Frage von Salomchen, 128

Ist es üblich das im Offenstall nur einmal in der Woche gemistet wird?

Eine Bekannte hat ihren Rentner im Offenstall stehen. Dort wird zwar jeden Tag der Auslauf abgeäppelt und die Liegefläche frisch eingestreut es wird aber nur einmal die Woche gemistet. Dafür wird die Liegefläche fast komplett leer gemacht. Ist das so üblich im Offenstall? Finde das ein bisschen wening

Antwort
von VanyVeggie, 48

Hallo, 

wir haben das davon abhängig gemacht, wie dreckig der Stall war. Abgeäppelt wurde jeden Tag. Da die Pferde meist draussen waren und relativ wenig im Stall oder auf der Liegefläche wurde dementsprechend auch weniger sauber gemacht. 

Das handhabt jeder Offenstall anders. Wenn man es noch verwenden kann, dann muss man es ja auch nicht unnötig entsorgen. 

Mit freundlichen Grüßen

VanyVeggie

Expertenantwort
von Dahika, Community-Experte für Pferde, 20

n

NIcht nur im Offenstall ist das oft so, sondern auch in den meisten Boxensällen. Ich kenne einen reichlich teuren Boxenstall, wo nur alle sechs Wochen gemistet wird. Es wird täglich übergestreut und dann alle sechs Wochen alles rausgeholt.

Von daher ist die Mistgepflogenheit in dem Stall der Fragestellerin durchaus akzeptabel. Wichtig ist, dass Auslauf und Weide täglich abgeäppelt werden und dass im Stall täglich eingestreut wird.

Antwort
von trabifan28, 60

Ist bei jedem Stall unterschiedlich. Die einen machen es jeden Tag frisch, bei den anderen stehen die Pferde auf Matratzen..

Ich persönlich würde das aber nicht wollen.

Bei uns wird auch jeden Tag gemistet und frisch eingestreut.

Expertenantwort
von Baroque, Community-Experte für Pferde & reiten, 23

Es hat mit Offenstall nichts zu tun, es ist eines von mehreren möglichen Einstreukonzepten:

Entweder man mistet täglich alles nasse und dreckige aus, lässt nur die saubere Einstreu drin und streut nach, was man raus hat.

Oder man arbeitet mit Matratzen. Die Matratze ist nicht so schlecht, wie man es sich vorstellt. Dabei bleibt alles drin und Urin sickert nach unten durch. Oben auf liegende Äpfel werden weg genommen, täglich wird nachgestreut. Wichtig bei der Matratze ist, dass definitiv jeder, der möglicherweise eine Mistgabel in die Hand nimmt, weiß, was eine Matratze ist und wie die funktioniert, denn die Matratze bindet schön den Ammoniak des Urins und stinkt nicht, hat eine saubere, ordentliche Oberfläche. ABER: Wenn sie geöffnet wird, also z.B. mit der Mistgabel angestochen, DANN muss sie raus. Komplett, denn die geöffnete Matratze ist gesundheitlich bedenklich und auch ziemlich unappetitlich. Normal lässt man Matratzeneinstreu länger als eine Woche drin. Bei wöchentlichem Wechsel rechnet sich die Matratze nämlich nicht, geht vom Streugut her ziemlich ins Geld, die ersten zwei, drei Wochen, in der eine Matratze aufgebaut wird, sind die teuersten.

Es gab Zeiten, da haben die Einsteller noch nicht versucht, Kosten zu sparen, indem sie mithelfen bzw. auch nicht an jedem schräg liegenden Hälmchen rum kritisiert, sondern sich auch auf die Kenntnis ihres Stallbetreibers verlassen (so bis zur Jahrtausendwende etwa, als man auch dem Futtermeister - meistens hat das auch der Stallbetreiber gemacht - vertraut hat, dass Heu und Hafer in sinnvoller Menge passt). In der Zeit hat man die Matratze in Intervallen von einmal monatlich (die Nobelställe, die den meisten zu teuer waren) bis einmal jährlich (der normale Reiterhof) gewechselt. Heute geht das nicht mehr, weil sich immer irgendein Besserwisser findet, der die Gabel rein rammt und sie verletzt. Dann muss man in den nächsten Tagen neu machen.

Kommentar von Dahika ,

, sondern sich auch auf die Kenntnis ihres Stallbetreibers verlassen (so
bis zur Jahrtausendwende etwa, als man auch dem Futtermeister -
meistens hat das auch der Stallbetreiber gemacht - vertraut hat, dass
Heu und Hafer in sinnvoller Menge passt).

Tja, und dann musste man einsehen, dass Kontrolle besser ist als Vertrauen. Ich kenne leider viele Ställe, wo der Stallbetreiber vor allem auf sein Geld guckt. Da wird dann 1 kg Heu/pro kg. Pferd gefüttert, etc... etc... etc... Dazu gehören auch Ställe, deren Betreiber ein sog. Pferdewirtschaftsmeister ist.

Kommentar von Baroque ,

1 kg Heu pro kg Pferd? SOOOO VIEL? ;-)

Ja, aber das ist auch mit eine Folge des überkritischen und des ständigen "ich zahl soooo viel, da muss xyz mit drin sein". Früher gab's Heu und Hafer und die Pferde sahen irgendwie gut aus. Heute werden die Pferde mit Zuckerkram von den Besitzern so vollgestopft, dass sie muskulär total abbauen, sehen dann nach weniger aus, dieselben Besitzer fordern dann 4 kg Heu pro 100 kg Pferd (man muss das mal wiegen, wenn man seinem Stallbetreiber sagt, man möchte so einen Berg Heu, diese Forderung ist keine Seltenheit) und dann muss man sich wundern, wenn dem Stallbetreiber sein Heu hinten und vorne nicht reicht. Auch darf dieses Pferd nicht ganztags raus, weil es sonst so schlapp ist und jenes darf nicht ganztags raus, weil es sonst zu viel Gras frisst und, und, und ... früher gab's da einfach kein Einmischen. Wenn man die Tiere wo eingestellt hat, wo es genug Wiese gab, wurden die früh raus gestellt und abends wieder rein und keine Sonderwünsche. Jetzt stehen diese Freizeittierchen überwiegend 2 Stunden auf der Koppel und den Rest langweilen sie sich, inhalieren Heu und natürlich ist das dann schnell weg, der Organismus läuft auf Überschussstoffwechsel, weil ja so viel kommt und der Zucker lässt die Viecher trotzdem abbauen. Ich kenne keinen einzigen Stall, wo sie wirklich weniger als das an Heu kriegen, was eigentlich ausreichen würde, dass sie ständig zunehmen, aber viele Pferde, die aufgrund von Stoffwechselstörungen eben trotzdem rippig sind und noch viel mehr, die schlicht und ergreifend zu fett sind. Wenn die Besitzer sich beschweren, das sei so wenig Heu, wird mal eine Zeitlang gewogen - und dann sind ziemlich alle erstaunt, wieviel das eigentlich ist.

Dass der Pferdewirtschaftsmeister auch nicht mehr über Fütterung weiß als der Landwirt, sollte sich nun wirklich rumgesprochen haben. Was immer unglücklich ist, sind die Vereinsställe, wo keiner in der Lage ist, die Qualität des eingekauften Heus zu bewerten und die somit immer das kaufen, das kein anderer haben wollte. Und beide kochen nur mit Wasser, müssen mit dem Geld wirtschaften, das die Leut zahlen.

UND zudem sind viele Pferdebesitzer bereit, für eine Reitanlage mit noch einem weiteren Trainingsplatz > 100 Euro mehr zu zahlen als für eine, die ansonsten gleich ist, aber die weitere Trainingsmöglichkeit nicht hat. Für den Zukauf einer weiteren Betriebseigenen Wiese, von der dann mehr Heu in derselben pferdegerechten Qualität gemacht werden könnte hingegen würden sie nie so viel mehr zahlen.

Das ist jetzt nicht von mir an den Haaren herbei gezogen, sondern das sind langjährige Erfahrungen der Tierernährungswissenschaftler, die ich kenne und die sowohl Pferdebesitzer als auch Ställe beraten.

Interessanterweise sind das dieselben Pferdebesitzer, die jeden Abend ihre Stallbetreiber aus deren Wohnung läuten, um sich zu beschweren, der Pfleger würde seine Arbeit nicht oder nicht richtig machen, es sei schließlich um 19.00, wenn sie im Stall ankommen, ein Haufen in der Box oder ein paar Haufen im Offenstall. Man weiß offenbar nicht, dass Pferde im Schnitt täglich 20 Haufen absetzen und somit die Wahrscheinlichkeit gering ist, dass seit der Pfleger Feierabend um 17.00 keins mehr geäpfelt hat. Die dann erzürnt über die Ignoranz zur Mistgabel greifen und die komplette Box leer schaufeln - und bei denen man keine Matratze anlegen könnte ;-)

Ja, in den letzten Jahren werden diese Leute immer mehr. Mir wär lieber, sie würden ihre Zeit mit Weiterbildung verbringen anstatt mit motzen, auch wenn ich selber gar keinen Stall betreibe, sondern auch nur Einstellerin bin.

Antwort
von Maxxi02, 60

Da es sich um einen Offenstall handelt, ist das durchaus üblich. Solange der Stall jeden Tag mit frischem Stroh übergestreut wird, reicht das völlig aus, wenn er nur einmal die Woche gemistet wird. Pferde sind von Natur aus Tiere, die sich Tag und Nacht draußen aufhalten. Beobachte sie mal eine Weile 'heimlich' und Du wirst schnell merken, dass sich (die meisten) Pferde ohnehin nur zum Ausruhen in den Stall begeben. Oft schlafen sie sogar draußen, gerade ältere Pferde tun dies viel lieber. Man muss stets im Hinterkopf bewahren, dass Pferde in freier Wildbahn auch keinen Stall zur Verfügung haben. Interessant ist auch, dass sie sich selbst im Regen viel lieber draußen aufhalten und sich mit dem Hintern in den Regen stellen. Menschen haben die (mir unerklärliche) Angewohnheit, ihre eigenen Verhaltensweisen (im Regen ins Haus gehen) auf die Pferde übertragen zu wollen. Pferd sind keine Menschen und somit auch nicht so pingelig und anfällig wie sie. Aber um jetzt nicht abzuschweifen:

Pferde werden die wenigste Zeit des Tages/Nacht im Stall verbringen. Vielleicht zum Ausruhen oder Fressen, aber das wars auch schon. Daher reicht es vollkommen aus, dass der Stall ein mal die Woche gemistet wird :D

Außerdem wärmt eine gute Matte im Stall besonders im Winter sehr gut und ist nicht schädlich, insofern täglich ausreichend frisches Stroh übergestreut wird.

Kommentar von Maxxi02 ,

je nach Anzahl der Äppelhaufen sollten diese natürlich entfernt werden. Komplettes misten ist aber übertrieben

Expertenantwort
von friesennarr, Community-Experte für Pferde, 27

Ja das ist üblich - ist bei uns auch so, allerdings wird bei uns die Matratze nur ein mal im Monat komplett herausgenommen.

Ein mal in der Woche finde ich sogar noch etwas oft, da vergeudet man aber viel Stroh.

Antwort
von LyciaKarma, 60

Bei uns wird jeden Tag komplett gemistet. 

Ich würde nicht wollen, dass mein Pferd jeden Tag auf einer Matratze liegen muss. 

Kommentar von Salomchen ,

Die Pferde die in der Box stehen bekommen da jeden Tag alles frisch. Da wird jeden Tag komplett  gemistet.


Bei meinem wird sogar neben des morgendlichen  Mistens abends immer die Box nochmal abgeäppelt. 

Antwort
von SSOUnicorn, 7

Hallo,

wir misten jeden Tag 3 mal c.c Bei uns stehen 8 Pferde und da kommt dann immer ganz schön viel Dreck zusammen! Dafür kann sich aber das vorher nachher Ergebnis sehen lassen :)

Expertenantwort
von Heklamari, Community-Experte für Pferde, 34

Ich hab gummimatten als Boden  bzw steinpflaster. Darauf Matratzen streu.

Täglich abäppel, misten nur wenn's feucht ist.

Geschlafen wird im Wald, gestrahlt auch. Geäppelt wird überall: weide, wald, sandplatz, unterstand.

So hält sich die Arbeit in Grenzen.

Aber wer hat schon den luxus von einer Winterweide mit wald und unterstand....?

(Dafür bei frost ohne Wasser..., da ohne Strom!)

  :-)

Beobachte mal den Tagesablauf der Pferde, dann weißt du, wo äppeln oder misten  nötig ist, und wie oft oder selten.

Kommentar von Dahika ,

Geschlafen wird im Wald, gestrahlt auch. Geäppelt wird überall: weide, wald, sandplatz, unterstand.

So hält sich die Arbeit in Grenzen.

Aber nur, wenn nicht abgeäppelt wird. Jetzt seit vorgestern steht meine Stute mit ihren beiden Gefährtinnen im Offenstall mit ca 500qm Auslauf. Die Weiden sind jetzt zu.

Wir sechs Einsteller müssen selbst abäppeln, und jetzt auf dem kleinen Auslauf ist das Peanuts. Vorige Woche standen die Pferde - 3 Stuten, drei Wallache (getrennt) - auf riesigen Weiden. Wenn man die sauber macht - und meine SB achtet wie der Teufel darauf, dass das täglich passiert - läuft man sich einen Wolf. Nicht so prickelnd mit einer schweren vollen Schubkarre ca 2 km insgesamt zu laufen. (ich hatte mal runtastic mit laufen lassen).

Antwort
von FrauFanta, 31

Nein das ist ok!

Antwort
von hittheroadgirl, 55

Das ist viel zu wenig. Bei uns wird täglich gemistet und abgeäppelt. Ich war im Laufe der letzten 20 Jahren in einigen Offenställen und das ist so absolut üblich. Immerhin müssen die Pferde dort ja auch schlafen und sollen nicht in ihrer eigenen Schitte liegen. 

Kommentar von Salomchen ,

Wobei täglich misten eines Offenstalles ziemlich aufwendig sein muss. 

Antwort
von Stardusthorse, 41

Wir misten alles jeden Tag

Kommentar von Stardusthorse ,

4 Pferde sind drin

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community

Weitere Fragen mit Antworten