Frage von HexeLuna2804, 167

Ist es Vertragsbruch, wenn wir unwissentlich Welpen bekommen haben, obwohl wir das nicht dürfen?

Unsere Hündin ist aus zweiter Hand. Sie war also schon mal vermittelt ist dann aber wieder zur Züchterin zurück gekommen. Wir wollten sie trotdem haben, obwohl die Züchterin nicht wusste was sie durchgemacht hat. Aus diesen Grund ist sie etwas günstiger abgegeben worden, ansonsten hätte sie den gleichen Preis gehabt wie ihre Geschwister. Wir haben alles super hinbekommen mit ihr. Nun ist uns leider etwas passiert, was wir nicht wollten. Sie hat Welpen bekommen. Im Vertrag steht aber: Der Welpe wird als Familienhund verkauft. Sollte die spätere Entwicklung des Welpen zeigen, dass er/sie für die Zucht geeignet ist, verpflichtet sich der Käufer, einhergehend aller zuchtrelevanten Untersuchungen, ausschließlich in angeschlossenen Mitgliedsvereine zu züchten. Der Züchter behält sich vor, bei Zuwiderhandlung eine Vertragsstrafe vom vierfachen Wert des Kaufpreises zu verlangen.

Nun hat sich die Züchterin bei uns gemeldet, und uns Vertragsbruch vorgeworfen. Sie will uns jetzt verklagen. Ein Schreiben vom Anwalt ist auch schon da.

Expertenantwort
von friesennarr, Community-Experte für Hund, 52

Sagen wir mal so, auch wenn es nicht gerade toll ist mit seinem Hund Mischlinge in die Welt zu setzen, hat die Züchterin überhaupt keine Handhabe gegen euch. Der Hund ist euer Eigentum. Diese art Verträge sind schon nichtig, in dem Moment wo sie unterschrieben werden.

Egal was im Vertrag steht, ihr habt den Hund gekauft, somit gehen alle Rechte und Pflichten auf euch über. Ich habe gelernt, das egal was man in einen Schutzvertrag schreibt, dieser nicht gilt. Ich bin auch Züchter (aber von Pferden) und musste auch lernen, das das Tier das ein mal verkauft ist, nicht mehr in meinem Einflussbereich liegt. Die neuen Besitzer dürfen das Tier verkaufen, an wen auch immer sie Lust haben, auch wenn im Vertrag ein Rückkaufrecht z.B. mit eingeschrieben ist.

Jeder darf mit seinem Eigentum machen was er beliebt, soweit es nicht mit dem Gesetz (hier Tierschutzgesetz) kollidiert.

Ist ja nett, das sich da sogar ein Anwalt mit reinziehen lässt.

Keiner kann dir untersagen zu züchten oder sagen, was du mit deinem Hund tun darfst oder nicht.

Expertenantwort
von Berni74, Community-Experte für Hund, 59

Egal, ob die Züchterin mit ihrer Klage durchkommt (was ich ihr wünschen würde) oder nicht. Auf jeden Fall ist sie verantwortungsbewußt und unternimmt wenigstens den Versuch, unkontrollierte Vermehrung, wie sie ja in Eurem Fall leider stattfindet, zu verhindern.

Schade, daß Ihr Euch trotzdem nicht dran gehalten habt. Ihr könnt mir nicht erzählen, daß Ihr einen Rüden der selben Rasse mal eben mit Eurer in den Stehtagen befindlichen Hündin "spielen lassen" wolltet.... Ihr habt, wenn nicht vorsätzlich, dann zumindest grob fahrlässig gehandelt, wenn Ihr Euren Besuch mit einem intakten Rüden nicht vorher über die Läufigkeit Eurer Hündin informiert habt...

Kommentar von friesennarr ,

Aber alle Verträge wo so eine Klausel enthalten sind eh ungültig (die Klausel jedenfalls). Der Hund ist das Eigentum der Frager, rein rechtlich dürfen sie mit dem Hund machen was sie möchten, der Züchter hat hier keine Hand mehr drauf, warum auch?

Ich trage in meine Pferdeverkaufsverträge auch immer ein, das ich benachrichtigt werden muß, wenn das Tier wieder verkauft werden soll und das ich ein Vorkaufsrecht habe. Die Tinte könnte ich mir auch sparen.

Aber versuchen kann ich es ja mal.

Übrigens sind sogar die Schutzverträge vom Tierheim das Papier nicht wert auf dem sie gedruckt sind. Im falle eines kaufes, ist immer der neue Besitzer Handlungsberechtigt und das Tierheim nicht mehr.

Kommentar von HexeLuna2804 ,

Darum geht es überhaupt nicht. Es geht um den Vertrag, ob er er so rechtens ist oder nicht.

Kommentar von friesennarr ,

Nein, ist er nicht.

Expertenantwort
von jww28, Community-Experte für Hund, 50

Tja das ist unschön gelaufen. Das Problem seh ich darin das ihr glaubhaft erklären müsst, das ihr von Hunden keinerlei Ahnung habt und auch nicht wisst was eine Läufigkeit ist. Das nimmt euch schlicht niemand ab, das ihr völlig ahnungslos seit und ganz rein zufällig auch noch Besuch von ein Rüden der gleichen Rasse bekommen habt und da auch noch rein zufällig vom Deckakt (dauert manchmal länger als 15 Min) nix mitbekommen habt. 

Allerdings hat die Züchterin das gleiche Problem, sie muss euch im Gegenzug erstmal nachweisen das ihr das besser wusstet und es extra getan habt. Zumal viele Klauseln in den Verträgen sich zwar wichtig lesen, aber vorm Gesetzgeber keinerlei Wert haben. 

Passieren wird da ausser viel Gerenne nix. Und was mir auffällt die Bezeichnung Familienhund, mal so als Frage habt ihr überhaupt die VDH Papiere bekommen? Wenn er ohne Papiere verkauft wurde, stimmt da was absolut nicht.

Kommentar von HexeLuna2804 ,

Wir haben Papiere. Es war ja auch nicht beabsichtigt. Unsere Freunde wussten ja nicht das was passieren könnte, weil unsere Hündin alleine hinten auf unserem Grundstück war. Sie sollten nur miteinander spielen wie sonst auch.

Kommentar von jww28 ,

Im Regelfall weiss man ja das die Hündin läufig ist, merkt man an den Blut, vergrößerte Vulva und am Verhalten. Das geht ca 2 Wochen, wo nur an Stehtagen erfolgreich gedeckt werden kann. Da würde kein Hundehalter ein potenten Rüden dran lassen, weil man halt weiss das es dann Welpen gibt. hätte man den Deckakt mitbekommen,hätte man auch zum Tierarzt gehen können (da gibts eine Spritze für danach). Also ist das schon eine tierisch lange Kette an Zufällen, will euch nix unterstellen, aber so ganz ungewollt kann das nicht passieren, wenn man auch nur ein bisschen was über Hunde weiss. 

Ist ja auch nicht so wild, Strafe müsst ihr nicht befürchten, das einzige ist das die Welpen nun eben keine Papiere bekommen, weil die Zucht nicht vom VDh kontrolliert wurde, da kann man halt keine 1.000 eur pro Welpe nehmen. 

Antwort
von FantaFanta76, 90

Ein Mischlingswurf mit einer Rassehündin hat aber noch ganz andere Folgen: dir bleiben vermutlich dein Leben lang die Mitgliedschaft in einem VDH Rassehundevereinen verschlossen und deine Züchterin hat Höllenqualen auszustehen, weil sie einen Welpen in die Dissidenz abgegeben hat. Schon mal überlegt, wie schlimm das für die Züchterin ist? Es ist ungefähr das unangenehmste was Züchtern passieren kann.

Kommentar von HexeLuna2804 ,

Wir hatten Besuch von Freunden, die Hunde gleicher Rasse haben. Ist also kein Mischling.

Kommentar von FantaFanta76 ,

Es ist ein Mischling, wenn außerhalb VDH gezüchtet wurde.

Kommentar von HexeLuna2804 ,

Wir wollten ja keine Welpen. Außerdem würde ich nie in so einen Verein eintreten, weil ich von solchen Vereinen nichts halte. Aber das ist eine andere Sache. Außerdem ist das ja keine Antwort auf meine Frage.

Kommentar von friesennarr ,

So ein Quatsch - meinst du echt, das es auf den Züchter eines Hundes zurückfällt, wenn einer ihrer Käufer Mischlinge mit dem von ihr verkauften Hund zieht.

Das ist dem VDH vollkommen egal.

Expertenantwort
von dsupper, Community-Experte für Hund, 85

Keine Sorge.

Solche Kaufverträge, in denen die Verwendung eures Eigentums, eingeschränkt wird, sind null und nichtig, bzw. die entsprechenden Klauseln sind nichtig.

Also, keine Sorge, die Züchterin kann euch gar nichts. Aber schaut zu, dass ihr die Hündin kastrieren lasst, wenn ihr nicht in der Lage seit, verantwortungsvoll auf sie aufzupassen. Ungewollte Welpen gibt es viel zu viele.

Gutes Gelingen

Daniela


Kommentar von Menuett ,

Nein, Käufe mit Auflagen sind gültig wenn der Käufer nicht über die Gebühr benachteiligt wird.

Kommentar von dsupper ,

Solche Klauseln wären - wenn überhaupt - nur gültig, wenn sie für den Käufer mit einer Gegenleistung erfolgen, denn nur dann ist diese Vereinbarung gegenseitig und nicht sittenwidrig. 

So aber wird nur dem Käufer etwas untersagt und mit einer Vertragsstrafe gedroht - keine Gegenleistung für den Käufer vorgesehen. Das ist eine ganz klare Benachteiligung.

Klauseln im Kaufvertrag bei Hunden sind, wenn diese Klauseln einseitig sind, der Verkäufer nur Rechte und der Käufer nur Pflichten hat - ungültig.

So jedenfalls die Aussagen meines Anwalts, der unsere Hunde-Kaufverträge (wir züchten) erstellt hat.

Kommentar von HexeLuna2804 ,

Danke, das wollte ich wissen.

Kommentar von friesennarr ,

Genau so. DH

Antwort
von AnonYmus19941, 83

Solange der Verkäufer sich nicht mit einer Forderung meldet, müsst ihr ihn doch nicht darauf hinweisen. Und wenn er sich meldet und ihr nicht zahlen möchtet, dann solltet ihr vermutlich besser einen Anwalt einschalten.

Kommentar von HexeLuna2804 ,

Haben wir auch nicht, die Züchterin hat es schon rausgefunden.

Kommentar von AnonYmus19941 ,

Im Vertrag steht doch nicht drin, dass sie es machen muss, sondern nur, dass sie es darf. Redet doch mal mit ihr drüber, und wenn sie wirklich stur bleibt, befragt einen Anwalt.

Kommentar von Georg63 ,

Da gibts nichts zu reden und einen Anwalt muss man deswegen auch nicht bezahlen. Einfach die Klage der Züchterin abwarten^^

Antwort
von Mikkey, 72

Wenn Eure Hündin Welpen bekommen hat, so hat das nichts mit der Vertragspassage zu tun, denn die Vorbedingung:

Sollte die spätere Entwicklung des Welpen zeigen...

ist überhaupt nicht eingetreten.

Kommentar von friesennarr ,

Das witzige ist egal was Eintritt, der Hund ist Eigentum der neuen Besitzerin, die Züchterin kann gar nichts machen - egal was.

Da vom Kaufrecht her der Hund eine Sache ist.

Kein Mensch darf mir sagen, wie ich mein Eigentum zu nutzen habe.

Kommentar von Mikkey ,

Das sehe ich nicht unbedingt so, bei einem Grundstück kann mir auch ein Wegerecht aufoktruiert werden. Gehört habe ich von solchen Einschränkungen auch schon in Zusammenhang mit Pferden.

Das Ereignis

Sollte die spätere Entwicklung des Welpen zeigen, dass er/sie für die Zucht geeignet ist

ist schlicht und einfach nicht eingetreten, insoweit können dessen Folgen nicht eintreten.

Antwort
von Georg63, 51

Vergiss es - diese Klausel ist rechtlich nicht durchsetzbar. Der Hund ist euer Eigentum.

Kommentar von friesennarr ,

Genau das - die Klauseln sind zwar schön zum lesen, aber rechtlich unhaltbar.

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