Frage von noina, 71

Ist es übertrieben für alles und alle so unglaublich dankbar zu sein?

Hallo
Also ich weiß nicht ob das ganz so normal ist..ich habe schon viel so durchgemacht, von Magersucht und Depressionen, die Trennung meiner Eltern und so..aber ich bin einfach für alles was ich habe und alle die ich um mich habe so unglaublich dankbar.

Ich würde den Leuten das so gerne viel mehr zeigen, weil ich das echt ehrlich meine und sie mir so wichtig sind. Ich kann alle auch so gut verstehen warum einfach jeder so handelt wie er handelt.

Gleichzeitig trage ich aber auch so ein Leid in mir und gefühlsmäßig eine extreme Traurigkeit, aber ich versuche diese zur Zeit wieder recht erfolgreich zu unterdrücken. Habe aber auch große angst vor dem Herbst und Winter, weil es mir da eigentlich immer schlechter geht..
Ich war auch mal in Therapie und vermisse meine Therapeutin total, bin ihr aber auch soo dankbar für einfach alles!
(Hab die Therapie aber dann abgebrochen wegen Wechsel (sie ist in den Mutterschutz gegangen), und mit der neuen bin ich nicht so klargekommen.)
Ich glaube es wäre gut wieder in Therapie zu gehen..aber eine neue Therapeutin will ich nicht.

Es fühlt sich nur so komisch an..ich kann mich nicht auf eine Beziehung einlassen (habe iwie Bindungsangst) und andererseits so eine unglaubliche Liebe und Dankbarkeit zu den Menschen die ich um mich habe, dass ich es Ihnen gerne viel mehr zeigen würde. Das klingt total komisch.
Aber ich trage so viel Liebe in mir und gleichzeitig so viel Leid.

Wenn ich das iwie so erzähle dann komm ich mir nicht so für voll genommen vor..
So ein Gefühlschaos ! Ist das normal so?

Antwort
von xraqwel, 14

Das ist echt schön das, das du so dankbar für alles bist. Und wegen dein Leid und Traurigkeit. Teile es den Menschen die dir nahe stehen, sie werden dir bestimmt zuhören und dir helfen wollen. Du kannst es ja auch noch mal mit einen anderen Therapeuten versuchen als der mit den du nicht so gut klar gekommen bist !

Kommentar von xraqwel ,

Und deine Dankbarkeit ist garnicht übertrieben ! Es ist gut dankbar zu sein für all das was man hat :)

Antwort
von Seanna, 25

Nö. Geht mir ähnlich. Auch in deutlichem Kontrast zu meiner Umwelt. Speziell wenn man auch sehr großes Leid kennt, kann sich so eine Einstellung manifestieren.

Das allerdings extrem nach außen tragen oder zeigen zu müssen, kann problematisch werden. Und ich persönlich finde es auch übertrieben.

Auf jeden Fall besser als immer jammern wie mies doch alles ist und wie schlimm es einem geht.

Antwort
von imakeyourday, 25

Vielleicht glaubst du es nicht aber ich verstehe dich gut.

Wenn ich alleine bin wird mir oft klar, wie dankbar ich für alles bin, was ich habe, vor allem für all dir tollen Menschen in meinem Leben. Meine Eltern würden denken bei mir brennts wenn ich sentimental werde, aber einige meiner besten Freunde verstehen das und sagen mir auch oft wie dankbar sie sind, dass es mich gibt.
Ich selbst habe auch Probleme, einem Menschen zu vertrauen, daher weiß ich es umso mehr zu schätzen, dass es Menschen gibt, denen ich blind vertrauen kann.

Keiner weiß ob es "normal" ist wie du sagst, aber ich finde dass dankbare Menschen besser glücklich werden können, weil sie auch die kleinen Dinge zu schätzen wissen.

LG imakeyourday

Antwort
von Filipendula, 13

Hallo Noina, warum willst Du "normal" sein? Normale gibt es doch schon genug! ;-)

Spaß beiseite: Du hast starke Gefühle, sowohl angenehme als auch unangenehme. Das Gefühl der Dankbarkeit kann sehr schön und gesund sein, kann aber auch der Abwehr von anderen Gefühlen oder Erfahrungen dienen. Ich an Deiner Stelle würde mir eine neue Therapeutin suchen, mit der ich das in Ruhe erkunden könnte. Wenn Du noch so viel Leid in Dir hast, tut therapeutische Begleitung Dir sicher gut.

Alles Liebe für Dich von

Filipendula

Antwort
von voayager, 9

Na-ja, hört sich schon ein wenig trunken an, also überschießend im Gefühl. Das macht aber rein garnichts, das legt sich wieder, ist sicherlich so was wie eine Phase.

Antwort
von patridicapri, 15

War das in der Vergangenheit auch schon so? Kannst du dein Inneres noch kontrollieren? Sagen Angehörige, enge Freunde, dass du dich stark verändert hast?
Wenn du antwortest kann ich vielleicht Dinge ausschließen.

Bin seit 7 Jahren stark bipolar. Seit 2 Jahren Stabil. Gruß

Antwort
von Virginia47, 6

Es ist schön, dass du so dankbar bist. Aber du musst es nicht sein.

Gerade wenn man so viel Leid durchgemacht hat, hat man auch einen Anspruch auf Zuwendung. Und den bekommst du nun. Dafür kannst du dakbar sein. Aber es wird nicht erwartet.

Ich hatte immer eher das gegenteilige Problem. Dass ich anderen immer helfen wollte. Egal ob sie Hilfe wollten oder nicht. Ich habe ihnen meine Hilfe förmlich aufgedrängt. Und war dann enttäuscht, dass ich keine Dankbarkeit dafür erhielt.

Bis mir dann klar wurde, dass man andere damit eher auf Schwächen stößt, die sie nicht wahr haben wollen.

Also übertreibe es nicht mit deiner Dankbarkeit.

Antwort
von morris21JH, 26

Das Schöne, dass du in dir trägst ist wie du selbst sagst die Liebe. 

Du wirst nunmal geprägt von den schlechten Erfahrungen. Die Kunst ist es die positiven Sachen in den Vordergrund zu stellen.

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