Frage von cJ0815, 37

ist es verwerflich auf nahrungsmittel zu spekulieren, oder ist das egtl verwerfliche überhaupt die möglichkeit zu bieten, dies über diverse hebelprodukte zutun?

das es sinnvoll ist für produzenten seine erträge am terminmarkt abzusichern steht außer frage.... aber inwiefern ist es dann verwerflich wenn andere leute damit spekulieren, wenn man ihnen die möglichkeit dafür bietet?

Antwort
von auaauamehr, 32

Ist es verwerflich Menschen hungern zu lassen?

Kommentar von cJ0815 ,

wie meinst du das?

innerhalb des eigenen landes sicher ... aber außerhalb? 

Kommentar von auaauamehr ,

Das verstehe ich jetzt nicht ;)

Natürlich ist es verwerflich...bzw ist das was wir als verwerflich bezeichnen wohl stark abhängig von Umfeld, Kultur usw.

Nicht zuletzt der Versorgungssituation...

Wieso sollte es, jemandem im eigenem Land hungern zu lassen, nicht verwerflich sein?

Kommentar von cJ0815 ,

aber was genau ist das verwerfliche? die möglichkeit ansich, oder die eigene moralische grenze dies zu tun?

was bringt es wenn der einzelne diese moralische grenze bewahrt und die restlichen 99,99% dies nicht tun?

Kommentar von auaauamehr ,

..eigene moralische Grenze..

Was passiert, wenn wenige sich an dieser moralischen Grenze orientieren und der Rest..äh darauf scheißt..sieht man ja ganz deutlich an der momentanen Situation auf der Welt.

Die Moral dahinter begründet sich denke ich auf der Tatsache, das Hunger und Hungertot eben Folgen hat. Eben Hunger, verkürztes Leben usw. Ein zu hoher Preis um einen geldwerten Vorteil zu erlangen.

Antwort
von steffenOREO, 26

Durch dieses Verhalten an der Börse stehen in vielen Ländern dieser Erde Menschen vor dem Hungertot. Die Reichen werden immer reicher, die Armen immer ärmer. Das System, das dieses ermöglicht, wurde logischerweise von den Reichen kreiert. Das ist in jeder Hinsicht verwerflich. Da fällt mir immer der Spruch meiner Oma ein: Mit Lebensmitteln spielt man nicht. Man sollte so hohe Steuern auf Aktiengewinne setzen, die direkt in die armen Länder fließen, aus denen die Produkte kommen, dass Spekulanten gar kein Interesse mehr haben, mit diesen Produkten zu spekulieren. 

Kommentar von cJ0815 ,

kann es sein, dass du da irgendwas verwechselst? zumindest erschließt sich mir der zusammenhang zwischen lebensmittelspekulation und aktiengewinnen nicht... also nicht direkt

Kommentar von auaauamehr ,

Ich denke hier ist der Zusammenhang bez. der Spekulation gemeint..

Kommentar von cJ0815 ,

ja bezogen auf die spekulation auf nahrungsmittel und das kann man nicht mit aktien... weil aktien anteilsscheine an unternehmen sind... kA wie ne aktie auf nahrungsmittel aussehen sollte... 

ich denke nicht, dass irgendwer, der keine ahnung hat, was eine aktie ist eine sinnvolle antwort auf meine frage geben kann

sry

Kommentar von steffenOREO ,

Der Differenzbetrag aus Termingeschäften sowie Kapitalerträge aus Aktien und noch vielen anderen Dingen, die ich nicht im Einzelnen aufzählen wollte, unterliegen der Kapitalertragssteuer. Diese Kapitalertragssteuer sollte bei Warentermingeschäften im Lebensmittelbereich so hoch sein und in die Länder abgeführt werden, aus denen die Waren kommen, dass den Spekulanten der Gewinn nicht mehr interessant genug ist.

Kommentar von auaauamehr ,

Sehr wohl ist mir bekannt was eine Aktie ist und ich verstehe auch den Zusammenhang zur Spekulation.

Auf Lebensmittel zu spekulieren ist der gleiche Vorgang. Der Spekulant erhofft sich eine Wertsteigerung sei es nun die, des Anteils an einer Firma oder die Wertsteigerung einer Wette auf einen Kurs..ist doch völlig egal

Wichtig dabei ist nur zu wissen, dass Lebensmittel eine Verteuerung erfahren die den Menschen schadet.

Kommentar von cJ0815 ,

ok... wir reden vom gleichen... was meine frage aber nicht beantwortet...

ist das verwerfliche die spekulation oder die möglichkeit zur spekulation?

 

Kommentar von steffenOREO ,

BEIDES !

Kommentar von auaauamehr ,

Ich schätze, die Möglichkeit zur Spekulation ist Ergebnis, des Systems in dem wir leben. Also eignet sich, die Frage nach einer Verwerflichkeit hier nur bedingt. Schließlich sind die Handelnden zum großen Teil auch nur Produkte ihrer Umwelt. So bin ich mir sicher, dass Deine Frage im liberalen USA andere Antworten bekommt, als in Deutschland, wo soziale Marktwirtschaft die Menschen geprägt hat..

Diese Hebelprodukte sind ebenfalls Produkte ihrer Umwelt und entsprechend, kann nur begrenzt Schuld vergeben werden..vergl. Immobilienkrise um die Jahrtausendwende herum.

Allerdings lässt sich das ganze, nach und nach einschränken. Schlussendlich bekommt Deine Frage mit steigendem Informations und Bildungsgrad einen Ansatz. Beinahe! vor allen Anderen wissen doch grade die Spekulanten um die Situation und können somit die Folgen mehr oder weniger gut abschätzen. Ob man den Schwarzen Peter nun an die Anleger (also den Geldgebern) weitergeben kann, ist wiederum fraglich und bedarf einer Analyse der lokalen Situation und den Ursachen, aus denen sich die entsprechenden Handlungen ergeben...

Puhh schwere Frage ;) und im Großen und Ganzen steht die Antwort, in Abhängigkeit zum Verhaltensmaßstab.

Und da muss ich, den Steffen zum Teil widersprechen. Das System ist nur zu einem Teil durch "die Reichen" kreiert. In einem System in dem die Notwendigkeit besteht, dass Investoren/Banken/werauchimmer Mechanismen erfinden müssen, um nicht Pleite zu gehen, ist es nicht verwunderlich, dass diese es auch tun.. Das Ziel ist doch Systemkonform zu Wirtschaften und nicht nach moralischen Grundsätzen zu handeln. So geht Kapitalismus.

Seit FCKW Thema war, wird den Menschen zunehmend bewusster, dass ihr Handeln Auswirkungen hat, die weiter reichen, als jenes, was man sieht oder am eigenen Leib erfährt. Allerdings, leben Menschen, nunmal in Ihren Kreisen. So wird der Bänker viel eher die Notwendigkeit sehen, als Jemand, der sich in einer Hippiekommune eingenistet hat und entsprechend die Verwerflichkeit seines Handelns beurteilen.

Jetzt mal meine Persönliche Meinung..

Ich denke, die Verteuerung von Lebensmitteln (man beachte, das Wort) in kauf zu nehmen, mit dem Wissen, dass Menschen ihr "Einziges" Leben verlieren oder verkürzen, um in einer vom Überfluss geprägten Umwelt einen geldwerten Vorteil zu erlangen ist, in hohem Maße Verwerflich! Ausserdem, sehe ich, in Abhängigkeit von Bildungs und Informationsgrad, das Handeln der der "Reichen", wenn auch weniger stark, als verwerflich an..Die Reichen definiere ich, für mich, als jene die genug Mobilität besitzen, so dass sie in ihrer Umwelt nachhaltig und für alle Menschen handeln und agieren können.

Wie schätz Du das Ganze ein? Wie würdest Du deine Frage beantworten?

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