Ist es sinnvoll Westernreiten zu lernen wenn ich später eigentlich mit Englisch reiten möchte?

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14 Antworten

Ich finde schon, dass sich die beiden Reitweisen deutlich unterscheiden.

Trotzdem halte ich es nicht für grundfalsch, wenn Du die Grundlage des Reitens - die Balance auf einem Pferd zu finden, beim Westenreiten erlernst. Steigst Du später um, wirst Du Dir zwar einiges abgewöhnen und umlernen müssen - doch danach weißt Du, was tatsächlich Dein Ding ist und was nicht. Wer jahrelang Rock and Roll getanzt hat, kann ja auch auf Standart-Tanzen oder Videoclip-Dancing umsteigen.

Die grundsätzlichen Unterschiede zum Englischreiten bestehen hauptsächlich in der Hilfengebung, dem Sitz und dem Tempo. Das Westernpferd wird nicht konstant an die Hilfen gestellt; das bei den Englischreitern übliche Herantreiben an das Gebiss entfällt. 

Das Westernpferd wird im allgemeinen langsamer geritten als das englisch gerittene Pferd. Der "Jog", der langsame, fast schlurfende Trab des Westernpferdes, erlaubt dem Reiter im Gelände einen bequemen, anstrengungsfreien Sitz und ist für die Pferdekräfte schonend. Beim "Lope", dem abgekürzten Galopp am losen Zügel, sitzt der Reiter im Idealfall wie im Schaukelstuhl. 

Das ist etwas, was beim Dressurreiten im englischen Stil nicht gewünscht ist. Bei dieser Reitweise wirkt der Reiter ständig kontrollierend auf das Pferd ein. Er reitet es in der sogenannten Anlehnung, d.h. er hat immer leichten Kontakt zum Pferdemaul. Man sagt auch, "das Pferd steht an den Hilfen". 

Dem Englisch-Reiter ist in erster Linie an der Ästhetik und Ausstrahlung des Pferdes gelegen. Dazu gehören für ihn außer der Anlehnung, die Aufrichtung, Versammlung, Losgelassenheit, und schwungvolle, taktreine Gänge. Um das zu erreichen setzt er Gesäß, Schenkel und Zügelhilfen ein. Meist eine anstrengende und schweißtreibende Angelegenheit.

Während der Englischreiter die Zügel in beiden Händen tief und eng zusammen hält, halten Westenreiter die Zügel entweder in einer Hand oder sehr breit und hoch auseinander und vor allem viel länger als in der klassischen Dressur.

Neben diesen und noch einigen anderen Unterschieden ist auch das Umfeld  bei beiden Reitweisen unterschiedlich. Meist geht es bei den Westenreitern ja doch deutlich entspannter und lässiger zu. 

Ich selber entstamme dem Dressurlager, habe aber in Urlauben schon so manches  Mal auch Westenpferde geritten und hatte keine Probleme mich auf diese Reitweise umzustellen und dann später zu Hause auch wieder zurück. 

Dauerhaft wäre die Westenreiterei nichts für mich - ich erarbeite mir zusammen mit meinem Pferd für mein Leben gerne Dressurlektionen und bin einfach in der klassischen Reiterei zu Hause. 

Vor meinen Westenausflügen haben mir zig Leute immer vehement davon abgeraten das zu tun. Ich würde mir meinen Sitz versauen und was weiß ich, was ich mir hab anhören müssen. Nichts dergleichen ist jedoch passiert. 

Beide Reitweisen haben ihr jeweiliges Für und Wider und am Ende wirst Du selber herausfinden, womit Du Dich wohler fühlst.

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Kommentar von Dahika
23.06.2016, 19:46

Das Westernpferd wird nicht konstant an die Hilfen gestellt; das bei den
Englischreitern übliche Herantreiben an das Gebiss entfällt. 

Bei den fortgeschrittenen Pferden, die bereits gelernt haben, in Selbsthaltung zu gehen. Macht man das bei einem jungen Pferd, dann bringt man ihm die Vorhandlatscherei bei.
Die Westernpferde, die ich kenne, und die noch nicht weit ausgebildet sind, werden jedenfalls auf Kontakt geritten mit beiden Zügeln. Ich seh da kaum einen Unterschied. Der kommt erst später.

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Sinnvoll ist es in jedem  Fall - auf alle Fälle besser, als sehnsüchtig  wartend gar nicht zu reiten...

Das ist, wie wenn du Musik manche möchtest und nicht gleich das gewünschte Instrument bekommst - Grundbegriffe wie Takt und Rhythmus, Noten ( bzw. Pferdeverhalten) "lesen"... Es gibt vieles, was nahcher gleich ist.

Es gibt überall gutes und schlechtes reiten. Wer gut reiten gelernt hat, hat vor allem gelernt, sich flexibel auf das jeweilige Pferd einzustellen.

Und wie leicht die Umstellung fällt ist, individuell verschieden. Ich reite englisch, und als ich das erste mal auf einem Westernpferd saß, hat es zuerst nicht " funktioniert" aber nach einigen Minuten ( ohne Einweisung) hat das dann gekappt. Zumindest, dass sich das Pferd in der gewünschten Gangart in die gewünschte Richtung bewegte 😉

Umgekehrt ist es vieleicht etwas schwieriger, weil Western meist auf Pferden geritten wird, die bequemer zu sitzen und vom Charakter meist  (!) ausgeglicher sind als die, die für den Sport gezüchtet und ausgebildet wurden. 

Weil es ruhiger zugeht, ist Western grade für den  Anfang gar nicht schlecht.

Nur zu, viel Spaß! 😃

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Wenn du erstmal westernreiten lernst, wirst du auch viel lernen, was dir dann auch beim englischen (bzw klassischen) reiten helfen wird:

  • Ein Gefühl für die Bewegung des Pferdes, weich mitgehen und nicht aus der Bewegung raus kommen und auch nicht gegen die Bewegung gehen,
  • Ein gutes Gleichgewichtsgefühl, gute körperkontrolle (vorallem für gewichtshilfen)
  • Alle drei grundgangarten sicher reiten können (bedingt sich mit 1 ;) )
  • Mit einem Pferd im Umgang umgehen können, putzen, führen, reagieren in speziellen Situationen, etc
  • Schonmal grob einen überblick über die Ausrüstung zu haben (natürlich sind einige Riemen, formen, etc anders beim Sattel oder Trense, aber es wird dir sicherlich helfen wenn du schonmal weißt wie man ein Pferd trennst und so etwas, für ein allgemeines Gefühl dafür)

Einige Dinge die anders sind:

  • Der Sattel ist anders, deine gesamte Haltung inklusive Bein und Hand wirst du schon ändern müssen als du es bis dahin gewöhnt sein wirst, 
  • Andere zügelführung, es wird in Anlehnung geritten
  • Wie schon gesagt, die Ausrüstung ist etwas anders,

Also letztendlich, nein du wirst dich nicht einfach auf ein englisch gerittenes Pferd setzen können und genauso reiten können wie du es bis dahin beim westernreiten gelernt hast. Du wirst deine Haltung verändern und einige dir dann noch ganz neue Dinge dazu lernen müssen, 

Aber ich denke es wird dir auch viel bringen, wenn du erstmal nicht die Möglichkeit hast englisch reiten zu lernen, und dann mit Western anfängst. Wegen den oben genannten Gründen :)

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Kommentar von Jojoohorses
23.06.2016, 16:30

Danke für die Antwort :)

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Ist zwar etwas anders aber auch nicht soooo sehr. Ich reite zwar nur englisch aber beides reiten zu können schadet nie. Dann lernst du auch schon den Umgang mit dem Pferd :) ich würde es machen :)

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Also ich reite selbst Western. Falsch ist es auf jeden Fall nicht aber es könnte schwer werden sich dann von Westernreiten aufEnglischreiten um zu stellen. Letztendlich musst du doch aber selbst entscheiden.

LG hannileo12 

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Der Umstieg von Western auf Englisch ist i.d.R. einfacher als umgekehrt.

Ich habe sowohl Western wie auch Englisch reiten gelernt, mich dann aber für Western entschieden.

LG Calimero

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Ich finde reiten ist reiten klar ist es unterschiedlich aber ich finde denn Unterschied gar nicht so groß...

Ich spreche aus Erfahrung. Ich bin früher englisch geritten bin aber dann Western umgestiegen 😁

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Würde ich schon sagen, ja. Dann bist du wenigstens Schon mal sattelfest

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Ich finde das Anfängerwesternreiten nicht so unterschiedlich vom Englischen Reiten. Auch bei Westernpferden wird erwartet, dass sie an das GEbiss herantreten, es wird mit beiden Zügeln auf Kontakt geritten, etc...

In meinem Stall gibt es eine Reiterin, die ihr junges Pferd mit RL zusammen ausbildet. Ich gucke oft zu, weil ich den Unterricht gut finde. Und ich kann eigentlich - auf dem Niveau - nichts feststellen,was ich nicht selbst auch machen würde. Allerdings wird der Galopp wohl mit dem äußeren Schenkel ausgelöst, bei den Englischreitern mit dem inneren.

Ich gebe zu, dass ich, obwohl Englischreiterin, bei meinem Pferd den Galopp auch mit dem äußeren Schenkel auslöse. Ich finde das einfacher. Weitertreiben tu ich dann allerdings mit dem inneren Schenkel. Meine RL darf das aber nicht merken, die schimpft dann. ;-)



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Kommentar von WesternCalimero
24.06.2016, 11:30

Auch beim Westernreiten wird der Galopp korrekterweise mit dem inneren Schenkel ausgelöst.

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mach ruhig - du kannst ja nur dazu lernen

und

 nachher kannst Du worklich abwägen, was für Dich jetzt oder später mal, wenn du so mit 30 oder 40 lieber nur gemütlich ausreiten magt, besser geeignet bist

Viel Spaß!!!

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Hallo

wenn du noch nie geritten bist, dann macht das jetzt am Anfang meiner Meinung nach wenig Unterschied. Du lernst ja erstmal dich auszubalancieren, einen guten, geraden Sitz zu haben und eine ruhige, vom Sitz unabhängige Hand zu bekommen. Und das in jeweils jeder Gangart.

Diese Grundlagen sind erstmal unabhängig von der Reitweise.

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Wenn du Western reiten kannst, kannst du auch englisch ! Western ist vieeel besser als englisch glaubs mir :)

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Kommentar von MilleW
23.06.2016, 16:03

Finde ich nicht. Das kann man nicht sagen. Jeder hat einen anderen Geschmack :)

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Kommentar von netflixanddyl
23.06.2016, 16:05

Das ist jawohl Ansichtssache.

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Kommentar von anaandmia
23.06.2016, 17:52

Ja klar ist das Geschmackssache :) Ich persönlich finde es einfach besser weil ich das Gefühl habe dabei mehr "mit dem Pferd" zu arbeiten.

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Naja sinnvoll lassen wir mal dahin gestellt, falsch ist es nicht.

Ich habe mit Englisch angefangen und bin einmal ein Westernpferd geritten, ich fand es schon ziemlich die Umstellung und ich denke es wird auch etwas Zeit und Geld ( Reitunterricht) kosten.

Die Frage ist, wieso willst du auf einem Westernpferd lernen, wenn du weißt, dass du Englisch weiter machen möchtest?

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Kommentar von Jojoohorses
23.06.2016, 16:25

Danke erstmal für die Antwort. Ich habe einen Reitstall ganz in der Nähe und da wird nur Western geritten und die Besitzerin ist eine Bekannte meiner Mutter und deshalb möchte ich gern dort lernen. 

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Englisches reiten beinhaltet immer etwas western ! :) Falsch ist es keineswegs !

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