Frage von greenhorn7890, 107

Ist Gentechnik an Pflanzen schlimm?

Findet ihr Gentechnik schlimm? Wir brauchen die Pflanzen ja zum überleben und aufgrund der wachsenden Städte und er Infrastruktur steht immer weniger landwirtschaftliche Fläche zur Verfügung. Auch das Bevölkerungswachstum wird zu einem Problem führen. Ist da wirklich schlecht, oder sogar gefährlich, Pflanzen so zu verändern, dass sie bspw. mehr Früchte tragen oder in kälteren Regionen wachsen?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Agronom, Community-Experte für Biologie, 45

Die Technik für sich ist erstmal völlig wertfrei, "gut oder schlecht" sind letztlich nur die Ergebnisse.

Gentechnische Veränderungen an Pflanzen haben ein großes Potential und Risiken können verhältnismäßig gering gehalten werden. Da sich die Umweltverhätnisse immer schneller verändern ist es auch in der Züchtung wichtig, dass man schneller Anpassungen vornhemen kann. Es können nur einzelne Eigenschaften gezielt verändert werden, daher kann herkömmliche Züchtung damit auch nicht ersetzt werden, man benötigt weiterhin auch eine Variabilität im Pflanzengenom.

Genetische Eigenschaften für die Ertragsbildung sind bei den meisten Pflanzen fast augeschöpft, daher wird es auch zunehmend wichtiger die abiotischen Stresstoleranzen zu verbessern (z.B. Trocken-, Kälte-, Salztoleranz), um bisher ungenutzte Flächen zu erschließen. Ebenso können Resistenzen/Toleranzen gegenüber biotischem Stress schneller und einfacher Übertragen werden, müssen aber vernünftig in das gesamte Anbausystem eingepasst werden, damit sie auch ihr Potential ausschöpfen können.

Die Gentechnik an Pflanzen ist also prinzipiell nicht "schlimm", darf aber nicht als alleinige Lösung betrachtet werden, es kann immer nur ein Teil der Problemlösung sein und muss sinnvoll mit anderen ackerbaulichen Methoden kombiniert werden.

Antwort
von Karacho, 57

Wenn es gut kontrolliert durchgeführt wird, warum nicht? Gibt aber viele Gegner, die meinen, dass das "nicht natürlich" wäre und daher schlecht sein muss (was natürlich Quatsch ist). Natürlich ist schlecht definiert und im Endeffekt wäre etwas nur "natürlich", wenn Mensch es nie angefasst hat.

Kommentar von syder ,

Dazu kommt noch, dass Genmanipulation seit Anbeginn der Evolution stattfindet, nur eben nicht vom Menschen gesteuert. Genmanipulation ist also per se nichts Schlechtes, aber sollte natürlich einer gewissen Ethik unterliegen.

Antwort
von Kurpfalz67, 50

Gene verändern sich immer! Nur eben so langsam, dass wir es in der Natur nicht mitbekommen.

Aber schon bei der Zucht verschiedener Pflanzen oder Tierarten ist die Veränderung deutlich und auch nicht natürlich, da die Auswahl vom Menschen getroffen wird.

Bei der Gentechnik läuft dies eben noch schneller, aber auch gezielter und und exakter ab.

Prinzipiell ist es nichts anderes!

Aber unsere grünen Populisten schüren die Angst! Ist schließlich auch einfach, bei einem Thema, von dem die breite Öffentlichkeit recht wenig versteht!

Antwort
von MonkeyKing, 29

Im Prinzip finde ich Gentechnik nicht schlimm. Das Problem ist aber, dass man diese Technik noch nicht im Griff hat. Es ist noch viel zu wenig erforscht welche Auswirkungen Genmanipulationen und die Ausbreitung genmanipulierter Pflanzen haben. Ein anderes Problem ist, dass andere Pflanzensorten verdrängt werden. Die genmanipulierten Pflanzen sind zumeist lizensiert so dass sie nur mit Lizenzgebühren genutzt werden können. Der Bauer darf noch nicht einmal aus dem Saatgut neue Pflanzen züchten. Wenn dann die herkömmlichen Sorten verdrängt werden, geraten die Bauern immer mehr in die Abhängigkeit von Großkonzernen. Das besonders in armen Ländern ein Problem. Es geht sogar so weit, dass Bauern deren eigene Pflanzen ohne eigenes Zutun von genmanipulierten Pflanzen Kontanimiert wurden dazu verdonnert werden, Strafzahlungen zu leisten. Unglaublich aber wahr. Das sind nur ein paar der Aspekte warum das Thema so heikel ist.

Antwort
von habakuk63, 50

Das Problem bei der genetischen Veränderung von Pflanzen und Tieren ist die Tatsache, dass wir die Folgen in keinster Weise abschätzen können.

Wir können nicht ausschließen und nicht verhindern, dass die Veränderungen instabil sind, es zu weiteren Mutationen kommt, sich andere ungewollte und negative Eigenschaften ausbilden, etc.

Wir wissen nicht einmal ob die erhöhte Aufnahme von genveränderten Pflanzen Auswirkungen auf Tiere oder Menschen hat.

Ich persönlich betrachte den Einstieg in die Gentechnik als 8. Tag der Schöpfung UND wir wissen nicht ob wir den 9. Tag der Schöpfung erleben werden.

Antwort
von dadita, 30

Nein ist es nicht. Gentechnik ist gar nicht schlimm, sie ist eine großartige Technologie, welchr unser Leben in Zukunft auf viele verschiedene Art und Weisen verbessern wird. 

Die Hetze von technophoben und Fortschrittsfeindlich eingestellten Organisationen wie Global 2000 und Co ändert daran nicht das geringste.

Natürlich gibt es Geschäftspraktiken welche zu verurteilen sind, dies ändert aber nichts am Potential der Technologie.

Antwort
von tryanswer, 46

Gentechnik ist zunächst einmal weder gut noch böse. Sie ist in der Lage, den Prozeß, den man bis dato züchterisch führte zielgerichtet und in kürzerer Zeit zu steuern.

Wie bei jeder Technik, ist es die Kernfrage aus welcher Motivation sie eingesetzt wird. Wie sie also ethisch zu bewerten ist, hängt von den Menschen ab, die mit ihr umgehen.

Antwort
von syder, 50

Schwieriges Thema, das aufgrund der ethischen Komponente auch nicht innerhalb einer kurzen Forumdiskussion abzuhandeln ist. Aber generell wird aufgrund der wachsenden Weltbevölkerung und der Bodenerossion großer Flächen kein Weg an genetisch veränderten Pflanzen vorbei führen.

Antwort
von claubro, 25

Grundsätzlich kann nicht gesagt werden, ob jede einzelne Veränderung gut oder schlecht ist. Es kommt ja immer auf die Art der Veränderung an. Wenn es darum geht, dass eine Pflanze mehr Früchte trägt, warum nicht (die Spätfolgen sind hier natürlich nicht bedacht - also was es mit uns macht, wenn wir genveränderte Lebensmittel essen.).

Aber oft bedeutet Gentechnik, dass Pflanzen widerstandsfähiger werden - Gegen Krankheiten oder davor, gefressen zu werden (also von Käfern etc.). Dies hat aber oft negative Auswirkungen, z.B. Bienensterben. Es gibt immer weniger Bienen, weil der Mensch sie vergiftet. Aber eigentlich sind die für die Bestäubung von vielen Pflanzen zuständig...

Hinzu kommt hier auch die Rolle der entsprechenden Konzerne, wie Monsanto. Sie verändern Sattgut gentechnisch und lassen es sich dann patentieren. Nun können sie es teuer verkaufen - die nicht veränderten Sorten gibt es irgendwann nicht mehr - weil sie von den genveränderten Sorten "verseucht" wurden (Windbestäubung vom genveränderten Saatgut auf dem Nachbarfeld). Dann haben diese Konzerne irgendwann die Macht über unsere Ernährung...

Andererseits gibt es Pflanzenarten, die man ohne Genveränderung auch an anderen Orten der Welt anpflanzen kann, um dort die Ernährungssituation zu verbessern. Quinoa ist ein Beispiel. Es wächst eigentlich in den Anden, auch auf kargen Gebirgsböden und wird seit ein paar Jahren auch im Himalaya angebaut. Ganz ohne Gentechnik, wurde einfach die Pflanze importiert.

Um den Hunger der Welt zu bekämpfen, wäre es sinnvoller weniger Fleisch zu essen, aufhören Nahrungsmittel in den Autotank zu kippen, weniger zu verschwenden und auf krasse Monokultur zu verzichten...

usw. usf. Das Thema ist letzten Endes zu komplex, um es hier zu diskutieren.

Antwort
von Thogepi, 41

Man sollte erstmal.die Lebensmittelverschwendung verringern...

Kommentar von Agronom ,

Man sollte immer an mehreren Problemen gleichzeitig arbeiten, Pflanzenzüchter können recht wenig an deinem genannten Problem arbeiten, das ist eine ganz andere Baustelle.

Antwort
von WildeHummel93, 37

Ich persönlich bin gegen Gentechnik. 

Wir wissen nicht, wie sich die Veränderungen auf uns auswirken.

Außerdem glaube ich, dass es weniger darum geht, alle Menschen satt zu bekommen, sondern viel mehr darum, noch mehr Profit zu machen und das finde ich gefährlich bei Nahrungsmitteln.

Denn ihr könnt ohne weiteres sehen, wieviele Lebensmittel bei uns weggeworfen werden.

Und wie Kurpfalz67 gesagt hat, eine Veränderung der Gene läuft immer wieder ab, aber deutlich langsamer. Da hat er schon recht. Aber das ist mit dem Klimawandel genau so. Der ist auch normal, nur eben nicht in der Geschwindigkeit, was dazu führen wird, dass viele Arten (Tiere und Pflanzen) aussterben werden, weil sie sich nicht schnell genug anpassen können.

Müssen wir das jetzt bei unseren Nutzpflanzen auch versauen?

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