Frage von BTyker99, 121

Ist Frau Wagenknecht (Linke) in der falschen Partei?

Ich weiß nicht, wie viel Rückhalt Frau Wagenknecht innerhalb ihrer Partei tatsächlich noch hat, aber wenn man die vielen gegen ihre Aussagen gerichteten Reaktionen aus ihrer eigenen Partei sieht, könnte man den Eindruck haben, dass ihre Partei eine völlige Abneidung gegen sie hat. Es wäre natürlich auch möglich, dass man nur die lautesten Stimmen zu hören bekommt, und trotzdem die Mehrheit hinter ihr steht... Wie seht ihr das? Passt sie überhaupt zur Linken, oder sollte sie wegen ihrer eher mit der Ausrichtung der AfD übereinstimmenden Ansichten eher zu dieser Partei wechseln?

(Die aktuelle Diskussion ist hier zusammengefasst: http://www.heise.de/tp/artikel/48/48950/1.html )

PS: Und wer ist eigentlich linker, die "Linken" oder die "Grünen"? Ich habe den Eindruck, dass die Handlungen der Linksextremisten eher zu den Aussagen der führenden Grünen-Politiker passen, oder liegt das eventuell nur daran, dass das Gewicht von Frau Wagenknecht und ihren Angänger die Gesamt-Stimmung innerhalb der Linken bisher abgemildert haben?

Antwort
von voayager, 34

Sahra Wagenknecht in der AfD verorten zu wollen, ist schon eine arge Hausnummer, zeigt wie verhetzut in Deutschland die tapferen Bundesbürger eigentlich sind. Die Saat der Drecksschleudereien der mainstream Medien geht also auf, diese verunglimpfen Frau Wagenknecht auf das Übelste udn niemand macht sich mal die Mühe deren politische Positionen zu überprüfen und sich damit zu beschäftigen.

Frau Wagenknecht vertritt den linken Flügel der Linken und würde eigentlich aus ihr wohl austreten, wenn es eine starke linke Bewegung gäbe, da ihre Partei nicht gerade sonderlich links ist. Sie ist vielmehr statt einer wirklichsozialistischen Partei im traditionellen Sinne eher eine linke sozialdemokratische Partei, vershen mit einem wirklich sozialistischen Flügel, der durch Sahra Wagenknecht repräsentiert wird.

Wer ausgerechent in den Grünen eine linke Partei herauswittert, hat sich bereits dermaßen vom bürgerlichen Lager zurechtkneten lassen, dass wer oder sie noch nicht mal begreift, dass gerade in dieser Partei so garnichts Linkes vorhanden ist. Damit stelle ich mal wieder erneut die völlige Entpolitiserung in dieser Gesellschaft fest.

Vergleicht man Grüne mit der Linken, dann ist sonnenklar, dass die Linke natürlich ein beachtliches Stücvk weiter links ausgerichtet ist als die Grünen. Allerdings gehört dazu nicht gerade viel.

Expertenantwort
von PeVau, Community-Experte für Politik, 52

... wegen ihrer eher mit der Ausrichtung der AfD übereinstimmenden Ansichten eher zu dieser Partei wechseln?

Du hast ja seltsame Ansichten. Sarah Wagenknecht ist mit ihren Ansichten in der LINKEN völlig richtig. Das Problem sind nur die ganzen Typen, die am liebsten der SPD und den Grünen in ihrem Kotau vor dem Neoliberalismus folgen würden, um auch mal mitzuregieren. Nicht Wagenknecht ist falsch bei den Linken.

Die AfD ist so ziemlich genau das Gegenteil von dem, für das Wagenknecht einsteht. Besonders deutlich wird das nicht an der Flüchtlingsproblematik, sondern am sozialpolitischen Profil. Das ist auch der Knackpunkt, an dem sich die angeblichen Linken von den Grünen, der SPD bis hin zu den Antideutschen und Antinationalen als neoliberale Kapitalismusverfechter outen.

Es ist schon eigentümlich, das Label Links wird bei diesen Pseudolinken (Grüne, SPD, Antideutsch, Antinationale) peu à peu von seiner sozialen Komponente befreit und übrig bleiben klassische bürgerlich liberale Positionen. So wird Links neu definiert, ins Gegenteil verkehrt und viele merken es noch nicht einmal.

Sehr schön ersichtlich, als sich Frau Peters von den Grünen in einem Interview mit dem Freitag erblödet zu behaupten, dass niemand linker sei, als die Grünen. Dabei sind doch die Grünen diejenigen, die schon immer sozialpolitisch schwach auf der Brust waren und sich in den letzten Jahren auch noch von ihren friedensbewegten Wurzeln getrennt haben.

Antwort
von derdorfbengel, 27

Wagenknecht positioniert sich zur Zeit sehr auffällig und deutlich. Dabei ist nicht jeder verbale Griff glücklich und die Position auch problematisch.

Aber, was auch dazu gesagt werden muss: die Position ist auch nötig.

Schau mal auf die Situation in meiner Heimatstadt Berlin: da gibt es für die Bewohner bereits 2013 zuwenige Wohnungen. Die vorhandene Zahl von Wohnungen wird durch immer mehr Botschaften, Regierungsgebäude, Konzernzentralen und Hotels immer weniger. Die Bevölkerung bleibt aber gleich oder wächst sogar etwas.

Folge ist ein zunehmender Mangel an Wohnungen, irre steigende Preise und Obdachlosigkeit.

Neue Wohnungen werden unter dem Strich nicht gebaut, denn das lohnt sich nicht bei der Möglichkeit, einfach die bestehenden zu kaufen und weiter zu verkaufen.

Nun kommen die Flüchtlinge: noch mehr Bevölkerungsdruck bei derselben geringen Zahl von Wohnungen. Also: noch mehr Mangel, noch schneller steigende Preise.

Durch den Druck der hinter ihnen stehende Flüchtlingslobby werden den Flüchtlingen Wohnungen zu Mondpreisen angemietet, die weit über den üblichen Sätzen liegen.

Die Linken erzählen in ihren Reden, Broschüren usw., dass die Flüchtlinge eine Bereicherung und eine Chance für Deutschland seien, Multikulti usw.

Das ist aber für die Angehörigen der Unterschicht in diesem Lande, gelinde gesagt: Bullshit.

Chancen bringen die Zuwanderer für Arbeitgeber, die bei mehr Arbeitskräften mehr Auswahl haben und die Löhne drücken können (siehe Schrei von Wirtschaftsverbänden nach Ausnahmen vom Mindestlohn, Werbung der Bundesregierung für "Praktika" mit Flüchtlingen usw) und für Immobilienbesitzer, die noch teurer vermietern können, für Unternehmer, die Integrationskurse anbieten usw. etc.

Die einfachen Menschen haben nur überall mehr Konkurrenz gegen sich, ob auf den Arbeitsplätzen, dem Wohnungsmarkt, den Förderprogrammen der Arbeitsagentur oder den Hauptschulen ihrer Kinder.

Nutzen tut ihnen diese Zuwanderung nichts. Vom materialistischen Standpunkt, den die Linken immer vertreten, dass jeder seinen Interessen folgt und folgen sollte, müssten die einfachen Menschen sie weghaben wollen.

Es ist ein Wunder an Menschlichkeit, dass soviele einfache Menschen
diese Zuwanderung mitmachen, geschehen lassen oder ihr Teil dazu tun,
wenn sie spenden oder ehrenamtlich helfen.

Wenn die Linken aber das in keiner Weise thematisieren und Gerechtigkeit TROTZ der Lasten der Zuwanderung fordern, sondern diese naive Multikulti-Begeisterung forcieren, die die Neoliberalen hier erzeugen, um Löhne zu dumpen usw, dann zeigen sie ihrer Kernwählerschaft, dass sie Angehörige von Mittelschichten sind, denen die Nöte der Armen und Einfachen am A... vorbei gehen.

Es ist Zeit, dass diese Debatten geführt werden. Dazu tut Wagenknecht auf ihre Art ihren Teil. Und das ist verdammt wichtig.

Denn Salonbolschewisten der gehobenen Mittelschicht können sich selbst in ihren Studentenkneipen gut gefallen.

Nur: die schaffen keine Mehrheiten.

Expertenantwort
von Unsinkable2, Community-Experte für Politik, 34

Passt sie überhaupt zur Linken, oder sollte sie wegen ihrer eher mit der Ausrichtung der AfD übereinstimmenden Ansichten eher zu dieser Partei wechseln?

Dieses Thema könnte man mittlerweile wirklich mit "Wenn Wagenknecht auf mentale Einzeller trifft ..." betiteln und ganze Bücher dazu schreiben...

Nur mal so als Tipp: Frau Wagenknecht war lange Zeit die Anführerin der kommunistischen Plattform - also dessen, was gemeinhin als "extreme Linke" innerhalb der Linkspartei bezeichnet wird. 

Und bis vor kurzem - ja, bei anderen Aussagen sogar heute noch - warf man ihr lange Jahre vor, sie wäre als Diskussionspartner nicht geeignet, weil sie "zu links" sei. Die gleichen Leute werfen ihr heute gern vor, "zu rechts" zu sein, um in der Linkspartei einen Platz zu finden.

Es wäre wirklich schön, wenn diese Leute sich mal entscheiden könnten und nicht ständig zwischen den Extremen schwanken würden, nur weil ihr geistiger Horizont es vielleicht nicht abdeckt. Und dabei könnte die Antwort auf eine einfache Frage helfen: "Ist es vorstellbar, dass ein Hardcore-Neo-Nazi zu einem Kommunisten wird und gleichzeitig prägende Figur der rechten Szene bleiben kann?

Frau Wagenknecht hat Folgendes gesagt:

Die Ereignisse der letzten Tage zeigen, dass die Aufnahme und Integration einer großen Zahl von Flüchtlingen und Zuwanderern mit erheblichen Problemen verbunden und schwieriger ist, als Merkels leichtfertiges 'Wir schaffen das' uns im letzten Herbst einreden wollte. (Sarah Wagenknecht, Die LINKE)

Das ist nicht einmal in der Nähe dessen, was AfD, NPD, CSU, sowie Teile der CDU und SPD propagieren.

Und für jeden, der selbständig denken kann und will, ist es auch schlüssig; denn sie sagt nichts anderes als: "Leere Worte, Frau Merkel, wieder einmal nur leere Worte!"

Wer darüber hinaus ihre Stellungnahmen zum Thema verfolgt hat, der erkennt auch die Wiederholung der eindringlichen Forderung an CDU, CSU und SPD, endlich anzufangen, solide Zuwanderungs- & Integrationsgesetze zu schaffen, anstatt ständig nur leere Worthülsen zu verbreiten, den Rechten in die Hände zu arbeiten und ansonsten weiterhin auf Zeit zu spielen.

Ich weiß nicht, wie viel Rückhalt Frau Wagenknecht innerhalb ihrer Partei tatsächlich noch hat, aber wenn man die vielen gegen ihre Aussagen gerichteten Reaktionen aus ihrer eigenen Partei sieht, könnte man den Eindruck haben, dass ihre Partei eine völlige Abneidung gegen sie hat.

Was den Medien und anderen Stammtisch-Experten abgeht, ist die einfache Erkenntnis, dass die Linke vom selbständigen Nachdenken und damit von der Diskussion lebt. Sie nutzt diese Debatten, um sich eine klarere Meinung zu bilden. 

Dazu gehört auch, dass man (gern) kontrovers debattiert, weil das die Bewegung des Standpunkts verdeutlicht. Und dazu gehört auch, dass es unterschiedliche Meinungen gibt, die durchaus aufeinanderprallen.

Insofern brauchst du dir keine Sorgen um sie zu machen: Der fundamentalistische Flügel der Partei hat nicht das geringste Problem mit ihr. Schon gar nicht mit ihr als Person. Sie wird, da bin ich ziemlich sicher, auch in 20, 30 Jahren immer noch der Linkspartei angehören und ihre, wie es sonst üblicherweise heißt, "kommunistischen Gutmenschen-Parolen" verbreiten.

Die Zerreißprobe der Partei findet längst auf anderem Gebiet statt: Während die "Realos" an die Macht drängen, setzen die "Fundamentalisten" auf ihre Ideale. Dabei ist den Realos um Aken und Ramelow jeder Streit, den sie vom Zaun brechen können, recht. Und DIESE Streits sind viel interessanter, weil tragender.

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PS: Und wer ist eigentlich linker, die "Linken" oder die "Grünen"?

Die GRÜNEN waren einst eine Abspaltung der "Kommunisten & Sozialisten" in der SPD, die sich mit anderen kommunistischen Verbänden (bzw. die, die sich dafür hielten) in Westdeutschland zu einer Partei zusammentat.

Bis vor wenigen Jahren waren beide Parteien etwa ebenbürtig; bzw. genauer: der linke Flügel der Grünen und die Linkspartei. Denn tatsächlich gab es schon kurz nach der Gründung der GRÜNEN einen "Realo-Flügel", der letztlich neoliberale und konservative Züge trug, die teilweise aus Missdeutungen des Anarchokapitalismus kamen; teilweise aber auch einfache Macht-Unterwanderung "echter" deutscher Neocons war.

Der erste unwiderrufliche Bruch mit den linken Wertebildern geschah mit dem ersten Machtantritt der Grünen im Jahr 1999. Und spätestens mit der innerparteilichen Revolte 2012/2013 haben die GRÜNEN jegliche "linken" Werte aufgegeben und widmen sich seither der "reinen" konservativen bzw. teilweise neoliberal durchsetzten Wertebilder.

Mithin lautet die Antwort auf deine Frage: Die Linken, denn die GRÜNEN sind nicht einmal mehr im Ansatz "gesellschaftlich links" zu finden. Das letzte "Links", das sie jetzt noch von CDU, CSU und FDP (und auch SPD) trennt, ist das "Öko-Links"; doch auch das vertreten sie nur noch halbherzig.

Ich habe den Eindruck, dass die Handlungen der Linksextremisten eher zu den Aussagen der führenden Grünen-Politiker passen, oder liegt das eventuell nur daran, dass das Gewicht von Frau Wagenknecht und ihren Angänger die Gesamt-Stimmung innerhalb der Linken bisher abgemildert haben?

Gut gemeinter Tipp: Wenn du dir schon den Nimbus "politischer Analyse" verpassen willst, dann wähle deine Ausdrucksweise geschickter, BTyker99. Du redest bestenfalls von "Linksradikalen"; nicht von "Linksextremisten". Und selbst das dürfte jeden, der sich halbwegs für das Thema interessiert, im Angesicht der Verkrampftheit deiner Postulate nur amüsiert schmunzeln lassen...

Die "Linksextremen" und die GRÜNEN trennt ein ganzes Weltbild. Die Gemeinsamkeiten beider dürften als Programm auf eine Briefmarke passen. 

Die "Linksradikalen" verbindet mit den GRÜNEN immerhin noch die "linke Ökologie", wobei selbst das auf tönernen Füßen steht, weil die GRÜNEN aus einer ganz anderen Perspektive argumentieren, als die Linksradikalen...

Kommentar von ollesgemuese ,

Ich finde es allerdings seltsam, die GRÜNEN, die sowohl von linksorientierten Menschen als auch von ehemaligen Konservativen gegründet wurden, als Abspaltung der "Kommunisten und Sozialisten" zu bezeichnen. Zumal hier Kommunisten und Sozialisten einfach gleichgestellt werden.

Kommentar von Unsinkable2 ,

Ich finde es allerdings seltsam, die GRÜNEN, die sowohl von linksorientierten Menschen als auch von ehemaligen Konservativen gegründet wurden, als Abspaltung der "Kommunisten und Sozialisten" zu bezeichnen

Es ist eine schlichte Stauchung der Ereignisse, um die Einlassung nicht allzu sehr zu verlängern, ollesgemüse. Jeder kann es nachlesen, wie die Grünen entstanden sind. Das ist kein Geheimnis.

Im Kontext der 68er Reformbewegung entstand eine neue soziale Bewegung außerhalb der Parteien bzw. überparteilich innerhalb der untersten Parteihierarchien. Hier versammelten sich "linke Konservative" (man kann sie auch als "Freunde der echten sozialen Marktwirtschaft" bezeichnen) ebenso, wie "normale Linke", also jene, die "Erst der Mensch, dann die Wirtschaft" postulieren, die sich in der SPD heimatlos fühlten bzw. sogar regelrecht aus der SPD rausgemobbt wurden, und "selbsternannte bzw. 'echte' Kommunisten", die sich aus Imagegründen nicht in die Nähe der DKP wagten. Aber auch Neoliberale, die den Staat neben "Nachtwächteraufgaben" auch mit "Umweltschutzaufgaben" betrauen wollten, gehörten dazu. (Damals war "Umweltschutz" in ALLEN Parteien verpönt und galt als "Wirtschaftshemmnis". Insofern hatten diese Leute überhaupt keine Vertretung; noch nicht einmal als Vereine.) 

Es war also ein bunter Haufen von Neoliberalen, Konservativen, Sozialdemokraten, Sozialisten und Kommunisten; wobei die "linken Sozialdemokraten, also die 'faktischen Sozialisten', nur eben nicht mit einheitlichem Programm" überwogen.

Mit anderen Worten: Die "Ur-Grünen" waren für etwa 10 Jahre die erste und einzige echte Volkspartei in der Bundesrepublik. Sie waren kein "politisches Zweckbündnis" im Sinne spezifischer vertikaler Lobbyvertretungen; sondern sie verstanden sich als (und waren es in den ersten Jahren auch) wirkliche horizontale Vertretung des gesamten Volkes, denn hier wurden Arbeitsloseninteressen ebenso willkommen geheißen, wie Arbeitgeberinteressen. 

Und in der Phase, als die Grünen noch in den Wald gingen und jedem Baum einen Namen gaben, so dass sie sich persönlich begrüßen konnten, wenn sie sich für den Rest des Tages an ihn ketteten; konnte es durchaus passieren, dass ein Oberarzt sich neben einen Langzeitarbeitslosen kettete und beide wunderbar miteinander auskamen und gemeinsam von der Zukunft der Gesellschaft träumten. (Das ist heute nicht einmal mehr im Ansatz der Fall. Auch nicht bzw. sogar gerade nicht bei den Grünen.)

Das änderte sich jedoch schnell, als die Parteistruktur verfestigt, Hierarchien aufgebaut und (parlamentarische) Macht angestrebt wurde. Es bildeten sich immer starrere Flügel (so, wie du es jetzt in der Linken beobachten kannst); "Realos" & "Fundis" genannt. 

Und während die Realos auf "Erst Macht, und dann vielleicht auch ein bisschen Veränderung" setzten (und, wie man unschwer sieht, schlicht logen, um an Macht zu gelangen); versuchten die Fundis ihren "Volkspartei-Status" zu erhalten und "Erst Volksvertretung, dann vielleicht auch parlamentarische Macht" durchzusetzen.

Der Rest der Geschichte ist bekannt: Machtgeile Typen boxten sich an die Parteispitze, nahmen der Partei so ziemlich alles "Grüne" und verkaufte es gegen Machtanteile. Und schließlich putschten sich die erzkonservativen und neoliberalen Hinterzimmer-Lobbyisten um Özdemir, Göring-Eckhard, et al., also quasi der neokonservative Flügel (s. a. "Pizza-Connection"), an die Macht und nahmen der Partei auch die letzten linken Fragmente. 

Doch zu dieser Zeit war es schon längst keine "Volks-Partei" mehr. Der "Realo-Flügel" hatte sie zu einer Partei der Besserverdienenden umgebaut...

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Ist diese Erklärung eingängiger für dich, ollesgemüse?

Kommentar von voayager ,


Die "Linksradikalen" verbindet mit den GRÜNEN immerhin noch die "linke
Ökologie", wobei selbst das auf tönernen Füßen steht, weil die GRÜNEN
aus einer ganz anderen Perspektive argumentieren, als die
Linksradikalen...

Nein, da täte man den Grünen zu viel Ehre und Lob antragen, das haben sie mitnichten verdient. Die Grünen, haben nicht viel mehr als ein Dosenpfandf eingeführt, als mit der sPD Schröders in der Regierung saßen. Ein Herr Töpfer von der CDU hatte weitaus mehr für den Umweltschutz getan, als diese grünen Fuzzies, die außer einem bloßen Sermon an Worten nichts Handfestes vorwiesen noch vorweisen. Wie kann eine solch keleinbürgerliche Truppe groß ökologisch wirksam sein, wenn diese Mumpitz-Partei ihren völligen Burgfrieden mit dem Kapital geschlossen hat! Die Linke ist in Sachen Umweltschutz den Grünen meilenweit voraus.

Kommentar von Unsinkable2 ,

Die Grünen, haben nicht viel mehr als ein Dosenpfandf eingeführt, als mit der sPD Schröders in der Regierung saßen. Ein Herr Töpfer von der CDU hatte weitaus mehr für den Umweltschutz getan, als diese grünen Fuzzies, die außer einem bloßen Sermon an Worten nichts Handfestes vorwiesen noch vorweisen.

Ich gebe dir - wie so oft - absolut Recht, voayager. Doch was du verortest, ist einzig die "Realo-Fraktion". Die Fundamentalisten konnten/können sich zwar nicht durchsetzen; doch sie existier(t)en trotzdem.

"Macht korrumpiert." Diese Erkenntnis ist nicht neu. Deshalb ist es ja so spannend, nun die Linken zu beobachten: Sie scheinen den gleichen Weg zu gehen, den die Grünen vor ihnen gegangen sind.

Ganz offensichtlich ist dieses Herrschaftssystem so starr, dass tatsächliche "Volksinteressen" höchst wirkungsvoll abgeschirmt werden können.

Die Linke ist in Sachen Umweltschutz den Grünen meilenweit voraus.

Ja, seit etwa Ende der 90er Jahre. Doch davor gab es Zeiten, da sahen die Linken beim Thema "Umweltpolitik" gegen die Grünen regelrecht schwarz aus. Und auch heute noch sind es die "grünen Fundamentalisten", die immer wieder umweltpolitische Akzente setzen, die erst dann von den Linken aufgegriffen werden.

Richtig ist aber: Die "grünen Realos" haben mit Umweltschutz ungefähr so viel am Hut, wie die CSU mit Sozialismus: Wenn es ihnen nutzen würde, um mehr Macht zu bekommen, würden sie ihn - auf dem Papier - auch gut finden...

Kommentar von BTyker99 ,

Du überschätzt mich leider, ich habe nicht bewußt zwischen radikal und extrem getrennt, da ich leider kein Experte bin und diese Nuancen nicht kenne. Mein Wissen beschränkt sich auf ein Stammtisch-Niveau.

Kommentar von Unsinkable2 ,

ich habe nicht bewußt zwischen radikal und extrem getrennt, da ich leider kein Experte bin und diese Nuancen nicht kenne.

Du benutzt also Wörter, deren Bedeutung du weder kennst noch nachschlagen willst, BTyker99?

Das ist sehr schade, denn deine Fragen (und manche deiner Antworten) haben oft einen guten Kern, der ausbaufähig wäre und interessante Erörterungen und Gedanken zuließe...

Antwort
von wfwbinder, 43

Nur weil die Wagenknecht eine Ansicht zur Flüchtlingsfrage äußert, die nach AfD klingt, passt sie doch nicht dorthin.

Vergleiche doch mal die Punkte Wirtschafts- und Finanzpolitik.

Antwort
von Dichter1Denker, 32

Sahra Wagenknecht ist nicht in der falschen Partei.

Das Hauptanliegen der Linkspartei ist die Schaffung eines demokratischen Sozialismus und die Überwindung der kapitalistischen Produktionsweise.

Und genau für diese Ideale kämpft Wagenknecht schon ihr ganzes Leben lang.

Und würde jeder Politiker wegen nur einer einzigen Meinungsverschiedenheit mit der eigenen Partei diese verlassen und um einer neuen beizutreten. Dann wäre Frau Merkel wohl schon längst in der Linkspartei. Mit ihrer Wir-schaffen-das-Einstellung.

Antwort
von Schnoofy, 49

Nach meiner Einschätzung vertritt Frau Wagenknecht innerhalb der Linken mehr fundamentalistische als realpolitische Ansichten.

Sie deshalb in die Nähe der AFD rücken zu wollen ist absolut absurd. Mit den rechtspopulistischen Ansichten der Damen Petry und von Storch hat eine Frau Wagenknecht nun wirklich nichts am Hut.

Antwort
von 1900minga, 51

Sie ist schon in der richtigen Partei, aber ich würde sie trotzdem nicht als typisch links bezeichnen....

Kommentar von BTyker99 ,

Dann sind die anderen in der falschen Partei, oder wie begründest du das? Wer hatte eigentlich vor ein paar Monaten die Torte auf Frau Wagenknecht geworfen? Waren das (typische) Linke?

Kommentar von 1900minga ,

Das war ein linksextremer antifaschist....
Für solche Leute gibt es keine Partei.

Sie unterscheidet sich hauptsächlich in der Flüchtlingskrise mit der linken
In allen anderen Punkten sind sie gleich.
Egal ob gegen das kapitalistische system, für die Reichensteuer oder mehr Sozialleistungen.

Der einzige Punkt ist die Zuwanderung.
Da ist die Wagenknecht nicht typisch links und kritisiert die unkontrollierte Einwanderung.

Deswegen gab es auch Aktionen wie den Kuchenwurf und Kritik aus den eigenen Reihen

Kommentar von voayager ,

bloße Behauptung, die nicht substantiiert ist

Kommentar von 1900minga ,

Welcher Punkt genau?

Antwort
von Modem1, 47

Erst war sie die "Kommunistische Plattform" innerhalb der Linken. Jetzt ist Meinung einiger Linken    sie ist zu "Rechts".In den Hühnerhaufen welcher regieren will weis die rechte Hand nicht was die linke macht.Die sollen so weitermachen das erfreut ihre Gegner und die Wählerschaft wendet sich ab.

Kommentar von BTyker99 ,

Das könnte stimmen, aber irgendwie ergibt die Situation für Frau W. doch langfristig keinen Sinn; mir tut es irgendwie Leid um sie, weil sie für mich eine der sympatischsten Poliker*/*innen ist.

Antwort
von soissesPDF, 40

Die Linke ist nicht homogen, da tummelt sich einiges was nur schwer verdaulich ist.
Frau Wagenknecht ist linkes Urgestein.

Die Grünen sind alles, nur nicht links, eher mittelalterlich bis konservativ.

Kommentar von BTyker99 ,

Konservativ? Ich bin nicht ganz bewandert was die politischen Begriffe angeht, aber ich hätte mit den Grünen eher Begriffe wie "antideutsch" verbunden, das ist doch eigentlich das Gegenteil von konservativ, oder?

Ich beziehe mich jetzt auf Roth (Deutschland ist sc*ei*se) oder "Deutschland wird sich radikal ändern, und ich freue mich drauf!" (Name entfallen). Und "Deutschland ist zu weiß" oder so etwas ähnliches, war das nicht auch von einem Grünen? Den Begriff konservativ würde ich eher mit der CSU verbinden...

Kommentar von soissesPDF ,

U.a. deshalb sagte ich, dass die Grünen mittelalterlich sind.
Konservativ, weil die eher mit der CDU koalieren werden, als dass rot-rot-grün eine Wahrscheinlichkeit hätte.

Mit dem Begriff Nation haben die Grünen keine wirklichen Gemeinsamkeiten.
Links sind die Grünen sicher nicht.

Kommentar von barfussjim ,

Homoehe, Gendermainstreaming und Multikulturalismus sind weder konservativ noch mittelalterlich. Diejenigen, die dagegen wettern und hetzen, sind es allenfalls.

Kommentar von soissesPDF ,

Als da noch wären der Afghanistankrieg, mit Zustimmung der Grünen.
Hartz IV mit Zustimmung der Grünen.
EEG Umlage mit Zustimmung der Grünen.
Öko-Steuer mit Zustimmung der Grünen.

Was genau geht mich die Solaranlage fremder Leute an?

Der Obergrüne Fischer wechselte in den Aufsichtsrat von Nabucco, einer Oelpipeline durch die Türkei.
Die Liste der Sünden dieser Puritaner ist lang, nur dass diese für
ihren Unfug nicht bezahlen, sehr lang.

Kommentar von voayager ,

da hast du recht barfussjim, es ist vielmehr stockliberal!

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