Frage von Thopphopp, 66

Ist gem. der Wohnimmobilienkreditrichtlinie 03/16 ein Grundbucheintrag für alle Kreditnehmer zwingend erforderlich, wenn ja wie hoch ist der Mindestanteil?

es geht um die neuen Wohnimmobilienkreditrichtlinie. Meine Bank ( mit der ich auch schon schlechte Erfahrung hatte, ich aber bleiben muss) sagt, dass auf Grund der neuen Richtlinie, wenn ein weiterer Vertragsnehmer in den Immobilienkredit mit aufgenommen wird, dieser auch ZWINGEND im Grundbuch stehen muss. Zuvor hatte ich diesen Kredit mit meinem noch Mann und da war erst er alleineigentümer und dann ich. Jetzt soll er ersetzt werden. Ich würde den Kredit trotzdem weiterhin alleine bedienen. Ich hätte gerne mal eine Meinung dazu oder einen § dass ich mich besser einlesen kann ob der Grundbucheintrag wirklich Pflicht ist und wenn ja wie hoch der Anteil der Überschreibung sein muss. DANKE DANKE

Antwort vom Steuerberater online erhalten
Anzeige

Schnelle und günstige Hilfe für Ihre Steuerfrage. Kompetent, von geprüften Steuerberatern.

Experten fragen

Antwort
von Morelle, 46

Wenn ich deine Frage recht verstehe, bist du derzeit Allein-Eigentümerin deines Hauses und dein Ex steht noch mit im Darlehensvertrag. Mit dem "ersetzt" meinst du vermutlich, dass dein Ex aus dem Darlehensvertrag entlassen wird und dein neuer Lebenspartner/Ehemann in den Darlehensvertrag einsteigen will, ohne jedoch Eigentümer zu werden.

Die WIKR ist geregelt im BGB. In § 491 Absatz 3 steht wörtlich:

"Immobiliar-Verbraucherdarlehensverträge sind entgeltliche Darlehensverträge zwischen einem Unternehmer als Darlehensgeber und einem Verbraucher als Darlehensnehmer, die

1. durch ein Grundpfandrecht oder eine Reallast besichert sind oder
2. für den Erwerb oder die Erhaltung des Eigentumsrechts an Grundstücken, an bestehenden oder zu errichtenden Gebäuden oder für den Erwerb oder die Erhaltung von grundstücksgleichen Rechten bestimmt sind...."

Zwischen Punkt 1 und 2 steht "oder", also muß mindestens einer dieser Punkte für den neuen (Mit-)Darlehensnehmer zutreffen.

Deine Bank argumentiert mit Recht, dass für deinen neuen Partner Punkt 1 nicht zutrifft. Er stellt ja kein Grundpfandrecht, sondern du. Punkt 2 trifft für ihn auch nicht zu, weil er ja kein Eigentum erwirbt.

Wie hoch der Miteigentumsanteil sein muß oder ob es auch genügt, wenn dein Neuer anstatt Eigentum ein lebenslanges, grundbuchlich eingetragenes, Wohnrecht erhält, ist nicht geregelt und dazu gibt es natürlich auch noch keine Erfahrungswerte

Klar ist aber auch, dass sich die Banken in Zukunft deutlich mehr zurück halten werden, nicht nur bei der Vergabe von neuen Krediten, auch bei Änderungen von Altverträgen.

Antwort
von hatsch, 47

Mir ist nichts bekannt, dass die WIKR in dieser Hinsicht etwas vorschreibt. Einfach bei der Bank nachfragen auf welchen Vorschriften das beruht. Vielleicht am Besten mit dem Hinweis, dass ein Bekannter auch bei der Bank arbeitet und diese Vorschrift nicht kennt.

Natürlich muss dahingehend beraten werden, dass der Kreditnehmer, der den Kredit abbezahlt und nicht Eigentümer ist, nicht von den Tilgungen profitiert. Es ist aber nicht explizit verboten, könnte aber eine Folge der Vorschriften der WIKR sein, da die Banken ihr Risiko aufgrund der eklatanten Folgen vermindern. Dies ist aber anscheinend vom Gesetzgeber bewusst gewollt.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community