Frage von KaddyFragt, 214

Ist es so falsch wenn man mit 26 raus aus dem Elternhaus will aber keine Unterstützung kriegt (nur) einen minijob hat und sich ein Wg zimmer sucht was man sich?

finanzieren kann. Währenddessen sich bewirbt für eine Ausbildung...d.h. ziemlich lang finanziell sehr eingeschränkt ist, dafür aber selbstständiger ist??

Antwort
von NoHumanBeing, 76

Nein, daran ist sicher nichts falsch. Im Gegenteil! Ist vermutlich das beste, was Du machen kannst. ;-)

Ich bin auch erst mit 25 aus dem Elternhaus ausgezogen. Fand aber auch, dass es dann Zeit wurde. ;-)

Nicht, dass ich mich nicht mit meinen Eltern verstanden hätte, aber man ist eben längst erwachsen und möchte sein eigenes Leben führen. Das ist ganz normal.

Ich befinde mich übrigens auch immer noch "in Ausbildung". An alle, die meinen, das hätte was mit "Faulheit" zu tun, hier mal der Verlauf bei mir.

  • 2005 mittlerer Schulabschluss (Alter: 17)
  • 2007 Abitur (Alter: 19)
  • 2009 Berufsausbildung abgeschlossen (Alter: 21)
  • 2012 Bachelorstudium abgeschlossen (Alter: 24)

Der Abschluss meines Bachelorstudiums war Ende 2012. Das Zeugnis bekam ich Anfang 2013.

Im Frühjahr 2013 bin ich dann zunächst auch in ein WG-Zimmer gezogen. Im Herbst 2013 habe ich dann mein Masterstudium aufgenommen (war die nächste Gelegenheit). Im Frühjahr 2014 hatte ich endlich eine passende Wohnung in der Stadt gefunden und bin aus der WG ausgezogen.

Masterstudium sind auch nochmal mindestens zwei Jahre, heißt Abschluss frühestens im Herbst 2015 (Alter: 27).

Nunja frühestens, d. h. falls alles perfekt läuft. Nun sind Menschen leider nicht perfekt und das Leben läuft nicht immer so glatt, wie man sich das vorstellt. Ich hatte einen Hochschulwechsel drin, wodurch ich einiges nachholen musste. Außerdem musste ich mir das Studium ja auch irgendwie finanzieren. Vollzeit studieren war also im Master nicht mehr drin. Ich rechne inzwischen mit einem Abschluss im Jahre 2017. Dann wäre ich 29 Jahre alt. Damit bin ich auch noch "jung".

So viel zum Thema: "Mit 26 hättest Du aber schon längst einen Abschluss haben können." - (Weil ich das in anderen Antworten gelesen hatte.) Das war vielleicht früher mal üblich. Bei den heutigen Anforderungen an die Qualifikation von Arbeitnehmern ist es eigentlich üblich, dass man sich in diesem Alter noch in irgendeiner Form der Ausbildung befindet, eventuell sogar noch für eine ganze Weile. Die Zeiten ändern sich. Die Lebenserwartung der Leute steigt ja auch, das Renteneintrittsalter liegt höher, als früher, somit ist eigentlich logisch, dass auch mehr Zeit für die Ausbildung verwendet wird.

Im Gegenteil! Selbst bei mir ging es ja noch relativ "zügig".

  • Ich hatte Glück, dass ich keinen Wehr- oder Zivildienst ableisten musste (gab's damals ja noch), sonst wäre dafür nochmal ein Jahr (oder seinerzeit 9 Monate) draufgegangen.
  • Ich konnte die Berufsausbildung von 3 Jahren auf 2 Jahre verkürzen.
  • Ich habe mein Bachelorstudium unterhalb der Regelstudienzeit abgeschlossen. ("Normalerweise" hätte ich erst 2013 die Abschlussprüfung abgelegt.) Viele überschreiten die Regelstudienzeit sogar.
  • Ich habe kein Auslandssemester, etc. gemacht. Machen auch viele, zieht die Sache auch weiter in die Länge.

Damit habe ich locker 2 Jahre "gespart". Wenn das nicht ganz so "glatt läuft", ist man also auch schnell mal über 30, bis man den Master hat. Und dann gibt es ja noch Leute, die ein Doktoratsstudium machen. Da ist man dann locker Mitte 30, bis man auch damit fertig ist.

Was ich damit sagen möchte: Bei Dir ist noch längst nichts "zu spät" oder "zu lange". Ein (gleichaltriger) Kollege von mir hat auch erst 2013 (im Alter von 25 Jahren) mit seinem Bachelorstudium angefangen. Auch "Spätzünder" sozusagen. Wenn der Bachelor und Master macht, wovon auszugehen ist, insgesamt also 10 Semester bzw. 5 Jahre, dann wird er frühestens 2018, im Alter von 30 Jahren, mit dem Master fertig sein. Wenn er ebenfalls "überziehen muss", wonach es im Moment aussieht, kannst da auch noch ein oder zwei Jahre drauflegen.

Das ist heute alles nichts besonderes mehr, also mach Dir keinen Kopf! Hauptsache Du nimmst die Sache in die Hand und ziehst das durch, was Du machen möchtest. Ich würde Dir raten, den Minijob so bald wie möglich an den Nagel zu hängen und in Deine Ausbildung zu investieren.

Wichtig ist, dass Du bei allem, was Du tust, selbst hinter der Sache stehst, sonst bist Du nicht motiviert und wirst kaum Erfolg haben.

Kommentar von ollikanns ,

Du vergisst eine ganz wichtige Tatsache: Im Gegensatz zu dir hat der Fragesteller offensichtlich bisher gar nichts gemacht, wenn er lediglich einen Minijob vorweisen kann. Du hast bereits mit 21 die Berufsausbildung abgeschlossen. Das Studium war dann mehr das Sahnehäubchen. Mit 21 hättest du aber durchaus schon dein Geld verdienen können.

Und genau das ist damit gemeint, wenn man sagt, dass es unüblich ist, wenn man mit 26 noch keine Ausbildung hat. Wenn man studiert hat, hat man ja eine Ausbildung.

Kommentar von NoHumanBeing ,

Ja, da gebe ich Dir durchaus Recht.

Ich wollte nur klarstellen, dass es heutzutage nicht mehr unüblich ist, mit 26 seine "Ausbildung" (als Oberbegriff, nicht im Sinne von "Berufsausbildung") noch nicht abgeschlossen zu haben.

Aber wie gesagt ... besser spät als nie. Sollen wir ihm nun Vorwürfe machen oder ihn dafür motivieren, etwas aus seinem Leben zu machen?

Meines Erachtens ist es keine gute Idee, jetzt einfach den Kopf in den Sand zu stecken, von zu Hause auszuziehen und irgendwo jobben zu gehen. So bleibst Du immer "ganz unten". Ich würde dem Fragesteller ans Herz legen, sein Qualifikationsniveau zu steigern, sodass er irgendwann mehr, als einen "Minijob" (oder eine anderweitige, gering qualifizierte/bezahlte Tätigkeit) ausüben kann.

Antwort
von beangato, 120

Das ist die richtige Entscheidung. Und vlt. kannst Du aufstockendes ALG II beantragen.

Antwort
von DerLehrerDE, 135

Dann wird es doch langsam aber sicher Zeit, auf eigenen Füssen zu stehen! ;-)

Antwort
von muschmuschiii, 125

Was hast du denn bis zu deinem 26 Lebensjahr gemacht?

Da war mehr als Zeit genug für eine Ausbildung, sogar für ein Studium .... und für eine gescheite Lebensplanung

Aber besser spät als nie ..... zieh das durch, sonst bist du mit Mitte 30 immer noch auf dein Elternhaus angewiesen!

Kommentar von NoHumanBeing ,

Da war mehr als Zeit genug für eine Ausbildung, sogar für ein Studium

Wenn man ein Studium abschließen möchte, kann das heutzutage durchaus länger, als bis zum 26. Lebensjahr dauern, siehe meine Antwort.

Antwort
von emvaues, 76

Ich bin bin 16 und ziehe im September in meine eigene Wohnung. Mit 26 ist es zwar etwas spät, aber besser als nie. Drück dir die Daumen!

Kommentar von KaddyFragt ,

beginnst du dann auch eine Ausbildung?

Kommentar von emvaues ,

Ja. Ich würde sowieso nie, wenn ich auf eigenen Beinen stehen will, ohne eigene finanzielle Möglichkeiten, große Lebensänderungen wie die erste eigene Wohnungen beschreiten.

Antwort
von Januar87, 107

"Ist es so falsch wenn man mit 26 raus aus dem Elternhaus will..."

Lassen deine Eltern dich nicht?😕

Ich sage nur Nein, nichts davon ist falsch!

Antwort
von PeterLustig1937, 113

Selbstständig sein ist immer gut!

Antwort
von herakles3000, 82

Wen du nir einen Mininijob hasst kanst du nur mit hielfe des jobcenters ausziehn.!Aber das könne sie dir nicht mehr verweigern.

Antwort
von ollikanns, 120

Wer wohnt denn mit 26 noch bei Mama und hat noch keine abgeschlossene Ausbildung? 

Kommentar von KaddyFragt ,

es gibt so Fälle..

Kommentar von Rubin92 ,

Viele, sehr viele.

Eine Ausbildung ist heute nicht mehr selbstverständlich, das ist luxus. Ein Freund von mir der selbst den Realschul abschluss hat, findet keine. Mit Hauptschulabschluss kann man das ganze sowiso vergessen,.

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