Frage von zinilili, 47

Ist Frettchen Haltung artgerecht, Bzw. Wie ist es artgerecht?

Ich habe einfach mal von Frettchen Haltung gehört und würde gerne ein wenig darüber wissen. Ich will und kann momentan sowieso keine Frettchen anlegen, also ist die Frage NUR aus Interesse!

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von HaiHappoen, 44

Ja, Frettchenhaltung ist artgerecht wenn man einiges beachtet. Zuerst einmal: Frettchen sind domestizierte Iltisse die bereits im Mittelalter von uns zur Rattenjagd eingesetzt wurden. Sie begleiten uns also schon seit vielen Jahren. Frettchen sind heute (auch durch ihre Züchtung) nicht mehr in der Lage in der Wildnis zu überleben. Sie gehören zur Familie der Marder.

Dann gibt es eben wie bei jedem Tier einige Dinge zu wissen. 

- Frettchen sind im Gegensatz zu ihren wilden Verwandten Rudeltiere. Unter zwei Tieren ist die Haltung Tierquälerei. Eine Gruppe ab 3 Tieren ist ideal, damit man sich im Todesfalle eines Tieres nicht sofort um ein neues kümmern muss. Sowas kann während der Trauerzeit sehr schwer sein.

- Frettchen sind reine Carnivoren. Das heißt, sie sind Fleischfresser (leider glauben noch viele Menschen sie seien Nagetiere). Obst und Gemüse können sie nicht verdauen und können tatsächlich sogar davon krank werden. Zu einer gesunden Frettchenernährung gehören Futtertiere  (Mäuse, Küken, Wachteln...). Diese werden ganz verzehrt, mit allem dran und drin. Das reinigt den Darm und führt ihnen gleichzeitig lebenswichtige Vitamine zu.

- Etwas, was man über Frettchen wissen sollte da leider weit verbreitet: Sie stinken nicht. Sie haben wie jedes Tier einen Eigengeruch. Der ist leicht Moschusartig. Im Welpenalter riechen sie nach Honig. Mit der Geschlechtsreife wird der Geruch vorallem bei den Männchen (den Rüden) verstärkt. Das kann man mit der Kastration allerdings wieder ins normale bekommen. Viele sind gegen eine Kastration, doch wenn man seine Frettchen im Haus halten will ist das unabdingbar, da unkastrierte Rüden tatsächlich stinken. Bei den Weibchen (den Fähen) ist eine Kastration überlebenswichtig. Fähen, die nicht einmal im Jaht gedeckt werden, kommen zu 98% in die Dauerranz. Erklärung zur Dauerranz: "Die Ranz beginnt bei der Fähe normal, der Östrogenspiegel steigt. Wenn die Fähe nun nicht gedeckt wird, kommt es nicht zu selten zur Dauerranz, das heißt, das Östrogen senkt sich nicht, sondern steigt immer weiter an. Die Fähe kommt nicht mehr aus der Ranz raus. Hierbei spricht man nun von einer Hyperöstrogenismus, einem erhöhtem Östrogenspiegels oder eben der Dauerranz. Sollte diese Krankheit nicht früh genug erkannt werden, kommt es zu einer Schädigung des Rückenmarks und die Fähe stirbt einen langsamen und grauenvollen Tod" (Quelle: Grazer Frettchenverein). Die Dauerranz kommt bei Iltissen nicht vor.

- Frettchen brauchen Platz. Für 2 Frettchen sagt man, sollte man 2-3 qm2 reine Lauffläche in einem Käfig einplanen. Deutlich besser ist natürlich ein eigenes Zimmer oder ein Außengehege (mind. 15qm2 für 2-3 Stück). 

- Frettchen können zu 99% stubenrein werden. Sie lernen auf ein Katzenklo zu gehen.

- Etwas für Interessierte: Ältere Frettchen gewöhnem sich genauso gut an neue Menschen wie Welpen. Als Anfänger empfiehlt sich immer ältere Frettchen aus einer Frettchenhilfe zu nehmen. Die Gefahr der falschen Erziehung der Welpen ist sehr groß. Übriegens: Welpen dürfen erst nach Woche 10 in ein neues Zuhause ziehen. Nach Woche 8 sind sie noch nicht genügend von der Mutter sozialisiert.

Antwort
von pipepipepip, 47

Ich bin gespaltener Meinung. Ich finde es sind im Gegensatz zu Hunden noch viel mehr Wildtiere mit enormen Bewegungsdrang. Kann man ein Frettchen nicht in Wohnungshaltung halten ist es pure Tierquälerei

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