischen Verständnis begreift: Das Vertrauen in Personen, die sich als glaubwürdig erwiesen haben. Das scheint sich dann auch aus Hebr 11,2ff zu ergeben.

Rein meschlich komme ich auch ohne Glauben = Vertrauen in andere Menschen nicht aus.

Kommentar von gromio ,

Schön, das Hebräer 11:1,2 für Dich gilt, aber die Einheitsübersetzung ist nicht deutlich genug, verglichen mit dem Urtext: Nimm die NWÜ.

Ich verstehe Dich so, dass Du Dich zu Nietzsche nicht äußern willst, ist nachvollziehbar.

Kommentar von Nadelwald75 ,

Hallo gromio, die NWÜ ist mir zu interpretativ übersetzt. Ich bleibe da bei der Einheitsübersetzung.

Kommentar von gromio ,

Dann hast Du Dich noch nicht mitdem verfügbaren Urtext befasst, ich empfehle EMPHATIC Diaglott, da wirst Du staunen.

Von wegen interpretativ, Genau ist sie die NWÜ - genau....

Kommentar von Nadelwald75 ,

Hallo gromio, abgesehen davon, dass ich selbst 6 Jahre Altgriechisch als Hauptfach hatte und auch die griechische Ausgabe des NT besitze: Ich halte mich trotzdem an die Einheitsübersetzung.

Es ist übrigens interessant, mal Stellungnahmen zur NWÜ und Zitate aus der NWÜ im Internet zu lesen, die nicht von Jehovas Zeugen stammen.

Antwort
von Praeterismus, 36

Um diese Frage beantworten zu können, muss natürlich vorher immer überprüft werden, was unter Wissen verstanden wird.

Wir leben in einer Zeit, in der Wissen oft mit wissenschaftlichem Wissen gleichgesetzt wird. Die moderne Naturwissenschaft definiert sich selbst über das Experiment. Ohne Experiment keine Naturwissenschaft. Wird von dieser Definition von Wissen ausgegangen, sind Glaube und Wissen tatsächlich unterschiedlich. Experimente haben immer etwas mit beobachten bzw. sehen zu tun. Nun heißt es in der Bibel aber:

Denn auf Hoffnung hin sind wir gerettet worden. Eine Hoffnung aber, die gesehen wird, ist keine Hoffnung. Denn wer hofft, was er sieht? (Römer 8:24)

Der Glaube ist die Erwartung von etwas, was nicht gesehen wird. In den Naturwissenschaften wird so etwas als Theorie oder Spekulation bezeichnet. So können wir z. B. Theorien über die Entstehung des Universums aufstellen, da wir aber diesbezüglich keine Experimente machen können, sind viele Wissenschaftler zurückhaltend dies als Wissen zu bezeichnen. Für die Intelligent Design Bewegung ist die Unterscheidung zwischen Naturwissenschaften (Experiment und Beobachtung) und Geschichtswissenschaften (Hypothesen und Theorien) von fundamentaler Bedeutung.

Solch ein Verständnis scheint auch mit Vers 3 übereinzustimmen:

Aufgrund des Glaubens erkennen wir, dass die Welt durch Gottes Wort erschaffen worden und dass so aus Unsichtbarem das Sichtbare entstanden ist. (Hebräer 11:3)

Dass die Welt durch Gottes Ausspruch entstanden ist, ist für uns nicht beobachtbar oder durch Experimente nachweisbar. In diesem Sinne wäre es für viele Wissenschaftler kein Wissen.

Meiner Meinung nach ist eine solch eingeschränktes Verständnis von Wissen nicht haltbar. Aber was heißt das schon? Es zeigt halt, dass vorher geklärt werden sollte, wer was unter Wissen versteht. Erst dann kann sinnvoll miteinander und nicht aneinander vorbei geredet werden.

Kommentar von gromio ,

Vor einem Experiment GLAUBT der Wissenschaftler, dass gewünschtes Experiment ein oder mehrere Ergebnisse bringt, und er HOFFT, das es das/die GEWÜNSCHTE(N) Ergebnis(se) bringt.

In dieser Phase unterscheidet sich ein WISSENSCHAFTLER  NICHT von anderen, die im Sinne von Hebräer 11:1,2 glauben.

Ich pflichte Dir darin bei, dass man eine übereinstimmende Ansicht über die Begriffe WISSEN und GLAUBEN braucht im Sinne von"man weiß wie es der jeweilige Gesprächspartner versteht", damit man darüber reden kann.

Antwort
von muelli21, 88

ich sehe es wie nietzsche, mit einem kleinen unterschied. nicht wissen "wollen", trifft eher nicht zu. viele wissen es wahrscheinlich sogar, dennoch ist für sie ihre eigene weltanschauung schöner und sie verdrängen es. zudem nutzen es manche unbewusst als selbstschutz und sind in leidenszeiten niemals wirklich allein, da gott ja da ist.

Kommentar von gromio ,

Wenigstens positionierst Du Dich.......danke.

Kommentar von SiroOne ,

Ah Menschen wollen Blöd sein, ok man lernt nie aus :/

Kommentar von muelli21 ,

das heißt nicht dass sie blöd sind

Kommentar von SiroOne ,

In einer Weltanschauung wächst man hinein, die kann man nicht einfach so wechseln wie ein paar Schuhe.
Erst wenn eine dringende Notwendigkeit da ist, dann fangen sie sich an zu verändern, aber manche bleiben ewig in der Rolle gefangen, die sie als Kind gelernt haben.

Kommentar von muelli21 ,

ja natürlich kann man reinwachsen. aber natürlich kann man auch etwas selber für sich entdecken, oder man wurde durch jmd anderes überzeugt bzw findet es dann toll was ein anderer macht. also schon der zweite nicht sehr sinnvolle kommi. hier gibt es übrigens auch andere antworten wo man haltlose, leicht zu widerlegende kommis loswerden kann.

Kommentar von gromio ,

also, das Wort BLÖD sehe ich in Muelli21's Kommentar nicht......

Kommentar von SiroOne ,

Stimmt, ich fand das sehr einfach erklärt,
Die Menschen werden wo reingebohren und ab ein gewissen Alter wird es immer schwerer für den Menschen davon abzurücken und wenn es nun eine Ideologie ist, die sich im gesamten Hirn befindet dann ist das oft quasi unmöglich sich von diesen Dingen zu trennen und was anderes zu glauben.
Da wird auch kaum was verdrängt, das Wissen ist einfach nicht vorhanden.
Somit ihre Weltanschauung nicht nur schöner ist, sonders es ist ihre reale Welt und es gibt nichts links oder rechts oder es wird verachtet, das warum spielt da oft keine Rolle.
Daher sollte man auch keine Kulturen so einfach vermischen, das kann böse Folgen haben.

Antwort
von grtgrt, 31

Etwas zu glauben bedeutet, davon überzeugt zu sein, dass es richtig ist, ohne dass man einen Beweis dafür kennt (und es womöglich auch keinen Beweis dafür gibt).

Kommentar von gromio ,

Aha.

Antwort
von amenuensor, 2

Über den Glauben

Ein oft gehörter Satz ist dieser: „Glauben heißt nichts wissen.“ Und man gibt sich mit diesem Satz in den meisten Fällen zufrieden, ohne darüber nachzudenken. Hat dieser Satz denn eine uneingeschränkte Berechtigung?

Wenn ich an das große Gebiet des Aberglaubens und der Esoterik denke, dann kann ich zustimmen, wenn man sagt, dass glauben nichts zu wissen bedeutet. Denn was glaubt man nicht alles in unserer aufgeklärten Zeit! Jede Dummheit kann man glauben!

Wie sieht es auf dem Gebiet der exakten Wissenschaften aus? Um es kurz zu machen: Auch hier muss man glauben! Das ist kein Paradox, es ist einfach so. Ich nenne ein Beispiel:
Das ganze stolze Gebäude der Mathematik und der Naturwissenschaften ruht auf dem Erfahrungssatz, dass 1 + 1 = 2 ist. Aber es ist nicht möglich, diese einfache Formel mit der strengen Logik der Mathematik zu beweisen. Es bleibt ein Erfahrungssatz, sosehr man sich auch bemühen mag, es doch beweisen zu wollen. Und das ist nicht das einzige Problem! So manches, was wir für wahr halten, ist nicht zu beweisen.

Und nun komme ich auf den christlichen Glauben (nur um ihn geht es hier) zu sprechen und auf die einfache Frage, ob es einen Gott, einen Schöpfer, also die „erste Ursache“ gibt. Darüber streitet man sich schon seit Beginn der Menschheit. Inzwischen hat man wohl schon begriffen, dass man die Existenz Gottes wissenschaftlich nicht beweisen kann. Auch das Gegenteil zu beweisen, ist nicht möglich. Was manchmal als Indizienbeweis angeführt wird, muss natürlich auch geglaubt werden – oder auch nicht. Für die einen ist die ganze Schöpfung das Werk eines Schöpfers, für die anderen kam alles von allein. Ich möchte diesen unnützen Streit aber hier nicht auffrischen, ich möchte versuchen, das Phänomen des Glaubens einmal von der Seite eines Glaubenden zu beleuchten, denn eigentlich geht es nicht so sehr um verstandesmäßig zu begründende Argumente, sondern um das Gewissen, die innere Wahrhaftigkeit, Gewissheiten im Menschen und die Verantwortung des Menschen vor Gott. Es geht also um Dinge, die wenig mit der Alltagslogik und viel mit Moral zu tun haben. Und gerade hier scheiden sich die Geister! An anderer Stelle habe ich schon ausgeführt, dass es im Christentum zuerst um Moral und Moralität geht, und zwar um jene Moral, die in der göttlichen Verbundenheit wurzelt und die viel mit der Verantwortung vor Gott zu tun hat. Da es aber damit in der gegenwärtigen Zeit schlecht bestellt ist, kann man nicht erwarten, dass dieser Glaube populär ist.

Man kann es in der Bibel finden: Gott offenbart sich nur jenen Menschen, denen er sich offenbaren will! Und nur diese Menschen haben eine Erfahrung mit Gott, die für sie zur Gewissheit wird, die nicht mehr bewiesen werden muss. Ich führe zwei Beispiele an: Es sind Gestalten aus der Bibel. Es ist Hiob, der sagen konnte: „Ich weiß, dass mein großer Schöpfer lebt!“ Er sagte ausdrücklich nicht, dass er an Gott glaube; nein, für ihn war Gott eine Realität, die er nicht leugnen konnte. Wie mag er dazu gekommen sein? Die Bibel war noch nicht geschrieben. Vielleicht gab es in seinem Umfeld Menschen, die etwas über Gott zu sagen wussten. Aber das allein wird nicht ausgereicht haben, dass sich Gott dem Hiob so deutlich zu erkennen gab, dass er von einer Gewissheit sprechen konnte. Um dieses Problem zu lösen, möchte ich einen Satz aus dem Psalm 64 zitieren: „Glücklich ist der Mensch, den du erwählst und herzunahen lässt, damit er in deinen Vorhöfen weilt.“ Also: Glücklich ist derjenige, den Gott erwählt und einlädt, in seiner Nähe zu sein. Aber wer wird denn überhaupt eingeladen? Weil diese Frage am Anfang des 15. Psalms steht, möchte ich auch gleich auf die Antwort hinweisen, die im selben Psalm gegeben wird: „Wer untadelig wandelt und Gerechtigkeit übt und die Wahrheit redet in seinem Herzen.“ Nun war Hiob so ein Mensch und deshalb hat sich Gott ihm zu erkennen gegeben. Ein anderes Beispiel wäre der Patriarch Abraham, der ebenfalls mit seinem Schöpfer vertraut war. An diesem Menschen rühmt die Bibel den unerschütterlichen Glauben. Dieser Glaube war einfach. Abraham wusste auch noch nichts von der Bibel, aber seine Erfahrungen mit Gott brachten es mit sich, dass er eine hohe Meinung vom Schöpfer hatte und ihm nicht Ungereimtes, Falsches oder Böses zuschreiben konnte. Für Abraham sowie für Hiob war der Höchste DIE MORALISCHE INSTANZ. Darüber hinaus beinhaltete Abrahams und Hiobs Glaube die Gewissheit, dass Gott sein Wort hält! Beide Männer hatten ihren Glauben mit Leben erfüllt, indem sie auch danach zu leben suchten, indem sie Gott, ihrem Vater im Himmel, unbeirrbar vertrauten.

Hat sich Gott inzwischen geändert, dass er jetzt auf Glaubensbekenntnisse, Zeremonien und Religionen Wert legen sollte? Er hat sich nicht geändert! Es ist im Prinzip immer noch so, dass die Religion des Menschen darin besteht, sich an Gott zu binden, indem er „Recht übt, Güte liebt und bescheiden mit seinem Gott wandelt“ (Micha 6:8). Jeder Mensch steht in seiner Verantwortung vor ihm, ist ihm Rechenschaft schuldig. Und nur wer das anerkennen will, wird den Weg zu Gott suchen. Die einzige Änderung besteht darin, dass Gott seinem Sohn die Autorität übertragen hat, den Weg zu ihm zu weisen. Kann man den Weg finden? Doch, man kann ihn finden. Jesus Christus sagte von sich (Johannes 14:6): „Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben, niemand kommt zum Vater, außer durch mich.“ Um den „Weg“ zu Gott zu verdeutlichen, möchte ich noch ein Zitat geben: „Alles ist mir von meinem Vater übergeben worden, und niemand erkennt den Sohn völlig, als nur der Vater, noch erkennt jemand den Vater völlig, als nur der Sohn und jeder, dem der Sohn ihn offenbaren will.“

So gesehen offenbart sich Gott dem Menschen durch seinen Sohn Jesus Christus. Warum das so sein muss, will ich hier nicht ausführen, denn es geht mir um den Glauben, der einem Menschen gewährt wird, und der nicht mehr Blindgläubigkeit ist, sondern erlebte Realität, die ihre Wirkungen hat.

Nun ist es so, dass diese Realität nur solchen Menschen zugänglich ist, denen Glaube im Sinne der Bibel gewährt worden ist. Es ist nicht möglich, diese Realität einem anderen Menschen zu vermitteln, der nicht glauben kann oder glauben will. Darum sind auch viele Diskussionen über den Glauben häufig Gespräche zwischen Blinden und Sehenden. Irgendwann wird der Sehende feststellen, dass er nicht von der Stelle kommt, dass er nicht in dem Sinne überzeugen kann, dass der Gesprächspartner sagt: „Ich glaube!“ Es sind immer zwei verschiedene Welten gewesen, die fast nichts gemein haben. Für den Glaubenden ist seine Realität größer, sie umfasst auch das Unsichtbare, das Geistige. Er kennt die Wirkung der Kraft zum Guten, die von seinem Gott kommt. Er fühlt sich in einen großen Gesamtzusammenhang gestellt und weiß, dass er mit allem und allen verbunden ist. Diese Verbundenheit erfüllt ihn mit dem Schönsten, was man am Menschen finden kann, mit Liebe. In der Liebe sieht er sein Ziel! Paulus hat es so formuliert: „Das Ziel dieses Auftrags ist tatsächlich Liebe aus reinem Herzen und gutem Gewissen und ungeheucheltem Glauben.“ (1. Timotheus 1:5). Und das ist eine Wirkung des Glaubens, den Gott gewährt.

Aus dieser Wirkung erklärt sich auch die Haltung eines Glaubenden zur Welt. Unter Welt versteht er jene Welt, die durch das Böse beherrscht wird. Er will damit nichts zu tun haben und unternimmt alles, um nicht doch vereinnahmt zu werden. Deshalb geht er einfach nicht hin, wenn Krieg ist. Er hat keine Feindbilder mehr, alle Menschen sind seine Nächsten! Er hebt sich durch seinen Lebenswandel deutlich von jenen ab, die Gott nicht kennen. Das bedeutet nicht, dass er fehlerlos ist und nicht sündigt. Nein, er kennt seine Sündhaftigkeit genau. Was ihn aber unterscheidet, ist der Wille zur Gerechtigkeit, der Wille zum anerkannt Guten. Er besiegt die Welt durch seinen Glauben (1. Johannes 5:4). Seine Wünsche und Hoffnungen wurzeln in der Zukunft, von der er weiß, dass sie Gott gestalten wird; er wartet auf das Friedensreich Jesu und hat den Mut, dazu zu stehen. Er erwartet unter der Herrschaft Jesu Christi ein „neues Herz“ (Hesekiel 36:25-27) und einen „neuen Geist“ zu bekommen, er erwartet also, von seiner eigenen Sündhaftigkeit befreit zu werden. Das tut nur jemand, der den „Unsichtbaren gesehen“ hat.

Man kann natürlich diese Menschen mit abschätzigem Blick betrachten und sie für weltfremde Schwärmer halten, aber das mindert nicht ihre Stärke und macht ihren Glauben noch lange nicht unwirklich. Die Welt taumelt von einer Katastrophe in die andere. Alles lässt sich auf eine einfache Formel bringen: Die Welt kennt Gott nicht! Sie kennt eine Menge Aberglauben und betreibt ihn mit aller Ernsthaftigkeit, was aber wirklich zählt, sind die „Früchte“. Sind es gute Früchte? Oder sind es Früchte, die am Ende nur eine einzige Anklage sind? Der Glaubende hat damit nichts zu tun. Es sind die Werke derer, die Gott aus ihrem Leben verdrängt haben, die nun ziellos umherirren und das ernten müssen, was sie gesät haben.

Das liest sich jetzt wie eine Schwarz-Weiß-Malerei. Natürlich ist Gott barmherzig und vergibt Sünden. Aber dazu muss ein Mensch erst kommen! Er muss einsehen, dass er schuldig ist, er muss sich seiner schlechten Taten schämen. Der Glaubende kann es – aus Überzeugung – der Ungläubige lehnt es ab (auch aus Überzeugung). Für jeden Menschen gibt es einen Gerichtshof, und das ist sein Gewissen. Hier begegnet er Gott, hier steht er nackt und bloß vor Gott, auch wenn er ihn nicht kennen will. Und gerade die Funktion des Gewissens zeichnet einen Glaubenden aus. Gewissen, das ist für ihn die Grundlage eines Glaubens an Gott. Er weiß, dass es ohne Gewissen keinen Glauben geben kann, denn Gott offenbart sich nur solchen Menschen, die sich vor ihrem Gewissen verantwortlich fühlen.

Der Glaube, der von Gottes Kraft gespeist wird, macht Unsichtbares sichtbar. Diese Menschen werden immer so handeln, als sähen sie den Unsichtbaren. Sie werden den Mut haben, den eigenen Tod nicht zu fürchten. Sie sind nicht mehr durch Todesfurcht erpressbar. Und dafür gibt es viele Beweise.

Ist glauben nichts zu wissen? Ich habe versucht, etwas anderes zu zeigen. Was ich bisher geschrieben habe, ist noch nicht alles. Aber auch dies würde nur immer wieder bestätigen, dass der Glaube, von dem die Bibel spricht, keine Einbildung ist, sondern ein Geschenk Gottes an den Menschen. Der Glaube lebt und wirkt.

Antwort
von nowka20, 8

der glaube ist NUR für den gläubigen als lebenshilfe eine gesicherte erwartung

Kommentar von gromio ,

Nein, eine GESICHERTE Erwartung ist - EINE GESICHERTE ERWARTUNG.

Beispiel ? 

Du bist Geschäftsmann und vereinbarst mit einem Geschäftspartner einen Vertragsabschluss. Informationen gehen hin und her, Vertragsinhalte werden geprüft, der Vertrags-gegenstand wird genau definiert sowie die Rechte und Pflichten beider Vertragspartner, also DU und Dein Geschäftspartner.

Nun Hast DU eine GESICHERTE ERWARTUNG: Aufgrund der ganzen Vorbereitungen erwartest Du nun einen Vertragsabschluss.

Aber - der Vertragsabschluss IST JA NOCH NICHT ERFOLGT, somit kannst Du ihn "nur" erwarten, allerdings bist Du Dir sicher , dass es dazu kommt, aufgrund der Vorbereitungen und der "Sicherheit" die daraus - aus den Vorbereitungen - entspringt.

DAS ist eine GESiCHERTE ERWARTUNG, kennt jeder aus seinem Leben, kommt immer wieder vor.

GOTT will nicht, dass wir "grundlos" vertrauen....deshalb hat er ausreichend Vorbereitungen - siehe Bibel - geschaffen, damit wir im Hinblick auf zukünftige Aktivitäten Gottes "sicher erwarten" können, es ist ja noch nicht eingetreten....

Ist doch einleuchtend, oder nicht?

Augen auf im kosmischen Verkehr.....cheerio.

Kommentar von nowka20 ,

hast ja recht in der wirtschaft, aber nicht in der religion, denn da ist die "sichere erwartung" absolut nicht sicjer (plazebno)

Kommentar von gromio ,

DAs siehst Du falsch, mein Lieber, eine GSICHERTE Erwartung ist eine gesicherter Erwartung, auch in der Religion.

UND OB DAS IM CHRISTENTUM sicher ist, das kannst Du prüfen.....nur Mut......ist wie beim Geschäft, das Prüfen meine ich.

Ich empfehle Dir, nicht Leuten auf den Leim zu gehen, die was anderes behaupten, überzeuge Dich lieber selbst.

Kommentar von nowka20 ,

der koran hat als gesicherte erwartung, daß allah gesagt hat, es gibt keinen sohn.

im christentum hat gott einen sohn.

beides sind gesicherte erwartungen

-----------------------------------------------------

und nun?

Antwort
von Andrastor, 42

Laut Wörterbuch-Definition ist Glaube:

"Eine Überzeugung die weder auf Beweisen noch Fakten sondern auf einem Gefühl beruht."

Damit hat Nietzsche Recht. Wer weiß muss nicht glauben, denn Wissen basiert auf Beweisen und Fakten, nicht auf Gefühlen.

Wer glaubt, weiß nicht, denn der Glaubende verlässt sich auf Gefühle, hat jedoch keinerlei Beweise um seinen Glauben zu belegen.

Kommentar von gromio ,

Endlich einer von den Anhängern Nietzsches entlarvt....grins.....Nietzsches Aussage muß man im Kontext seiner Zeit sehen, dann erfährt man, wie er es wirklich meinte.

DU argumentierst wie Dawkins und Co, aber nicht wie Einstein.

cheerio

Kommentar von Andrastor ,


Endlich einer von den Anhängern Nietzsches entlarvt

Hättest du wohl gerne. Nur weil ich der Meinung eines Nietzsche zustimme, bedeutet das nicht das ich ein "Anhänger" seiner Person wäre.

Du solltest unbedingt aufhören so polarisierend zu denken! Das wirkt sich nicht gut auf die Psyche aus.

Ich argumentiere wie ich, nicht wie Dawkins, nicht wie Einstein oder wie meinetwegen Adolf Hitler. Ich bin keine Kopie dieser Persönlichkeiten, sondern mein eigenes Wesen.

Wenn sich Ähnlichkeiten finden lassen, meinetwegen, wer lange genug sucht findet immer Ähnlichkeiten, egal wie weit hergeholt diese sind.


Daher kannst du mich mit derartigen Aussagen weder beleidigen noch provozieren.


Kommentar von gromio ,

ich polarisiere nicht, ich lese was ich lese.

Und die Wahrheit ist weder eine Provokation noch eine Beleidigung, sondern die Wahrheit.

Kommentar von Andrastor ,

ich lese was ich lese.

Dann solltest du besser lernen sinnerfassend zu lesen.

Nur weil jemand jemand anderem zustimmt, ist dieser jemand nicht sofort ein Anhänger des anderen.

Wenn du das doch so siehst, denkst du offensichtlich polarisierend, denn du lässt nur den Extremfall zu.

Aus deinen anderen Antworten geht eindeutig hervor dass du bereits Stellung bezogen hast und in Wahrheit keine Antwort auf deine Frage, sondern Bestätigung deiner Meinung wünschst.

Schade, wieder ein typischer Gläubiger dem der Bestätigungsfehler wichtiger als der Lerneffekt ist.

Antwort
von SiroOne, 66

Ich betrachte alles Ideologisch, da verläuft man sich nicht so oft.
Der Glaube ist soziologisch bedingt ein Verhalten von Menschen für Menschen gemacht. der Mensch Verhält sich wie ein Baum mit vielen Ästen, was weiß Gott was die damit alle bezwecken, drum ist es müßig darüber nachzudenken.
Vielleicht beruht Soziologie immer auf ein Glauben, aber es ist Wissenschaft, die durch sekundäres Wahrnehmen Beweise sammelt und dazu lernt, das ist leider bei den Relegionen so anders es findet keine Entwicklung statt, es wird alles für immer bedingslos akzeptiert, das macht diese Religionen für Menschen sehr gefährlich.

Kommentar von gromio ,

Ist das wirklich eine Antwort auf meine Frage?

Kommentar von SiroOne ,

Deine Frage ist nicht beantwortbar, weil beides ist miteinander verbunden Glaube und Wissen.
Kannst ja auch Albert Einsteins Antwort haben
Alles ist Relativ, so auch Glauben und Wissen.
Das sollte meine Antwort ausdrücken.
Vielleicht solltest du dich mehr mit Buddha befassen

Kommentar von gromio ,

Die Frage hast Du mit dem ersten Teil Deines Kommentars auf meinen Kommentar beantwortet, geht doch!!

cheerio

Antwort
von chrisbyrd, 14

Ich denke auch, dass Glaube vor allem das ist, was der Hebräer-Brief dazu sagt (Hebr 11,1.2).

Trotzdem gibt es m. E. auch viele Belege, Indizien, Fakten - oder wie auch immer man das nennen möchte, die dafür sprechen, dass die Bibel recht hat. Einige dafür werden z. B. hier aufgeführt: http://gottesbotschaft.de/?pg=3048

Antwort
von Kheber, 1

Hallo, Deine Fragehast Du eigentlich schon mit Hebr. 11,1 beantwortet. Interessant ist dabei auch die Bibelübersetzung. Luther (1984) schreibt hier ganz deutlich was Glaube ist:
1 Es ist aber der Glaube eine feste Zuversicht auf das, was man hofft, und ein Nichtzweifeln an dem, was man nicht sieht.

Am Besten ist dazu einmal über Dein Leben nachzudenken. Wenn ich zurückdenke, dann hat mir mein Glaube über viele Schwierigkeiten und Hürden hinweggeholfen. Wenn man den Kreis weiterzieht und dann an das eigene Ende des Lebens denkt, auch wenn es oft verdrängt wird, dann merkt man, wer da z. Bsp den Glauben an ein Weiterleben im Himmel hat und wer nicht. Da kann man ganz deutlich erkennen, was der Glaube für Auswirkungen hat. Ich war da bei einer Frau dabei, die im Sterben lag, diese wurde sediert ( ruhiggestellt), weil sie mörderiche Angst hatte, aber ich konnte auch bei einer gläubigen Frau dabei sein, die in den letzten Athemzügen lag. Sie hob ihre Arme in die Höhe und sagte: "mein Gott,mein Gott, wie bist du schön!" Da hab ich mich gefragt, kann man im Angesicht des Todes noch jemanden etwas vormachen, um ihn von seinem Glaubensleben etwa zu überreden oder zu überzeugen oder sind sie live bei dieser Situation und alles andere ist ihnen egal, wer um sie herum sind.

Ich glaube ca 50 Jahre an den heiligen Gott und habe es noch nicht einen Tag bereut. Auch das ist Glaube - im Gegensatz, was Nitzsche schreibt.

Da fällt mir auch  der Ausspruch eines bekannten Kommunisten ein, als er aufdem Sterbebett lag. Er sagte: "wehe uns Kommunisten, wenn die Christen Recht haben")

Ich hoffe, ich konnte Dir etwas behilflich sein und wünsche DIr alles Gute

Antwort
von danhof, 56

Glauben hat zwei Bedeutungen.

Die erste: Annahme ohne Beleg. Also zum Beispiel "Ich glaube, morgen wird es gutes Wetter werden".

Die zweite spricht von einer religiösen Glaubensüberzeugung. Das hat nichts mit dem umgangssprachlichen "Glauben" zu tun.

Das ist wie beim Dopplereffekt. Das hat auch nichts mit verdoppeln zu tun :-)

Quelle: Duden, http://www.duden.de/rechtschreibung/Glaube

Kommentar von gromio ,

Auch auf Gläubige trifft die erste BEDEUTUNG zu, im zweiten Fall ist das Wort GLAUBE ein Ersatzbegriff für "Religion" oder "Glaubensbekenntnis".

Kommentar von danhof ,

Nee, die zweite Bedeutung trifft zu.

Es ist nicht so, dass ich als Christ denke "Hmmm... vielleicht gibt's ja tatsächlich Gott. Sicher bin ich nicht, aber mal gucken", sondern ihn in meinem Leben ERLEBT habe.

Ich bin überzeugt davon, dass Jesus lebt. Das ist der Punkt.

Kommentar von Zicke52 ,

@danhof: "Ich bin überzeugt davon, dass Jesus lebt"

Das ist Überzeugung ohne Beleg und somit wesensgleich mit Annahme ohne Beleg, nur stärker.

Der relevante Teil ist "OHNE BELEG".

Kommentar von danhof ,

Wenn es um den Glauben geht, um eine religiöse Überzeugung, dann ist eben genau die zweite Definition die richtige.

Da geht es überhaupt nicht um technische oder wissenschaftliche Belege oder Beweise.

Das muss man schon sauber trennen. Das ist entscheidend, wenn es um die Diskussion geht. Besonders dann, wenn es um das Unverständnis einer Kritikfähigkeit geht.

An Gott glauben ist eben nicht eine Theorie, die ich für mich aufstelle und dann anhand kritischer Anmerkungen von Mitmenschen verwerfe. DAS wäre bei "Annahme ohne Beleg" der Fall.

Ich behaupte, es gibt Chemtrails. Dann liefert jemand Fakten und kritische Fragen, die mich nachdenken lassen. Dann erkenne ich den Fehler und fertig ist der Lack. So funktionieren Annahmen. Auch im wissenschaftlichen Bereich kann man so vorgehen.

Aber eben nicht beim Glauben. Das ist eine tiefe, innere Haltung. Und die kann man auch nicht so einfach von der hand weisen oder beweisen. Glaube ist nicht falsifizierbar.

Kommentar von Zicke52 ,

@danhof: Es ist eine Tatsache, dass du für deinen Glauben (religiöse Überzeugung) keinen Beleg hast. Dass du gar keinen suchst, aendert nichts an dieser Tatsache, im Gegenteil, es bestätigt sie: du suchst nicht nach Belegen, weil du weisst, dass es keine gibt.

Kommentar von danhof ,

Nein, so läuft das nicht :-)

Es gibt glutenfreies Brot. Wenn auf einer Flasche Wasser nun aber glutenfrei draufsteht, heißt das nicht, dass es Brot sein muss.

Eine Religiöse Überzeugung KANN überhaupt keine Belege liefern. Sie ist keine Wissenschaft. Sie ist keine Theorie. Das ist unabhängig davon, ob ich einen Beleg nicht liefern KANN oder nicht liefern WILL oder einfach keinen suche. Der religiöse Glaube ist das, was im Englischen "Faith" heißt.

Kommentar von gromio ,

Das solltest du nochmal durchdenken, Danhof.

Kommentar von danhof ,

Was meinste denn, gromio?

Kommentar von naaman ,

Dem stimme ich zu. Auch die Wissenschaft glaubt daran, das es höherentwickeltes Leben auf anderen Planeten Gibt (ETI). Und so davon Überzeugt, dass das Millarden an Steuergeldern verschlingt. Nur die Beweise fehlen.

Kommentar von SturerEsel ,

Das kann man so nicht stehen lassen, weil Wissenschaft so nicht funktioniert. Theorien kann man nicht beweisen, man kann sie nur falsifizieren - und so wird das bei ernstzunehmender Forschung auch gemacht.

Die "Milliarden von Steuergeldern" haben z.B. die Technologien zur Verfügung gestellt, damit du deinen Kommentar auf einem Computer in die Welt setzen kannst.

Wenn dir das nicht passt, kannst du zurück in den Dschungel gehen und dich von Beeren und Wurzeln ernähren. :)

Kommentar von gromio ,

so ein Durcheinander in einer Antwort, @sturerEsel, un dann gleich noch eine Beleidigung hinterher.......also sag mal.....

Antwort
von nowka20, 5

wissen kommt aus dem intellekt

glaube kommt aus dem gefühl

nietzsche schmeißt 2 ebenen zusammen, die nicht zusammengehören. deshalb ist sein urteil falsch

Kommentar von gromio ,

Ich denke, so einfach ist das nicht.......vielleicht, wenn Du von Intuition sprichst.......

cheerio

Kommentar von nowka20 ,

intuition ist das hohe geistverständnis von realitäten.

und das hatte nietzsche nicht, da er den menschen nicht auf der erde finden konnte. darüber wurde er ja auch wahnsinnig

Antwort
von LaQuica, 14

Wenn jemand sagt ich glaube es wird regnen heißt das ja im Endeffekt das sich diese Person einfach nicht sicher ist ob es das wird oder nicht. Denn sonst würde man ja nur sagen, "es wird regnen".. Also heißt das doch das glaube einfach nur bedeutet sich nicht sicher zusein.

Kommentar von gromio ,

Es kann aber auch bedeuten das derjenige wohl sicher ist, aber nicht zu sicher erscheinen möchte?

Oder aber die Regenwahrscheinlichkeit liegt nicht bei 100 %, und derjenige weiß das.

Im Übrigen besteht kein Unterschied zur Aussage "es wird regnen", denn GEWISSHEIT hat man auch erst dann, WENN ES REGNET.

Antwort
von telemann2000, 37

»Wer meine Worte hört und danach handelt, der ist klug. Man kann ihn mit einem Mann vergleichen, der sein Haus auf felsigen Grund baut. Wenn ein Wolkenbruch niedergeht, das Hochwasser steigt und der Sturm am Haus rüttelt, wird es trotzdem nicht einstürzen, weil es auf Felsengrund gebaut ist. Wer sich meine Worte nur anhört, aber nicht danach lebt, der ist so unvernünftig wie einer, der sein Haus auf Sand baut. Denn wenn ein Wolkenbruch kommt, die Flut das Land überschwemmt und der Sturm um das Haus tobt, wird es aus allen Fugen geraten und krachend einstürzen.«
Mt 7:24‭-‬27 HFA
http://bible.com/73/mat.7.24-27.HFA

Das ist die christliche Grundlage des Glaubens. 

Heute gibt es leider viele Religionsgemeinschaften die für sich das Recht herausgenommen haben, etwas anderes zu sagen als Christus. 

Zeugen Jehovas zum Beispiel lehren, dass Christus 'IN'  der großen Drangsal wiederkommt. Jesus Christus lehrte genau das Gegenteil. Er kommt 'NACH' der großen Drangsal. 

Worauf stütze ich also meinen Glauben?  

Auf die Aussage Jesu Christi oder auf die Aussage der Zeugen Jehovas? 

Kommentar von gromio ,

Ist meine Frage damit beantwortet?

cheerio

Kommentar von telemann2000 ,

Jawohl. Meine Antwort lautete:  Es kommt auf die Grundlage an. Wenn Sie sich auf Christus stützt trifft Hebräer 11,1 zu. 

Wenn Sie sich auf Menschen stützt - bezogen auf mein Beispiel der Zeugen Jehovas (aber auch viele andere)  - ist es oft nur Leichtglàubigkeit und Wunschdenken.... 

Kommentar von gromio ,

Also ist meine Frage durch Dich doch NICHT beantwortet, den um Christus geht es gar nicht.......

.....brauchst Du das für Dein Ego, diese Polemik gegen andere Religionen, insbesondere die ZJ?

Mann, mann, mann, mann........

cheerio.

Kommentar von telemann2000 ,

Darf ich also daraus schließen, dass dich der christliche Glaube gar nicht interessiert? 

Wenn nicht, warum hast du dann Hebräer 11,1 aus der NWÜ zitiert? 

Kommentar von gromio ,

Dur darfst daraus schließen, das ich den Eindruck habe, das

a) Du die Frage nicht verstanden hast    und

b) die Allgemeingültigkeit von Hebräer 11:1,2 nicht erkannt hast.

Im Übrigen denke ich, dass Du ein Gegner von anderen Religionen bist, insbesondere gegen Zeugen Jehovas, ich vermute, Du warst selbst mal Mitglied dieser Kirche.

cheerio

Kommentar von telemann2000 ,

Mein lieber gromio,

Eindrücke und Vermutungen helfen nicht weiter....

Ich habe sehr wohl Hebräer Kapitel 11 verstanden. Man kann aus diesen Versen keine Allgemeingültigkeit bezüglich des Glaubens ableiten.

Nochmal ganz deutlich zum mitschreiben:

Jesus Christus ist das Fundament des christlichen Glaubens. Nur auf einem solchen Fundament kann man von 'einem offenkundigen Erweis von Wirklichkeiten' sprechen ....

Wenn du etwas anderes glaubst und dein Fundament auf deine Religionsgemeinschaft aufbauen möchtest, ist das natürlich deine Sache.

Ich halte mich an folgende Aussage der Heiligen Schrift:

"Das Fundament ist bereits gelegt, und niemand kann je ein anderes legen. Dieses Fundament ist Jesus Christus." (1. Korinther 3,11)

Apropos Religionen: Ich bin kein Gegner von Religionen. Sehe das eher vom biblischen Standpunkt: dort existiert der Begriff schlicht und einfach nicht in Verbindung mit der Gottesanbetung.

Andererseits lasse ich mir aber auch von keinem 'Honig um den Bart schmieren'. Da Zeugen Jehovas hier in diesem Forum omnipräsent sind, sollte man sich als ein solcher allerdings auch nicht wundern, wenn es viele gibt, die das kritisch beurteilen....

Antwort
von josef050153, 15

Nietzsche das war doch der mit der Gott-ist-tot-Aussage.

Das Problem ist eher, dass Nietzsche tot ist, Christus aber lebt.

Kommentar von gromio ,

Klären wir das doch mal auf mit der "GOTT ist tot"-Aussage:

„Gott ist tot“ – Der „europäische Nihilismus“[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Mit dem Stichwort „Gott ist tot“ wird oft die Vorstellung verbunden, dass Nietzsche den Tod Gottes beschworen oder herbeigewünscht habe. Tatsächlich verstand sich Nietzsche eher als Beobachter. Er analysierte seine Zeit, vor allem die seiner Auffassung nach inzwischen marode gewordene (christliche) Zivilisation. Er war zudem nicht der erste, der die Frage nach dem „Tod Gottes“ stellte. Bereits der junge Hegel äußerte diesen Gedanken und sprach von dem „unendlichen Schmerz“ als einem Gefühl, „worauf die Religion der neuen Zeit beruht – das Gefühl: Gott selbst ist tot“.[24]

Ereignisse in der Zeit Nietzsche'S, so auch heute, lassen viele Menschen daran zweifeln das es GOTT gibt oder - wenn es ihn gab - das er tot sein muß, denn er tut nix, so die oberflächliche Wahrnehmung.

Christus lebt? Wo?

Kommentar von danhof ,

Er ist am dritten Tag auferstanden.

Derzeitiger Aufenthaltsort: Zur Rechten Gottes.

Willst Du ihn kennenlernen? Er würde sich freuen!

Antwort
von nowka20, 3

glauben heißt: nicht wissen

und nicht wissen ist du......

Kommentar von gromio ,

Nun wollen wir mal nicht persönlich werden........

GLAUBEN ist WISSEN, ohne zu SEHEN........

Antwort
von fricktorel, 4

Das sagen die "Toren" dieser Welt (Ps.53,2).

Unser ewige Schöpfer (Jes.45,22) gibt jedem, der "glaubt" (was Gott sagt - Joh.17,17), ewiges Leben (Joh.10,31).

Kommentar von gromio ,

das ist mal eine Position......Grüßle!

Antwort
von najadann, 28

Glaube heißt nicht wissen wollen, oder nicht wissen können.

Das ist korrekt:

Ein Gläubiger vertraut auf seine Intuition, ohne zu wissen!
Das ist so in Religion und Glaubensfragen wie auch zu anderen Themen.

Z.B: ein Gläubiger glaubt dass er das Geld von seinem Schuldner zurück bekommt. Er glaubt nur, er weiß es aber nicht!  Vielleicht sieht er sein Geld nie mehr.

Kommentar von gromio ,

Aha....

Antwort
von Rationales, 39

erlangten die Männer der alten Zeiten Zeugnis

Diese Männer hatten praktisch null Schulbildung und waren in ganz tiefem Aberglauben gefangen. Sie sahen Geister und Dämonen überall und lebten in ständiger Hölllenpanik. Und solche Leute haben die Glauben geformt.

Und wir Heutigen, die es millionenmal besser wissen, meinen uns, dem antiken Geschwurbel noch unterordnen zu müssen. Eine richtige Schande.

Kommentar von gamine ,

Welche Arroganz! Wie kommst du auf die Idee, es habe in früheren Zeiten keine Bildung gegeben?

Kommentar von Rationales ,

Ich bleibe bei jedem gesagten Wort und unterstreiche es. Garstigen Kommentatoren gebe ich keine Nachhilfe. Ende.

Kommentar von danhof ,

Garstige Kommentatoren... ist ja putzig.

Kommentar von Rationales ,

Wer der garstigste Kommentator weit und breit ist, weiß das vermutlich selbst.

Kommentar von scharrvogel ,

es gab bildung, aber die entspricht heute einem kindergartenkind. wir sind viel weiter fortgeschritten, als der pöbel ohne bildung im altertum und davor. wir wissen das es nie götter gab, wir wissen wie die teile sich zusammensetzen und wir wissen was die menschen vor 2000 jahren nicht wußten. die die heiligen bücher schufen und gott erfanden, wußten das es ihn nicht gab.

Antwort
von DerEdleRitter, 74

Es gibt vieles was niemand jemals wissen kann, und deshalb ist dort immer noch Platz für Gott.

Kommentar von gromio ,

Oha....nun ist alles klar.....

Kommentar von scharrvogel ,

lol noch so ein troll

Antwort
von DerBuddha, 25

Ist GLAUBEN wirklich NICHT WISSEN?

ich würde es so schreiben:

glauben = nicht wissen (wollen), denn das trifft den punkt..........

immerhin wird alles an geschichtlichen fakten/beweisen im bezug der angeblichen "wahrheiten" des märchenbuches (bibel) abgelehnt, und weiß der gläubige dann am ende nicht mehr weiter, kommt immer die aussage "kann ja sein dass es so ist, aber ich glaube trotzdem"................und somit schliesst sich der kreis, denn gläubige wollen wirklich nicht wissen, zumindest nicht die wahrheit, wenn diese den glauben gefährdet..................:)

Kommentar von gromio ,

gut, zumindest hast du Dich positioniert.

Kommentar von scharrvogel ,

eine andere position gibts nicht. es gibt leute mit normalen iq die wissen und es gibt psychisch kranke die glauben. religion ist eine psychische störung.

Kommentar von gromio ,

Dann geh lieber noch mal "in Dich" und bleib länger dort......

Kommentar von danhof ,

Ganz schön anmaßend. Du weißt schon, dass es Milliarden allein Christen auf der Welt gibt, gelle? Alle psychisch gestört?

Was hast Du studiert? Sicher nicht Psychologie :-)

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