Ist es strafbar eine Rede zu fotografieren?

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4 Antworten

Gesetz über Urheberrecht und verwandte Schutzrechte (Urheberrechtsgesetz)
§ 53 Vervielfältigungen zum privaten und sonstigen eigenen Gebrauch
"(1) Zulässig sind einzelne Vervielfältigungen eines Werkes durch eine natürliche Person zum privaten Gebrauch auf beliebigen Trägern, sofern sie weder unmittelbar noch mittelbar Erwerbszwecken dienen, soweit nicht zur Vervielfältigung eine offensichtlich rechtswidrig hergestellte oder öffentlich zugänglich gemachte Vorlage verwendet wird. (...)"

Die "Vorlage" für deine "Vervielfältigungen eines Werkes" wurde "offensichtlich" nicht "rechtswidrig" hergestellt - soweit es deine Fotografien betrifft: Der Redner hat sein eigenes Werk ja rechtmäßig ausgedruckt und an den Boden gelegt!

Wenn du nun aber deine Fotografien vervielfältigst (um sie an Freunde und enge Bekannte weiter zu geben, was ja noch keine Öffentlichkeit darstellt, siehe Absatz 3 UrhG § 15!),

dann stellt sich die Frage, ob du deine Fotografie "rechtswidrig hergestellt" hast oder nicht!

Dazu steht in UrhG § 15 Allgemeines:
"(1) Der Urheber hat das ausschließliche Recht, sein Werk in körperlicher Form zu verwerten; das Recht umfaßt insbesondere
1.
das Vervielfältigungsrecht (§ 16) (...)"

Dazu UrhG § 16 Vervielfältigungsrecht Abs. 1:
"(1) Das Vervielfältigungsrecht ist das Recht, Vervielfältigungsstücke des Werkes herzustellen, gleichviel ob vorübergehend oder dauerhaft, in welchem Verfahren und in welcher Zahl."

Und hier hapert es! Du hattest kein Recht, vom fremden Werk ein Vervielfältigungsstück herzustellen! Also ist auch eine Privatkopie davon für Freunde unzulässig.

Wenn du hingegen ein Handout, eine Kopie der Rede, vom Redner erhalten hast, ist eine Privatkopie davon zulässig - inklusive Verbreitung an mindestens 6 eng verbundene Personen (so mal ein hohes Gericht).

Von Vorteil ist hier eine - zumindest mündliche - Zustimmung des Urhebers, sein Rede-Manuskript am Boden abzulichten. Dann könnte er auch gegen eine Weitergabe an enge Bekannte nichts mehr unternehmen.

Ansonsten könnten aus dem UrhG greifen:

§ 97 Anspruch auf Unterlassung und Schadensersatz
§ 97a Abmahnung

§ 106 Unerlaubte Verwertung urheberrechtlich geschützter Werke

§ 109 Strafantrag

Gruß aus Berlin, Gerd

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Ich habe gerade nur die Plagiats-Regeln im Kopf. Dabei geht es darum, dass du nie etwas als dein eigenes ausgeben darfst, das du von wo anders hast.

Du musst immer angeben, woher du es hast, wenn es um öffentliche Dinge geht, wie Veröffentlichungen oder Arbeiten. wenn du jemandem etwas davon gibt, ist dieser einfach auf die Quelle angewiesen, weil er sonst Gefahr läuft damit wieder zu plagiiern.

aber für privaten Nutzen oder so sollte das kein Problem sein, ausser es wäre eine Verletzung der Privatsphäre des Dozenten oder so was in der Art.

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Das Fotografieren einer Rede ist erlaubt.

Lediglich bei einer Veröffentlichung (selbst wenn du den Autor nennst) kann es Probleme geben.

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Überleg mal wissen Rede also geistiges Eigentum es ist

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Kommentar von Halli79
07.11.2016, 20:13

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