Frage von fray2406, 26

Ist es unhöflich, wenn man bei einer E-mail nicht "Sehr geehrte/r ... schreibt?

Ich hatte vorhin ein paar Fragen zu meiner Universität gehabt und hab sie per E-mail gestellt.

Die E-mails sahen so aus:

Hallo, ich habe eine Frage zu XYZ .... .... .... und am Ende habe ich noch manchmal "Viele Grüße" geschrieben

Mir ist bewusst, dass es nicht schlimm ist, weil das ja keine 'wichtige Mail' ist, aber könnte es sein, dass die Person, die meine Mail beantwortet hat sich unhöflich behandelt fühlt?

Antwort
von vonGizycki, 13

Grüß Dich fray2406!

Grundsätzlich gilt, wenn man jemanden nicht kennt oder auch nicht, ihm Respekt zu erweisen. Daher ist die Höflichkeitsformulierung: Sehr geehrte Damen und Herren! richtig, wenn man etwas will, das einem wichtig ist und keine Namen von Ansprechpersonen auf Ämtern, Behörden, Firmen usw. kennt.

Falls es sich um jemanden handelt, von dem man in der Regel nicht abhängig ist und nur Nachfragen bzw. Verständnisfragen hat, z.B. bei Ämtern und Behörden, Firmen etc., also nichts besonderes in eigener Sache möchte, kann man Guten Tag schreiben. Auch eine Bestellung kann so im Internet abgegeben werden, wenn man den Namen der Person nicht kennt, wenn man bei ihr bestellt.

Mit einen nur hingeworfenem Hallo ist man meiner Meinung nach in jedem Falle respektlos, wenn man jemandem schreibt. Ich persönlich jedenfalls mag das gar nicht! 

Unter Freunden verwendet man dann lieber, ich nehme mal meinen Vornamen: 

Lieber Rüdiger

Hallo Rüdiger...

... könnte man auch durchgehen lassen, aber nur, wenn man zeigen will, das der andere es wert ist mit Vornamen angeredet zu werden und man weiß, das er nichts dagegen hat. Besonders beliebt zwischen Frauen und Männern, die sich frisch gegenseitig kennengelernt haben und momentan nur Sympathie im Spiel ist. Man möchte eine gewisse Vertrautheit zeigen, die man aber abwartend auf dem status quo der augenblicklichen Beziehung belassen möchte. (Unverbindlichkeit). Da wäre noch alles offen und es wird sich erst bei weiteren Kontakten klären. 

Ist die Beziehung aber schon tiefer, ist es eine Frechheit und kann als sehr abweisend und verletzend empfunden werden! Das sollte man lieber unterlassen. 

Bei einem allgemeinen Schreiben an eine Einzelperson empfiehlt sich diese Formulierung (ich nehme mal meinen Nachnamen):

Sehr geehrter Herr von Gizycki

Ist die Bekanntschaft und die Sympathie tiefer, aber immer noch keine Freundschaft, dann kann man ...

Lieber Herr von Gizycki!

... schreiben.

Am Ende des Briefes bei Freunden:

Liebe oder ganz liebe Grüße oder  Herzliche oder ganz herzliche Grüße ansonsten mit:

Mit freundlichen Grüßen und dann mit dem Namen unterschreiben

Herzlichen Gruß

Rüdiger

Kommentar von vonGizycki ,

Nachtrag:

Ist die Bekanntschaft und die Sympathie tiefer, aber immer noch keine Freundschaft, dann kann man am Ende des Briefes auch mit:

Mit Ganz herzlichen oder mit herzlichen Grüßen und mit Namen unterschreiben.

Ist die Beziehung innig, dann geht es natürlich noch ganz anders und da sind keine Grenzen gesetzt, sowohl in der Anrede als auch in der Unterschrift, ist doch klar :-)

Kommentar von vonGizycki ,

Tippfehlerkorrektur

Es muss heißen:

Grundsätzlich gilt, wenn man jemanden kennt oder auch nicht...
Sorry!

Kommentar von mychrissie ,

Etwas Aufmerksamkeit sollte man auch der Formulierung der Grüße am Ende einer Mail widmen. Das reicht ja von "Mit "vorzüglicher Hochachtung" (altmodisch) über "hochachtungsvoll" und "mit freundlichen Grüßen" bis zu "mit ganz liebem Gruß" (bei Freunden und guten Bekannten). Idealerweise formuliert man sich ein paar unterschiedliche Signaturen, die man dann per Klick passend einsetzen kann.

Bei ganz, ganz guten Freunden kann man ja noch variieren. Bei meinem Enkelkind setze ich nach "mit lieben Gruß" noch ein "und dickem Kuss" ein.

Ich schrfeib dann auch nie "mit lieben Grüßen" sondern immer "mit (ganz) liebem Gruß", weil die Einzahl individueller klingt.

Kommentar von vonGizycki ,

Du hast völlig Recht. Vielen Dank auch für das Kompliment :-)

Antwort
von Suboptimierer, 26

Wenn derjenige, dem du schreibst, sich auf einer höheren Position befindet oder jemand völlig Fremdes ist, den du noch nicht kennen gelernt hast, würde ich immer "Sehr geehrte(r)..." schreiben.

Wenn in der Antwort "Hallo Herr / Frau" steht, kannst du diese Anrede übernehmen.

Wenn der andere den Erstkontakt herstellt, übernimmst du seine Anredeform einfach.

Das mal so als Faustregel. In der Praxis spielt es noch eine Rolle, ob du einschätzen kannst, wie locker jemand drauf ist. Wenn du dich mit jemandem gut verstehst, kannst du einfach mal "Hallo ..." probieren. Die wenigsten regen sich darüber auf.

Das ist ein bisschen wie beim Duzen. Wenn der andere duzt und du aus dem Kindesalter raus bist (oft schwer einschätzbar), kannst du auch duzen. Bist du in einer höheren Position, darfst du das Du anbieten.

Antwort
von Lycaa, 24

Wenn mir ein "sehr geehrte/r..." zu formell und ein "Hallo" zu salopp als Begrüßung einer Mail ist, weiche ich auf "Guten Tag" aus.

Ich denke nicht, dass sich von Deinem "Hallo" jemand auf die Füsse getreten fühlt. Erstens haben die naturgemäß vielit jungen Leuten zu tun. Zweitens sind die Unimitarbeiter, die ich kenne, nicht soo verknöchert.

Antwort
von archibaldesel, 24

Hallo ist nicht gerade der offizielle Umgangston mit unbekannten Personen....

Antwort
von Kuestenflieger, 19

für einen zukünftigen akademiker , primitiv .

die sachbearbeiter merken sich ihre kandidaten mit nicht besonderem umgang .

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