Ist etwas da nur weil wir es sehen können?

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8 Antworten

Na ja, kleine Kinder machen beim Verstecken spielen die Augen zu und glauben, man würde sie dann nicht sehen, weil sie ja weg sind. Man könnte ja das Experiment machen und sich mit geschlossenen Augen auf die Autobahn stellen. Die Auswertung dazu müsste man dann allerdings im Himmel, bestenfalls im Krankenhaus machen. Dieser naive Realismus, der unser Bewusstsein rein auf die äußeren Sinne abstellt (sehen ist ja nur einer davon), ist bereits in der antiken Philosophie um 6oo v.Chr. verworfen worden. Die Sinne liefern uns wichtige Inputs, aber die Verknüpfung der einzelnen Inputs zu Gesamtbildern und die Verknüpfungen der reinen Wahrnehmungen in Zeit und Raum sind Sache unseres Verstandes, der dazu eine Fülle von Erfahrungen auswertet. Eine wichtige Rolle dabei spielt das Gedächtnis als Speicher von vergangenen Inputs und dazu gemachten Schlüssen. Dass der Mensch es zu dieser Höhe des Bewusstseins gebracht hat, hat eine weitere wichtige Voraussetzung: DIe Kommunikation untereinander, den Erfahrungsaustausch, vermittelt durch abstrahierende Sprache. Wir sagen Wald, obwohl wir eigentlich nur viele einzelne Bäume sehen. Mit Deiner Frage stehst Du also ganz am Anfang.

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Kommentar von DillyMean
20.01.2016, 13:05

Ich glaube du hast die Frage falsch herum beantwortet.

Die Frage war, ob etwas existiert, weil man es sehen kann.
Du dagegen bist einen Schritt weiter gegangen, nämlich ob es außerhalb unserer Sinne noch Existenz gibt.

Somit lautet die Antwort auf seine Frage ganz anders. M. M. n. ja. Wenn wir etwas sehen, und wir nicht in unserer Wahrnehmung beeinträchtigt sind (Halluzinationen, optische Täuschungen, die das Auge überlisten), dann ist objektiv etwas vorhanden. Wie dieses jedoch genau existiert, ist eine Frage der subjektive Auslegung. Diese beruht auf den Erfahrungen, der Erziehung, den Genen und der Selbstbeeinflussung dieser wahrnehmenden Person.

Um auf deine Antwort zurück zu kommen: Ich denke, dass noch viel mehr vorhanden ist, als wir sehen können. Schon alleine deswegen, weil wir nur sehr beschränkte Sehkräfte haben. Ein Teil ist ohnehin schon wissenschaftlich festgestellt. Z. B. können wir nicht die einzelnen Atome und deren Bestandteile erkennen, da wir nicht auf so kleine Sachen fokussieren können, wir brauchen dazu ein Mikroskop. Oder etwa Strahlung. Wir können nur das für uns sichtbare Lichtspektrum wahrnehmen (die Vorraussetzung, dass wir überhaupt etwas sehen), nicht aber UV-, Infrarot-, Röntgen- oder elektromagnetische Strahlung. Davon abgesehen gibt es noch viel mehr Theorien darüber, was der menschlichen Wahrnehmung entgeht. Beispielsweise die Theorie über andere Dimensionen. Jeder kennt das Gefühl, wenn sein Haustier plötzlich grundlos auf eine Mauer starrt, als ob da etwas ist und man sich fragt, sieht mein Haustier etwas aus einem anderen Universum?

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Definiere "Da sein". In dem Augenblick, wo etwas wie auch immer wahrnehm- oder messbar ist, existiert es. Man sollte nicht glauben, dass nur das existiert, was man sehen kann, da unser Sehsinn recht unterentwickelt ist. Wärme, Wind, Magnetismus sind alle nicht sichtbar, aber auf jeden Fall messbar. Außerdem beeinflussen sie ihre Umgebung und alles, was mit seiner Umgebung in Wechselwirkung steht, muss zwangsläufig "da sein". Denn wenn es "weg" ist, verändert sich etwas.

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Natürlich nicht! Hast Du die Menschen vergessen die Drogen nehmen und dann Halluzinationen haben? Sie sehen Sachen mit den eigenen Augen jedoch existiert das alles nicht. Was ist mit den Menschen die ab und zu Träume haben? Sie sehen auch deutlich Sachen jedoch existieren diese wiederum auch nicht. Kennwort Du den Begriff "Fata morgana"? Man sieht was, eher wird man getäuscht jedoch ist dort nichts!

Gruß

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Nein-  ein Blinder  kann  nicht sehen.  Und trotzdem  ist  es  für  ihn  da.  Man  kann  es  auch  fühlen

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Kommentar von WuTang4Children
20.01.2016, 09:09

Ist für Blinde etwas da nur weil sie es fühlen ?

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Es gibt verschiedene Realitätsebenen. Z.B. einen Regenbogen kann man sehen und sogar fotografieren, und trotzdem ist er "nicht so richtig da". Es gibt auch das sogenannte "geistige Sehen", wo man reale Gegenstände unscharf wahrnehmen kann.

Was man sieht ist zumindest ein bisschen da, aber längst nicht immer auf so einer hohen Realitätsebene wie z.B. der Mond.

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Kommentar von PatrickLassan
21.01.2016, 14:30

einen Regenbogen kann man sehen und sogar fotografieren, und trotzdem ist er "nicht so richtig da"

Ein Regenbogen entsteht durch Lichtbrechnung. Sowohl die Regentropfen als auch das Licht ist real.

Es gibt auch das sogenannte "geistige Sehen", wo man reale Gegenstände unscharf wahrnehmen kann.

Ich kenne das eher als Kurzsichtigkeit.^^

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Vieles existiert, selbst wenn man es nicht sehen kann.

Und viele können nichts sehen, obwohl sie das Existierende genau vor sich haben.

Ich glaube, dass die Existenz nicht davon abhängig ist, ob wir etwas sehen oder nicht sehen können.

Eine Erfahrung mit einem Blinden, hat mir gezeigt, dass selbst diese Menschen besser sehen können, als manche Sehende.

Meiner Erfahrung nach steckt mehr in dem Sehen...als Augen realisieren können.

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Kommentar von Plautzenmann
20.01.2016, 09:55

Was uns zu der Frage bringt, wovon Existenz abhängt... wobei das wahrscheinlich die falsche Frage ist, da sie impliziert, dass Existenz bedingt ist und ohne diese Bedingung nicht sein kann. Man könnte sagen, dass die Existenz der Existenz als gegeben vorausgesetzt werden kann oder vielleicht sogar muss... 

Oder aber die Existenz ist bedingt durch die Entstehung. Denn etwas muss entstehen oder verursacht werden, um existieren zu können. Und ebenso muss es wieder aus der Existenz verschwinden, wenn es durch Verursachung anderer Wirkungen all seine Energie an die Umgebung abgegeben hat... folglich wäre die gesamte Existenz nur ein Austausch von ewigen, unvergänglichen Energien, da Energie nur gewandelt, nicht aber erschaffen oder vernichtet werden kann. Denn Kälte hört beispielsweise auf, zu existieren, wenn sie genug Wärmeenergie aus der Umgebung absorbiert hat und sich ein thermodynamisches Gleichgewicht eingestellt hat. 

Ich halte fest an der Theorie, dass etwas existiert, wenn es mit seiner Umgebung - in welcher Art auch immer - in Wechselwirkung steht.

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Nein. Den Stuhl, auf dem ich gerade sitze, kann ich nicht sehen und trotzdem ist er da.

Seine Existenz kann also nicht dadurch bedingt sein, dass ich ihn sehe.

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Es ist umgekehrt; wir können es nur sehen, weil es da ist.

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