Frage von Monsieurdekay, 44

Ist es wirklich wahr, dass der Bipolartransistor in nur einer Nacht erfunden wurde?

Ich habe gelesen, dass Shockley den Feldeffektransistor patentieren lassen wollte, aber festgestellt hat, dass es keine neuartige Erfindung mehr war. (Ich glaube Ferdinand Braun hatte das Prinzip vorher ausgetüftelt). Jedenfalls muss er sich so darüber geärgert haben, dass er in nur einer Nacht den Bipolartransistor erfunden hat..

ist an dieser Geschichte etwas dran?

Antwort
von jorgang, 27

Die Geschichte des Transistors ist recht orgentlich bei Wiki beschrieben.

https://de.wikipedia.org/wiki/Transistor.

Dass dies der Gedankenblitz einer Nacht war, kann ich mir nicht vorstellen, denn es waren 3 Forscher beteiligt und Shockley hat in seinen Vorträgen nie etwas von "einer Nacht" gesagt.

Zur Patentsituation: In den USA gilt zunächst das "NIH"- Prinzip. Nur die Patentämter der Welt denken da eher global.

NIH = Not Invented Here.

Kommentar von WesternCalimero ,

Genau, Bardeen und Brattain waren die eigentlichen Erfinder. Shockley war "nur" der Laborleiter.

Kommentar von martin7812 ,

Das mit dem "NIH"-Prinzip wundert mich doch sehr:

In der Regel gilt bei Patenten das "Stand der Technik"-Prinzip, nachdem etwas nicht mehr patentiert werden kann, wenn die Idee bereits öffentlich bekannt war - möglicherweise im eigenen Land.

Demnach wäre es nicht mehr möglich, etwas zu patentieren, wenn es in einem Buch (das in einer Bücherei in den USA steht) beschrieben wird oder wenn es in einem Vortrag (in den USA) erwähnt wurde.

Da auch in den USA bereits mehrere Patente deswegen für ungültig erklärt wurden und auch alle ausländischen Patente in den Bibliotheken US-Amerikanischer Patentämter einsehbar sind, bin ich mir sicher, dass es auch in den USA nicht möglich ist, etwas zum Patent anzumelden, was bereits irgendwo anders zum Patent angemeldet wurde.

Kommentar von jorgang ,

gut gesagt. Das gilt für Europa. Aus eigener Erfahrung in der Elektronik weiß ich, dass man in den USA bei US-Erfindern erstmal nicht so genau hinschaut und dann wartet, wer Einspruch erhebt. Die Rechergen kosten Zeit und Geld. Somit macht das nicht das Patentamt sondern lässt das die Konkurrenten machen, die hoffentlich merken, was bei der Offenlegung faul ist. In Europa und Japan ist man da viel sorgfältiger. Hier gelten die gleichen Regeln auch für US-Anmelder, die europäischen Patentschutz beantragen.

Kommentar von jorgang ,

Recherchen kosten... Sorry, vor dem Absenden sollte man den Text noch mal lesen.

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