Frage von NosUnumSumus, 83

Ist der freie Wille eine Illusion?

Aus spiritueller oder gar religiöser Sicht hat jeder Mensch einen freien Willen und damit die Möglichkeit zwischen "Ja" und "Nein" zu entscheiden.
Aber wenn die Wirklichkeit nun zeitlos ist und ein Gesamtbild, das in sich geschlossen ist, dann müsste doch bereits alles vorherbestimmt sein und solange ich mich in dem Raum der Zeit bewege nicht nachvollziehbar.
Also wenn das so ist, ist der freie Wille dann wirklich?
Vielleicht hatte ja der eine oder andere unter Euch eine Erkenntnis oder ein Erleuchtungserlebnis?

Vielen Dank für Eure Antworten!

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von NichtZwei, 46

Ja, freier Wille ist Illusion. Da muss also jemand sein, der denkt, dass der einen freien Willen hat. Dann muesste dieser jemand ja erschaffen koennen, was immer er wollte und es wuerde passieren. Aber du siehst, wenn du in dieser Welt lebst, dass es keinen freien Willen zu geben scheint, das Leiden er Menschen ist unermesslich und sie koennen es scheinbar nicht aendern, auch mit ihrem Willen nicht. Also scheint es doch vielmehr so zu sein, dass Dinge geschehen und wir sie beobachten und dann bewerten, ob es unserem Willen entspricht oder nicht. Je mehr du glaubst, dass du einen freien Willen hast, desto mehr wirst du leiden! Warum? Weil der, der glaubt einen freien Willen zu haben einfach nicht existiert. Diese Person ist nichtexistend. Alles Gute!

Kommentar von NosUnumSumus ,

Das ist das Ego... :-)

Antwort
von Dxmklvw, 21

Der "freie Wille" ist nur dann Realität, wenn man ihn als das Herumstochern in Spekulationen betrachtet. Ansonsten ist vermeintlicher freier Wille die Bedingung für das, was wir als "Leben" bezeichnen.

Wir können uns z. B. einen idealen Gott vorstellen als jemanden, der absolut alles weiß, alles kann und perfekt logisch ist, unter der weiteren Bedingung, daß es für jedwedes Problem immer nur eine perfekt richtige Lösung gibt, daneben aber unendlich viele Möglichkeiten der falschen Lösung.

Hätte ein solcher Gott, der dann in der eigenen Perfektion gefangen ist, einen freien Willen (er muß ja zwangsläufig stets die einzige mögliche richtige Lösung wählen; eine andere Entscheidung wäre ein logischer Fehler und würde die Perfektion aufheben)?

Anderseits ist Neuschöpfung nur vorstellbar, wenn auch beliebige Spekulation vorausgeht, was aber zwangsläufig die Integration auch von nicht perfekten Lösungen enthält, also Fehlerhaftigkeit als Versuchsmodell.

Wenn wir jedoch unterstellen, daß es so nicht sein kann, dann bleibt nur noch übrig, daß "lebendig" stetige Neuschöpfung von immer mehr zur Bedingung hat, bei der dann auch stetige perfekte Entscheidungen denkbar sind, die jedoch ihrerseits wieder den freien Willen ausschließen würden.

Aus dem allen geschlußfolgert würde ich sagen, daß der freie Wille höchstwahrscheinlich in der unendlichen Welt der falschen Lösungsmöglichkeiten zu finden ist, nicht aber in der Welt der einzigen richtigen Lösungen.

Kommentar von NosUnumSumus ,

Was, wenn sich alles gegenseitig bedingt und wir ein gesamtes Lebewesen sind. Und man durch die Identifikation mit Körper und Geist bzw. Verstand das Gefühl hat, ein Fragment des Einen großen zu sein.
Also als Beispiel würde sich jeder Finger meiner Hand für ein eigenständiges Wesen halten, dabei gehören alle zu einem viel größeren Wesen. Wenn sich ein Finger nun bewegt, glaubt er, dies aus eigenem Willen heraus getan zu haben, dabei hat mein Bewusstsein schon vorher den Entschluss dazu gefasst.

Und das jetzt übertragen auf unser Universum.
Was hältst Du von dieser Idee?

Danke auch für Deine Antwort! ;)

Kommentar von Dxmklvw ,

Diese Ansicht hielt ich früher einmal für sehr gut, und soweit man bei einer im Wesentlichen physikalischen Sichtweise bleibt, meine ich, daß sie aus dieser Sicht auch richtig ist.

Betrachtet man z. B. den menschlichen Körper, dann zeigt es sich, daß dieser zu einem erheblichen Teil auch aus "toter Substanz" besteht, und dennoch bleibt alles ein Ganzes, bei dem das eine ohne dem anderen nicht funktionieren würde.

Inzwischen hat sich jedoch mein gesamtes Weltbild geändert. Es ist komplett anders als die physikalische Betrachtungsweise, steht aber trotzdem nirgends im Konflikt mit dem Leben, wie wir es kennen.

Sehr kurz gefaßt unter Weglassung weiterer Begründungen sehe ich die Dinge so, daß die Ursache für alles Geist ist, dessen Schöpfung darin besteht, sich die Dinge vorzustellen. Die menschliche Wahrnehmung ist dabei ein Teil des Ganzen, und der Mensch (körperlich) ein Teil der Vorstellung dieses "großen Geistes".

Der Umstand, daß wir materiell wahrnehmen, ist meiner Ansicht nach vergleichbar mit unserem Traumgeschehen. Auch während eines Traums meinen wir, daß diese Traumwelt gegenständlich wäre, und erst nach dem Erwachen (der Änderung des Bewußtseinzustandes) sehen wir das stattgefundene Traumgeschehen als geistiges Gebilde an.

Kommentar von NosUnumSumus ,

Sehe ich genauso und es widerspricht sich wirklich nicht.
Demnach ist es aber auch kein totes Gewebe, sondern lebendiger Geist, der alles durchdringt.

Erst Konzepte töten unsere Wahrnehmung so weit ab, dass wir dies nicht mehr wahrnehmen können. :-)

Antwort
von ScreenTea, 61

Kann niemand genau sagen solange keine Zeitreisen unternommen werden können. Der Mensch handelt durch seine Physiologie in gewissen Mustern, kann jedoch selbst entscheiden was er wie tut.

Und auch wenn es eine Vorbestimmung gibt (was ich stark bezweifle) kann es sein das sich dies nur auf gewisse Ereignisse beschränkt die Fixpunkte in der Zeit sind. Auslöser und weg dahin aber verschieden gewählt werden können.

Ich persönlich denke das das Leben und Universum an sich eine zufällige für den Menschen scheinbare Ordnung im absoluten Chaos der Existenz ist und nur die Physikalischen Gesetze feste Punkte in Raum und Zeit sind. Alles andere ist Wahllos und der Sinn und Zweck muss jeder selbst bestimmen insofern er einen brauch. Ich bin ganz glücklich damit wenn mein Leben keinen Sinn und Zweck haben muss, da ich so ohne Druck diese Ziele erreichen zu wollen mein Leben, mit allen seinen schönen Momenten, genießen kann.

Kommentar von ScreenTea ,

Ach und Psychologie sowie Soziologie können dir antworten auf die Fragen zum zwischenmenschlichen verhalten geben. Der Mensch ist auch nur ein Tier, jedoch ist es immer schwieriger sich selbst als andere zu analysieren.

Kommentar von NosUnumSumus ,

Dankeschön!

Antwort
von Kronprinz1, 29

Der freie Wille ist eine Illusion. Neueste Hirnforschungen scheinen das zu bestätigen: http://www.spiritueller-blog.com/der-freie-wille-illusion

Antwort
von Pixlion, 47

Mit 'Erleuchtung' kann ich nicht dienen, aber ich denke generell ist es so, dass du zwar einen freien Willen hast bzw. ja auch denken kannst was du willst, du aber durch gewisse Situationen eingeschränkt bist.

Also z. B. wenn du etwas sagen willst, was in der Gegenwart von gewissen Personen (vllt. Vorgesetzte oder vllt die Person über die du etwas sagen willst - was ja nix schlechtes sein muss) dann wirst du insofern 'eingeschränkt' sein, dass du nicht nach eigenem Willen einfach etwas laut aussprichst.

Genau so denke ich ist es mit dem Verhalten gegenüber gewissen Personen. Bei deinen Freunden bist du ausgelassen, blödelst vllt rum und haust lustige Sprüche raus, aber bei den Kollegen z. B. bist du dann schon etwas höflicher.

Ich hoffe du weißt was ich meine :)

Kommentar von NosUnumSumus ,

Ich denke, das, was Du ansprichst ist vielmehr ein konditioniertes Verhalten, das auf Moral und Schuld basiert. Aber ich meine etwas viel tiefer liegendes...
Denn ich habe meiner ehemaligen Chefin beispielsweise gesagt, dass ich mich nicht als Depp behandeln lasse... Davor habe ich mich nicht gescheut.
Wenn Du das in Deinem Fall nicht tust, dann, weil Du Dich selbst so entschieden hast aus Angst vor den Konsequenzen oder zu wenig Mut. Bzw. da Du eben mehr in den Mustern der Konditionierung des Menschen steckst, aber das ist okay, Du bist nicht alleine! :-)
Vielen Menschen geht es so, dass sie in vielen Fällen nicht zu sich stehen und sagen, was der andere hören will, sich selbst dabei übergehen und insgeheim dann in den A**** beißen...
Aber die allermeisten von uns wurden nunmal so erzogen....

Danke für Deine Antwort!

Kommentar von Pixlion ,

Gut, dann habe ich die eigentliche Frage etwas falsch verstanden :D Aber ja, das ist wohl alles schon eher antrainiert bzw. so bei der Erziehung vorgegeben - aber das muss ja auch nichts Schlechtes sein :)

Kommentar von NosUnumSumus ,

Stimmt! :-)

Antwort
von Viktor1, 35

Hallo,
hast du diesen Beitrag nicht freiwillig gebracht ?
Motivation, Gelegenheit, pers.Stimmungs- oder Interessenlage u.a.sind nur der Rahmen in dem du deinen freien Willen gestaltest.
Daß wir oft daran gehindert werden das zu tun was wir wollen hat natürlich mit Willensfreiheit nichts zu tun.
Dies zeigt sich auch in unseren "guten Vorsätzen" (gutem Willen) welche wir oft nicht verwirklichen weil uns "unsere Natur" hemmt. Auch da wird der Wille nicht unfrei sondern nur die äußere Entscheidungsfreiheit wird beschränkt.

Aber wenn die Wirklichkeit nun zeitlos ist und ein 
Gesamtbild, das in sich geschlossen ist, dann müsste
doch bereits alles vorherbestimmt sein

Auch diese Vorstellung hast du freiwillig gestaltet auch wenn du dazu Vorgaben hattest.
Die "Logik" deiner Aussage ist nicht stimmig, auch wenn die darin enthaltenen Postulate zutreffend wären (aber sehr hinterfragbar sind). Das "Gesamtbild" könnte sehr wohl diese Elemente freier Ja/Nein Statements enthalten.
Menschen gestalten das Sein unterschiedlich, logisch oder widersprüchlich unter gleichen Voraussetzungen ,auch wenn man sagen könnte, jeder Mensch hat seine eigenen unverwechselbaren Vorgaben welche "Wille" bestimmen.
Trotzdem gibt es Verständigung der Menschen unter dieser Vorgaben - oder auch nicht - wenn guter Wille vorhanden, oder auch nicht.
Genau hier zeigt sich "freier Wille" , ja sagen zu moralischen Werten, auch wenn der eigene Nutzen (die stärkste Motivation bzw. Vorgabe) dabei zu kurz kommt.
Wenn wir freiwillig Ja zu etwas Grundsätzlichem gesagt haben, werden natürlich weitere "Willensentscheidungen" davon beeinflußt, was aber nicht den freien Willen an sich kippt.
Gruß Viktor

Kommentar von NosUnumSumus ,

Wobei der freie Wille durch das Konzept der Moral nicht eingeschränkt wird.
Wenn Du Dich nicht traust, ist das dennoch Deine freie Entscheidung und auf gut deutsch "Dein Bier".

Danke für die Antwort!

Kommentar von Azdak ,

Pardon! Von deinen Ausführungen wird mir schlecht! Ich kann gar nicht bis zu Ende lesen. Mir wird schwindelig und schwummerig im Kopf und vielleicht muss ich mich bald übergeben. So was kann passieren, wenn man "Gift" oder verdorbene Speisen zu sich genommen hat.

Kommentar von Viktor1 ,


 Von deinen Ausführungen wird mir schlecht!
...muss ich mich bald übergeben


dir war vorher schon schlecht weshalb du keinen klaren Gedanken fassen kannst, und dir der Durchblick fehlt.
Passiert dir das oft ? Egal - ich wünsche dir gute Besserung nach dem Kotzen und daß du mal was begreifst. Obwohl - bei manchen klappt das nie. Traurig.

Antwort
von 1988Ritter, 30

Die Zeit geht doch nicht einher mit dem Willen. Je nach Entscheidung habe ich doch eine unterschiedliche Folge, oder gar einen unterschiedlichen Ablauf. Was lediglich richtig ist, wir haben eine zeitliche Limitierung. Was dann aber in diesem Zeitfenster geschieht, ist individuell ohne zeitliche Einflussnahme.

Antwort
von naaman, 11

Ja, ich.

Der Mensch hat einen freien Willen, weil eben nichts vorherbestimmt ist. Man muß nur seinen Blickwinkel ändern, und schon funktioniert alles.

Natürlich kann kaum einer mit dieser einfachen Erklärung einverstanden sein, denn es muß nur kompliziert genug sein, um akzeptiert zu werden.

Kommentar von Azdak ,

Kannst du mir den "Trick" verraten? Ich will nämlich auch mal allmächtig sein.

Antwort
von Vladii98, 37

Schau mal hier :)

http://www.jw.org/de/bibel-und-praxis/fragen/willensfreiheit-und-die-bibel/

Kommentar von NosUnumSumus ,

Vielen Dank! :-)

Kommentar von Kronprinz1 ,

Der freie Wille ist selbst bei den Religionen, die ihn als Basis für willentliche "Sünde" in ihrem Glaubenssystem notgedrungen aufrechterhalten müssen, widersprüchlich. Einerseits erklären sie, dass es einen allwissenden Gott gibt, der die Zukunft kennt, aber andererseits habe ich den "freien Willen" zum sündigen Verhalten. Und jetzt ergibt sich aber die Frage, wie es dann einen freien Willen geben kann, wenn Gott schon alles in der Zukunft weiß, und damit auch alle meine zukünftigen Entscheidungen schon festgelegt sein müssen?

Es geht schon rein logisch gar nicht.

Kommentar von naaman ,

Der Irrtum ist ja, das man glaubt, Gott hat alles vorher festgelegt.

Das ist eben nicht so.

Kommentar von Vladii98 ,

Beispielsweise als Gott Adam und Eva erschuf sagte er voraus was passieren würde wenn sie die Frucht vom Baum essen und was wenn nicht.
Gott hat die Fähigkeit in die Zukunft zusehen, doch wendet er diese nicht permanent an.
Und da er uns nach seinem Bilde erschuf haben wir auch einen freien Willen.
Und können uns bewusst für etwas entscheiden.

Kommentar von Azdak ,

Pfui! Zeugen Jehovas! Ich kotz gleich echt!

Kommentar von naaman ,

..... aber nicht daran ersticken.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community