Frage von IdleSnail, 27

Ist Fahrtzeit bei ANÜs Arbeitszeit?

Hallo,

ich bin als Berater in einem Beratungsunternehmen angestellt. Laut Arbeitsvertrag habe ich keine erste Tätigkeitsstätte und arbeite überwiegend von zuhause aus, fahre nur Gelegentlich zu Kundenterminen. Diese Fahrtzeit ist laut einem Urteil des EuGH als Arbeitszeit zu werten:(https://www.dgbrechtsschutz.de/recht/arbeitsrecht/arbeitszeit/europaeischer-geri...)

Für einen Kunden bin ich jetzt aber im Rahmen einer Arbeitnehmerüberlassung tätig. Ich reise Montags an und Freitags wieder ab (einfache Strecke ca 3h).

Muss mein Arbeitgeber auch diese Fahrtzeit als Arbeitszeit vergüten?

Antwort
von Kuestenflieger, 20

Fahrzeit KANN Arbeitszeit sein !     Können sie sich nicht erst intern beraten ?

Als Beraterin sollte das doch normal sein.

Kommentar von Nightstick ,

Das sehe ich ähnlich.

Bevor die Fragestellerin dort "eine Welle" macht, sollte sie ihren Arbeits-/Tarifvertragvertrag bzw. evtl. vorhandene einschlägige sonstige Vereinbarungen noch einmal genau prüfen.

Ansonsten ist es mehr oder weniger Verhandlungssache. Ich würde dem Arbeitgeber eine 50:50-Regelung vorschlagen.

Kommentar von IdleSnail ,

Klar, nur stärkt es die eigene Position ungemein, wenn man die Gesetzeslage kennt, daher die Frage hier!

Mein Arbeitsvertrag schweigt sich dazu aus und bevor ich meinem Vorgesetzten irgendetwas vorschlage (50:50 ist in der Branche zb üblich), wüsste ich gerne ob meine Firma das nicht sowieso leisten müsste (beispielsweise dank dem eugh urteil, das ich verlinkt habe), damit ich nicht am ende mehr Zugeständnisse mache als nötig

Kommentar von Kuestenflieger ,

Auch da steht   KANN  , nicht muß oder ist !

Kommentar von Nightstick ,

In Deutschland bzw. im deutschen Arbeitsrecht ist leider alles nicht so einfach, und die Arbeitsrechtler sagen, wenn sie zu einem Fall Stellung nehmen sollen, sehr gerne: "Im Prinzip ja, aber...".

Und dies nicht ohne Grund. Selbst ein höchstrichterliches Urteil bezieht sich immer auf den konkret verhandelten Fall, und ist deshalb nicht automatisch auf einen anderen (ähnlich gelagerten) Fall übertragbar.

Auch ein Fachanwalt für Arbeitsrecht könnte aus seiner Erfahrung nur mutmaßen. Völlige Klarheit hätte man nur, wenn der Sachverhalt bis zur letztmöglichen arbeitsgerichtlichen Instanz ausgeurteilt wäre.

Ob es sich lohnt, sich deswegen mit dem Arbeitgeber in dieser Form anzulegen, überlasse ich dem Fragesteller.

Deshalb mein 50:50 Vorschlag!

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