Ist für eine Sachbeschädigung auch ein Strafantrag erforderlich, wenn die Summe in die Million Höhe geht?

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3 Antworten

303 StGB ist sowieso nur ein relatives Antragsdelikt. Nach 303c StGB kann trotz fehlendem Strafantrag die Staatsanwaltschaft das öffentliche Interesse an der Strafverfolgung bejahen und damit die Strafverfolgung ermöglichen. Das dürfte bei einem Sachschaden in Millionenhöhe wohl der Regelfall sein.

Im dogmatischen Sinn wird Sachbeschädigung nach 303 StGB aber nie ein Offizialdelikt, nur weil die Schadenssumme besonders hoch ist. Zu denken ist aber noch an die anderen Beschädigungstatbestände wie 304, 305 oder 305a StGB. Das sind alles automatisch Offizialdelikte.

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Grundsätzlich ist ein Strafantrag des Geschädigten  zur Strafverfolgung erforderlich. Sachbeschädigung ist aber ein relatives Antragsdelikt, was bedeutet, dass der Staatsanwalt bei Vorliegen öffentlichem Interesses auch ohne Strafantrag tätig werden kann. Das Vorliegen öffentlichen Interesses ist von der Schadenshöhe unabhängig. 

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zum einen ist die Sachbeschädigung immer eine strafbare Handlung - unabhängig davon ob sie aufgrund der Deliktart verfolgt wird oder nicht. Ansonsten ist im Gesetz nirgendwo vermerkt, dass die Schadenshöhe Einfluss auf die Strafverfolgung hat- dennoch können Sachbeschädigungen auch bei Vorliegen eines besonderen öffentlichen Interesses verfolgt werden - dass passiert schon beispielsweise bei illegalen Graffiti- selbst wenn der Eigentümer der bemalten Wand keine Strafanzeige erstattet. Das Thema öffentliches Interesse ist daher ein recht weites Feld und kann einiges abdecken.

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