Frage von nameisunwichtig, 75

Ist es zu viel verlangt Nächstenliebe an den Tag zu legen?

Mich würden euren persönlichen Meinungen dazu interessieren wie ist das bei euch , interessiert ihr euch nur für euch und euer Umfeld oder versucht ihr immer euren Nächsten zu lieben ?

Expertenantwort
von Enzylexikon, Community-Experte für Religion, 7

Meiner Ansicht nach handelt kein Mensch absolut selbstlos, denn seine Handlungen sind meist vom Denken an den eigenen Vorteil bestimmt.

Bereits der Instinkt, die letzte Flasche Limonade aus dem Supermarktregal zu schnappen, bevor sie jemand anderes nimmt, ist egoistisch motiviert.

Wir sind also von Egoismus umgeben und das ist auch durchaus gut so, denn ohne ihn wären wir wahrscheinlich überhaupt nicht überlebensfähig.

Das Problem sehe ich daher eher in übersteigertem Egoismus.

Was mich selbst angeht:

Natürlich befasse ich mich vor allem mit mir und meinem Umfeld - denn nur das ist der Wirkungskreis, in dem ich tatsächlich konkret etwas bewirken kann. 

Was nutzt es, über mangelnde Nächstenliebe in der Welt zu grübeln, wenn man selbst nicht einmal in der Lage ist, bewusst den Nachbarn anzulächeln, weil man zu sehr in seinen eigenen, geistigen Konstrukten versunken ist?

Auch ein Helfersyndrom schadet letztlich allen Beteiligten mehr, als das es dauerhaften Nutzen bringt. Das sieht man beispielsweise am Burn-out.

Ich denke, wenn jeder ehrlicher und mitfühlender gegenüber sich selbst wäre, dann wären auch seine Urteile gegen Andere nicht so hart.

Man sollte wirklich bei sich selbst beginnen - und das aus eigener Überzeugung und nicht, weil man sich durch einen religiösen Moralkodex dazu verpflichtet fühlt.

Antwort
von Smexah, 38

Naja, da ich hier angemeldet bin und nicht versuche leute fertig zu machen, würde ich ja sagen :) Ich kenn aber auch Menschen, denen es zuwider ist, freiwillig etwas für andere zu tun...Kann ich von mir nicht behaupten.

Also ja, ich versuche den Menschen zu helfen, wenn ich kann.

Kommentar von nameisunwichtig ,

find ich sehr gut , bitte weiter so <3 ^^

Antwort
von JTKirk2000, 18

Zunächst einmal ist es eine Verständnisfrage, was Nächstenliebe für einen persönlich bedeutet und entsprechend der Bibel gemeint ist. Letzteres ist für manche offenbar sehr viel erwartet, aber ich kenne genug Beispiele, egal ob religiös oder nicht, welche diese Eigenschaft in ihrem eigenen Leben gegenüber anderen als normal ansehen, auch wenn sie diese Eigenschaft vielleicht anders bezeichnen würden.

Antwort
von Meatwad, 4

Wenn ich nur an mir selbst und meinem Umfeld interessiert wäre, würde ich kaum so viel Zeit damit verbringen, den religiösen Müll zu zerpflücken, der hier tagtäglich anfällt.

Antwort
von Giustolisi, 8

Nächstenliebe gegenüber jedem ist unmöglich. Liebe ist das schönste Gefühl, das man gegenüber einem anderen menschen empfinden kann. Es würde das Besondere verlieren, wenn man es gegenüber jedem empfinden würde. 
Außerdem gibt es haufenweise Leute, die meine Nächstenliebe gar nicht verdienen, die mir also egal sind, die ich verachte, oder sogar hasse. 

Kommentar von nameisunwichtig ,

danke für deine Ehrlichkeit :) Aber nächsten Liebe ist etwas was man sich meiner Meinung nach nicht verdienen muss , es ist kein geben oder nehmen nur geben ohne zu erwarten dafür was zu bekommen so versuch ich das zu sehn sonst würde das nicht klappen ^^ ich weiß klingt naiv ^^

Kommentar von Giustolisi ,

Es klingt tatsächlich naiv. 
Von mir bekommen Fremde keine Liebe, sondern erst mal nur Respekt. Da gebe ich immer einen kleinen Vorschuss, behandle Fremde also immer erst mit Respekt. Den Respekt kann man schnell verlieren, aber auch mehren.

Antwort
von NorwinSchneider, 29

Für die meisten Menschen ist es zu viel da sie Vorurteile haben und ein bisschen zu viel Egoismus. 

Ich persönlich versuche wirklich jeden Menschen so zu lieben wie mich selbst und seit dem ich das versuche wird mein Leben von Tag zu Tag schöner.

Kommentar von nameisunwichtig ,

Ich hatte so ne Art Bewusstseinsveränderung und versuch auch so zu leben das ich jeden Menschen so annehme wie er ist und nicht verurteile , das wünsch ich mir ja auch von anderen . Und man muss ja bekanntlich bei sich selbst anfangen um die Welt zu einem besseren Ort zu machen <3

Kommentar von NorwinSchneider ,

Genau so ist es :D Ich freue mich das du diesen Schritt gehst und das richtige tust! 

Wie genau lief diese Bewusstseinsveränderung denn ab? Oder eher gesagt wie kam es dazu? 

Kommentar von nameisunwichtig ,

danke :) 

Ich war ziemlich finster unterwegs und hab mir die Finger verbrannt als ich Türen geöffnet habe die ich nicht öffnen wollte ich hatte davor immer ein Zwiespalt was das Gute und Böse betrifft. Ich bin generell sehr tiefgründig und hab so ein Drang in mir etwas zu tun , zu rebelieren . Auch zum Teil eine sehr starke Negativität in mir. (die ich aber umwandeln will)

Aber durch eine Erfahrung die mich sehr geprägt hat ist  für mich persönlich klar geworden das wenn es den Teufel gibt dann gibt es auch Gott und wenn ich eine bessere Welt will ;nicht nur für mich sondern für alle , dann muss ich an mir arbeiten , jeden Tag aufs neue , Ich kann nur was ändern wenn ich bei mir anfange .Ich möchte meinem Leben einen Sinn geben und der liegt nicht für mich darin vor mich oberflächlich hinzuleben und nur für Sachen zu tun dir für mich gut sind oder mich weiterbringen . Und dann auch die ganze Politische Situation oder Weltsituation ich will mir dieses EgoVerhalten abgewöhnen denn mir wurde auch oft geholfen auch wenn ich nicht dannach gefragt hatte . Ich will etwas gutes tun und zurück geben . Auch wenn viele das naiv finden ich lass mich nich beirren <3

Kommentar von NorwinSchneider ,

Ist eigentlich fast exakt gleich bei mir. Ich bin auch von grund aus eher der Negative Mensch und es ist verdammt schwer das zu änden :)

Schönes Wochenende!

Kommentar von nameisunwichtig ,

immer stark bleiben wir schaffen das schon ^^ danke dir auch :)

Antwort
von fricktorel, 5

Von Menschen auf dem Weg des "Gottes dieser Welt" (Offb.12,9) ist das tatsächlich zu viel verlangt.

Doch unser Heiland hat dieses "gelebt" (Mt.19,19) und uns "mitgenommen" (Röm.7,4), so dass Christus durch uns seine Liebe weitergeben kann (Röm.8,1).

Antwort
von Riverside85, 33

Nein, ich kümmere mich um mich und die Leute, die mir nahestehen. Das reicht mir. Ich sehe es nicht als meine Aufgabe, die Menschheit zu retten und ein Helfersyndrom habe ich auch nicht. 

Da ich nicht gläubig bin, muß ich auch nicht so tun als ob. 

Kommentar von nameisunwichtig ,

so tun als ob? ^^ danke auch für deine Offenheit wenn du so glücklich bist ist das auch okay aber wenn du mal Hilfe brauchst von jemand Fremden (das kann man nie wissen) wirst du deine Meinung vielleicht erweitern . Und mit Helfersyndrom hat das auch nichts zu tun sondern mit Menschlichkeit und Herz aber klar jemand der sehr viel Negative Erfahrung hatte und verletzt wurde tut sich da auch schwer wieder zu vertrauen .

Kommentar von Riverside85 ,

Das meinte ich keineswegs böse gegen dich. Das so tun als ob bezog sich auf mich selbst, das heißt, wenn ich mit Nächstenliebe anfangen würde, wäre das für mich nur ein so tun als ob. Das mag für andere komplett anders sein, und wenn man das ehrlich so empfindet, ist das auch völlig ok. Nur für mich wäre es eben kein ehrliches Empfinden. 

Natürlich hat man da so seine negativen Erfahrungen gemacht, es kommt eben darauf an, wie man damit umgeht. Ich persönlich fahre besser damit, mich rauszuhalten, erwarte aber auch nichts von anderen. Ich bin einfach kein großer Menschenfreund. 

Ich möchte hier niemanden verurteilen, aber du hast nach persönlichen Meinungen gefragt und ich habe auch nur meine persönliche Meinung gegeben. 

Kommentar von nameisunwichtig ,

das schätze ich auch sehr , du bist da ehrlich und lügst nicht das ist auch schon gold wert :)

Kommentar von Riverside85 ,

Ehrlichkeit zu sich selber finde ich sehr wichtig, ist aber nicht immer einfach. Eben gerade weil einem von der Gesellschaft viel auferlegt  bzw. "erwartet" wird. 

Aber auch du scheinst ja deinen Lebensweg gefunden zu haben und damit glücklich zu sein. Das ist ja dann genauso viel wert. 

Antwort
von Fabian222, 9

Imam Jafar as-Sadiq der Neffe des Propheten Muhammad sagte: Als Jesus Abschied von seinen Aposteln nahm, versammelte er sie und sprach zu ihnen, dass sie sich um die Schwachen und Unterdrueckten zu kuemmern haben. Jegliche Milde und sanftes Benehmen gegenueber Unterdrueckern und Tyrannen sollten sie unterlassen.

Der Prophet Muhammad sprach:
Derjenigen, der einem Glaeubigen Hilfe leistet, wird Gott von dreiundsiebzig Notsituationen befreien. Eine davon ist im Diesseits und zweiundsiebzig davon sind im Jenseits, wo seine grossen Notsituationen sind.

Kommentar von Fabian222 ,

Ups! Imam Jafar Sadiq ist der Enkelsohn des Propheten Muhammad.

Kommentar von beamer05 ,


Derjenigen, der einem Glaeubigen Hilfe leistet, wird Gott von dreiundsiebzig Notsituationen befreien

... aha.

Und wer einem nicht-gläubigen hilft ist doof - oder wie soll man das verstehen??

Kommentar von Fabian222 ,

Natuerlich nicht. 

Imam Hussein der Enkelsohn des Propheten Muhammad sagte: Frage eine bittende Hand nicht nach ihrer Religion und Herkunft.

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